Forum: Politik
Vereinigte Staaten: US-Präsident soll mehrfach Nato-Austritt erwogen haben
REUTERS

Er vermöge den "Sinn" nicht zu erkennen: Donald Trump soll laut "New York Times" mehrmals mit den Rückzug aus der Nato geliebäugelt haben. Nur sein Team konnte ihn angeblich davon abhalten.

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KingTut 16.01.2019, 08:12
140. Damit bestätigt sich erneut,

wie richtig der angesehene Journalist Bob Woodward mit seinen Schilderungen in seinem jüngsten Buch "Fear" lag und wie zutreffend der anonyme Autor des New York Times "op ed" die Situation im Weißen Haus beschrieben hat. Zweifel an der Loyalität des amtierenden US-Präsidenten gegenüber seinem eigenen Land drängen sich zwangsläufig auf. Selbst russische Medien stellten nach dem Treffen in Helsinki die Frage, was Putin gegen Trump in der Hand habe, nachdem sich letzterer in den Russlandermittlungen - entgegen der Erkenntnisse von CIA und FBI - auf die Seite von Putin gestellt hat. Ein NATO-Austritt der USA wäre der Super-Gau für Euorpa, aber auch für die USA selbst, denn dieses Verteidigungsbündnis war bisher der Garant für unsere Sicherheit in Freiheit und Wohlstand.
Was muss noch alles passieren, damit die Republikaner aufwachen. Ich frage mich, wie sie ihre Unterstützung für Trump mit ihrem Anspruch konservativ und christlich zu sein vereinbaren können.

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mwroer 16.01.2019, 09:08
141.

Zitat von Nubari
Immer klarer ist, dass Donald Trump, wissentlich oder unwissentlich, das Geschäft Russlands besorgt. Von wegen "America first"! Das Problem ist, dass keinerlei Handbücher oder Präzedenzfälle existieren, wie mit einem Verräter an der Spitze des Staates verfahren werden kann.
So rein aus Interesse: Inwiefern würde denn ein NATO Austritt der USA die USA selber gefährden?

Er wäre schlecht für Europa, das ist wohl jedem hier klar. Warum wäre er aber schlecht für die USA - und nur unter dieser Prämisse hat der Präsident der USA das zu betrachten.

Stützpunkte würden nicht großartig wegfallen - speziell nicht im Osten Europas. Die dortigen Regierungen würden reine US Stützpunkte sofort genehmigen. Übersee wäre sowieso nur marginal betroffen. Deutschland bliebe auch erhalten.

UN Einsätze, wo die Europäer helfen müssten, kann man auch so durchdrücken und das US Festland selber ist mit oder ohne NATO so angreifbar oder nicht angreifbar wie jetzt auch.

Die Drohung (!) eines NATO Austrittes könnte ggf sogar die europäischen Verbündeten dazu bringen Dinge zu akzeptieren die sie bis jetzt ablehnen (Nord Stream 2 und ähnliches) und Waffenhilfe kann man immer leisten wenn es im eigenen Interesse ist.

Machen Sie nicht den Fehler zu glauben dass die USA eine starke NATO oder eine starke EU wollen. Sie wollen eine leistungsfähige NATO und eine leistungsfähige EU die Wünsche und Anforderungen der USA umsetzen kann und dies ohne großes Gemaule auch tut - das sind 2 grundverschiedene Dinge.

Für Europa wäre der NATO Austritt der USA wesentlich schlechter. Deswegen bin ich auch ein großer Freund einer europäischen Armee unter europäischen Kommando.

Denn selbst wenn ich die Russlandphobie von Euch Deutschen nicht teile - bedeutet das nicht das ich den Kollegen im Osten großartig traue.

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mwroer 16.01.2019, 09:51
142.

Zitat von NauMax
Alleine die Tatsache, dass wir annähernd 74 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch immer von einer "Nachkriegsordnung" sprechen zeigt die Bedeutung der NATO für die Friedenssicherung in Europa!
Nein das zeigt lediglich das sich bestimmte Rituale durch falschen Sprachgebrauch am Leben halten. Hat aber eher nichts mit der Bedeutung der NATO zu tun.

