Forum: Politik
US-Wahlkampf paradox: Wo Trump ein Linker ist
AP

Was haben sie auf der Linken bloß gegen Donald Trump? Raus aus der Nato, Annäherung an Russland, nie mehr Weltpolizist: Vieles von dem, was Trump will, wird bei uns seit langem auf Friedensdemos gefordert.

Seite 10 von 19
eks2040 16.05.2016, 17:19
90. Trump ... Spekulationen

Es scheint uns sehr viel daran zu liegen, die USA Wahlen und insbesonders Donald Trump zu kommentieren. Das bringt die unterschiedlichsten Meinungen aufs Papier... und dagegen habe ich nichts. Ich hoffe nur, dass wir das nicht zu ernst nehmen, denn allein die Amerikaner werden waehlen und bestimmen. Sollte Trump gewaehlt werden, dann werden auch fuer Europa Aenderungen kommen, insbesonders werden die USA ihre Umlage fuer Verteidigung zu Lasten Europas aendern. Bei einer Staatsverschuldung von ca $ 20 Trillion (USA Term) ist das doch wohl nicht anders zu erwarten, oder???
Wenn wir uns nicht aufregen GR zu unterstuetzen und ansonsten unsere Steuergelder recht freizuegig verausgeben, dann koennen wir zuzaetzliche Wuensche nicht leicht ablehnen. Karl

Beitrag melden
magic88wand 16.05.2016, 17:38
91. Das Problem mit Trump ist ...

... dass er eigentlich für gar nichts steht. Er ändert ständig seine Meinung (manchmal innerhalb eines Satzes), und das gibt er sogar offen zu - er nennt es "Flexibilität". Mann kann ihn also nicht aufgrund eines Programms wählen, sondern nur aufgrund von Vertrauen in seine Person und deren Urteilskraft. Doch das habe zumindest ich mitnichten.

Beitrag melden
limubei 16.05.2016, 17:45
92. die sozialistische Aristokratie

Zitat von Boone63
Lieber Jan, dafür werden sie aber Prügel kassieren. Man kann doch nicht sagen was nicht sein darf. Natürlich gibt es auch gravierende Unterschiede zu links, Trump hat nichts dagegen das man reich ist, was bei den Weltrevolutionären ja als Verbrechen gegen die Menschheit gewertet wird, und eine Armee zu haben geißelt eine Nation ja schon zur aggresiven Welterobern (wie Schweden z.B.), aber im Grunde liegen die Fanatiker von Rechts und Links ja nie weit auseinander. Man darf es eben bloß nicht sagen. Da bin ich mal gespannt was für witzige Erklärungen hier folgen werden.
hat es immer geschafft etwas Gleicher zu sein.

Die Machtmenschen haben eine Drang dazu an die Macht zu kommen. Das System ist egal!

gerade frisch auf FAZ und sehr sehr passend zum Thema:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-arme-mehr-reiche-in-amerika-geht-die-mittelschicht-verloren-14235930.html

Da sind sehr viele sogenannte frustrierte potentielle Trump Wähler dabei. H Clinton steht für den Krieg gegen Lybien und die Destabilisierung der Region, die wir heute so kennen.

Europa muss sich mit einem Präsidenten Trump warm anziehen. Aber auch auf H Clinton dürfte das Budgetdefizit von mehr als 19.000 Mrd us$ schwer lasten.
Der Gierschlund Militär will jedes Jahr mehr und braucht auch noch seine Kriege und Bedrohungszenarien.

Beitrag melden
stiefelriemen93 16.05.2016, 17:57
93. Trump der rücksichtslose Egomane

