Forum: Politik
US-Wahlumfragen: Kaum zu glauben
AFP

Meinungsforscher waren sich sicher: Donald Trump hat bei der US-Wahl kaum eine Chance. Wie sehr sich die Demoskopen geirrt haben - und was ihr Problem ist.

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herr.hinn 10.11.2016, 12:04
50. 80%-Chance ist nicht

Den Meinungsforschern hier Versagen vorzuwerfen, scheint mir doch etwas übertrieben. Die sind sich mit 80% eben nicht "sicher", sondern schätzten Trumps Chancen mit 20% sogar relativ hoch ein.

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rjsedv 10.11.2016, 12:06
51. Chaos

In der Physik (Quantenmechanik) gibt es den Grundsatz, dass die Messung selbst das Ergebnis verändert. Das ist hier sicher auch der Fall. Insbesondere kann man Umfrage so suggestiv gestalten, dass Fragen und deren Interpretation ein bestimmtes Ergebnis ergeben sollen. Damit werden die Techniken zu einem Mittel der Propaganda. Dumm nur, dass solche Schüsse auch noch hinten los gehen können. Kann man in der Chaostheorie als Schmetterlingseffekt nachsehen. Insbesondere wenn ganz viele Schmetterlinge mit den Flügeln schlagen, wird die Sache chaotisch. Als Fazit kann man festhalten, dass niemand in die Zukunft sehen kann. Auch - und schon gar nicht - die Demoskopen (klingt auch recht ähnlich wie Demagogen)

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vardanyan 10.11.2016, 12:07
52. Sozial erwünschtes Verhalten...

Demoskopen bekommen ihr Geld von gewissen Menschen oder Institutionen. Ist es nicht möglich, dass auch sie "sozial erwünschte" Prognosen geliefert haben. Für mich ist es offensichtlich.

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falco1001 10.11.2016, 12:07
53. unsachgemäß

Die oft veröffentlichten landesweiten Prozentwerte sind unsachgemäß, es wird nun einmal staatenweise ausgezählt. Nun hat Clinton zwar tatsächlich die knappe Landesweite Mehrheit, daraus darf man aber nicht schließen, dass sie bei einem anderen Wahlsystem gewonnen hätte. Der Wahlkampf wurde ja fast nur in den Kippelstaaten geführt, und den hat Trump klar gewonnen. Wie es gewesen wäre, wenn er überall geführt worden wäre, wissen wir nicht. Das Wahlsystem ist also keine gute Ausrede für das Versagen der Demoskopen.

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outsider-realist 10.11.2016, 12:08
54.

Wer kontrolliert eigentlich diejenigen, die die Befragung durchführen. Wenn ich auf einer Strasse Leute mit einem Fragebogen sehe, fage ich mich ob nicht der eine oder andere nicht so manchen Zettel selbst ausfüllt um schnell und mühelos seine Arbeit zu erledigen. Leute befragen ist schliesslich ein nerviger Job.

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reiska 10.11.2016, 12:09
55. Ganz Einfach

"Wie aber kamen die "New York Times" oder der Statistikguru Nate Silver dazu, die Siegchancen für Clinton vor der Wahl mit 71 oder gar 85 Prozent anzugeben? Ganz einfach: Sie haben mit falschen Annahmen gerechnet...."
Ist schon putzig. Im Nachhinein weiß mal wieder Einer, was falsch gelaufen ist. Und klar, die Erklärung ist "Ganz einfach". Warum ist bloß keiner früher darauf gekommen?

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waswuerdeflassbecksagen 10.11.2016, 12:09
56. Auch ein Versagen der Medien...

Was ist eine repräsentative Umfrage? Wenn 2.000 Menschen jeder Altersstufe befragt werden. Wir werden in den nächsten Jahren noch mehrere solche "bösen" Überraschungen erleben. Die AfD ist der "nette" Anfang, siehe heutiger Artikel http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/experten-warnen-vor-zunehmender-privatverschuldung-a-1120598.html - auch in Deutschland stimmt vieles nicht, wer diese Mär vom Wirtschaftswunderland glaubt, hat auch den Prognosen für Clinton geglaubt, die Zeit ist vorbei, dass sich die Menschen belügen lassen!

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faserland 10.11.2016, 12:10
57. Völlig daneben

Zitat von skilliard
So daneben wie jeder tut waren die Umfragen nicht. Hillary Clinton konnte die meisten Wählerstimmen für sich verbuchen.
Nun, man sollte aber meinen, dass amerikanische Demoskopen das amerikanische Wahlsystem hinreichend gut kennen, um die Rolle der Wahlmänner nicht zu vergessen. Insofern lagen sie völlig daneben.

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ich-geb-auf 10.11.2016, 12:10
58. Gründe..

Offenbar ist nicht nur Demoskopen, sondern auch anderen gebildeten Menschen die Fähigkeit abhanden gekommen, gesellschaftliche Entwicklungen ausserhalb ihrer Filterblase wahrzunehmen.
Klar, wenn die "Tech-Szene" (Twitter, Facebbok) unter sich bleibt, dann spielt keines der Themen eine Rolle, die Joe Average zum Trump-Wähler machen konnten.
Da hilft dann auch kein Diskussionspanel mehr in irgendeiner schicken Stadt mit vielen bunten StartUps.

Wenn die sich wirklich dafür interessieren sollten, warum Trump eine Mehrheit hinter sich brachte, dann müssen sie dorthin, wo sie freiwillig nie hingehen: Dort, wo es kein kostenloses Breitband-Internet zum schicken Latte Macchiato gibt.
Dort, wo die Leute hausen, deren Arbeitskraft niemandem mehr ein auskömmliches Gehalt wert ist. Dort, wo die Mehrheit der Menschen alt und grantig ist - und nicht jung und hip.

Ich gebe gerne zu: Ich will da auch nicht hin. Aber ich bin auch nicht sonderlich verwundert oder entsetzt, dass Trump gewählt wurde. Denn ich igle mich nicht in einen "safe-space" aus vorgefilterten Nettigkeiten meinungsgleicher ein, sondern treffe des öfteren auch noch Menschen, die jeden Tag mit den Abgründen der Realität konfrontiert sind.

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ky3 10.11.2016, 12:10
59. Umfragen beeinflussen das Wahlergebnis

Bei der vorletzten Bundestagswahl hatte die noch neue Piraten-Partei laut Umfrage keine Chance über die 5%-Hürde zu kommen. Viele Piratenanhänger wählten deshalb nicht mehr ihren Favoriten um ihre Stimme nicht verschwenden zu wollten. Aus vermeintlich taktischen Gründen wurde von Ihnen nun eine Alternativpartei gewählt.
So hatte eine ZDF-Umfrage mit, ich glaube gerade mal 2000 Teilnehmern das Aus dieser Partei besiegelt.

Bei der US-Wahl, wie auch bei der hiesigen AFD geht es vielen um Protest. Wird in Umfragen eine kleine Wählerschaft der Protestpartei vorausgesagt trauen sich mehr die Schreck-Partei zu wählen, in der Hoffnung der hohe Prozentsatz würde ein Denkzettel sein ohne das das Monster selbst an die Macht gelänge. Wäre Trump in den Umfragen als klarer Sieger hervorgegangen hätte so mancher Protestwähler eine sanftere Wahl getroffen.

Man muss also keine Wahlzettel fälschen, die Umfragen fälschen ist einfacher.

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