Forum: Politik
USA und China - eine heikle Allianz?

Die aktuelle Reise von US-Präsident Obama nach China ist mehr als nur sein Antrittsbesuch: Beim Treffen mit Staatschef Hu Jintao geht es um das grundsätzliche Verhältnis der beiden Supermächte. Bei allem Misstrauen sind sie aufeinander angewiesen wie nie zuvor. Eine heikle Allianz?

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e_n_2009 28.01.2010, 17:11
600.

Zitat von Indogermane_HS
Was denn für eine "Allianz"?! Es gibt zwischen diesen beiden politischen Gegen-Polen höchstens zweckgerichtete temporäre Pseudo-Allianzen - und das auch nur witschaftlich.
Haeufig sind Zweckbuendnisse wie USA/China um einiges haltbarer als Liebesheiraten.

Sobald Taiwan - um das es erstaunlich ruhig ist - als Konfliktpunkt ausgeschaltet ist, wird es im Pazifik recht wohlig zugehen. China braucht die USA als Konsumenten und Markt (der momentane Wachstumsschub hat nichts mit dem Wachsen der Wirtschaft, sondern mit den Ausgaben der Regierung zu tun - eine Sackgasse). Die USA braucht die Produktionskapazitaeten und monetaeren Reserven Chinas. Ebenso gibt es immer groessere Einwanderungen von China nach USA und von USA nach Hongkong/Shanghai etc.

Der Atlantik wird den USA bald eher laestig.

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rabenkrähe 28.01.2010, 21:26
601.

Zitat von e_n_2009
Haeufig sind Zweckbuendnisse wie USA/China um einiges haltbarer als Liebesheiraten. Sobald Taiwan - um das es erstaunlich ruhig ist - als Konfliktpunkt ausgeschaltet ist, wird es im Pazifik recht wohlig zugehen. China braucht die USA als Konsumenten und Markt (der momentane Wachstumsschub hat nichts mit dem Wachsen der Wirtschaft, sondern mit den Ausgaben der Regierung zu tun - eine Sackgasse). Die USA braucht die Produktionskapazitaeten und monetaeren Reserven Chinas. Ebenso gibt es immer groessere Einwanderungen von China nach USA und von USA nach Hongkong/Shanghai etc. Der Atlantik wird den USA bald eher laestig.
.....

Zweckbündnis ist gut, daß ist eher eine Haßliebe, bei der, jedenfalls, die Skepsis überwiegt. Es ist, genau betrachtet, auch kein Bündnis, sondern eine Abhängigkeit. Und zwar von Seiten der USA aus! Die nämlich türmen Schulden, die nämlich haben vor nichts mehr Angst, als die Dominanz der Weltmärkte und der Weltfinanzen zu verlieren. Und ihr einziger Garant, daß das nicht zu schnell passiert, heißt nunmal China.
China seinerseits wird von derart vielen Seiten hofiert, daß es sich erlaubten kann, die USA nutzen und benutzen zu können. Derzeit jedenfalls.
rabenkrähe

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Chinainteressierter 28.01.2010, 22:21
602. Das wird auch so bleiben

Zitat von e_n_2009
Haeufig sind Zweckbuendnisse wie USA/China um einiges haltbarer als Liebesheiraten. Sobald Taiwan - um das es erstaunlich ruhig ist - als Konfliktpunkt ausgeschaltet ist, wird es im Pazifik recht wohlig zugehen.
Kein Wunder - die meisten haben inzwischen realisiert, das man China (VR) langfristig nicht von einer "Wiedereingliederung" Taiwans abhalten kann.

China ist inzwischen auch als Handelspartner (und Geldgeber) viel zu wichtig, als das die USA deswegen einen Konflikt riskieren würden.

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SaT 29.01.2010, 11:18
603.

Zitat von Chinainteressierter
Kein Wunder - die meisten haben inzwischen realisiert, das man China (VR) langfristig nicht von einer "Wiedereingliederung" Taiwans abhalten kann....
Ich denke gerade Taiwan zeigt, dass China zwar keine pazifistische Außenpolitik aber doch eine mit Augenmaß betreibt. Statt sich in kriegerische Abenteuer zu stürzen bei denen man sich nur selbst schaden würde wartet man ab. Eine Wiedervereinigung nach dem Vorbild Hongkong wird wahrscheinlich früher oder später kommen. Manchmal wünschte ich mir der Westen, spezielle die EU, würde eine ähnlich rationale Außenpolitik betreiben. Das gilt vor allem für den Umgang mit sogenannten Schurkenstaaten. China (selbst eine Diktatur) hat da keine Berührungsängste während der Westen hier auf moralisch macht. Die Frage ist nur warum man einige undemokratische Staatchefs meidet wie der Teufel das Weihwasser und andere fröhlich die Hände schüttelt. Dann lieber zum eigenen Nutzen alle gleich nett behandeln.