Trump hetzt gegen illegale Einwanderer ("Mexiko schickt Vergewaltiger") obwohl er selbst für den Bau seines Trumptowers illegale Einwanderer beschäftigte. Gleichzeitig hat er mehrmals erfolgreich Geschäftspartner betrogen (Trump Taj Mahal in Atlantic City, Trump University) Daher wissen wir, dass wenn Trump lügt, er das sehr professionell macht und er ein gewissenloser Egomane ist. Ebenso wichtig ist, dass der Gerichtsprozess für den Trump-University-Betrug noch aussteht und eine Verurteilung ihm viel Geld kosten könnte. Trump könnte einer Verurteilung durch die Immunität des Präsidenten entgehen.
Daher dienen all seine Parolen und Forderungen nur dazu Präsident zu werden und im Falle der Fälle auch zu bleiben. Weil er sich wegen seiner Polemik zu recht viele Feinde gemacht hat, wird er auch nach der Wahl auf seine Anhänger angewiesen sein (Amtenthebungsverfahren), sodass er einen Teil seiner Parolen umsetzen dürfte. Das trifft natürlich nur auf diejenigen Parolen zu, welche ihm finanziell kaum schaden (Schließlich möchte er das Präsidentenamt nur aus egoistischen Gründen). Daher wird der superreiche Trump auch im Falle eines Wahlsieges die Steuern für schwerreiche kaum erhöhen (eher senken). Solche diskriminierende Maßnahmen wie Einwanderungsstopp gegenüber Muslimen wird er eher umsetzen (da diese ihm kaum schaden).

Beitrag melden
mickk 16.05.2016, 18:09
94. Zeitenwende

So weit liegt der Artikel nicht daneben. Wir sind in einer Welt aufgewachsen (ich bin 52), in der die Macht und die Regeln klar waren. Wir gehörten zum einen Block (den Amerikanern) und die Anderen gehörten zum anderen Bock (den Russen).

Mit dem Wegfall des Bösen (Russlands), verlor die Nato ein Stück ihrer Identität. Gut in den letzten Jahren ist Russland wieder stärker geworden und auch aggressiver aber man hat das nicht auf sich bezogen. Man hat es als Problem von der Ukraine betrachtet.

Jetzt kommt noch ein zweites Thema hinzu. Und das ist das Hervortreten eines aggressiven Nationalcheauvinismus in vielen Ländern. Die Amerikaner reden nur noch von "America First", die Briten wollen die EU verlassen, die Südeuropäischen Staaten am liebsten auf Kosten des Nordens alimentiert werden. Der Gemeingeist verschwindet. Das füreinander Eintreten verschwindet. Es geht nur noch um den eigenen Vorteil.

Ich konnte schon eine Weile nicht mehr daran glauben, dass - wenn es wirklich ernst wird - die Amerikaner für uns einstehen würden. Mit Trump wird sich diese Entwicklung noch verstärken. Wir haben unsere Rüstung und Verteidigung derart vernachlässigt, dass es Jahrzehnte dauern wird, bis wir wieder eine einigermaßen schlagkräftige Truppe gibt.

Aber ausnehmen können wir uns von der Entwicklung auch nicht. Fragen wir mal ganz konkret. Wer von uns würde seine Kinder zur Verteidigung der baltischen Staaten schicken?

Und wir müssen uns da keinen Illusionen hingeben. Sollte Trump an die Macht kommen und die NATO schwächen, wäre das eine Steilvorlage für Putin. Putin hat schon mehrfach gezeigt, dass Krieg für ihn ein legitimes Mittel ist und ich bezweifle stark, dass er sich schnell ändern wird. Es wäre dann wahrscheinlich, dass Putin solange nacht Osteuropa eindringt, bis sich wieder eine Koalition gebildet hat, die er fürchtet. Oder auch nicht. Dann wird es auch eng für uns.

Beitrag melden
limubei 16.05.2016, 18:18
95. mein lieber Herr Specht

Zitat von simon_specht
ist, wie so mancher "Geschäftsmann" unberechenbar. Eben ein Opportunist. Ich finde so etwas brandgefährlich und für ein derart mächtige Nation unverantwortlich. Er benutzt derzeit jede Möglichkeit -in alle politischen Richtungen- um an Wählerstimmen zu kommen, da ist natürlich auch ein linksschwenk dabei. Dennoch kann er nicht wirtschaften, wenn man sich seinen Lebenslauf anschaut und das werden die USA noch heftiger zu spüren bekommen.
nennen Sie einen Trump Tower ihr eigen? Haben sie Bestseller geschrieben/schreiben lassen. etc
Hatten Sie ihre eigen TV Sendung?

