Forum: Politik
US-Wahl: Trump des Willens
REUTERS

Donald Trumps Sieg bedeutet das Ende des Westens. Die Ära des Liberalismus ist vorüber. Ein neuer Faschismus kommt an die Macht. Ob sie wollen oder nicht: die Deutschen werden ihr Heil in den Grenzen der Nation suchen müssen.

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vera gehlkiel 10.11.2016, 16:41
300.

Endlich führen die Fäden bei Augstein, so verwirrend es gelegentlich wirkte, zusammen: er will, das wir eine Art linker Schweiz werden, am besten angeführt von Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht, wahrscheinlich unter Inkaufnahme einer Abspaltung der sperrigen Ostprovinzen. Ein kleines dummes Problemchen hierbei gibt es nur schon: was machen wir, wenn entweder der böse Putin oder der böse Trump uns als Amuse-Gueule verknurspeln wollen, und zwar ehe uns die Chinesen kriegen, bevor es daran geht, die Welt neu zu ordnen?

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schmidthappens 10.11.2016, 16:42
301. Sie bringen es auf den Punkt...

Zitat von Freifrau von Hase
"Das kurze Zeitalter der Globalisierung mündet in eine Rückbesinnung auf das Nahe, die Heimat, die Nation. Was bleibt uns sonst?" Die traurige Wahrheit .....
..aber genau zu diesem Sachverhalt schweigen die "gewählten Vertreter" des Volkes, von Augstein und seinen Gesinnungsgenossen ganz zu schwiegen.

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Ziegelbrenner 10.11.2016, 16:42
302. Trump-Bashing

Lieber Herr Augstein,
Sie schreiben: "Trumps Sprache, seine Frisur, seine Gesten, der ganze Mann - eine lächerliche Figur."
Geht's noch?
Fallen Ihnen keine besseren Argumente ein?
Ok. - Die Amerikaner haben einen Mann zum Präsidenten gewählt, der dieses Amt besser nicht innehaben sollte. Aber er hat nicht allein das Sagen…
Und die Europäer sollten sich mal am Riemen reißen und eine bessere Politik machen…
…dann wird das schon.
Den Kopf in den Sand stecken oder wie das Kaninchen gebannt auf die Schlange starren bringt uns nicht weiter.
Also packen wir's an.

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olicrom 10.11.2016, 16:42
303. Na dann nehmen wir doch gleich mal den Klassiker..

Zitat von sapereaude!
Auch Sie möchte ich bitten, mir ein oder zwei Beispiel für Trumps "antidemokratische Ideen" zu liefern. Er hat zugegebenrmaßen viele deftge Sprüche und auch Unwahrheiten von sich gegeben. Aber dass er die Verfassung aushebeln will oder die Demokratie abschaffen will, habe ich ihn nicht sagen gehört.
Also zum Beispiel: Die Ankündigung , die Wahl nur im Falle des eigenen Sieges anzuerkennen.
Erschreckend genug, aber ich befürchte, Sie meinen ihre Frage tatsächlich ernst. Denn: Auch Rassismus, Diffamierung von Fremden und Minderheiten (also Trumps tausendfach erklärte Ideenwelt ) sind ganz grundsätzlich mit der Idee der Demokratie unvereinbar. Sie und viele andere verwechseln Demokratie gerne mit einem "Absolutismus der Mehrheit" oder "wer gewählt ist darf Alles" oder irgend einer anderen kruden Idee. Das ist aber was ganz anderes als Demokratie. Machen Sie sich am besten mal etwas schlauer:

https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie

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aleamas 10.11.2016, 16:44
304. Schön...

...daß Sie sich da so sicher sind.
Nur leider bleibt die Frage: wer wollte Trump denn aufhalten? Gibt es irgendeine, wie auch immer geartete, Mechanik, die ihn 'einbinden' würde? Und die er nicht bereits in der Luft zerrissen hätte?

Es ist ja nicht so, dass etwa das 'vernünftige' Establishment der Republikaner wirklich wesentlich vernünftiger wäre. Trump hat diese Leute zwar rechts überholt, aber noch lange nicht so weit rechts, dass sie ihm etwa nicht folgen würden, wenn er beispielsweise mit Deportationen beginnt. Oder damit, Mexiko seinen Willen zu diktieren. Donald Trump hätte vor laufenden Kameras ein Kleinkind verspeisen könne - seine Wähler hätten immer noch ihr Kreuz bei ihm gemacht, einfach weil sie Hillary Clinton so hassen.

