Forum: Politik
Venezuela: Zwölf Staaten verbünden sich gegen Maduro
AFP/Peru's Foreign Ministry

In Venezuela hat sich die verfassungsgebende Versammlung selbst zur wichtigsten Institution erklärt. Zwölf Länder erklärten nun, keine Entscheidungen dieser "illegitimen" Versammlung zu akzeptieren.

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Peter Hager 09.08.2017, 10:34
30. Ja, Ausländer mischen sich ein!

Zitat von MT98
warum sich "Ausländer" ständig in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischen wollen und müssen? Es ist die alleinige Sache der dort lebenden Menschen und nicht der Weltgemeinschaft. In China gibt es auch keine Demokratie, aber da mischt sich absolut niemand ein! Jedes Land muss seine gesellschaftlichen Probleme selbst lösen. Dies kann NIE von außen geschehen.
Richten Sie diese Frage doch an die Regierungen in Havanna, Moskau und Peking, denn die mischen sich massiv in die inneren Angelegenheiten Venezuelas ein. Zum Schaden des venezolanischen Volkes. Allein aus Kuba haben wir über 100.000 Soldaten im Land, darunter mörderische Eliteeinheiten, Generäle, Spione, Abhörexperten. Und bereits 2014 wurden in Puerto Cabello Soldaten aus China ausgeschifft.
Kuba wäre ohne das parasitäre Aussaugen venezolanischer Ressourcen schon lange bankrott. Russland und China erhalten Unmengen Öl, Uran, seltene Erden und andere Bodenschätze. Waffen und Milliarden an Dollars auf Privatkonten der Regierungsbonzen sind die Gegenleistung. - Die USA dagegen bezahlen den vollen Weltmarktpreis für das Rohöl, das sie kaufen oder kauften.

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Reinhardt Gutsche 09.08.2017, 11:58
31. Von Böcken und Gärtnern oder Western Hemisphere Against Venezuela

Die Initiative dieser lateinamerikanischen Staaten, das "Fehlen freier Wahlen, Gewalt, Unterdrückung und die politische Verfolgung, die Existenz politischer Gefangener" anzuprangern, ist natürlich nur zu begrüßen. Das muß allerdings ein neuer Brauch sein, denn in der jüngeren Geschichte der meisten Staaten dieser Gruppe hätte es zu vergleichbarer kollektiver Empörung hinreichend Anlaß gegeben, etwa in Mexiko, Argentinien und Brasilien, nicht zu reden von Guatemala, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Panama, Paraguay, Peru, El Salvator et tutti quanti. Allerdings ist nichts dergleichen überliefert. Insofern machen sich die genannten Staaten in ihrem legalistischen Zorn als Böcke zu Gärtnern.

Mit ihrer Erklärung verurteilen die genannten Staaten im übrigens präzis das, was seit mehr als 70 Jahren in der "Escuela de las Américas"trainiert wird, der berüchtigten US-amerikanischen "School of the Americas", bis 1984 in der US-Exklave der Panama-Kanalzone stationiert, sodann nach Fort Benning in Columbia, Georgia, verlegt und seit 2001 unter dem Label "Western Hemisphere Institute for Security Cooperation" (WHINSEC) operierend. Es untersteht demUS-"Army Training and Doctrine Command" und hat seit seiner Gründung einen Output von mehr als 60 000 Absolventen produziert, aus denen sich die Killer und Folterspezialisten der lateinamerikanischen proto-liberalen Militärdiktaturen à la Pinochet und Videla rekrutierten. Als erster hatte 2004 übrigens Chavez die Zusammenarbeit mit dem WHINSEC aufgekündigt, nachdem zuvor Fort Benning-Absolventen gegen ihn geputscht hatten.

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1Piantao 09.08.2017, 14:33
32.

Zitat von Peter Hager
Kuba wäre ohne das parasitäre Aussaugen venezolanischer Ressourcen schon lange bankrott. Russland und China erhalten Unmengen Öl, Uran, seltene Erden und andere Bodenschätze. Waffen und Milliarden an Dollars auf Privatkonten der Regierungsbonzen sind die Gegenleistung.
...und ich fühlte mich immer so allein mit meiner Meinung. Danke für die Wahrheit, unverblümt und ohne doppelten Boden.

Ich bin auch kein Freund der " yankees imperialistas", weniger heute mit diesem komischen Trump. Aber richtig gestellt ist es ja nun doch so das Venezuela ohne Hilfe von außen allein von dem Maduro Clan (plus Anstoßhilfe von Chavez) völlig ins Abseits gestellt wird.
In Venezuela heißt es der letzte macht das Licht aus.
Denn Maduro & Familia haben ihre Konten in Übersee aufgefüllt bis zum obersten Rand.

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bammy 09.08.2017, 14:46
33.

