Forum: Politik
Verdächtigt wegen der Hautfarbe: "Ich denke über die Länge meines Bartes nach"
privat

Wie fühlt es sich an, nur wegen der dunklen Hautfarbe kontrolliert zu werden? Der in Berlin lebende Israeli Zeev Avrahami erzählt, was das allgegenwärtige Misstrauen mit ihm macht.

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Hochbeet 05.01.2017, 23:54
100. Verdrängungsexperte

Zitat von candidesgarten
"...ich werde mich an die Angst der Frauen gewöhnen müssen. Ein wunderbares Gefühl. Ich werde mir die Verursacher meines neuen Lebensgefühls gut merken."
Also ein Mann mit dunklem Mann weiß, wie Frauen fühlen und weiß, wer der Grund dafür ist - nämlich die "Nafris". Momentan können somit wir Männer, die seit mehr als zweitausend Jahren Frauen schlagen, missbrauchen und vergewaltigen, alles auf Dunkelhäutige projizieren. Das ist das "wunderbare" Gefühl", endlich "befreit" zu sein, ein klares Feindbild zu haben. Das natürlich falsch ist und von Verdrängung und Übertragung zeugt. Danke für diesen Einblick in eine unausentwickelte Männerseele...

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Paul Max 06.01.2017, 00:02
101.

Zitat von nwz86
Ich halte diesen Artikel für konstruiert. Den meisten in Deutschland lebenden Israelis oder Juden dürfte es nicht unrecht sein, wenn die entsprechende "südländische Klientel" eher stärker als schwächer kontrolliert wird. Man sollte nicht vergessen, dass das Herumlaufen mit einer Kippa in Teilen Berlins die Gefahr von Beleidigungen oder tätlichen Angriffen birgt, und zwar eher weniger durch den blonden Kevin.
"nd zwar eher weniger durch den blonden Kevin"
noch -aber es wird schon werden, wenn wir erst einmal die "Nafris" ausreichend stigmatisiert haben.

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Paul Max 06.01.2017, 00:40
102.

Zitat von kyon
Wieso ist es für einem jüdischen Israeli möglich, Einsicht in eine verstärkte Kontrollberechtigung zu zeigen, einem Muslim in aller Regel aber nicht, obwohl er einer Religionsgemeinschaft angehört, die tagtäglich und weltweit für Negativschlagzeilen sorgt? Es wird immer nur von "Generalverdacht" gegenüber Muslimen geredet, obwohl 100 Moscheen vom Verfassungsschutz beobachtet werden, über 9000 Salafisten den Verantwortlichen Sorgen bereiten und über 500 Muslime als Gefährder gelten. Es gibt nichts Vergleichbares in Bezug auf andere Religionen.
ich wußte noch gar nicht, dass Religionsgemeinschaften für negative Schlagzeilen sorgen.
Oder meinten Sie etwa unseren 500er Jubilar Luther, mit seiner klaren Vorstellung einer christlich-reformierten Welt?

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Paul Max 06.01.2017, 00:47
103.

Zitat von kumi-ori
Dieses ganze Thema ist nur auf den ersten Blick einfach. Der Autor ist Israeli. Das heißt, er ist Angehöriger des Staats Israel. Ist er deshalb automatisch kein Terrorist? In den meisten Fällen trifft das wohl zu, aber man kann so nicht verallgemeinern. Es gibt zum Beispiel auch islamistische Terroristen, die deutsche Staatsbürger sind. Die würden wahrscheinlich mit ihrem deutschen Pass nicht so schnell durchgewunken wie der Autor mit seinem israelischen Pass, obwohl beides weder zwingend eine bestimmte Religion noch eine bestimmte Ethnie voraussetzt. In Deutschland überschneiden sich alle möglichen ethnischen Gemeinschaften, alteingesessene wie neu hinzugekommene. Ich weiß zum Beispiel nicht, inwiefern sich Israeli und Araber oder Israeli und Moslem gegenseitig ausschließen. Selbst wenn wir eine Religions-gesteuerte Einwanderungspolitik unterstellen, könnte es doch auch passieren, dass ein arabischstämmiger Jude nach Israel einwandert, sich dort einbürgern lässt und danach die moslemische Religion annimmt. Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als uns mit Anschlägen und Kontrollen gleichermaßen abzufinden, bis das Gotteskriegertum wieder aus der Mode kommt. Ich denke, es wird nicht mehr allzu lange dauern, dann ist der Dschihad uncool.
Ich fürchte, ein irrtum. Denn die größten (für uns offensichtlichen) Anschläge der letzten Jahre waren Irak, Lybien und Syrien (wenn man die Toten dort zählen würde, wir müßten erschrecken); und die wurden vom "Westen" verübt - natürlich nur um Demokratie zu bringen; aber ...
nicht alle finden das toll

