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USA und Deutschland in der Agenten-Affäre: Entfremdete Freunde
DPA

In Berlin wächst die Empörung über den mutmaßlichen Doppel-Agenten, die CIA will offenbar in Kürze ihre Beteiligung zugeben. Doch Amerika fällt es schwer, den Ärger der Deutschen in NSA-Spähskandal und BND-Spitzelaffäre nachzuvollziehen. Warum eigentlich?

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indigophil 08.07.2014, 08:49
40. paranoid

Wenn sich eines in den Entwicklungen der letzten Jahre gezeigt hat, dann sicher nicht, dass es mehr Transparenz gibt. Die Bürgerrechte werden in allen Nationanen massiv untergraben. Die Überwachung und Knebelung der Bürger wird voran getrieben. Immer mehr Steuermittel fließen in private Taschen durch die Umlegung von Kosten auf den Steuerzahler bei gleichzeitiger Privatisierung von Gewinnen. Korruption der wohlhabenden Politiker ist schon fast Dauerthema in den Medien (auch wenn es oft nur Randkommentare sind). Nahrungsmittelskandale, Umweltskandale, Bankenskandale... und überall die scheinheiligen Beteuerungen der Politiker, die dann in den Hinterzimmern doch genau das Gegenteil von dem machen was sie als "Volksvertreter" auszeichnen sollte. Nein, Transparentz hat in unserer schönen Welt des 21'ten Jahrhunderts nichts zu suchen. Das würde der "gebildete" Bürger gar nicht ertragen!

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ugt 08.07.2014, 08:50
41. Unverständnis

Zitat von sysop
In Berlin wächst die Empörung über den mutmaßlichen Doppel-Agenten, die CIA will offenbar in Kürze ihre Beteiligung zugeben. Doch Amerika fällt es schwer, den Ärger der Deutschen in NSA-Spähskandal und BND-Spitzelaffäre nachzuvollziehen. Warum eigentlich?
Tja, es ist nun mal so, dass die US-Regierung es nicht versteht. Ich durchwühle nicht die Taschen und Schränke von meinen Freunden und möchte auch nicht, dass sie es bei mir tun.

Für die US-Regierung ist es aber OK. Es sind nicht die Amerikaner. Es sind vielleicht nur 2 Mio. Amerikaner, die für die Geheimdienste arbeiten.

Meiner Ansicht nach wäre es sinnvoll den US-Botschafter einzubestellen und ihn abzumahnen. Da das aber wenig hilft wäre eine Ausweisung aller für die US-Regierung tätigen Amerikaner sinnvoll. In einem weiteren Schritt sollten dann alle US-Bürger ausgewiesen werden.

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togral 08.07.2014, 08:50
42.

Die Schuld haben auch die Medien. Wärend des letzten Wahlkampfes waren die Nebeneinkünfte von Steinbrück wichtiger als das Deutsch-Amerikanische Verhältnis. Wohl aus falsch verstandener Staatsräson. Wer weis. Jetzt muss ich bei verschiedenen Kommentatoren lesen wie diese vom steigenden Antiamerikanismus faseln als wären die Menschen blöd wie 10 Meter Feldweg. Die USA haben sich seit 2001 so ziemlich allen schuldig gemacht was sie sonst anderen sogenannten "Schurkenstaaten" vorwerfen. Egal ob Angriffskriege ohne Grundlage, massiven Verstößen gegen Menschenrechte durch Folter, Foltergefängnisse, Verschleppung, Exekution von Menschen ohne Prozess, ohne Möglichkeit sich zu verteidigen und Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten. Die Menschen sind nicht so blöd. Sie haben all das gesehen und müssen nun erleben wie die USA sogar gegen die eigenen Verbündeten vorgehen, was sie offenbar schon länger tun. Ich frage mich persönlich wo das alles noch hinführen soll. Es ist verrückt das die Menschen sogar anfangen eher Putins Propaganda zu glauben als diesen USA. Ich glaube die amerikanische Regierung macht sich nicht mal annähernd eine Vorstellung wie verheerend das Bild der USA in der Welt ist. Ich hatte immer gedacht die Amerikaner wären wirklich unsere Verbündeten. Für mich ist die ganze Spionageaffäre aber auch das Handeln der USA in den letzten Jahren Verrat, nicht nur an uns sondern auch an allem wofür die USA angeblich stehen. Zusammenarbeit auch unter Geheimdiensten ist unter Verbündeten eine ganz normale Sache. Vor diesen USA sollten wir aber größtmöglichen Abstand einnehmen. Denn gerade in der heutigen Zeit wird sich niemand damit heraus reden können er habe von nichts gewusst. Außerdem ist es eine normale Entwicklung das Europa sich unabhängiger macht von anderen Mächten. Es braucht dazu nur mutigere Politiker und ein Volk das keine Angst vor seinem eigenen Schatten hat.

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Twytter 08.07.2014, 08:51
43.

