Forum: Politik
Verantwortung: Deutsches Versagen
AP

Die Kanzlerin sieht zu, wie Europa zerfällt. Der Oppositionschef verharmlost die Nazi-Zeit. Viele Deutsche haben immer noch ein Problem mit Verantwortung - für Zukunft und Vergangenheit. Aber auf Italien schimpfen!

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s.l.bln 04.06.2018, 17:54
130. Ähh...

Zitat von Schmidt24
Was ist das denn für ein linkspopulistischer Unsinn? Verantwortung übernehmen kann ich für etwas, was ich auch verantworten KANN - und dazu gehört sicher nicht die Vergangenheit unserer Eltern und Großeltern. Das gilt sogar für Gauland, der bekanntlich Jahrgang 1941 ist und als Baby wohl kaum etwas zu verantworten hatte. Aus der Vergangenheit kann man bestenfalls etwas lernen. Und was Italien betrifft - fahren Sie doch einfach mal nach Süd-Italien und vergleichen dann den dortigen Schlendrian mit den hiesigen Verhältnissen? Sie würden vermutlich viel mehr lernen, als Ihnen lieb ist.
...erstaunlich.
Genau die Klientel, welche gerne den Stolz auf das "Vaterland" hochhält, hält Verantwortung für dessen Geschichte für abwegig, was irgendwie schizophren anmutet, weil ja auch der Stolz sich auf Errungenschaften stützt, welche in der Vergangenheit erreicht wurden..

Daß ich Deutscher bin, habe ich mir nicht ausgesucht. Wie alle anderen bin ich, vermutlich widerwillig, durch den Geburtskanal gepresst worden und zufällig hier ans Licht geflutscht.
Mein Anteil daran: nada.
Das Gleiche gilt oberflächlich betrachtet natürlich auch für die "deutsche Erbsünde".
Wäre da nur nicht der Umstand, daß ich im Luxus lebe, weil man meinem Geburtsland die Schulden erlassen hat, die sich aus dieser Sünde ergeben haben. Das lädt mir als Nutznießer unserer großzügigen Opfer selbstverständlich eine Verantwortung auf, zusätzlich zur Verpflichtung, sowas zukünftig zu verhindern.
Aber spätestens ab dem Moment, wo ich vorgebe, auf diese passiv erworbene Zwangsmitgliedschaft stolz zu sein,warum auch immer, bin ich auch verantwortlich. Das ist nicht trennbar.
Das dafür nötige Verständnis fehlt Gauland altersbedingt inzwischen. Vielleicht hat er das früher mal gewußt, als er noch bei der CDU war.

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demokrat2 04.06.2018, 17:56
131. Merkel-Union größte Gefahr ....

...... für Deutschland und Europa. Nicht Amerika mitTrump, nicht Russland mit Putin, nicht Italien und die Populisten, nein, Merkel und ihre Bremser aus der Union werden zu einem ernsten Problem für uns alle. Jetzt merken es selbst die Herausgeber der Wirtschaftspresse, dass Merkel keinen klaren Kurs mehr steuert. Sie weiß nämlich nicht wohin. Sie wird von ihrem eigenen Anhang in die Zange genommen und wartet auf ihr Ende. Denn langsam, aber sicher, merken die Bürger, dass uns Merkel ins Abseits manöveriert hat. Macron hat ihr den Rang abgelaufen. Statt zu kämpfen, schmollt sie. Sie sollte zurücktreten, bevor sie noch mehr Schaden anrichtet..

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Margaretefan 04.06.2018, 17:57
132. Ich sag's mal so...

Die ganzen selbsternannten Chefstrategen hier, mit ihrem "Wir-Geschwurbel", sollen mal erklären wer wir genau ist? Wenn auch nur einer von euch Möchtegernhighperformern irgendwas herausragendes geleistet hat, fresse ich nen Besen quer, wie es so schön heißt. Findet euch damit ab, dass ihr ganz gewöhnliche Menschen seid und hört bloß damit auf, hier auf dicke "wir-Deutschen-Hose" zu machen. Lächerlich ist's, mehr nicht

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Freund des Spiegel 04.06.2018, 17:59
133. Wow

Herr Augstein hat endlich mal zumindest teilweise Recht. Und wird kaum polemisch. Gratulation!
Allerdings, nur zur Information, Deutschland muss nicht weniger exportieren, um sein Außenhandelsüberschuß zu reduzieren, wir müssten nur mehr importieren. Und nur Geldausgeben reicht halt nicht. Erst müssen vernünftige Reformen gemacht werden, damit das dann auszugebende Geld nicht einfach weiter wie bisher nutzlos versickert und einer kleine Schar von korrupten Politikern und Unternehmern zu Gute kommt. Italien z.B. hat 130% Staatsverschuldung. Wo ist das Geld geblieben? Offensichtlich wurde durch dieses Geld die Wettbewerbsfähigkeit Italiens nicht verbessert noch irgendwetwas wirklich sinnvolles damit finanziert ... Leider wurden und werden diese Reformen (und ich meine nicht die des IWF etc.) in den Ländern nicht mal versuchsweise umgesetzt. Unser moralischer Zeigrfinger hilft allerdings trotzdem nicht. Eine schwierige Situation, die erstens Kenntnisse der Zusammenhänge, zweitens Weitblick, drittens Mut, viertens Durchsetzungsvermögen und am Ende Ehrlichkeit verlangt. Leider fällt mir derzeit kein Politiker ein, der auch nur eine dieser Eigenschaften auch nur in homöopatischen Dosen besitzt.
Ihnen?

