Forum: Politik
Venezuela: Im erdölreichsten Land stehen Autofahrer tagelang Schlange für Benzin
REUTERS

So schlecht geht es nur Ländern im Krieg: In Venezuela gibt es kaum noch etwas zu kaufen - und bezahlen können die meisten auch nicht mehr.

Seite 3 von 6
bavarianattack 18.05.2019, 15:08
20. Die Wahrheit nicht berichtet

Grund für den Kollaps und des Leidens sind die brutalen Sanktionen der US Regierung. Putsch gescheitert, nun das Land ausbluten lassen und danach das Land mit dem Vorwand der humanitären Hilfe besetzen. Und alles wegen des günstigsten Öls. Das könnte der Autor auch erwähnen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HeisseLuft 18.05.2019, 15:12
21. Ausrede

Zitat von mursol
Würden sich alle um das billige Öl aus Venezuela streiten und die Bevölkerung wäre reicher als die deutsche ! So aber kreisen die Europäer wie Geier um den noch lebendigen Kadaver endlich zu Fressen.
Das billige Öl aus Venezuela kann nicht gefördert werden. Weil man zuerst die Fachkräfte vertrieben hat, schon zu Chavez Zeiten. Ausserdem hat man die ausländischen Investoren so behandelt, dass sie jetzt nicht zurückkommen wollen. Und man hat jede Investition in die Infrastruktur unterlassen. Dass jetzt Benzin importiert werden muss liegt ja nicht daran, dass überhaupt nichts mehr gefördert wird. Sondern daran, dass die einheimischen Raffinerien verrottet sind.

Und was die Geier angeht: Venezuela kann schon längst nicht mehr die Kredite Russlands und Chinas bezahlen. Also bekommen diese Staaten als Bezahlung erhebliche Anteile des noch geförderten Öls.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stäffelesrutscher 18.05.2019, 15:20
22.

Interessanterweise wird nicht erwähnt, um wieviele Millionen Dollar pro Tag/Monat/Jahr Venezuela durch das Embargo der USA (Citgo) geschädigt wird. Passt wohl nicht ins Bild.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mr future 18.05.2019, 15:24
23. Was nichs kostet ist nichts Wert

Warum geben Länder wie Venezuela und Angola ihren Treibstoff weit unter Weltmarktspreis - quasi zum Nulltarif - aus während es ein Land wie Norwegen schafft, durch relativ hohe Preise sich sogar auf die "Nach-Öl-Zeit" vorzubereiten? Billige Energiepreise und geringer Wirtschaftserfolg korrellieren miteinander. Verschwendung wird angeheizt was die Sprit-saufenden Amischlitten gut verdeutlichen Was die ausländische Einflussnahme auf Venezuela angeht sieht es doch fadenscheinig aus wenn man die Wahl Maduros ohne grosse Proteste durchgehen lässt aber dann im Schlepptau der USA auf Guaido setzt. re future

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HeisseLuft 18.05.2019, 15:25
24. So von Wahrheiten

Zitat von bavarianattack
Grund für den Kollaps und des Leidens sind die brutalen Sanktionen der US Regierung. Putsch gescheitert, nun das Land ausbluten lassen und danach das Land mit dem Vorwand der humanitären Hilfe besetzen. Und alles wegen des günstigsten Öls. Das könnte der Autor auch erwähnen...
Soso, Ihre Wahrheit wird also nicht berichtet.

Real ist, dass die entscheidend wichtige Mineralölindustrie des Landes seit vielen Jahren ausblutet:

"Das Problem von Venezuela liegt nicht in den Ölreserven, sondern in der Förderung. Während Venezuela von 1950 bis in die 1970er Jahre hinein zu den größten Erdölförderern zählte, sind sie trotz der gigantischen Reserven derzeit nur noch die Nummer zehn der Weltförderliste mit etwa 3,5 Prozent der globalen Ölförderung. Kurzfristig wird sich daran wohl nicht viel ändern – denn ohne neue Bohrlöcher ist die Produktion nahezu ausgereizt. Die Erdölindustrie liegt größtenteils brach. 1998, ein Jahr vor dem Amtsantritt von Chávez, förderte das Land nach Angaben der Internationalen Energieagentur täglich 3,5 Millionen Barrel. 2011 waren es nur noch 2,7 Millionen Barrel – etwa ein Viertel weniger."

Aus:
https://www.faz.net/aktuell/finanzen...-12106542.html

Dieser Text ist von Anfang 2013!