Zitat von muster.schieber
Nicht, dass ich besondere Sympathien für die Maduro-Regierung hegen würde, aber wenn sich eine Runde der USA-afinen lateinamerikanischen Regierungen über mangelnde Demokratie in Venezuela beklagt und zu dieser Runde so illustre Regimes wie das von Honduras oder Paraguay zählen, ist das schon reichlich bigott. Unter den versammelten Regierungen gibt es etliche, in deren Ländern die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Das Problem in Venezuela ist denn auch weniger eines von mehr oder weniger Demokratie, sondern eines von einem de facto Bürgerkrieg in einer gespaltenen Gesellschaft, in der die Armen sich ganz einfach ausrechnen können, was mit ihnen passiert, denn die alten Nutznießer der Ölrente wieder an die Macht kommen.
Na dann lässt man Alles den Bach runtergehen und Venezuela trotz Ölreichtum, weiter in Armut und gegebenenfalls in einen Bürgerkrieg versinken, weil Honduras und Paraguay an einer Sitzung teilgenommen haben.

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Urban Spaceman 09.08.2017, 15:03
34.

Zitat von MT98
warum sich "Ausländer" ständig in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischen wollen und müssen? Es ist die alleinige Sache der dort lebenden Menschen und nicht der Weltgemeinschaft. In China gibt es auch keine Demokratie, aber da mischt sich absolut niemand ein! Jedes Land muss seine gesellschaftlichen Probleme selbst lösen. Dies kann NIE von außen geschehen.
Sie erinnern sich? Die NATO hat im ehemaligen Jugoslawien einen Völkermord gestoppt. Die Verantwortlichen (u.a. Milosevic, Karadžić, Mladić) wurden vor den "Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien" gestellt. Das war ein Organ der UNO.
Auch vom "Internationalen Gerichtshof, IGH" in Den Haag haben Sie noch nie etwas gehört? Seine Funktionsweise und Zuständigkeit sind in der Charta der Vereinten Nationen geregelt.

Maduro hat gute Chancen auch einmal vor diesem Gericht der "Weltgemeinschaft" zu landen.
Es ist ja geradezu absurd. Gerade Sie, als Linker sollten doch ein glühender Befürworter von Internationalismus sein. Wahrscheinlich halten Sie die UNO für ein Konstrukt und eine Marionette des CIA?

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Knossos 09.08.2017, 16:23
35. Hoch lebe sie!

Ja, Capriles soll Maradona mal stolz vorführen, was seine Liga durch Sabotage in Staatsbetrieben und Verengung des privaten Warenflusses als vorzeigbare 'Verelendung durch staatliche Mißwirtschaft' auf die Beine gestellt hat. Letzteres nebenher auch noch höchst profitabel; denn wenn man Güter verknappt, steigt die Inflation über die man dann zum einen sein Portfolio an Immobilien Notleidender rasant erweitern kann und zugleich über die verzögerte Vermarktung von Waren einen explosiven Reibach auskostet. Effektivster Kreislauf der Profitabilität und Opposition zugleich, die nicht einmal Opfer, sondern erklecklichen Ausbau von Besitz und Macht bedeutet.
Und überhaupt, haben Demokraten unseres und altrömischen Schlags ja Recht. Wo kommt man denn hin, wenn gemeiner Pöbel aus dem Volk die Geschicke eines Landes bestimmen will!? Wer nicht kapiert, daß Regierung -wie überall sonst in westlicher Hemisphäre- Sache gepflegter Herrschaften und Gesandter der Oberschicht ist, der muß weg.
Furchtbar, abstoßend und undemokratisch, was in Venezuela vor sich zu gehen scheint. Gar, noch als verlottertes Beispiel! Die Welt darf so etwas nicht zulassen. Gut, daß sie sich darin einig ist, Schulter an Schulter steht und ohne jeden Winkelzug der USA ad hoc Beschlüsse faßt.
Weg mit ungewaschenem Volk als Souverän!
Hoch lebe bewährte Hierarchie!

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Knossos 09.08.2017, 17:53
36.

Zitat von Peter Hager
Allein aus Kuba haben wir über 100.000 Soldaten im Land, darunter mörderische Eliteeinheiten, Generäle, Spione, Abhörexperten. Und bereits 2014 wurden in Puerto Cabello Soldaten aus China ausgeschifft. Kuba wäre ohne das parasitäre Aussaugen venezolanischer Ressourcen schon lange bankrott. Russland und China erhalten Unmengen Öl, Uran, seltene Erden und andere Bodenschätze. Waffen und Milliarden an Dollars auf Privatkonten der Regierungsbonzen sind die Gegenleistung. - Die USA dagegen bezahlen den vollen Weltmarktpreis für das Rohöl, das sie kaufen oder kauften.
Sie haben die Iraner vergessen, die dann dort wohl im Zuge von Erdöldeals sicher auch mitmischen. Oder?

Nach dem in unseren Medien keine Hintergrund- oder überhaupt erst Eigenrecherche zu finden ist, habe ich mich im Internet ein wenig umgeschaut, um zu sehen, was zu vernehmen ist.

