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Venezuela: Maduro bricht Interview ab - und hält Reporter zwei Stunden im Präsidenten
REUTERS

Latinos verehren Jorge Ramos wie einen Popstar, der Journalist ist für seine kritischen Fragen bekannt. Die stellte er nun auch Venezuelas Machthaber - der eskalierte und verwies den Reporter nach einem Eklat des Landes.

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claus7447 27.02.2019, 07:10
1. Wie einen Diktator absetzen?

Das Volk,in seiner Mehrheit hat sicher die Nase voll. Friedlich will er nicht weichen. Welches Rezept kann noch angewandt werden?

Letztlich sind es nur noch Kuba und Russland die zu ihm stehen. Sagt das aber nicht schon viel?

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otti_hamburg 27.02.2019, 08:01
2. So, wie es hier beschrieben wird,

wirkt es mehr wie eine reine Provokation denn ein Interview. Natürlich ist Maduro nervös. Wer wäre das nicht, wenn das Imperium vor der Tür steht.

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Wilde Grete 27.02.2019, 08:07
3. Eskalieren

Die stellte er nun auch Venezuelas Machthaber - der eskalierte und verwies den Reporter nach einem Eklat des Landes.
- Menschen können nicht eskalieren, nur Situationen.

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pecaracas 27.02.2019, 08:26
4. Fake

Es geht natuerlich auf keinen Fall, dass ein von Trump geschickter Reporter einen in seinem Land hochgeliebten und demokratischen Praesidenten diesen durch "gefakte" Fragen blossstellen will. Aus linken Augen ist die Ausweisung und Einbehaltung des Geraets nicht angemessen, 15 Jahre im Gefaengnis waeren angebracht. Falls hier einige Linke Belege der Behauptungen benoetigen, ich habe sie nicht.

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Hermes75 27.02.2019, 08:29
5.

Zitat von otti_hamburg
wirkt es mehr wie eine reine Provokation denn ein Interview. Natürlich ist Maduro nervös. Wer wäre das nicht, wenn das Imperium vor der Tür steht.
Wer provokante Fragen nicht verträgt und nicht in der Lage ist mit diesen umzugehen, der sollte sich einen anderen Beruf suchen - Präsident ist nichts für ihn (das gilt für Manduro genauso wie für Trump).
Hätte Manduro ein bißchen Selbstkontrolle (wie z.B. ein Herr Assad), dann hätte er das Interview wunderbar zu seinem Vorteil nutzen können indem er das Bild eines sorgenden Landesvaters von sich zeichnet (muss nicht die Wahrheit sein).
Statt dessen hat er die Kontrolle verloren und wie ein Dikator reagiert.
Ich denke der Mangel an Kontrolle und Souveränität den Manduro hier gezeigt hat, wird ihm langfristig zum Verhängnis werden.

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hansfrans79 27.02.2019, 08:32
6.

Zitat von claus7447
Das Volk,in seiner Mehrheit hat sicher die Nase voll. Friedlich will er nicht weichen. Welches Rezept kann noch angewandt werden? Letztlich sind es nur noch Kuba und Russland die zu ihm stehen. Sagt das aber nicht schon viel?
Nein, das ist nur das, was Sie gerne hätten.
"Das Volk" gibt es nicht, große Teile stützen ihn noch immer.
Und Kuba (ein dritte Welt Land!!) hat sich bei der Verfassungsgebung eben erst "demokratischer" gezeigt als Deutschland 1990.

"Ramos eröffnete das Interview mit der Frage, wie er Maduro nennen solle angesichts der Tatsache, dass Millionen Venezolaner ihn nicht als ihren gewählten Präsidenten betrachten, dass viele ihn Diktator nennen und sein Gegenspieler Juan Guaidó ihn als "Usurpator", als "Thronräuber" tituliert. Daraufhin hielt Maduro die venezolanische Verfassung hoch und beharrte, er sei der verfassungsmäßige Präsident."

Da hat er auch absolut Recht.
Das ist das gleiche, als ob man Frau Merkel vorhält, dass Millionen Menschen ihren Rücktritt herbeisehnen.
Sie sie die rechtmäßige Kanzlerin.

Aber Ramos legte nach: Was Maduro zu den Vorwürfen sage, es gebe mehr als 900 politische Gefangene im Land, was er von der Anschuldigung eines Ex-Geheimdienstchefs halte, Maduro trage die Verantwortung für "Hunderte Tote"?