Wenn Sie nach 74 Jahren noch von 'Nachkriegsordnung' sprechen zeigt das lediglich das Sie geistig nach wie vor im kalten Krieg stecken und sich dort offenbar sehr wohl fühlen.

Europa braucht keinen großen Bruder, weder Ost noch West. Europa braucht eine eigenständige gemeinsame Armee um nicht weiterhin erpressbar zu bleiben.

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mwroer 16.01.2019, 10:21
143.

Zitat von lab61
Vergleichen Sie selbst: Russland: 2015: 4,9% des BIP 2016: 5,5% des BIP 2017: 4,3% des BIP https://de.statista.com/statistik/daten/studie/348372/umfrage/anteil-der-militaerausgaben-am-bip-in-russland/ USA: 2015: 3,3% des BIP 2016: 3,2% des BIP 2017: 3,1% des BIP https://de.statista.com/statistik/daten/studie/350494/umfrage/anteil-der-militaerausgaben-am-bip-in-den-usa/ Die 15 Länder mit den höchsten Militärausgaben gemessen am eigenen BIP: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/150664/umfrage/anteil-der-militaerausgaben-am-bip-ausgewaehlter-laender/ Platz 1: Saudi-Arabien Platz 2: Russland Platz 3: USA Absolute Zahlen sagen kaum etwas aus.
Relative auch nicht unbedingt. Ich kaufe mir ein Auto das nur 50% meines Jahreseinkommens kostet, mein Nachbar zahlt für sein Auto 80% seines Jahreseinkommens.

Relativ gesehen hat er dann mehr ausgegeben als ich. Absolut gesehen hat er allerdings weniger ausgegeben UND ein schlechteres Auto.

Nach welchen Zahlen man sich also richtet ist also eher abhängig davon was man gerade so 'beweisen' will. Ein Zusammenhang zwischen Ausgaben und effektiver Kampfkraft besteht nicht.

Beste Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit: Panzerarmee des Irak, Nord-Koreanische Streitkräfte - sagenhafte Zahlen an Material mit einer schauerlich niedrigen effektiven Kampfkraft.

Was sehr positiv ist, nicht das wir uns da falsch verstehen.

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etlamu 16.01.2019, 11:02
144.

Zitat von AxelSchudak
Und da sind sie schon. Gruss nach Petersburg!
Eigentlich wollte ich nicht antworten, denn getroffene Hund bellen bekanntlich. Aber ich will Ihnen sagen, dass es sehr viele Menschen gibt, die bedauern, dass in den 1990 Jahren nicht die Chance für ein wirklich neutrales Deutschlands genutzt wurde. Als sich der Warschauer Pakt aufgelöst wurde, hatte die NATO eine Sinnkrise. Leider wurde sie damals nicht aufgelöst. Daher ist die Freude sehr groß, wenn die USA von sich aus aussteigen wollen. Das ist wirklich ehrlich gemeint.

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Promethium 16.01.2019, 11:12
145.

Zitat von mwroer
So rein aus Interesse: Inwiefern würde denn ein NATO Austritt der USA die USA selber gefährden?
Wenn es in Europa eine größere militärische Auseinandersetzung gibt, werden die USA automatisch mit hinein gezogen. Die zwei Weltkriege belegen das. Und beide Male verloren viele US-Amerikanern ihr Leben.

Die Aufgabe der NATO ist eine erneute größere militärische Auseinandersetzung von vorne herein zu verhindern. Davon profitieren alle und auch die USA. Deswegen ist die NATO ja so attraktiv.

Die NATO war von Anfang an eine gute Idee und ist immer besser geworden. Und angesichts der Bedrohung durch die hybride Kriegsführung ist die NATO heute wichtiger denn je. Einzelne Staaten können sich gegen so etwas gar nicht mehr wehren.
Informationsaustausch und Zusammenarbeit sind die Schlüsselelemente. Und dafür braucht man eine Plattform. Und genau die bietet die NATO.
Sehen Sie sich doch mal in der Welt um! Wer hat denn sonst noch irgendwas vergleichbares?

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etlamu 16.01.2019, 11:13
146.