Trump ist ein typischer US Geschäftsmann. Völlig von sich überzeugt. Er hat oft gewonnen und manchmal verloren.
Saldo?

Andere haben gewonnen und wieder verloren.

Die USA haben derzeit ein Defizit von 19.000 mrd us$.
davon geschätzte 12.000 mrd us$ Militär, wenn nicht sogar mehr. Die Taxpayer haben verloren! Die Eliten haben gewonnen, denn das Geld ist ja nicht verschwunden.

Sozial muss nicht unbedingt Links sein. Es kann das gesellschaftliche Ueberleben bedeuten. Gerade auf FAZ - Mehr Arme, mehr Reiche.

Das sprengt die Gesellschaft, schafft Unruhen ....
Kein Geschäftsmann möchte das.

Beitrag melden
Beat Adler 16.05.2016, 18:27
96. Verteidigungsausgaben, Miltaerausgaben sind eben keine Ausgaben fuer Ruestung, fabriziert vom beruechtigten Militaerisch-industriellen Komplex.

Zitat von Hatch
Ich weiß ja nicht woher Sie Ihre Zahlen nehmen, aber statista sagt da etwas deutlich anderes. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/157935/umfrage/laender-mit-den-hoechsten-militaerausgaben/
Verteidigungsausgaben, Miltaerausgaben sind eben keine Ausgaben fuer Ruestung, fabriziert vom beruechtigten Militaerisch-industriellen Komplex.

Zahlen fuer die USA sind hier zu lesen:

http://www.businessinsider.com/how-the-us-military-spends-its-billions-2015-8

Stationierungskosten, Operationen, Personalkosten, Mieten und Unterhalt sind die grossen Kostenbloecke jeder modernen Armee, besonders derjenigen der USA; nicht die Beschaffung von Ruestungsguetern.

Zurueck zu Donald Trump:

Vermutlich wird Trump erst nach dem Parteikonvent im Juli, im Hauptwahlkampf, wirklich sagen, was er in Sachen Aussen -und Wirtschaftspolitik wirklich will. Er wird dazu von der Kandidatin der Demokraten getrieben werden. Ein Wischi-Waschi, ein "was-interessiert-mich was-ich gestern gesagt-habe" wird dann fuer Trump schwierig. Also abwarten.
mfG Beat

Beitrag melden
Darwins Affe 16.05.2016, 18:28
97. Stillstand?

Habt ihr mal darüber nachgedacht was ein Präsident Trump bewirken könnte? Das amerikanische System ist auf Checks and Balances aufgebaut: Trump hätte im Kongress nicht mal seine eigene Partei hinter sich. Entweder stünden Jahre des Stillstands bevor oder er müsste sich wechselnde Mehrheiten in den zwei Häusern des Parlaments suchen – was allerdings auch zu positiver Regierungsarbeit führen kann.

Beitrag melden
_freidenker_ 16.05.2016, 18:29
98. Trump...

Trump hat mit der Linken zwar gemein grundsätzlich erst mal gegen alles zu sein was sein jeweiliger Gegner fordert und dabei keinerlei sinnvolle Lösung zur Hand zu haben, aber ihn im Allgemeinen mit der Linken zu vergleichen halte ich für gewagt.
Nicht jeder der oppurtunistisch und planlos ist, ist zwingend ein Linker.

Beitrag melden
Bernhard.R 16.05.2016, 18:47
99. Danke Herr Fleischhauer

für die interessanten Informationen. Auflösung der Nato, nach der Auflösung des Warschauer Paktes 1991 ein längst überfälliger Schritt. Ein Stop der völkerrechtswidrigen Kriege und die Rückkehr zum Internationalen Recht - das würde den USA wieder Ansehen verschaffen über die "gesetzlichen" Freunde hinaus. Ein Wirtschaftsmann muß die Rüstungsausgaben von 640 Milliarden pro Jahr als Minusgeschäft ansehen und runterfahren.
Freundschaftliche Beziehungen zu Rußland, dem einzig verbliebenen Feindbild zur Rechtfertigung der westlichen Armeen - das wäre katastrophal für die Rüstungsindustrie und ein mächtiger Schritt für den Weltfrieden.

Beitrag melden
Seite 10 von 19
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!