Forum: Politik
US-Wahlumfragen: Kaum zu glauben
AFP

Meinungsforscher waren sich sicher: Donald Trump hat bei der US-Wahl kaum eine Chance. Wie sehr sich die Demoskopen geirrt haben - und was ihr Problem ist.

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jungletiger9 10.11.2016, 11:55
40. Da fehlen aber noch ein paar Dinge

Letztlich waren viele Umfragen nicht so weit weg vom Endergebnis (Zumal Clinton beim popular vote vorne liegt). Interessant ist, dass die Robocall-Umfragen näher dran zu sein schienen als die klassischen persönlichen Telefonumfragen - gegenüber einem Telefonroboter eine Auswahl einzutippen, führt offenbar zu ehrlicheren Ergebnissen. Die Robocalls waren methodologisch kritisiert worden, weil es in grossen Teilen der USA verboten ist, Handys anzuwählen und daher praktisch nur Haushalte mit klassischem Festnetzanschluss erreichbar sind.
Dazu kommen die generellen Probleme wie Erreichbarkeit und Aussagewilligkeit - heutzutage führt oft nur noch einer von 10 Anrufen zu einer verwertbaren Umfrage, diese Rate war vor 20 Jahre noch um ein deutliches höher.
Die Demoskopie kann solche Dinge nur durch statistische Korrekturen und Erfahrungswerte ausgleichen. Für solche Erfahrungswerte fehlt aber die Basis, wenn sich die Umstände deutlich ändern - das war bei dieser aggressiv-populistischen Wahlkampagne, die die Strukturen des Wahlverhaltens verändern, sicherlich der Fall und daher kommt es bei Wahlen dieser Art immer wieder zu deutlichen Variationen von den Vorhersagen.

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rdexter 10.11.2016, 11:56
41.

An der fehlerhaften Prognose sehe ich ein ganz anderes gewaltiges Problem: Ein Teil der Menschen traut sich offensichtlich nicht zu sagen, wen er tatsächlich wählt. Sie sagen Clinton und wählen dann Trump. Warum? Ganz offensichtlich wird man mit bestimmten Meinungen so niedergemacht, dass man sie nicht offenbart. Das kann gewaltig in die Hose gehen, das ist aus meiner Sicht auch hier in Deutschland so.

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bavariae 10.11.2016, 11:59
42. Was ist das Problem?

Sascha Lob meint, die Medien hätten als Meinungsbildner versagt. Im Artikel steht: "Das könnte daran liegen, dass einige Trump-Wähler in Umfragen ihren Favoriten nicht genannt haben, weil sie sich nicht zu dem umstrittenen Kandidaten bekennen wollten. Soziologen sprechen von einem sozial erwünschten Verhalten. Dieses Phänomen ist auch von Wahlen in Deutschland bekannt, etwa wenn es um die AfD geht. Auch hier hatten Demoskopen in der Vergangenheit Probleme, die Wahlergebnisse genau vorherzusagen. Auch beim Brexit lagen sie daneben" - Meiner Meinung nach folgt gerade aus der Lob'schen Sichtweise das obige Problem der Meinungsforscher. Generell: Sollen Medien nun Meinungsbildner sein? Primär sollten Medien informieren und im weiteren Prozess wird durch Information eine Meinungsbildung unterstützt. Dies kann natürlich die Gefahr der Manipulation mit sich bringen, doch da sollte ein mündiger Bürger auch resistent sein. - Nun durch "richtige" Meinungsmache "falsche" Meinungen beseitigen, bringt nichts. Ob die Spiegel-Kommentatoren das verstehen?

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lucas_hamourapi 10.11.2016, 12:00
43. Unqualifiziert und dumm

Seilten einen so unqualifizierten und dummen Beitrag im Spiegel gelesen. Es gab sehr wohl recht genaue Vorhersagen, die schon einige Tage vorher den Sieg Trumps vorausgesagt haben. Bei den Vorhersagen des Mainstream handelt es sich keineswegs um Fehler, sondern um gezielte Manipulationen. Es wurden vorsätzlich mehr Demokraten als Republikaner befragt, um gezielt Stimmung zu machen. Um Trump Wähler zu demotivieren. Das ist schon Tage vorher detailliert im Netz erläutert worden. Sind Spiegel Redakteure zu dumm zum Recherchieren, oder wollen sie auch nur manipulieren???

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hambas 10.11.2016, 12:00
44. Jaja, die Semantik...