Ebendort:
"Chávez schraubte die Investitionen der PDVSA stark zurück und erhöhte gleichzeitig die Abgaben, die der Erdölförderer an den Staat zahlen musste – um damit höhere Sozialausgaben zu finanzieren. Außerdem muss fast die Hälfte der Produktion deutlich unter Marktpreisen an die einheimische Bevölkerung weitergegeben werden. Das führte zwar zu ungeahnter Beliebtheit in den Armenvierteln des Landes
...
Ebenso tun sich ausländische Fachkräfte schwer damit, in dem südamerikanischen Land zu arbeiten. Die Hauptstadt Caracas gehört zu den gefährlichsten Städten der Welt. Täglich werden etwa 30 Menschen in der Stadt mit sechs Millionen Einwohnern ermordet. Damit hat die Stadt die höchste Mordquote der Welt. Dazu stehen Entführungen auf der Tagesordnung."


Der Text von damals gibt sich teilweise noch hoffnungsvoll - der Kurs des großen Maduro war noch nicht bekannt. Wie heißt es:

Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen.
Und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PriseSalz 18.05.2019, 15:26
25.

Zitat von pitt1968
dank der Sanktionen "ausgehungert". Sie können nichts exportieren, womit sie Devisen für Importe erwirtschaften können. Venezuela könnte reich sein wie die Saudis... doch weil das gewählte Gesellschaftssystem nicht genehm ist, wird das Land vom Welthandel abgeschnitten. Die Menschen hungern nicht wegen Maduro, sondern wegen der Geldgier des westlichen Kapitalismus.
1. Außer den USA gibt es noch eine Menge anderer Länder die Güter herstellen. Brasilien, Chile, Argentinien - die können und wollen liefern, Nahrungsmittel, Medikamente, alles. Nur - venezolanische Importeure können nicht zahlen. 2. Das Erdöl Venezuelas unterliegt keinen Handelsembargos. Punkt. 3. Vor Chávez war Venezuela sicherlich ein höchst unmenschlich kapitalistisches Land. Aber die Politik Chávez - und dann Maduros - hat alle bis dato gut funktionierende heimische Produktion zerschlagen. Kein Bauer produziert für den Markt wenn ihn die Produktion mehr kostet als er für seine Produkte - dank Verbraucherpreiskontrollen - erlöst. 4. Die Läden und Tankstellen die exklusiv für Militärangehörige offen sind, sind gut gefüllt, dort gibt es alles was das Herz begehrt. Nur damit hält sich dieses menschenverachtende Regime an der Macht: Füttert halt die, die die Gewehre haben. 5. Kein Zweifel, der moderne Kapitalismus in dem ein Bruchteil der Bevölkerung Vermögen anhäuft während der Rest darbt ist eine Sauerei. Aber als Gegenmodell eine Gesellschaft in der dasselbe passiert nur das der Rest hungert ist auch nicht so das Gelbe. 6. In Nicaragua, immer noch mal als 'Sozialistisches Paradies' erwähnt, läuft es ähnlich. Dieser unsägliche Herr Ortega lässt die Oposition schlicht zusammenschießen (schon mehrere Hundert Tote), selbst im benachbarten Costa Rica werden geflüchtete Oppositionelle ermordet. Ich weiß das, ich lebe dort.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ichbines2 18.05.2019, 15:27
26. Abgesehen davon,

dass, wie die meisten Foristen hier richtigerweise erkennen, die Sanktionen die Ursache für die Not im Land sind, ist aber die Berichterstattung auch reichlich merkwürdig: Wenn es einem Land so schlecht geht, kommt es doch im Allgemeinen zu Spenden- und Hilfsaufrufen, um das Leid der Menschen zu mildern.
Das geschieht nicht, weil man das System kipppen will. In Chile war das damals genauso und auch in etlichen afrikanischen Ländern. Mit Hilfe eines Alkoholikers und sog. "Oppositioneller" (die allesamt ganz eigene Geldinteressen verfolgen) versucht(e) man es bei den Russen.
Es herrscht eben eine Weltpolitik, die überall ihr eigenes System einpflanzen will und nichts Anderes gelten lässt.
Das Wirtschafts- bzw. Zoll-Hick-Hack mit China verfolge, wenn ich die Einschätzung von Sandra Navidi richtig verstanden habe, ebenfalls das Ziel, das System dort zum Kippen zu bringen und ein weiteres Ziel sei es, die EU auseinanderzubrechen. Eine bestimmte Klasse der Welt verfolgt eben ganz eigene Interessen....., nämlich die "Schöne neue Welt". Dieser Klasse stehen sozial angehauchte Verhältnisse im Wege, stattdessen will sie immer noch reicher werden und die Welt beherrschen.
Es war nicht mal der jetzige Präsident, der damals auch Deutschland wegen seiner Kriegsführungsverweigerung einen "Schurkenstaat" nannte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hisch88 18.05.2019, 15:31
27.