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Paul Max 06.01.2017, 00:58
104.

Zitat von Allesdenker
macht die Angst mit meiner Familie? Meine Frau und meine Tochter gehen nicht mehr ohne Begleitung auf größere Veranstaltungen. DAS haben wir zu büßen. Unsere Freiheit ist schon eingeschränkt. Das Leben ist nicht mehr das, was es mal wahr.
fragen Sie mal Iraker, Lybier, oder Syrer - und es waren dort (die von uns - oder unseren Verbündeten unterstützen) die sog. demokratisch legitimierten "Rebellen" (aber auch "Islamisten" genannt - bekanntlich wurden diese ja anläßlich der Afghanistanauseinandersetzung mit den Russen, durch die USA erfunden) die dann fortlaufend -und bis heute- unterstützt, deren "normales" Leben zerstört haben

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sojetztja 06.01.2017, 01:17
105.

Zum Thema Polizeikontrollen, "racist" profiling: Ich verstehe diese ganze Diskussion nicht. Es war schon immer so, dass die Polizei nach bestimmten Kriterien entscheidet, wer kontrolliert wird und wer nicht. LKWs aus bestimmten osteuropäischen Ländern werden z.B. häufiger auf Straßentauglichkeit kontrolliert als andere. Schreit ihr da auch: "Pfui, racist profiling!"? Anders geht es nicht und so lange die Kriterien, aufgrund deren die Polizei das entscheidet, nicht willkürlich sind, ist das doch völlig nachvollziehbar. Und von Willkür kann hier keine Rede sein, denn die Silvestertäter waren eben mehrheitlich Nordafrikaner und islamistische Attentäter sind eben bisher nachweislich Leute aus dem arabischen Kulturkreis. Da können ja nun die Polizisten mindestens genau so wenig für wie die, die zu Unrecht kontrolliert werden. Unterm Strich ist aber doch auch klar: Im Zweifelsfall lieber einmal zu oft kontrollieren - als das eine, entscheidende Mal zu selten. Ich sehe da keine Möglichkeit, wie die Polizei dieses Dilemma lösen sollte....

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humptata 06.01.2017, 01:49
106. Das mit dem Bart und seiner Länge geht mir genauso.

Aber nicht, weil ich Polizeikontrollen fürchte, sondern weil mich die dunklen Vollbärte, mit denen zum Beispiel unsere europäischen Fußballprofis auflaufen, doch zu sehr an die Mordbuben im Nahen Osten erinnern.

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kampfsportler87 06.01.2017, 02:14
107.

Zitat von Philipp Reinhard
Die Hautfarbe sagt einfach gar nichts aus. Alles andere ist ein blödes rassistisches Klischee, das offensichtlich bei vielen Polizisten immer noch existiert. Das müsste schnellstens abgebaut und durch bessere Kritieren ersetzt werden. Für unser aller Sicherheit. Jeder Türsteher kann ziemlich genau einschätzen, ob eine Person Probleme machen wird - ohne auf die Hautfarbe zu schauen. Das müssten Polizisten auch lernen. Stattdessen wird weiterhin die rassistische Praxis verteidigt und als alternativlos bezeichnet. Das ist dumm und peinlich - wie leider vieles bei der deutschen Polizei.
Welch ein realitsferner Irrsinn. Glauben Sie echt, man schaut aus Spaß AUCH auf die Herkunft? Wie abgeschieden muss man leben, damit man nicht mitbekommt, welche gesellschaftliche Gruppe dafür hauptverantwortlich ist?

