Forum: Politik
Verhandlungen mit Assad: Immer das gleiche miese Spiel
DPA

Jetzt soll wieder mit ihm geredet werden: Kommen uns Flüchtlinge oder Terror zu nahe, sind Diktatoren wie Syriens Assad plötzlich nicht mehr so schlimm. Wollen wir wirklich so schwach sein?

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jowitt 30.09.2015, 20:12
100. @Singulus2

Zitat von Singulus2
Daß Assad ein Kriegsverbrecher ist,weiß die ganze Welt. Diese Erkenntnis hilft aber auch nicht weiter. Offensichtlich hat er aber die Mehrheit der Alawiten hinter sich.Also sollte man Syrien teilen und den Alawiten überlassen,ob sie Assad weiter unterstützen wollen oder nicht.Der Rest Syriens muß vom IS befreit werden und ich hoffe,daß die Russen da etwas beitragen können.Der Westen und hier insbesondere die USA haben jedenfalls mal wieder grandios versagt.Afghanistan,Irak,Lybien und jetzt Syrien.Die Liste der westlichen Pleiten wird lang und länger. Diktatoren werden beseitigt und durch gescheiterte Staaten oder noch schlimmere Diktatoren ersetzt.
Soe ein Unsinn. Sie können schlecht die Eskalation nach den ersten Demonstrationen 2011 in Syrien und der darauffolgenden "Massensäuberung" und das vorgehen mit scharfer Munition gegen unbewaffnete Demonstranten jetzt hier den USA in die Schuhe schieben.

Assat hat auf diese Menschen schießen lassen, nicht die USA. Fast schon unerträglich, dass sich so viele Foristen es sich hier so einfach machen, und alles Leid und alle Ungerechtigkeit der Welt immer den USA unterschieben wollen, koste es was es wolle.

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Korf 30.09.2015, 20:13
101.

Ach Gottchen, mit Gaddafi haben wir doch auch gekungelt. Und mit Saddam. Und die Chinesen, die Saudis oder etwa Katar fassen wir doch in Bezug auf massenhafte Menschenrechtsverletzungen auch mit Samthandschuhen an. Wir sollten allmählich aufhören, uns selbst zu Moralaposteln zu stilisieren. Das sind wir nicht.

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scoolodie 30.09.2015, 20:13
102. Der Gegner muss nur groß genug sein, dann kneift auch die USA den Schwanz ein.

Zitat von marthaimschnee
Wir senden vor allem ein Signal von Dummheit, wir stürzen den einen und bilden uns ein, damit wäre alles getan, damit es besser wird. So langsam sollte man meinen, WIR hätte endlich mal was gelernt aus all den Debakeln, die unter dem Vorwand der Demokratisierung überall auf der Welt verübt wurden. Manchmal ist ein Diktator, der an einer Minderheit herummordet eben das kleinere Übel gegen jemanden, der gleich ganze Völker ausrottet. Mit einem von beiden wird man leben müssen, oder selbst zum Massenmörder werden. Oh, die Wahl zwischen Pest und Cholera paßt euch nicht? Na vielleicht könnt ihr euch jetzt mal langsam in die Haut von jemandem versetzen, der in der Wahlkabine auf den Stimmzettel schaut und dort nur Nieten sieht, die er ziehen kann.
Ich denke da an den 17. Juni 1953, an den Ungarnaufstand 1956 und Imre Nagys verzweifelte Hilferufe im Radio (ich habe das noch selbst gehört), ich denke an den Polenaufstand 1957, an den Mauerbau 1961 und an die Tschechieninvasion 1968 - immer sind die um Hilfe bittenden Völker im Stich gelassen worden. Und jetzt spielt man sich als Retter der Demokratie in feudalistisch-stammesbeherrschten Ländern auf. Hätte man wenigstens mit Hilfe der Geheimdienste im SED-Parteilehrjahr mitgelauscht, dann hätte man erfahren können, dass das Überspringen einer Gesellschaftsordnung nicht möglich ist. Setzt man diesen Gedanken fort, kann man auch für Deutschland schwarz sehen, denn Ehrenmorde aus feudalistisch-religiösen Gründen hat es ja schon vor der Flüchtlingswelle gegeben. Die Frauenrechte gab es es in diesen Kreisen nicht und wird es nicht sobald geben. (Die Gendervertreter verteufeln die deutschen Männer, niemand aber die Kräfte, die die Gleichberechtigung der Frau negieren.) In den Medien wird begründet, dass sich Neuankömmlinge quasi schlagen dürfen, weil sie durch die Flucht traumatisiert sind. Jeder, der die Merkelpolitik kritisiert, steht schon in der rechten Ecke. Wer aber hat die bürokratisch schleppende unmögliche Bearbeitung der Asylverfahren auf dem Gewissen? Wer steckt Hunderte und Tausende Menschen unterschiedlichster Religionen in Turnhallen und Baumärkte ohne ausreichende Hygiene-
bedingungen? Das müsste sich Frau Merkel alles fragen lassen. Eigentlich müsste an sie die tausend Jahre alte Forderung Heinrich IV. an Papst Gregor VII. gestellt werden: Steige herab von deinem Tron.