"Politische Gefangene" müssten erstmal definiert werden. Auch in unserem Land gibt es viele, die sich als politische Gefangene sehen, Rechte, Linke, Umweltschützer. Die haben alle ihren Standpunkt.

Auch in Venezuela gibt es nicht Schwarz oder Weiß, sondern ganz viel Grau.

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vodoo177 27.02.2019, 08:36
7.

Mir erscheint das Aufbauschen dieses Interviews in den Mainstream Medien absolut übertrieben. Ich würde mir diesen Popstar unter den Reportern einmal als Interviewer unserer Führungsriege oder bei der Bundespressekonferenz mit seinen unangenehmen Fragen wünschen. Die politischen Interviews von ARD und ZDF sind dermaßen harmlos und problemumgehend, dass es schon langweilig ist. Richtig ist wohl, dass Maduro der Kragen geplatzt ist und er absolut nicht souverän auf die Fragen des Reporters reagiert hat. Das Jugendliche in Müllkontainern nach Lebensmitteln suchen und die Regierung dafür verantwortlich machen, ist jetzt nicht gerade ein Alleinstellungsmerkmal Venezuelas. Solche Aufnahmen kann man in jedem Land der Erde machen, auch in Deutschland. Das dieser Film, mit den hungernden Jugendlichen, jetzt so in den Mittelpunkt gestellt wird, passend zu dem Verhindern von Hilflieferungen, passt aber auffällig zu dem Drehbuch, welches von den USA und ihren Freunden umgesetzt wird. Auch der Hauptdarsteller Guaido, dessen Heldenstatus am Wochenende erhebliche Kratzer abgekriegt hat, wird nun durch Presseberichte wieder aufpoliert, indem der Mut zur Rückkehr nach Venezuela, trotz Verhaftungsrisiko Stärke und Entschlossenheit symbolisieren soll. Wenn ich in Deutschland gerichtlich die Ausreise untersagt bekomme, dann das Land trotzdem verlasse, werde ich 100%zig bei der Einreise verhaftet; es kräht kein Hahn danach. Hier wird das aber medienwirksam inszeniert. Auch über Gewaltanwendung gegeg Guaido und dessen Familie wird bereits spekuliert. Sollte das passieren, ist die Gefahr, dass die Dämme brechen extrem hoch. Das wissen auch die Regisseure dieser Show. Auf dem Maidan wurde das Drehbuch umgesetzt. Ich hoffe die Regisseure halten sich dieses Mal zurück, viel Hoffnung habe ich allerdings nicht.

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World goes crazy 27.02.2019, 09:00
8. Und China?

Zitat von claus7447
Das Volk,in seiner Mehrheit hat sicher die Nase voll. Friedlich will er nicht weichen. Welches Rezept kann noch angewandt werden? Letztlich sind es nur noch Kuba und Russland die zu ihm stehen. Sagt das aber nicht schon viel?
Bitte China nicht vergessen. China wurde schon im Syrienkonflikt fast nie erwähnt, obwohl es auch dort (mehr) auf Seiten Assads stand und steht...könnte eventuell mit den wirtschaftlichen Verwobenheiten zu tun haben ;)

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cobaea 27.02.2019, 09:16
9.

Zitat von otti_hamburg
So, wie es hier beschrieben wird, wirkt es mehr wie eine reine Provokation denn ein Interview. Natürlich ist Maduro nervös. Wer wäre das nicht, wenn das Imperium vor der Tür steht.
So wie es hier beschrieben wird, war das ein Interview, wie es sein soll: kritische Fragen zu dem, was derzeit vorgeht. Interviews sind nicht dazu da, den Befragten (egal welcher Couleur) den Roten Teppich auszurollen, sondern deren Handlungen und Meinungen zu hinterfragen. Schliesslich soll aus dem Gespräch für die LeserInnen/HörerInnen/ZuschauerInnen ein Mehrwert resultieren: Sie sollen dadurch mit einem Thema vertrauter werden, mehr darüber erfahren, auch kritisch hinterfragen. Es stand auch nicht "das Imperium" vor der Tür, sondern ein für seine kritischen Interviews bekannter Journalist eines spanischsprachigen amerikanischen TV-Senders. Nach Trumps Auslassungen über Latinos, vermutlich nicht gerade der Lieblingssender des "Imperators".

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