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Verhüllte Statuen in Rom für Rohani: Kulant bis zur Unkenntlichkeit
DPA

Irans Präsident Hassan Rohani reist nach Italien, und Rom verhüllt seine Statuen, damit man deren Nacktheit nicht sieht. Das ist keine Höflichkeit, das ist Übereifer.

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purzel1950 27.01.2016, 11:12
150. Mein Gott

Leute, wir leben im Kapitalismus!
Lest mal beim ollen Trierer, Marx hieß der übrigens, was
der schon vor 160 Jahren im "Kapital" geschrieben hat
über Kapitalismus. Kostprobe sinngemäß gefällig?
Bei genügend Profit macht der Kapitalist sogar
Geschäfte mit dem Teufel, selbst auf die Gefahr des
eigenen Untergangs hin.
Also, Schaum abwischen, ist doch Alles im Lot.
MfG
Geht jetzt aber nicht speziell gegen den Iran.
Ist schlicht und einfach Usus.

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southwestgirl 27.01.2016, 11:16
151.

Zitat von Peter Eckes
Wenn die Bundespräsidenten in der Holocaustgedenkstätte in Jerusalem mit Judenkäppi auflaufen ist das kein bißchen weniger peinlich.
Ich war nie in Yad Vashem, könnte mir aber vorstellen, dass eine Kopfbedeckung für Männer dort Vorschrift ist. In Synagogen ist das im Allgemeinen so, selbst wenn die Synagoge (wie z.B. im ostfriesischen Dornum) nur noch Gedenkstätte ist. Alle männlichen Besucher müssen sich am Eingang eine Kippa aus einer Kiste nehmen und diese aufsetzen, falls sie nicht schon mit einer Kopfbedeckung (sogar ein Baseballcap wird akzeptiert) ankommen.

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Wolfgang Lorenz 27.01.2016, 11:29
152.

Frank Patalong weist darauf hin, der iranische Gast wäre selbst dann allenfalls einem begrenzten Leidensdruck ausgesetzt gewesen, wenn das Holz den Blick auf die Bereiche freigegegeben hätte, „die anders sind als daheim“. Nun, wenn man von flächendeckenden Beschneidungsritualen im Land des Gastes einmal absieht, läßt sich eine „Wiedererkennung“ der angesprochenen Bereiche nicht gänzlich auszuschließen.

Die eilfertige Beflissenheit beim Anfertigen der hölzernen Verdeckung hingegen läßt ahnen, es könnte sich um Bretter handeln, die für den Gastgeber „die Welt bedeuten“.

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syracusa 27.01.2016, 12:30
153.

Zitat von falconero
Diese Schurken Staat ist verantwortlich für 3 Kriege im Nahenosten
Diese Behauptung würde ich doch nochmals überprüfen.

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serbskisokol 27.01.2016, 12:30
154. Man kanns auch übertreiben

Zitat von TheBear
Wie war das noch: Wenn man ein Land besucht, passt man sich an dessen Kultur an. Wenn man das nicht will, fährt man nicht in dieses Land.
Schade übrigens, daß man nicht etwas deutlicher zum
Verhängen der antiken Statuen in Rom sagen darf.Ist doch m.E.keine Beleidigung der Religion des Gastes.
Von wegen Diplomatie, Porzellan zerdeppern und so.
Ich hätte da einen Vorschlag a la Sketch Harald
Juhnke mit der "Wunderbrille" zu 2000 Mark.
Einmal aufsetzen - alle erscheinen nackt. Brille Absetzen -alle wieder angezogen.
Dann würde der hohe Gast nur die "Gegenbrille"
brauchen. :) :)Aber lieber Klappe halten, sonst
Charlie Hebdo?

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syracusa 27.01.2016, 12:33
155.

Zitat von mattoregiert
sowas gibt es bei uns auch , viel enger kariert , wenn Kindergärtnerinnen bei Sankt Martin vom Lichterfest sprechen...
Naja, vor langer, langer Zeit haben die Katholiken das heidnische Lichterfest gekapert und haben das in "St-Martins-Fest" umbenannt. Mit Weihnachten und Ostern haben sie's genau so getrieben.