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SenYek 04.06.2018, 17:59
134.

Zitat von muellerthomas
Schauen Sie sich die italiensichen Staatsfinanzen mal detaillierter an: Seit Anfang der 1990er Jahre kann man Italien keine Vorwürfe machen: Primärüberschuss, niedrige Inflation und ab Mitte der 1990er sinkende Schuldenquote.
Hallo Herr Müllerthomas. Ihre Hinweise bezüglich der italienischen Finanzführung der letzten Jahre sind nach meiner Wahrnehmung größtenteils sachlich gehalten und inhaltlich korrekt (dafür DANKE!).

Allerdings habe ich nicht ganz verstanden, worauf Sie hinaus wollen.

Vielleicht können wir uns auf folgende Aussagen verständigen: 1.) Ein "Italien-Bashing" ist unangemessen, dient nicht wirklich der Völkerverständigung und ist auch - bezüglich der letzten Jahre - schlecht zu begründen. 2.) Eine Übernahme der italienischen Finanzprobleme durch den "resteuropäischen" Steuerzahler ist gleichermaßen unangemessen - egal, ob das dafür vorgeschlagene Vehikel nun "Bankenunion" oder "Schuldenerlass durch EZB" oder "Target 2" oder "Eurobonds" oder "wie-auch-immer" heißt.

Sehen Sie das auch so - oder haben Sie einen anderen "Zielpunkt"?

neugierige Grüße

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s.l.bln 04.06.2018, 18:00
135. In der Mitte liegt die Wahrheit

Zitat von invisibleman
Wir erbringen keine Leistung und essen vom Kuchen, der uns durch Nichtstun zugefallen ist. Hätte noch gefehlt: vom armen Südländer, der sich krumm und buckelig schuftet. Man fasst es nicht!
Dem armen Südländer ginge es mit einer preiswerteren Währung besser, uns mit einer teuren schlechter.
Das ist erstmal ein simpler Fakt, welcher bedeutet, daß wir in dem Maß vom armen Südländer profitieren, wie wir ihm schaden.
Das meine ich völlig wertfrei.
Weil wir das wissen und gerne so beibehalten wollen, zahlen wir eben ein wenig in die Gemeinschaftskasse.Das war der Deal.
Allen tatsächlich Informierten dürfte klar sein, daß wir ausreichend "übrig behalten". Die anderen schimpfen halt über den Euro.
Falls dieses destruktive Gehetze nicht eh von russischen Trollen kommt.

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s.l.bln 04.06.2018, 18:05
136. Betrachten Sie die Größenordnung...

Zitat von lobro
Meines Wissens nach war Deutschland auch schon zu DM-Zeiten sowas wie Exportweltmeister
...und bedenken Sie, daß China als Konkurrent erst in den Startlöchern stand.
Nach dem Euro würden aber die Chinesen nicht wieder verschwinden.
Der chinesische Markt für uns hingegen schon.

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klaus meucht 04.06.2018, 18:06
137. Kürzere Lebensarbeitszeit?

Zitat von isar56
Nur will mir nicht einleuchten, warum wir wiederholt Griechenland, Italien, Spanien u.a. EU-Länder unterstützen, wo Menschen bei kürzerer Lebensarbeitszeit früher, höhere Renten beziehen, als wir - hier. Wir haben gute Freunde in Italien (gebürtige Italiener) die sehen es ebenso, genießen und schweigen.
Wie viele Arbeitsplätze entstehen durch Verschiebung des Renteneintrittsalters?

Das optimale Renteneintrittsalter hängt ab vom Arbeitskräfte bedarf. Und der ist in den Ländern unterschiedlich.

In den südlichen Ländern wie Spanien, Italien und Griechenland ist der Hartz IV Satz Null Euro und Null Cent. Nach dem Arbeitslosengeld gib es maximal die Suppenküche. Aber mit dem Renteneintrittsalter wird Neid geschürt.

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pepe83 04.06.2018, 18:10
138. Deutsche Verantwortung

Deutschland würde mehr Verantwortung übernehmen, wenn wieder mehr Entscheidungen in Berlin statt in Brüssel getroffen würden. Ein immer stärkerer Ausbau der Brüsseler Institutionen, wie Macron es wünscht, hat nichts mit Verantwortung zu tun.

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s.l.bln 04.06.2018, 18:12
139. Die Schweiz...

Zitat von seinedurchlaucht
Wieso sollte Deutschland nicht in einer globalisierten Welt bestehen können? Das schafft z.b. die Schweiz auch. Oder Japan. Sie liegen falsch, wenn Sie glauben, dass die Probleme Europas mit Geld gelöst werden können. Solange sich Länder nicht reformieren, wird das nichts. Man könnte Italien jetzt 250 Mrd Schulden erlassen, wie das gewünscht ist. Was wäre die Konsequenz? Man ist in wenigen Jahren wieder am gleichen Punkt wie heute.
...lebt davon, das kriminell erwirtschaftete Geld der Erde zu waschen und Japan hat massive Probleme.
Fahren Sie dort mal hin. Die arbeiten gefühlt 23 stunden am Tag, bei 5 Urlaubstagen im Jahr, leben in unbezahlbaren Bienenwaben, Fahrzeuge sind reine Statussymbole, die am WE mal ausgeführt werden, falls man eines besitzen darf (Parkplatznachweis)
und sie sind inzwischen erstmals mit dem Begriff der Arbeitslosigkeit konfrontiert.
Glauben Sie es, so wollen Sie nicht leben.
Der deutsche Lebensstandard ist nach dem Ende des Euro nicht mehr zu halten.

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