Zitat von sysop
In Berlin wächst die Empörung über den mutmaßlichen Doppel-Agenten, die CIA will offenbar in Kürze ihre Beteiligung zugeben. Doch Amerika fällt es schwer, den Ärger der Deutschen in NSA-Spähskandal und BND-Spitzelaffäre nachzuvollziehen. Warum eigentlich?
Schönes Foto, das viel Aussagt: Obama ist an Merkel nicht interessiert, und ein Weinglas hält man beim Zuprosten/Trinken am Stiel, nicht am Gefäß. Scheint bei Obama noch nicht angekommen zu sein, seine Fehlerziehung halt, die gerne mit 'Lässigkeit' übertüncht wird, eben typisch amerikanisch. Alles eine Kleinigkeit werden Kritiker sagen, stimmt, aber aussagekräftiger als manche große Worte.

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fo-shizzl-fizzl 08.07.2014, 08:51
44.

Wieder einmal ist die Doppelmoral der Deutschen Regierung erkennbar. Ich will garnicht wissen welche Befugnisse Merkel und Co den Ammis erteilt haben, um auf deutschem Boden gegen zu agieren. Was ich aber definitiv weiß ist, dass wäre es nicht die USA sondern Russland oder China gewesen, dann würde das ganze deutlich mehr für Aufregung sorgen und Konsequenzen würden deutlich drastischer und direkter ausfallen... Warum glaubt überhaupt noch jemand an das Märchen vom Ammi - Freund? Die wollten Deutschland nie etwas Gutes und werden es nie wollen?!

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diskantus 08.07.2014, 08:51
45. Was kümmert es die Kathedrale ...

Zitat von sysop
Doch Amerika fällt es schwer, den Ärger der Deutschen in NSA-Spähskandal und BND-Spitzelaffäre nachzuvollziehen. Warum eigentlich?
Schon die Frage ist obsolet. Warum, ist klar:
Amerika sieht sich als Weltmacht, als alles beherrschende Macht. Sie glauben, ein Recht darauf zu haben, alles zu kontrollieren. Jemand, der wirklich davon überzeugt ist, das absolute alleinige Recht auf total(itär)e Kontrolle zu haben, reagiert natürlich mit Unverständnis auf andere, die sich darüber aufregen.

*Was kümmert es die Kathedrale, wenn ein Pinscher sie anpinkelt.*

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thomas.b 08.07.2014, 08:53
46.

Ich bin ja überhaupt schonmal froh, dass die Bespitzelung aufgedeckt wurde. Unsere Dienste schienen ja immer sehr blind und naiv zu sein, wenn es um die USA ging.

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doofnuss 08.07.2014, 09:00
47. befreit ihn endlich aus seiner putinschen schutzhaft: asyl für snowden in deutschland

Zitat von fazil57guenes
... Die Amerikaner müssen erkennen, dass man so mit befreundeten Staaten nicht umgeht. Nicht auszudenken, wie die Amerikaner erst mit ihren Feinden umgehen. Die Russen, Iraner, Kubaner und Nord Koreaner sind nur zu bemitleiden... .
wenn "die" russen, iraner, kubaner und nord koreaner wirklich besser wären, dann könnte man sie vielleicht bemitleiden.

aber es geht hier nicht um mitleid, sondern um realismus und den mut eigene interessen genauso egoistisch zu verfolgen wie unsere transatlantischen freunde, äh 'tschuldigung, besonderen partner - so bezeichnen sich die amis ja neuerdings selber.

also nix mit kindlich-naiver freundschaftsromantik, sondern klare interessen- und wertepolitik im zwischenstaatlichen verhältnis - und zwar ohne den angebrachten und vorauseilenden gehorsam der ersten jahrzehnte nach dem verlorenen von deutschland angezettelten verbrecherischen krieg... .

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Newspeak 08.07.2014, 09:01
48. ...

In Deutschland rätseln sie nun, wie man Washington abstrafen könnte: US-Agenten ausweisen? Snowden doch einreisen lassen? Gegenspionage treiben? Es wären Maßnahmen, die der Ärger diktiert.

Nein, es sind legitime, gut überlegte, wohlerprobte diplomatische Maßnahmen eines souveränen Staates.

Der ganze Bericht trieft doch schon vor Amerikahörigkeit, indem man auch noch Verständnis für die Täter zeigt.

Geheimdienste sind Terrororganisationen vergleichbar mit den Islamisten und gehören geächtet. Geheimdienste sind eben nicht wesentlicher Bestandteil des 21. Jahrhunderts, sondern wie Polizeispitzel Relikte des 18. Jahrhunderts.

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Spirit in Black 08.07.2014, 09:01
49. Ein vielzitierter Satz

Ich kann hier eigentlich nur den allseits bekannten Satz wiederholen:

"Zwischen Staaten gibt es keine Freundschaft, nur gemeinsame Interessen."

Der Heilige Augustinus machte übrigens keinen Unterschied zwischen Staaten und großen Räuberbanden. Zwischen Räuberbanden gibt es keine Freundschaft, höchstens Kumpanei.

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