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NeoGeo 31.01.2010, 14:48
604.

Zitat von Toru_Okada
Den Chinesen wird nicht zum Verhängnis, dass sie sich "wie die Axt im Walde" benehmen, sondern ihr wirtschaftlicher Erfolg ... Beispiel Indonesien ... oder Thailand
Ich habe Chinesen in Thailand, Japan u. Vietnam erlebt. Und sie haben sich wie die Axt im Walde benommen. Die Kultur u. Gefühle der Menschen sind Chinesen zum größten Teil sch... egal. Und den Vietnamesen vermittelt man, dass Vietnam eine abtrünnige Provinz sei u. demnächst die Eingliederung erfolgt. Das dies kein Vietnamese mag ist verständlich, oder?

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jupol 02.02.2010, 08:54
605. No, he can't - it is not allowed to meet the friend of Mr. Roland Koch

Hallo Mr. President!
Der Spiegel meldet: "Peking warnt Obama vor Treffen mit Dalai Lama"
Wie fühlt man sich als ehemaliger mächtigster Mann der Welt?

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SuPo 02.02.2010, 09:16
606. China ist gleicher als andere

Solange die chinesische Regierung jede Meinung zu Tibet, Taiwan, Prozessen gegen Bürerrechtler, Todesstrafe in China usw, als Einmischung in die inneren Angeleheiten bezeichnet wird es wohl schwierig für due USA Themen zu finden, die keine Einmischung darstellen. Ok. über die Lieblingsfarben der lieben chinesischen Führer wird man vielleicht reden dürfen. Vielleicht braun, vielleicht rot, vielleicht violett. Wer weiß das schon.
Andererseits wird es natürlich nicht einfacher, wenn die chineschen Führer sich gerne und schnell zu Wort melden wenn es um die inneren Angelegenheiten der USA (oder auch anderer Länder). Mmh, für diese Art der Einmischung wird man eine neue Formulierung finden müssen, da sie ja richiger ist als die andere Einmischung. Vielleicht "wohlmeinender Rat", oder "Gedankenhilfen der lieben Führer". Ah verfilxt, der liebe Führer war doch der andere. Ok, dann "Gedankenhilfen der Volksführer des großen chinesischen Volkes". Das ist das Beste. ICh hoffe Obama hält bei der Antwort an die Chinesen wegen der Warnung zum Empfang des Dalai Lhama nicht nur eine Rede.

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Alter_Reservist 02.02.2010, 09:23
607.

Zitat von SaT
Ich denke gerade Taiwan zeigt, dass China zwar keine pazifistische Außenpolitik aber doch eine mit Augenmaß betreibt. Statt sich in kriegerische Abenteuer zu stürzen bei denen man sich nur selbst schaden würde wartet ....
Genau das ist der Unterschied....

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der_durden 02.02.2010, 09:27
608.

Zitat von jupol
Hallo Mr. President! Der Spiegel meldet: "Peking warnt Obama vor Treffen mit Dalai Lama" Wie fühlt man sich als ehemaliger mächtigster Mann der Welt?
Ja ja, die chinesische Partei. Wenn wir etwas über Sie sagen, heißt es sofort, wir haben uns nicht in die chinesishen Angelegenheiten einzumischen, und/oder wir würden die Gefühle des chinesischen Volks verletzen. Umgekehrt tut es China selbstverstänlich ständig.
Diese Regierung erinnert mich immer an den kleinen, schmollenden Jungen, dem man im Sandkasten sein Förmchen abnimmt.
Ich hoffe die Chinesen können sich irgendwann auf die eine oder andere Weise von dieser KP befreien.

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spiegel-hai 02.02.2010, 09:38
609. Konfrontationskurs

Zitat von
ich weiß zwar nicht, warum man unbedingt den Dalai Lama treffen muß, aber andererseits ist das ein absolut sicherer Weg, scharfen Protest der KP hervorzurufen.
Obama ist offenbar derzeit auf Konfrontationskurs mit China, fragt sich nur, warum.

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