Zitat von helmut.alt
79. Aus "America first" wird sowieso bald ein "America alone", wenn dieser Präsident noch lange amtiert; sowohl wirtschaftlich als auch militärisch und politisch. Die Zeiten sind vorbei, das die USA den Rest der Welt einschüchtern können. Früher oder später wird China ein entsprechendes Gegengewicht darstellen; auf Putin wird es gar nicht ankommen.
Ein "America alone" gab es tatsächlich und zwar vor dem ersten Weltkrieg. Da wurde auch diskutiert, ob es dabei bleiben soll. Dann kam der erste Weltkrieg und die Briten wollten die USA unbedingt als Bündnispartner haben, was ihnen ja dann auch gelungen ist.

Es kann sein, dass Trump dahin zurückkehren will, Das Land könnte durchaus autark werden. Energie und Nahrung haben sie im Gegensatz zu Deutschland genügend. Auch würden 100te von Milliarden von Dollar durch einen geschrumpften Militärhaushalt frei, mit dem die marode Infrastruktur erneuert werden kann.

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Bernd.Brincken 16.01.2019, 11:21
147. Militäretat

Zitat von lab61
["Wer hat noch mal mit Abstand größten Militärausgaben auf der Welt"] Vergleichen Sie selbst: Russland: 2015: 4,9% des BIP 2016: 5,5% des BIP 2017: 4,3% des BIP USA: 2015: 3,3% des BIP 2016: 3,2% des BIP 2017: 3,1% des BIP Absolute Zahlen sagen kaum etwas aus.
Absolute Zahlen sind schon manchmal hilfreich, um qualitative Fragen zu bewerten :)
Bitte mal einen kleinen Blick auf die Weltkarte werfen.
Welches Land hat die mit Abstand längste Landgrenze zu sichern?
Und dann wieder die längste Grenze, hinter der keine befreundeten Staaten stehen (wie USA-Kanada)?
Die längste Küstenlinie zu Gewässern mit nicht-befreundeten Ländern (oder im komplizierten Verhältnis stehenden wie der Türkei)?
Die meisten Konfliktherde in den Grenzregionen?
Unter dem Aspekt agiert Russland mit den gegebenen Mitteln höchst effizient.

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damianschnelle 16.01.2019, 12:38
148. @Bernd.Brincken

Sinkender Militäretat? Das wäre super. Nur wird es das leider nicht geben. Da hat der MIK was entscheidendes dagegen. Genau davor warnte bereits 1961 Eisenhower. Und alles deutet darauf hin, dass die Hersteller sämtlichen militärischen Gerätes alles nur erdenkliche tun werden, um die Militärausgaben nicht nur hoch zu halten sondern auch noch zu steigern.

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hopfenundmalzverloren 16.01.2019, 12:59
149. Stark veränderte Weltordnung

Zitat von HeisseLuft
Nein, ich mag Trump auch nicht. Es ist eine Katastrophe, mit was für Politikern die Welt derzeit auskommen muss. Nur müsste man es dann ohne Trump mal besser machen. Was ist, wenn Trump auf seine spezielle Weise Erfolg hat?
Ich kann natürlich nur vermuten. Trump will erfolgreich dastehen, er hat "America first" als Leitsatz ausgegeben, womit er letztendlich seine Wählerschaft meint. Die hat offensichtlich im Rahmen des globalen strukturellen Wandels erhebliche wirtschaftliche Probleme.

Wenn die USA ihre Position als "Weltpolizei" nicht mehr weiter verfolgt, würden dadurch Kosten eingespart werden. Es könnte aber auch Gewinn aus der Situation gezogen werden, indem das Militär der USA als Dienstleister von denen bezahlt werden würde, die aktuell noch in Bündnissen zusammen mit den USA sind.

Eine Änderung in diese Richtung wäre wohl ganz im Sinne Trumpscher "Deal"-Ideale.

Da sich auch abzeichnet, dass die anderen Mitglieder der Nato alleine nichts auf die Beine stellen werden, hat er sogar gute Chancen es in diese Richtung zu treiben.

Ich würde derzeit schätzen, dass Trump durchaus noch ein zweites Mal Präsident sein wird, er also noch 6 Jahre (wenn ich mich nicht verrechnet habe) Zeit hat, bisher vorhandene internationale Strukturierungen in seinem "Deals"-Struktur-Sinn zu ändern. Ich schätze mal, dass die Welt danach eine deutliche andere sein wird.

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