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Utopien für Europa: Freude! Schöner! Götterfunken!
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Europa ist eine Utopie aus den Fünfzigerjahren. Das Pathos der Gründerjahre zündet heute nicht mehr. Ist die Utopie aufgebraucht? Keineswegs. Fünf Vorschläge, die den europäischen Götterfunken wieder anfachen können.

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schueler79 05.02.2018, 13:11
80. So ist das nunmal

mit der Glaubwürdigkeit. Das alte aber wahre Sprichwort brauch ich ja wohl nicht zu rezitieren. Aber dafür gibt es keinen scheinheiligen Resetknopf, was die Leute wollen ist Ehrlichkeit, Einsicht und echte Reue woraufhin Taten folgen müssten. Die Regierenden lehnen dies aber ab und versuchen es mit Pathos und Wiederholung. Kann nichts werden, lebt damit oder macht endlich ne EU für die Bürger und nicht für die Lobby.

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allufewi 05.02.2018, 13:12
81. Unterschiede

Zitat von moistvonlipwik
Tja - dann bleibt man allerdings unter der Fuchtel anderer Superstaaten. Denn in der globalisierten Welt geht es zunehmend binär zu: es gibt Superstaaten - und Nullen. Und Nullen können Sie beliebig addieren - das Ergebnis bleibt das gleiche. Was die "Diversität" angeht: die hab ich am liebsten in Reichweite - und nicht lauter Töpfchen mit einem Einheitsbrei hier, einem anderen dort.
Also ist es auch eine Art von "Deutschland den Platz an der Sonne sichern". Besitzstandsangst und Geltungssucht der anderen Art. Wow wie gewöhnlich. :(

Die anderen "Superstaaten" China, Amerika (ggf. Russland) sind gewachsene Nationalstaaten mit wesentlich homogenerer Bevölkerung. Europa ist ein Flickenteppich aus Völkern, Sentimenten und Kulturen ohne gemeinsamen Nenner und geschichtlicher Verbundenheit. Außer der geographischen Lage auf einem Kontinent hat Zypern mit D nichts gemein. (Um den Nachbarschafts-/Familienvergleich zu bemühen: Ich will eine gute Beziehung zu ihnen, aber ich will sie nicht morgens im Bad haben) Das jetzt zusammen zu rühren wird an der Realität scheitern. Es fehlt zu gleichen Teilen am Wollen und am Können.

Man will hier ein bereits zu groß geratenes, aufgeblähtes Verwaltungsprojekt retten in dem man es zur Ideologie erhebt und noch größer macht. Ich unterstütze das nicht und werde mich bei Wahlen ggf. konträr platzieren.

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mostly_harmless 05.02.2018, 13:29
82.

Zitat von allufewi
[...] Die anderen "Superstaaten" China, Amerika (ggf. Russland) sind gewachsene Nationalstaaten mit wesentlich homogenerer Bevölkerung. Europa ist ein Flickenteppich aus Völkern, Sentimenten und Kulturen ohne gemeinsamen Nenner und geschichtlicher Verbundenheit. Außer der geographischen Lage auf einem Kontinent hat Zypern mit D nichts gemein.[...]
Ich finds immer wieder witzig, dass der Nationalismus ohne Realitätsverweigerung nicht klar kommt. Die USA sind vermutlich eine Mixtur aus so ziemlich allen Ländern dieser Erde, ganz sicher aber aller Länder Europas. Indien ist ein Vielvölkerstaat mit über 100 verschiedenen Sprachen. Russland besteht aus 3 dutzend verschiedenen Volksgruppen. China ist ebenfalls ein multi-ethnisches Land.

Und das SIE mit Zypern nichts gemeinsam haben (oder das behaupten) zeugt - im besten Fall - von Ahnunglosigkeit. Wahrscheinlicher aber von Borniertheit. Wofür auch spricht, dass sie - wie in der äussersten rechten Ecke heute üblich - die Unverfrorenheit besitzen, sich anzumaßen für Deutschland zu sprechen.

