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USA: Deutsche Bank darf Trumps Finanzunterlagen weitergeben
Carlos Barria/REUTERS

Donald Trump weigert sich beharrlich, seine Finanzen offenzulegen. Dann muss es eben die Deutsche Bank tun, urteilt ein US-Gericht in New York.

christianu 23.05.2019, 01:19
1. Darf oder muss die Deutsche Bank die Unterlagen offenlegen?

Der Unterschied zwischen beiden Varianten ist gewaltig. Im ersten Fall wird wohl alles so im Dunkeln bleiben, wie es jetzt ist, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Deutsche Bank etwas unternimmt, was ihr den höchsten Hass des Präsidenten sichert. Falls sie die Unterlagen herausgeben muss, kann man sich nur noch über die US-Rechtsprechung wundern. Weil der Präsident Anordnungen des Repräsentantenhauses nicht folgt und stattdessen dagegen klagt, nimmt man sich einen seiner wichtigsten Geschäftspartner als Geisel und stellt ihn ins Feuer. Die Deutsche Bank ist wieder einmal ganz tief in Problemen verstrickt, aber die hat sie dieses Mal nicht selbst verschuldet.

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geotie1 23.05.2019, 03:52
2.

Zitat von christianu
Die Deutsche Bank ist wieder einmal ganz tief in Problemen verstrickt, aber die hat sie dieses Mal nicht selbst verschuldet.
Seit über 20 Jahren kenne ich den Trump aus den verschiedenen Medien und ich würde mit dem weiß Gott keine Geschäfte machen. Die vielen Handwerker, die auf ihre Rechnungen sitzen geblieben sind, die Grundstückskäufe, die mit Erpressung einhergingen, die vielen Pleiten und vieles andere. Sagen Sie mir, würden Sie mit so einem Mann ein Geschäft abwickeln? Die Deutsche Bank ist selbst schuld!

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Actionscript 23.05.2019, 06:01
3. @christianu, Es liegt eine Vorladung vom Kongress vor, ...

...und der muss die Bank nachkommen. Die Bank kann Einspruch erheben, muss aber dann vor Gericht gehen und gute Gründe angeben. Damit wird die Bank aber nie durchkommen. Die Deutsche Bank wird daher der Vorladung ohne Widersprüche nachkommen. Andere Banken würden das auch tun.

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s.l.bln 23.05.2019, 07:23
4. Das hat mehrere...

Zitat von christianu
Der Unterschied zwischen beiden Varianten ist gewaltig. Im ersten Fall wird wohl alles so im Dunkeln bleiben, wie es jetzt ist, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Deutsche Bank etwas unternimmt, was ihr den höchsten Hass des Präsidenten sichert. Falls sie die Unterlagen herausgeben muss, kann man sich nur noch über die US-Rechtsprechung wundern. Weil der Präsident Anordnungen des Repräsentantenhauses nicht folgt und stattdessen dagegen klagt, nimmt man sich einen seiner wichtigsten Geschäftspartner als Geisel und stellt ihn ins Feuer. Die Deutsche Bank ist wieder einmal ganz tief in Problemen verstrickt, aber die hat sie dieses Mal nicht selbst verschuldet.
...Ebenen.
Der Kongress hat sich zunächst an das Finanzministerium gehalten, das laut Verfassung verpflichtet ist, die Unterlagen herauszugeben.
Trump weiß das und seine Anwälte auch.
Sie lassen das nun ohne rechtliche Grundlage einfach durch die Instanzen laufen, in der Hoffnung, daß man damit über die Wahl kommt. Landet es dann vor dem Supreme Court, liegt die Hoffnung auf Trumps Neuernennungen, zumal die gesundheitlich stark angeschlagene Richterin Ginsburg zwischenzeitlich ausscheiden könnte, was Trump die Möglichkeit gäbe, "seine" Mehrheit dort noch zu vergrößern.

Dann gibt es unabhängig vom Kongress noch die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Trump in New York (wegen Bankbetruges, Steuerhinterziehung etc.), in deren Verlauf die dortige Staatsanwaltschaft die Herausgabe der Finanzunterlagen von der Deutschen Bank forderte. Die Deutsche Bank hatte die Herausgabe zugesichert, als Trumps Anwälte einschritten.