Sie sehen: diese kleinkarierte Umbenennungsmanie ist schon seit langer Zeit bei uns üblich. Oder mit anderen Worten: die Religionen kommen und gehen, die Feste feiern wir aber auf jeden Fall.

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dubjack 27.01.2016, 12:47
156. Quo vadis, Italia?

Was ich nicht so ganz verstehe, je höherrangig der Gast, umso mehr muss verhüllt werden und der einfache Moslem muss den Anblick ertragen oder wie? Und hätten es einfache Tücher nicht auch getan? Hätte man gleich nach Durchgang Rohani leicht wieder entfernen können.Diese Klohäuschen am Wege hätte ich den sonst so stilsicheren Italienern nicht zugetraut. Und wer bei dem Bankett keinen Wein trinken will, der soll halt Wasser trinken. Wir hätten da übrigens noch einen Spezialisten, der sogar dieses profane Getränk auf Wunsch in Wein verwandeln kann, so stehts jedenfalls geschrieben. Mein Vertrauen in die Italiener bezüglich des Umgangs mit solch rücksichtsvollen Obrigkeiten ist jedenfalls ungebrochen!

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dirk1962 27.01.2016, 13:53
157. Blanker Unsinn so was

Ich denke es handelt sich den Statuen eindeutig um Kulturgüter, die einfach zu Italien gehören. Sie jetzt zu verhüllen finde ich einfach lächerlich. Wenn der Präsident des Iran damit nicht klar kommt, soll er hält zu Hause bleiben.

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herr wal 27.01.2016, 15:02
158.

Zitat von klaus.mueller4
Welch eine Schande, da kommt einer der finstersten Despoten der Welt und eine demokratisch legitimierte Regierung weiss nichts anderes zu tun als ihm in den ... zu kriechen. Als vor vielen Jahren das gleiche in Deutschland passierte, mit dem Shah, dem Vorgänger-Despoten, da löste es immerhin die Revolte der 68-er aus. Eine solche Regierung gehört sofort ihres Amtes enthoben, oder erwartet irgend jemand von einer Regierung mit einem derartigen Mangel an Rückgrad, dass sie etwas Positives für ihr Land leistet?
Na ja, vielleicht steckt ja doch mehr dahinter als das ganz Offenkundige. Dass die Aktion nicht ohne Medienecho bleiben würde, konnten sich die Römer ja wohl denken. Und da ist es ja wirklich halbwegs naheliegend, dass sie den Perser ganz unschuldsvoll ein bißchen vorgeführt haben. Was der aber erst nachträglich aus der Presse erfahren haben dürfte. (Falls er sowas liest.) Und vielleicht hat die römische Stadtverwaltung ja tatsächlich in alten Büchern von den 68er Jubelpersern in Berlin gelesen und sich davon inspirieren lassen. Nach dem Motto: wenn wir gebeten werden, iranische Despoten ein wenig zu diskreditieren, ja bitte, gerne. Wenn die es halt so wollen.

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herr wal 27.01.2016, 15:19
159.

Zitat von Stanley365
... denn Herr Rohani kommt nicht als Bittsteller nach Rom sondern als Großeinkäufer. Sein religiöses Weltbild wird ganz sicher nicht durch ein paar marmorne Geschlechtsteile ins Ungleichgewicht kommen. Aber die Italiener brauchen einträgliche Großaufträge aus dem Iran. Und da stimmt man den geneigten Einkäufer durch ein paar Gesten doch gerne milde und spendabel.
Hihi, wenn das so sein sollte, dann zeigt sich ja wieder mal, dass Fernsehkrimis die Realität realistischer abbilden, als die Nachrichten es tun. Ich sag nur Donna Leon, Commissario Brunetti und sein Chef. Aber wenn die italienische Großindustrie der Stadtverwaltung von Rom in die Statuenbehandlung reinfunkt, dann hat sie eventuell Signorina Elettra nicht auf dem Bildschirm gehabt.

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