Von Ihren Behauptungen, die vermutlich von eben Jenen stammen, die in Venezuela am zündeln sind, ist mir nichts untergekommen. Statt dessen aber Hinweise darauf, daß aus Kolumbien ganz wie seinerzeit mit Nicaragua bezahlte Kriminelle und Söldner à la "Contras" nach Venezuela eindringen und dort brandschatzen und morden.
Davon, oder von Unterminierung durch bürgerliches Management im dortigen Erdölapparat, oder von US-Operation zur sprichwörtlichen Befeuerung des Aufruhrs, ist Ihnen wohl nicht zufällig etwas untergekommen?

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marialeidenberg 09.08.2017, 18:08
37. Sie haben recht:

Zitat von MT98
warum sich "Ausländer" ständig in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischen wollen und müssen? Es ist die alleinige Sache der dort lebenden Menschen und nicht der Weltgemeinschaft. In China gibt es auch keine Demokratie, aber da mischt sich absolut niemand ein! Jedes Land muss seine gesellschaftlichen Probleme selbst lösen. Dies kann NIE von außen geschehen.
Was soll das kubanische Militär in Venezuela? Leibstandarte für El Presidente? Oder doch eher Saalordner im Parlament (wegen der ungezogenen gewählten Abgeordneten)?

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Urban Spaceman 09.08.2017, 18:30
38.

Zitat von Knossos
Sie haben die Iraner vergessen, die dann dort wohl im Zuge von Erdöldeals sicher auch mitmischen. Oder? Nach dem in unseren Medien keine Hintergrund- oder überhaupt erst Eigenrecherche zu finden ist, habe ich mich im Internet ein wenig umgeschaut, um zu sehen, was zu vernehmen ist. Von Ihren Behauptungen, die vermutlich von eben Jenen stammen, die in Venezuela am zündeln sind, ist mir nichts untergekommen. Statt dessen aber Hinweise darauf, daß aus Kolumbien ganz wie seinerzeit mit Nicaragua bezahlte Kriminelle und Söldner à la "Contras" nach Venezuela eindringen und dort brandschatzen und morden. Davon, oder von Unterminierung durch bürgerliches Management im dortigen Erdölapparat, oder von US-Operation zur sprichwörtlichen Befeuerung des Aufruhrs, ist Ihnen wohl nicht zufällig etwas untergekommen?
Ja, sicher unsere Medien (insbesondere der SPIEGEL, den Sie trotzdem lesen) verschweigen natürlich die Hintergründe, über die Sie nun verfügen. Nennen Sie uns mal Ihre objektiven Quellen, damit alle wissen, dass Maduro das arme Opfer einer US-Operation ist.

Im Ernst: Es ist eigentlich eine Zumutung ohne jeden Beleg solche Verschwörungstheorien in die Welt zu setzen. Sie unterschätzen den Intellekt von Leuten, die sich in "unseren Medien" informieren und schon in der Vergangenheit der FAZ mehr geglaubt haben, als dem "Neues Deutschland".

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IngeAlba 09.08.2017, 18:52
39. Wie lange denn noch?

benötigt die Welt um endlich mal eine Diktatur anzuprangern? Bisher schrieb man immer "sie sind auf dem Weg in eine Diktatur" oder so ähnlich, manchmal hat man den Eindruck, dass der Presse die Linksdiktaturen irgendwie angenehm sind. Egal ob Rusland, Venezuela oder Nordkorea (um nur einige zu nennen) , bei den Rechtsdiktaturen ist man immer schneller bei der Hand mit Verurteilungen. Da wird schon einem D. Trump an seinem Karren geflickt, aber was in Vzla. los ist, da wird nicht berichtet, erst wenn es nicht mehr übersehbar ist. Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dies ist eine Diktatur, wenn auch auf karibischem Niveau, die labern erst mal gerne, sind manchmal auch noch sympatisch (Maduro wenn er tanzt und singt), aber in deren Gefängnissen, nein danke, das ist brutal. Die verletzten täglch x mal die Menschenrechte auf grausame Weise, kein Unterschied zu Irak - Abu Graib. Endlich haben sich auch die Lateinamerikaner mal aufgerafft dieses System anzuprangern, ausser den "Linken" die am Öltropf von Vzla. hängen, ist logisch, keine Unterstützung kein Tropfen Öl. Da hat das eigene Volk nichts mehr zu essen, aber Cuba und die "Linksländer" bekommen noch Stütze von Vzla., woher Maduro noch das Geld nimmt? Nun ja, Drogenhandel ist ein einträgliches Geschäft.
Vzla. wird auf Jahrzehnte unter dem Joch der Linken zu leiden haben, leider, aus und vorbei mit diesem schönen Land, die Opposition tut besser daran in´s Ausland abzuhauen, mit "Dialog" a la Zapatero und Papst Francisco erreicht man eben keine Demokratie.

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