Forum: Politik
Verdächtigt wegen der Hautfarbe: "Ich denke über die Länge meines Bartes nach"
privat

Wie fühlt es sich an, nur wegen der dunklen Hautfarbe kontrolliert zu werden? Der in Berlin lebende Israeli Zeev Avrahami erzählt, was das allgegenwärtige Misstrauen mit ihm macht.

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Lasersnake 05.01.2017, 18:46
10. Erst exotisch, dann bedrohlich

"Bis zum Zuzug der vielen Flüchtlinge im Jahr 2015 habe ich mich in Berlin willkommen gefühlt. Die Menschen haben mich mit Neugier, nicht mit Misstrauen betrachtet. Das hat sich sehr geändert."

Zeev Avrahami

Das kann ich mir gut vorstellen. Die meisten Deutschen sind keine Ausländerfeinde. Es kamen einfach nur zu viele, in zu kurzer Zeit. Alles wurde stehen und liegen gelassen, alles drehte sich nur um die Flüchtlinge. Man hat Angst, bald fremd im eigenen Land zu sein. Lasst uns die Flüchtlinge vor Ort betreuen, dafür gebe ich mein Geld gerne. Aber nur um sich gut zu fühlen, muss man nicht den ganzen Nahen Osten nach Deutschland einladen.

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maxi_stulz 05.01.2017, 18:47
11. Und genau das sind Gründe, warum wir nicht aus falsch verstandener politischer Korrektheit

nicht gegen Extremisten und Terroristen vorgehen müssen. Niemand hat etwas davon, wenn man reale Probleme ignoriert oder schönredet. Weder die Opfer, die sich allein gelassen fühlen noch die große unschuldige Mehrheit der Ausländer, die bald alle mit diesen Leuten in einen Topf geworfen werden. Was ist das für ein Zeichen wenn Politiker wie Frau Peter die Polizei kritisiert, die uns alle (auch die Ausländer) vor diesen widerlichen Taten schützt? Als Täter kann man sich über uns totlachen. Kein Wunder, daß diese Leute es immer wieder tun werden, weil ihnen schließlich nichts passiert. Was glaubt denn Frau Peter, warum hunderte junge Nordafrikaner sich zu Silvester in Köln verabredet haben? So naiv kann man doch nicht sein nach den Erfahrungen des letzten Jahres. Damit bereitet man der AfD den Boden.

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Benko 05.01.2017, 18:49
12.

Guter Mann. Freut mich sehr, dass er nicht eingeschnappt ist wie so viele deutsche Aktivisten*innen, sondern dies als Preis für sein freies Leben in diesem Land sieht. Könnte man ja auch anders bewerten. In jedem Fall taugt die Geschichte zum Paradebeispiel für die fehlgeleitete Politik des letzten Jahres, unter der nicht nur die deutsche Bevölkerung leidet, sondern ebenso auch die israelische und jüische Bevölkerung. Denen hat Mama Merkel keinen Gefallen getan.

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helmut_s 05.01.2017, 18:49
13.

Danke für diesen sehr persönlichen Erfahrungsbericht.
Wrikungsvoller kann man das Dilemma, in das wir alle unaufhaltsam reinschlittern, nicht in Worte fassen.

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Luxinsilvae 05.01.2017, 18:50
14. So ist es.

"Bis zum Zuzug der vielen Flüchtlinge im Jahr 2015 habe ich mich in Berlin willkommen gefühlt. Die Menschen haben mich mit Neugier, nicht mit Misstrauen betrachtet. Das hat sich sehr geändert."

Merkel hat mit ihren offenen Grenzen nicht nur den Bio-Deutschen, sondern eben auch den schon länger hier lebenden Migranten komplett in die Suppe des Lebens gespuckt. Interessanterweise sagen das selbst Flüchtlinge, die gerne hier hin kommen, und gerne kontrolliert werden: Hauptsache es rücken nicht ausgerechnet die unkontrolliert mit ein, vor denen man gerade geflohen ist.

Und genau diesen Wahnsinn haben unsere Politiker zugelassen. Es ging nicht um 3000 Flüchtlinge auf dem Bahnhof Budapest, es geht um nunmehr seit fast 17 Monaten offenstehende Grenzen, durch die jeder herein kommen und sich fast jede Identität zulegen kann. Das ist nur noch gruselig - für alle, die vorher hier gelebt haben.