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KerKaraje 30.09.2015, 20:19
103. Eine einfache Frage

Der Westen und die weitestgehend freiwillig auf Natofrequenz gleichgeschalteten Medien sind sich doch so sicher, dass Assad von der breiten Masse der Syrer gehasst wird.

Warum plädieren sie dann nicht für eine Übergangsregierung unter Assads Führung und von der UN bewachten Wahlen 6-12 Monate später.

Der westlichen Logik zufolge müsste Assad doch höchstens 10-20% bekommen und damit verlieren.

Stattdessen erdreistet man sich zu fordern, Assad solle zurücktreten. Mag sein, dass Assad nicht DER legitime Präsident der Syrer wäre, wenn es freie Wahlen gegeben hätte, aber Stand heute gibt es keinen legitimeren als ihn.

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universalinfidel 30.09.2015, 20:19
104. Realität und Gutmenschentum

Ihr habt die beste Lösung schon einmal zerstört und Horror geerntet.
Wieder wollt ihr fernab jeglicher Realitäten Weltpolizist spielen.
Ohne nur ansatzweise die Kräfte zu verstehen die die Welt ausmachen.
Aufgewachsen mit Brot und spielen und einem freien Sozialstaat welcher entstanden ist aus den Trümmern zweier unendlich grausamen kriegen, meint Ihr dass die Welt so naiv und überschaubar seien wie eure Kinderzimmer es waren. Denn aus denen seid ihr immernoch nicht aufgewacht. Ihr richtet eure politischen Konzepte nach eurer idealisierten Traumwelt aus anstatt an dem grauen der Realität in dieser Welt. Ihr erntet kein Paradies sondern immer wieder Horror wie es isis vorlebte.

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skeptiker6 30.09.2015, 20:21
105. Nun - MIR scheint, dass Syrien derzeit

Zitat von freespeech1
Ich weiß nicht, was diese geballte Anti-Syrien-Kampagne zu bedeuten hat, was hier propagandistisch vorbereitet wird. Schließlich hat sich dort nicht viel geändert. Assad ist nach wie vor Präsident in einem Bürgerkrieg. Er ist ein Dikatator, aber in Syrien gibt es keine Demokraten. Die "Rebellen" haben keine Demokratie und keine Verteidigung von Menschenrechten im Sinn. Im Vergleich zu den Diktaturen am Golf ist Assad eher ein aufgeklärter Diktator. Die Golfdiktaturen sind aus europäischer Sicht schlimmer. In Syrien bombardierten Amerikaner, Franzosen und Briten. Dass jetzt auch Russen dort bombardieren, macht die Sache auch nicht schlimmer. Wo der Westen Demokratie herbeibomben wollte, hat er nur Chaos angerichtet. Ich denke, wir haben in Deutschland zur Zeit Megaprobleme, für die keine Lösung in Sicht ist. Syrien gehört nicht dazu. Vielleicht sollte sich ein deutsches Nachrichtenmagazin mal mit unseren Problemen mehr beschäftigen.
unser Hauptproblem ist. Wenn dort wieder geordnete Verhältnisse geschaffen werden (wie anders als mit und durch Assad?), dann können auch die Gutmenschen sich nicht mehr gegen eine Rückführung der Flüchtlinge von dort stemmen.
Natürlich darf eine vernünftige, unsentimantale Reform des Asylrechts darüber nicht vergessen werden.

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heiko1977 30.09.2015, 20:21
106.

Zitat von JDR
Das syrische Regime hat jene Leute ausgebrütet, welche dort jetzt kämpfen. Und die Tatenlosigkeit des Westens hat erlaubt, dass aus ein paar Stichen eine verzehrende Infektion wurde. IS und Nusra haben die ursprüngliche Revolution gekapert, so, wie die Kommmunisten jene Revolution gegen den Zaren und die Muslimbrüder die, gegen Mubarak.
Leider wurde in westlichen Medien gerne immer nur die genehmen gemäßigten Oppositionelle gezeigt und zu Wort kommen gelassen. Aber die große Mehrheit hatte mit dieser Randgruppe nichts gemeinsam, die Mehrheit wollte die Macht in der Hand eines Sunniten sehen und die Einführung des islamischen Rechts und eines islamischen Staatswesens. Darum ging es der Opposition und der Führung der FSA nicht umsonst sind die Farben der Fahne des "Freien Syriens" schwarz-weiß-grün.
Anzunehmen das am Ende des Prozesses eine Demokratie nach unseren Wünschen dort geben wird ist absurd, es wird ähnlich laufen wie in Ägypten, die Menschen werden islamische Parteien wählen und der Westen wird erschrocken sein und einen genehmen Diktator einsetzen (s. Ägypten).