Und mit den Türstehern haben Sie völlig Recht, und gerade deswegen werden südländische Schwarzköpfe immer wieder an den Türen abgewiesen (als Vorgabe von den jeweiligen Schuppen-Besitzern).

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ruhrpottsonne 06.01.2017, 02:32
108.

Zitat von dantheman77
"Man hat Angst fremd im eigenen Land zu sein" Bitte ein bisschen differenzierter : Man hat keine Angst, Sie haben scheinbar Angst. Ich z. B. hatte noch keine Sekunde Angst fremd im eigenen Land zu sein...
OK, Sie haben also noch keine Sekunde Angst gehabt, fremd im eigenen Land zu sein. Das mag auf Ihre ganz speziellen und subjektiven Erfahrungen beruhen und erheblich davon abhängen, wo Sie leben. Wenn Sie die Angst des Mitforisten einmal verstehen wollen, schlage ich Ihnen folgenden Selbstversuch vor. Ziehen Sie für 2 Jahre in ein friedliches aber extrem multikulturelles "Kleinod", wie, sagen wir Hong Kong. Hier werden Sie zunächst einmal eine gesunde Sensibilität dafür entwickeln, was deutschsein eigentlich bedeutet und Sie werden feststellen, wie deutsch Sie eigentlich sind. Wenn Sie dann nach 2 Jahren die Grundprinzipien eines friedlichen multikulturellen Miteinanders verstanden haben, ich bin mir sicher, Sie würden Hong Kong gar nicht mehr verlassen wollen, verfrachten wir Sie für 2 Jahre nach Duisburg Marxloh. Ich wette nicht nur darauf, daß Sie den Mitforisten nun sehr gut verstehen können sondern wage zu behaupten, daß Sie einen Traumatherapeuten bräuchten um Ihre Ängste zu bewältigen.

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Aurora vor dem Schilf 06.01.2017, 03:45
109. Falscher Zusammenhang

Zitat von k70-ingo
Dieser Artikel ist neutral und harmlos. Schauen Sie mal nach nebenan in die neueste Augstein-Kolumne.
Zumindest hat sich inzwischen schon mal die Ueberschrift des Artikels geändert und schiebt den Artikel jetzt in einen akzeptablen Kontext. Die Überschrift suggeriert jetzt nicht mehr, das man sich als Polizist (=Auslöser des Artikels) sofort einem Rassismusverdacht aussetzt, wenn ganz konkrete Verdachtsmomente darauf hinweisen, das ein Täter oder eine Tätergruppe Straftaten planen. Und das ist ein gewaltiger Unterschied. Zur Erinnerung: es ist der verdammte Job der Polizei, solche Straftaten zu verhindern. Und da erwarte ich in einem Rechtsstaat echt etwas anderes.

Stattdessen wird das Phänomen einiger nicht integrierter Flüchtlinge in Köln laut neuem Titel jetzt in die Terroristen- Ecke verschoben. Hier wird ebenso ein falscher Zusammenhang hergestellt. Was genau hat die mangelnde Integration von Flüchtlingen in Köln mit Terrorismus zu tun? Der SPIEGEL verrennt sich hier sichtbar im eigenen - für meine Begriffe nicht neutral genügendem - Diskussionsansatz.

Meinungen von Leuten die mutmasslich aus dem Elfenbeinturm schreiben wie Augstein zum Trauerspiel "Flüchtlingspolitik" tue ich mir gar nicht erst an.

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