Zusätzlich hat die Presse inzwischen Berichte veröffentlicht, nach denen Mitarbeiter der Deutschen Bank Warnungen wegen verdächtiger Geldflüsse an Trump vor der Wahl herausgeben wollten, die von Vorgesetzten dann geblockt wurden.
Hier wäre der Kongress wieder in der Pflicht zu ermitteln.

Es geht also nicht darum, die deutsche Bank stellvertretend als Geisel zu nehmen, sondern um das berechtigte Interesse in die Einsicht der Finanzunterlagen eines Verdächtigen.
Es ist gar kein ähnlich gelagerter Fall denkbar, indem man die Kontobewegungen nicht prüfen würde.

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sieman 23.05.2019, 07:59
5. Laut

dem Urteil des Bundesrichters von New York MUSS die Deutsche Bank die Bankdaten uebermitteln.

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cookingchef 23.05.2019, 09:22
6.

Zitat von christianu
Der Unterschied zwischen beiden Varianten ist gewaltig. Im ersten Fall wird wohl alles so im Dunkeln bleiben, wie es jetzt ist, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Deutsche Bank etwas unternimmt, was ihr den höchsten Hass des Präsidenten sichert. Falls sie die Unterlagen herausgeben muss, kann man sich nur noch über die US-Rechtsprechung wundern. Weil der Präsident Anordnungen des Repräsentantenhauses nicht folgt und stattdessen dagegen klagt, nimmt man sich einen seiner wichtigsten Geschäftspartner als Geisel und stellt ihn ins Feuer. Die Deutsche Bank ist wieder einmal ganz tief in Problemen verstrickt, aber die hat sie dieses Mal nicht selbst verschuldet.
Erstens MUSS die Bank der Aufforderung nach Herausgabe nachkommen.

Zweitens hat die DB selbst schuld. Sie hat Trump ein derart hohes Kreditengagement gewährt, dass sie gezwungen war, die Kredite noch zu erhöhen als Trump darum nachgesucht hatte, denn von keiner anderen Bank bekam er noch ausreichend Mittel, um Insolvenzen zu vermeiden. Er hätte sein Privatvermögen, mit dem er gebürgt hat, einsetzen müssen. Den Rest, eine gigantische Summe, hätte die DB abschreiben müssen ..... Gerichtsverhandlungen ..... Beschuldigungen .... Lügen, das ganze Trumpsche Repertoire waren die Folge mit der Konsequenz, dass sich die Justiz für die Vorgänge interessiert.

Damit wären auch die Kredite bei der DB abzuschreiben gewesen. Die Summe war gigantisch. Mehr dazu: https://www.zeit.de/2017/52/deutsche-bank-donald-trump-hausbank-finanzierung-projekte-probleme/seite-2

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dirk.resuehr 23.05.2019, 09:38
7. Paßt doch

die DB hat ein Herz für Hochstapler. Die Schneider-Affäre noch in Erinnerung? Wer war Geldsgeber der Riesenpleite? Die Deutsche Bank!

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kospi 23.05.2019, 12:09
8.

Was da abgelaufen ist, ist eigentlich uninteressant.
Den Kongress interessiert nur, wer für diesen Pleitier bei der DB gebürgt hat. Denn eines dürfte ganz sicher sein, ohne solventen Bürgen hätte auch die DB nicht einen Euro rausgerückt.

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neanderspezi 23.05.2019, 16:07
9. Donald, Lehrmeister für die Offenbarung sensationeller US-Weisheiten

Die Unangreifbarkeit des Fake-Champions der USA scheint zunehmend in die Binsen zu gehen, dennoch trauen sich die Demokraten nicht an diesen Braten selbstverkündeter stabiler Genialität heran. Eine Opposition mit einem solchen Sack voll Respekt, muss nach allem was im Fall Donald zu Tage gefördert wurde, speziell mit dessen Umgang bezüglich Checks and Balances, seinen Versuchen die Rechsprechung zu drangsalieren, seinen Verdunkelungsbemühungen im Umgang mit seiner Steuererklärung und was er sonst noch Anrüchiges auf dem Kerbholz hat, endlich einmal ihre Zurückhaltung im Umgang mit diesem POTUS der besonderen Art beiseite legen und ihn an seinem überlangen roten Schlips einer breiten juristischen Durchleuchtung anheimgeben, auch wenn seine Republikaner ihn mit Ränken und Schlichen vor Unbill bewahren wollen.

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