Es mag ja sein, dass Clinton nicht die Kandidatin für die Anhänger von Sanders war. Aber sich nun über ihre Niederlage zu freuen, scheint mir doch absurd bis zur Schmerzgrenze. Trump wird in aller Ruhe Richter für den Supreme Court berufen, die das Land in eine gründlich anglisierte Version des Deutschen Kaiserreichs verwandeln können. Für die nächsten 60, 70 Jahre. Sie mögen ja recht haben, dass Trump 'nur spielen' will. Aber er spielt nicht nur im Sandkasten, er spielt mit einer Supermacht. Und er spielt um die ganze Welt.
Vor diesem Hintergrund scheint mir die mangelnde Unterstützung für Clinton viel mehr als narzisstische Selbstvergessenheit der Linken als alles, was Clinton sich jemals hat zuschulden kommen lassen.

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tpro 10.11.2016, 16:45
305.

Zitat von pansatyr
Wahl Donald Trumps ist das Ende des Westens - nicht zu vergessen aber auch Augsteins Beitrag zu dieser Entwicklung.
...und was Augstein als "liberale Demokratie" bezeichnet, ist ein anderer Ausdruck für den Meinungsterror von linker Seite von gefühlten 15% Meinungsmachern. Meinungsmachern, die jeden der rechts von ihnen steht als populistisch oder als Nazi bezeichnen.

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fam.weber11 10.11.2016, 16:46
306. Hellsichtig versus uneinsichtig

Emmanuel Todd prägte vor Jahren das Bild der imperialen Überspreizung des Weltpolizisten USA: Die Wahl von DT ist auch eine Folge, dass USA diese Rolle nicht mehr spielen kann und spielen will. Das jetzige Entsetzen der deutschen Politik ist ein weiteres Indiz, wie naiv und visionslos das verantwortliche Personal dort ist.

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schoenneu 10.11.2016, 16:50
307. etwas früh

wieder erliegt die presse dem reflex, aus befürchtungen heraus verfrüht scheinbar sichere progosen zu formulieren. nach dem wahlsieg hat trump nichts inhaltliches formuliert. seine ersten kontakte mit mexiko und südkorea sprechen eine ganz andere sprache als die des wahlkampfes. sollten wir nicht einen augenblick warten, bevor die weltordnung neu geschrieben wird? lässt sich nicht mal eine weltuntergangs-schlagzeile unterdrücken, bis es soweit ist?

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charlybird 10.11.2016, 16:50
308. Der Kommentar ist einsame Klasse

und die schlichte Wahrheit des Zustands von Amerika und die Beschreibung ihres zukünftigen Präsidenten, inklusive der Übernahme der etablierten Politik durch die Wirtschaft, die als Balance zwischen Mensch und Markt nicht mehr funktioniert, weil sie sich für eine Seite entschieden hat.
Amerika eine Oligarchie ? Natürlich.
Trump ein Faschist ? Ein neue Form davon.
Demokratie vs. Kapitalismus ? Nur die Zahlen der letzten 20 Jahre in D anschauen. Kleiner Tipp: 75-80 Prozent des Volksvermögens befinden sich bereits in den Händen von ca. 20 Prozent der Bevölkerung. Tendenz steigend, nicht die Bevölkerung, die Verteilung des Vermögens. :-)
Die globale Verteilung mag man gar nicht mehr schreiben.
Eigentlich könnte sich Verzweiflung breit machen, aber die Amerikaner dürfen wenigstens hoffen, sie haben jetzt einen Erlöser.

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vox veritas 10.11.2016, 16:52
309. Mehr Selbstkritik wagen

"Trumps Sieg ist der letzte Beweis dafür, dass die liberale Demokratie in einer existenziellen Krise ist. Sie droht den Kampf mit dem Kapitalismus zu verlieren."

Und wer hat die westliche Demokratie denn dahin geführt, wo sie jetzt ist?

Waren es nicht "linke" gesellschaftliche Revolutionen, die eine nach der anderen schneller und schneller gestartet wurden?

Das ist doch kein Wunder, daß Leute wie Trump Erfolg haben, wenn man keine Rücksicht auf die Wähler nimmt und diese zunehmend überfordert. Und gefragt hat man die auch nicht.

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