Zitat von mig68
sind wie Äpfel und Birnen. Auf Grund der Sanktionen ist der Export und Transport von Rohöl eingeschränkt, dies führt dazu, dass die Mejoradores (Verarbeitung von schwerstem Faja-Rohöl zu synthetischem Leichtöl) gedrosselt werden mussten, das die Lagerkapazitäten voll sind. dies führt dazu dass die Erdölförderung in der Faja auf ca. 500k B/d gedrosselt werden musste. Erdöl ist also genug vorhanden. Das andere sind die Raffinerien. Venezuela besitzt einen der größten Raffinerie Komplexe der Welt (Paraguana) mit einer Kapazität von knapp 1M B/d. Doch 20 Jahre Sozialismus haben Spuren hinterlassen (Korruption, Fehlplanung, Mangelwirtschaft) und aktuell können dort nur noch 17% der Kapazität verarbeitet werden. Die anderen Raffinerien im Land sehen auch nicht besser aus, Cardon und PLC sind praktisch stillgelegt. Bis vor 3 Monaten konnte die Regierung noch teures Benzin aus den USA importieren um diese groben Mängel zu kaschieren, aber das ist jetzt auch Geschichte.. Investitionen in die Zukunft wurden gemacht, in PLC wurden bei der Erweiterung der Raffinerie 4Mrd US$ in den Sand gesetzt, um eine zu 65% fertiggestellte Bauruine zu hinterlassen. Sozialismus = Korruption
Weder Hugo Chávez und Nicolás Maduro haben in die Infrastruktur des Landes investiert. Die Wasserversorgung, Stromversorgung und Erweiterung des Verkehrs- und Transportnetzes sind marode und es wurde nicht investiert, außer in soziale Geldgeschenke (zum Teil gute sogar). Die Sozialisten haben die qualifizierten Mitarbeiter in allen wichtigen und zentralen Bereichen der verstaatlichen Betriebe entlassen und durch unqualifizierte Familienmitglieder ersetzt, da genau diese wichtigsten Positionen und auch die höchsten Einkommen hatten.

Nur so funktionierte es halt nicht.

Ecuador (auch mit sozialistischer Regierung) hat es vor- und besser gemacht mit massiven Investitionen in die Strukturen des Landes. Den Menschen auf dem Land geht es heute deutlich besser.

Nicaragua und Bolivien wollen ja derzeit dem erfolgreichen sozialistischen (oder doch diktatorischen) Modells Venezuelas folgen und genau so erfolgreich das Land (oder doch die eigenen Taschen) zu fördern (füllen).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
p.j. 18.05.2019, 15:42
28. Das ewig falsche Gelaber der Sanktionen

durch die bösen USA ist unerträglich. Bis März 2019 hat der schlimme gringo 25% der gesamten jährlichen Produktion Venezuelas aufgekauft. PDVSA und CITGO sind erst danach sanktioniert worden. Die vorherigen Sanktionen (ab 2017) betrafen Einzelpersonen hauptsächlich der Regierung, die nachgewiesen im Drogenhandel und Geldwäsche verstrickt sind. Ideologie sollte nicht blind machen. Dafür gibts bei uns einen Spruch: "El peor ciego es este que no quiere ver" Der Blindeste ist der, der nicht sehen will

Beitrag melden Antworten / Zitieren
walligundlach 18.05.2019, 16:02
29. Die Sanktionen haben einen Grund: Das Volk leiden zu lassen.

Und dann ein Artikel, der sich nicht eimal den Anschein gibt, die wahren Hintergründe auszuführen, die den Staat in die Knie zwingen sollen! Es waren in der Vergangenheit viele südamerikanische Staaten, die die CIA & Co. zum Regime-Change gezwungen haben. Bezahlen tun das Konerne wie die United Fruit Compay usw...
David Talbot hat eine aufschlußreiches Buch über die Geheimdienst-Machenschaften geschrieben. Auch Haiti zählt dazu. Titel des Buches: "The Devil´s Chessboard".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 6