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mostly_harmless 05.02.2018, 13:34
83.

Der Gedanke eines friedlichen, geeinten Europas ruft am rechten Rand Schnappatmung hervor, das ist nun wirklich nichts neues. Konnte man wieder mal bei den peinlich-dümmlichen Kommentaren der AfD-Funktionäre beim Jubliäum des Elysee-Vertrages sehen. Naja, diese Leute hätten vermutlich lieber eine Renaissance der deutsch-französischen "Erbfeindschaft".
Und genau da verläuft die Grenze zwischen Rechtsradikalen und Konservativen. Einen europäischen Staat wollte bekanntlich schon Adenauer.

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kobra21 05.02.2018, 14:25
84. Illusionen

Die Vereinigten Staaten von Amerika gehen auf einen gemeinsamen Traum der Einwanderer zurück. Nahezu alle starteten bei Null und schufen mit einer gemeinsamen Idee letztlich die USA.
So funktioniert es aber in Europa nicht.
Eine "von oben" verordnete EU wird nie und nimmer zu den Vereinigten Staaten von Europa führen.
Länder, Menschen und Kulturen lassen sich nicht per ordre de Mufti
dazu zwingen.
Ohne die Menschen, die bisher nicht mitgenommen wurden, wird das nicht funktionieren.
Lassen wir doch 500 Millionen einfach mal abstimmen.
Die USA wurden von Menschen geschaffen, die ihre alte Heimat gegen die neue Welt eingetauscht haben.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen in den Nationalstaaten bereit sind, ihre Welt gegen eine Welt der Vereinigten Staaten von Europa aufzugeben.

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the_tetrarch 05.02.2018, 14:29
85.

Eigentlich gute Ideen, aber der verpflichtende Auslandsaufenthalt ist eine Idee nur für Singles ohne Verpflichtungen.

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allufewi 05.02.2018, 14:38
86. Lesen

Zitat von mostly_harmless
Ich finds immer wieder witzig, dass der Nationalismus ohne Realitätsverweigerung nicht klar kommt. Die USA sind vermutlich eine Mixtur aus so ziemlich allen Ländern dieser Erde, ganz sicher aber aller Länder Europas. Indien ist ein Vielvölkerstaat mit über 100 verschiedenen Sprachen. Russland besteht aus 3 dutzend verschiedenen Volksgruppen. China ist ebenfalls ein multi-ethnisches Land. Und das SIE mit Zypern nichts gemeinsam haben (oder das behaupten) zeugt - im besten Fall - von Ahnunglosigkeit. Wahrscheinlicher aber von Borniertheit. Wofür auch spricht, dass sie - wie in der äussersten rechten Ecke heute üblich - die Unverfrorenheit besitzen, sich anzumaßen für Deutschland zu sprechen.
a) Ich schrieb "homogener" nicht absolut homogen.
b) von Indien kein Wort
c) mehr "ich" als in meinen Beiträgen geht kaum mehr- insofern wundert mich wie man da reininterpretieren kann ich wolle für jemanden anders sprechen als mich?
d) Jemanden als "äußerst rechts" zu bezeichnen wenn er der europäischen Idee nicht bedingungslos zugeneigt ist... wow das sprüht ja direkt vor Toleranz und Meinungsoffenheit. Das kriegt die Glatze nicht besser hin. :)

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schwerpunkt 05.02.2018, 14:50
87.