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abisi 30.09.2015, 20:23
107. Die falsche Haltung

Es ist tatsächlich ein blutiges und mieses Spiel, das nicht erst seit gestern im Nahen Osten gespielt wird. Allerdings ist die Haltung des Autors zu diesem Spiel nicht wirklich kritisch, sondern auf eine falsche Weise parteiisch. Folgende Punkte des Artikels machen das deutlich: 1. Die dreimalige Anrufung des Publikums Stärke zu zeigen ("wollen wir so schwach sein", "wir senden ein Zeichen der Schwäche", "unsere Bereitschaft, uns einschüchtern zu lassen") 2. Das simplifizierende Freund-Feind-Schema ("Der Westen und die Diktatoren") 3. Die psychologisierende Abwertung vermittelnder Stimmen ("Die Debatte rührt an tiefsitzende psychologische Komplexe") 4. Schiefe Vergleiche (kurz, Honecker und die Fassbomben). -- Auch wenn es nicht so gemeint ist, aber das sind klassische Topoi der Kriegsrhetorik - und die brauchen und möchten wir nicht. Was wir brauchen ist eine Debatte, die fordert, geradezu einklagt, dass die USA und Russland endlich den Weg zur Kooperation finden!

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melnibone 30.09.2015, 20:25
108. Wird er nicht.

Zitat von kuac
Angeblich sind alle gegen den IS. Die USA, FR, GB oder die Türkei bombardieren den IS. Erstaunlicherweise hat das alles gar keine Wirkung und der IS wird zunehmend großer. Ist das alles in der Realität nur Schaukämpfe des Westens? Saudis bombardieren in Jemen, aber gegen den IS in Syrien tun sie nichts. Wieso ist die Arabische Liga nicht in der Lage eine Armee gegen den IS aufzustellen? Wahrscheinlich wollen die Sunniten gegen den IS Sunniten gar nicht kämpfen. Was bleibt denn noch übrig? Russland, Assad und Iran. Ich fürchte aber, dass der Westen es nicht dulden wird, wenn diese Länder im Nahen Osten Oberhand gewinnen. Also, der IS wird bleiben.
Der IS ´tummelt´ sich auf oder in der Nähe von Ölfeldern.
Letztlich wird es eine internationale Allianz und eine Stationierung von Truppen zur Sicherung der Ölfelder geben.
Zugleich wird damit der IS Einnahmequelle-Brunnen ´versiegen´!?
Die IS wird bald Geschichte sein!
Welche Splittergruppen danach entstehen bleibt erstmal offen.

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schocolongne 30.09.2015, 20:27
109. Horrende Naivität, meilenweit an der Realität vorbei.

Nils Minkmar's Debattenbeitrag ist ja gut gemeint, nur ist es nun leider einmal so, das sich die Verhältnisse (vermutlich nicht nur) in der Muslimischen Welt nicht "par ordre du mufti" lösen lassen, der Sturz der Diktatoren hat weder Irak, Libyen, noch sonst einem dieser staatlichen Konstrukte Frieden gebracht.

So bitter es ist: wären Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi noch an der Macht, würden millionen Tote noch leben, den Toten ist es meist egal wer sie umgebracht hat.

Gerade diese üblen Diktatoren, so auch Assad, haben den ganz offensichtlich schädlichen Einfluss der Religion / Religiosität zurück gedrängt und in Schach gehalten und damit womöglich weitaus mehr Menschenleben gerettet als sie für den eigenen Machterhalt vernichtet haben.

Vielleicht ein zynisch wirkendes Fazit, aber ist es anders herum nicht mindestens genau so zynisch?

Im Vergleich hinterhältigster Anschläge islamistischer Terroristen mit gegen diese gerichteten Drohnen-Angriffen der USA, ist die Zahl unschuldiger Opfer durch Drohnen-Angriffe sehr viel geringer und selbstverständlich überhaupt nicht weniger traurig. Gleichwohl scheint der Drohnen-Krieg bislang die effizienteste Waffe gegen Terroristen zu sein, was also ist der beste Weg?

Wenn schon die Weisen Islam-Gelehrten der Al-Azhar-Universität offensichtlich zu Feige sind, kraftvoll eindeutig Stellung zum islamistischen Extremismus zu beziehen, ist der Orient verloren.

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