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uban1 05.01.2017, 18:58
15.

Deutschland verändet sich (z.B. Polizei mit MP auf Streifen bei grösseren Veranstaltungen) und gewisse PolitikerInnen haben sich 2015 auf diese neue Menschen sehr, sehr gefreut ('es werden uns Menschen geschenkt'). Die anderen können ja eine Armlänge Abstand halten oder in die Kirche gehen. Lauter tolle Frauentips.

Es scheint so dass die harte Realität nach 12 Monaten so langsam die rosaroten-grünen Blasen zum Platzen bringen. So was böses aber auch, aber das müssen jetzt die Frauen und die braven Migranten nun selbst auslöffeln.

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royalflash 05.01.2017, 18:58
16.

Zitat von Pela1961
gehts mir auf den Keks. Irgendwie habe ich das Gefühl, die von der Kontrolle Betroffenen beschweren sich an der falschen Stelle. Es liegt in der Natur der Sache, dass bei Kontrollen auch Unschuldige kontrolliert werden. Und wenn nach einem rothaarigen Täter gefahndet wird, werde ich als Rothaariger halt kontrolliert. Wenn ein männlicher Vergewaltiger gesucht wird, wird die Kontrolle auf wenige Frauen ausgedehnt werden. Und wenn man in den 70er Jahren in die Niederlande einreiste, musste man mit Bart, altem R 4 und längeren Haaren an der Grenze verstärkt damit rechnen, kontrolliert zu werden. Das ist tragisch, aber nicht zu ändern. Wie bitteschön soll die Polizei ihre Parameter für Kontrollen festlegen, wenn sie es nicht nach den Kriterien machen darf, zu welcher Bevölkerungsgruppe die Täter höchstwahrscheinlich gehören? Man könnte sogar so weit gehen, dass man alte Nazi-Kriegsverbrecher am ehesten in der deutschen Bevölkerung findet. Ist das jetzt racial profiling oder ganz einfach eine Erfahrungstatsache?
Der Autor beschwert sich ja nicht, sondern schreibt:

"Als vollkommen Unschuldiger gecheckt zu werden, das ist eben der Preis, den ich, den viele andere, zahlen müssen. Ich bin bereit, diesen Preis zu zahlen dafür, dass wir gleichzeitig bestimmte Freiheiten behalten. "

Das finde ich gut.

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nwz86 05.01.2017, 19:08
17. Israeli in Deutschland

Ich halte diesen Artikel für konstruiert. Den meisten in Deutschland lebenden Israelis oder Juden dürfte es nicht unrecht sein, wenn die entsprechende "südländische Klientel" eher stärker als schwächer kontrolliert wird. Man sollte nicht vergessen, dass das Herumlaufen mit einer Kippa in Teilen Berlins die Gefahr von Beleidigungen oder tätlichen Angriffen birgt, und zwar eher weniger durch den blonden Kevin.

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freier_europäer 05.01.2017, 19:09
18. Eigentlich

ist dann jede Form von Fahndung nach einem Phantombild im Grunde rassistisch, wenn man die verquere Logik dieses Artikels weiterspinnt. Schließlich wird auch der ethnische Hintergrund bei einer Kontrolle ein Rolle spielen. Ja, wir können auch eine liberale Demokratie so radikal liberal gestalten, dass diese sich ganz schnell abschafft.

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kleinbürger 05.01.2017, 19:12
19. einerseits

einerseits muss die polizei bemüht sein effizient zu arbeiten und aus gewonnenen erfahrungen ableiten wen es gilt zu kontrollieren.

einen kriminellen wirtschaftsboss durch strassenkontrollen ausfindig zu machen wird gegen null tendieren, einen strassendealer ausfindig zu machen dagegen schon.

andererseits tut es mir mit dem lächeln leid, aber was soll eine junge blonde dame machen wenn sie schon schlechte erfahrungen gemacht hat und sich auch durch artikel von herrn augstein nicht beruhigen läßt ?

sie wird das machen was sie für richtig hält und auf abstand gehen nicht weil sie etwas gegen sie persönlich hätte sondern einfach weil sie stress vermeiden will.

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