... ist mal wieder das Problem. Den Aussagegehalt einer mathematischen Statistik also die "Semantik" mit dem einer wörtliche oder schriftlichen Aussage in Übereinstimmung zu bringen ist ein zuiemlich schwieriger Fall, an dem die meisten Menschen scheitern. Es ist einfach so, dass auch die meisten Journalisten (und ich habe ein Volotariat absolviert) eben leider keine Ahnung von Statistik haben (zuletzt mit viel Glück im Mathe LK der Oberstufe gehabt - und nicht verstanden) und nicht wissen, welche schriftlichen Aussagen aufgrund einiger Zalhen treffen lassen. Diese Aussagen müssen nämlich dummerweise der Redaktions-Leitlinie (und bitte, Verlage sind Tendenzbetriebe wie die Diakonie und Caritas auch) entsprechen und auch noch der Konkurrenz voraus sein, aleo eine "berichtenswerte" Neuigkeit beinhalten und entsprechend reizerisch klingen. Also bitte nie allzusehr der INTERPRETATION von Statistiken durch Journalisten anhängen. Im übrigen können auch Mathematiker selten den Gehalt ihrer Statistik in Worte fassen. Deswegen ja die seltsamen Formeln, Prozentsätze und logischen Terme in "mathematischen Aussagen".

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walterrupp 10.11.2016, 12:00
45. Weltuntergang

Es herrscht Entsetzen, Hysterie,
so etwas gab es ja noch nie,
die Amis haben falsch gewählt,
und Journalisten so gequält.
Jetzt schreibt man sich die Finger wund,
doch geht man dem nicht auf den Grund,
was zum erwähnten Ausgang führte,
weil man schon vorher nichts mehr spürte.
Kein Gespür für Volkes Stimmung,
kein Einhalt und schon gar keine Besinnung,
schreibt bloß den Geisteskranken nieder,
die Demokraten machen’s wieder.

Was nicht sein darf, das kann nicht sein,
doch trotz Frau Clintons Heilgenschein,
macht der Milliardär das Rennen,
die Journalisten könnten flennen.

Weltuntergang bei ZEIT und BILD,
ein Schreiberling trägt gar ein Schild,
„ich bin erboster Journalist“,
nur damit ihr das mal wisst.
Wir haben stetig agitiert,
auf dass der Teufel Trump verliert,
nun ist das Falsche eingetroffen,
die halbe Redaktion besoffen,

Erkenntnis daraus braucht es nicht,
wir haben doch die richt‘ge Sicht,
gehen weiter abwärts auf der Leiter,
und machen wie gewöhnlich weiter,
was ich ganz so, tief drinnen hoffe,
es grüßt Sie herzlich Josef Joffe.

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Flinsenberger 10.11.2016, 12:02
46. Bloss nicht den Wahlbetrug erwähnen

Man auch gerne den Wahlbetrug durch die Republikaner ignorieren.
- das Interstate Voter Registration Crosscheck program, das massenhaft unter Vorwänden Minderheiten Wähler deregistriert (besonders toll hier das victim blaming "die schwarzen aind nicht wählen gegangen")
- Die Schliessung von Wahllokalen nach dem Shelby vs Holder Urteil, vor allem in Minderheiten Gebieten
- die computergestützte Wahl, bei der u.a. In Ohio die Protokollierungsfunktionen abgeschaltet wurden, so dass eine Prüfung der Ergebnisse nicht möglich war

Lustig auch, wie von gestiegener Wahlbeteiligung gesprochen wird, aber gleichzeitig 6 Millionen weniger gewählt haben. Man könnte ja mal Fragen stellen, aber das wäre ja Journalismus und anstrengend.

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bartlebee 10.11.2016, 12:03
47. Niederlage nicht anerkennen ...

War sicher auch ein geschickter Schachzug von Trump zu verkünden, dass er eine Niederlage nicht zwingendermaßen anerkennen wird. Damit hat er den Demotivations-Effekt schlechter Umfragewerte weggenommen. Jeder Trump-Wähler konnte so das Gefühl haben, dass seine Stimme auch bei einer Niederlage im Kampf gegen eine - aus seiner Sicht - offensichtlich manipuilierten Wahl zählen wird.

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marinero7 10.11.2016, 12:04
48. Umfragen sind überflüssig

Man kann sich die Umfragen sparen. Einfach mit gesunder Analyse und Logik an die Sache rangehen, so wie Michael Moore es schon im Sommer gemacht hat, der wahrlich kein Trump-Anhänger ist:
5 Gründe warum Trump die Wahl gewinnt.

Und siehe da, genau so ist es gekommen.
http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/michael-moore-erklaert-warum-donald-trump-praesident-wird-a-1104648.html

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ollimorp 10.11.2016, 12:04
49.

Ich sollte meine Interpretation von Wahrscheinlichkeiten mal überdenken, denn dort setze ich 71% oder 85% nicht mit 100% gleich

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