Zitat von allufewi
Also ist es auch eine Art von "Deutschland den Platz an der Sonne sichern". Besitzstandsangst und Geltungssucht der anderen Art. Wow wie gewöhnlich. :( Die anderen "Superstaaten" China, Amerika (ggf. Russland) sind gewachsene Nationalstaaten mit wesentlich homogenerer Bevölkerung. Europa ist ein Flickenteppich aus Völkern, Sentimenten und Kulturen ohne gemeinsamen Nenner und geschichtlicher Verbundenheit. Außer der geographischen .....
USA ist so ziemlich das heterogenste Gesellschaftsobjekt, dass dieser Planet je gesehen hat.
Die USA sind gesellschaftlich insofern eine herausragende Institution, als es gewissermaßen der Tummelplatz aller möglichen Nationalitäten und Ethnien der Welt sind, die sich dort finden.
Es gibt nicht den ethnischen US-Amerikaner.
Wenn man die USA als kulturlos bezeichnet, ist es eher andersherum: an kaum einem Ort auf der Welt findet man derart viele Kulturen, welche sich zu einem Staat organisieren.
Dieser an jeder ecke dargestellt Nationalstolz und Patriotismus hat eine andere Qualität als der anderer Staaten, auch wenn er von Einzelnen in eine kuriose Art von Nationalismus versucht wird zu verdrehen (und manche damit sogar bis ins weiße Haus kommen).

Aber wenn so ein Staat wie die USA (bisher funktionieren kann), dann kann es ein Europa erst recht. Die Grenzen zwischen unseren europäischen Nachbarn sind nur im Kopf. Und ganz sicher haben die europäischen Völker sicher gemeinsame Nenner und Verbundenheiten. Das diese nicht immer freundlich waren, liegt genau daran, dass eben solche Abgrenzungen im Kopf gezogen wurden .. und fleißig befeuert von den "Mächtigen" jeweils.
Das Sprache eine hinderliche Grenze darstellt halte ich für vorgeschoben. Die Schweiz funktioniert hervorragend und längerfristig als 4sprachiger Staat.

Man kann der EU sicher vieles vorwerfen, aber nicht dass sie ein " zu groß geratenes, aufgeblähtes Verwaltungsprojekt". Die EU hat einen kleineren Apparat als die Hansestadt Bremen. Was sie allerdings hat, ist eine miserable Marketingabteilung.

Die europäische Einigung ist ein historisch einzigartiges Projekt, welches derzeit auf halbem Weg stottert. Auch weil manche Menschen wie Sie die virtuellen Grenzen und Beschränkungen mit aller Gewalt aufrecht erhalten wollen.
Weshalb? Aus Angst? Angst wovor?

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schwerpunkt 05.02.2018, 14:54
88.

Zitat von kobra21
Die Vereinigten Staaten von Amerika gehen auf einen gemeinsamen Traum der Einwanderer zurück. Nahezu alle starteten bei Null und schufen mit einer gemeinsamen Idee letztlich die USA. So funktioniert es aber in Europa nicht. Eine "von oben".....
Ich gebe Ihnen insofern recht, dass das Zugpferd der europäischen Idee die Menschen, die Europäer sein sollten.
Dass dies in diesem Fall "die da oben" sind, ist eher peinlich für die Menschen. Gerade nach der Erfahrungen der letzten Jahrhunderte, sollte wir eigentlich unsere Politiker vor uns hertreiben und denen kräftig Feuer unterm Hintern machen auf dem Weg zur europäischen Einigung.
Aber offensichtlich hören wir lieber auf Spalter, Nationalisten (welche uns Angst vor dem eigenen Schatten einreden wollen) und Gestrigen, welche aus irgend einem Grund an solchen Nationalstaaten festhalten wollen (welche im Grunde ebenfalls alle Kunstobjekte sind).

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syracusa 05.02.2018, 15:02
89.

Zitat von allufewi
Die anderen "Superstaaten" China, Amerika (ggf. Russland) sind gewachsene Nationalstaaten mit wesentlich homogenerer Bevölkerung.
Wow, so extrem hat sich selten einer mit seiner Aussage verzettelt. Die USA, Russland und China sind imperiale Staaten mit einer ethnisch extrem heterogen zusammen gesetzten Bevölkerung. Dagegen ist die EU und erst recht Deutschland der homogenste Sahnepudding, den man sich nur vorstellen kann.

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