Forum: Politik
Verlust des Spitzenrankings: Obama gelobt härteren Sparwillen

"Wir müssen zusammenarbeiten": Nach dem Verlust des Spitzenrankings ruft US-Präsident Obama*die zerstrittenen Parteien*zu*Geschlossenheit auf - an seiner Finanzpolitik will er allerdings*festhalten. Die führenden Wirtschaftsnationen haben erste Reaktionen angekündigt.

Seite 7 von 8
Spiegelkritikus 07.08.2011, 12:20
60. Das Schuldendrama

Die Länder dieser Erde versinken bis auf einige Ausnahmen mehr oder weniger in Schulden. Dafür gibt es zwei Hauptgründe:

1. Reiche Kapitaleigner und (Groß-)Unternhemen werden viel zu niedrig besteuert und Schlupflöcher nicht geschlossen.
2. Zins und Zinseszins treibt die Verschuldung - zusätzlich zu Neuverschuldungen - ständig in die Höhe, was eine Tilgung im der Regel unmöglich macht.

Zu 1: Als Beispiel sei der US-Großkonzern General Electric angeführt. Dieser verbuchte 2010 einen Gewinn von 17 Milliarden US-Dollar. Der Finanzabteilung des Konzerns gelang es, das Unternehmen so arm zu rechnen, daß die Steuerlast nicht etwa nur bei 0 lag, sondern vom Staat über 3 Milliarden erstattet wurden! Für derartig verfehlte Steuerpolitik gibt es viele Beispiele, auch in anderen Staaten.

Zu 2: Die betreffenden Länder sind gefangen in den Klauen der internationalen Finanzmafia. Berücksichtigt man Punkt 1, dann werden die Bevölkerungen langsam aber sicher enteignet, denn die einfachen Arbeitnehmer und Bürger bezahlen ganz überwiegend die horrenden Zinskosten über ihre Steuern.

Politiker, Finanz- und Wirtschaftsbosse sprechen in diesem Zusammenhang gern von "alternativlosen" Sachzwängen, in Wahrheit handelt es sich um eine gigantische Umverteilungsmaschinerie von Unten nach "Oben". Politiker verstehen entweder die tatsächlichen Zusammenhänge nicht, oder aber sie sind ebenso wie einschlägige Medien von den Kapitaleliten gekauft. Demokratie verkommt unter diesen Umständen immer mehr zur Fassade, hinter der die Finanzoligarchen ihr Akkumulierungsspiel betreiben.
In den USA ist diese Perversion besonders weit fortgeschritten, aber auch Deutschland ist gut mit von der Partie. Die benachteiligte Mehrheit der Bürger werden systematisch an der Nase herum geführt und wählen gegen ihre eigenen Interessen. Schöne neue Kapitalwelt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fritzyoski 07.08.2011, 12:30
61. China

"Die Volksrepublik verlange, dass die USA ihre strukturellen Schuldenprobleme in den Griff bekommen "
Ja und? Die koenen viel verlangen wenn der Tag lang ist. Solange die ihren Ramsch in die USA verkaufen wollen bleibt ihnen gar nichts anderes uebrig als US Treasuries zu kaufen. Deshalb am besten Fresse halten. Das gleiche gilt fuer Deutschland. Wer unbedigt einen Handelsueberschuss haben muss der darf davon ausgehen auf vielen seiner Forderungen sitzen zu bleiben bzw Rettungsschirme stricken zu muesssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
IvanIvanowitsch 07.08.2011, 12:41
62. ..

Zitat von kayoo
Also woher soll das Geld kommen ? Die wenigen noch weltweit angesagten amerikanischen Marken wie die Firma mit dem Apfel, die Softwarepanscher von Winzigweich und ... ja also ... und .... los jetzt welche noch Boeing vielleicht ..... ähm jetzt fällt mir nichts mehr ein .... (gibt es noch mehr bekannte amerikanische Firmen, die wirklich noch Geld verdienen)
General Electric, Google, Coca Cola, Pepsi, Procter & Gamble, Johnson & Johnson, Citi gorup, Ford, Goldman Sachs, J.P. Morgan, McKinsey, Boston Consuling Group, Kraft Foods, McDonalds, Burger Kind, Amazone, Yahoo usw.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kalix 07.08.2011, 12:43
63. Selbst schuld !

Ein Kollege sagte einem Mitarbeiter eines kurz vor der Insolvenz stehenden Unternehmens, daß ohne Geld dieses jedes Recht auf weitere Handlung verlieren wird. Im Falle USA bedeutet das, daß der "Westen" sich bereits verabschiedete; durch eine handlungsunfähige USA und durch eine zerstrittene "Europäische Union". Die Verschuldung der Natinalstaaten und die sich hieraus ergebende beschämende Darstellung des € hat auch der EU bereits die Handlungsunfähigkeit genommen. Statt innerhalb der EU einen starken Block von Nationalstaaten zu bilden, die auch ausserhalb der EU eine Führungsverantwortung wahrnehmen zu können, zerreiben wir uns am € und an dem Logo der EU: "Vielfalt in Einheit". China ist für eine Ordnungsmacht "noch" nicht reif genug; Rußland als Ordnungsmacht zu benennen, entspricht der Tatsache, daß der Teufel Aufsicht über den Kirchenschatz erhält. Auch ich habe oft über den Hegemonialismus der USA gegrübelt; doch ohne die Ordnungsmacht USA und durch eine notwendige Erneuerung des Weltfinanzsystems sind unsere Chancen vergleichbar mit der Wahrscheinlichkeit, daß ein Verein aus der 5. Liga Deutscher Pokalmeister wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
b.oreilly 07.08.2011, 13:03
64. Wird schon!

Nur die Klugen machen jetzt Schulden ohne Ende! Die Dummen schränken sich ein und darben. Am Ende wird ehedem alles, ob nun in den USA oder Europa, über eine kontrollierte Inflation entschuldet. Was meinen Sie denn, warum die Leitzinsen so tief sind!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
doc 123 07.08.2011, 13:12
65. Andere Zeiten!

Zitat von pragmat
Die USA werden weiter fröhlich Geld drucken und Schulden machen bis zum Sankt Nimmerleinstag. Und wenn die Beurteilungsfirmen die Noten verschlechtern und die Anleger höhere Zinsen verlangen, werden eben nochmals ein paar Scheinchen mehr gedruckt. Man hat ja schließlich eine Weltwährung, deren Wert man selbst bestimmt, im Gegensatz zum Euro. Man hat auch Erfahrung mit fremden Währungen. Schließlich hat man den Indianern einstmals das Land mit Glasperlen und Schnaps abgeluchst, schon vergessen?
NUR leider vergessen Sie offensichtlich, dass es sich dabei um andere Zeiten gehandelt hat. NUR mit Inflation entstehen keine neuen Arbeitsplätze und auch kein Wirtschaftswachstum. IN den vergangenen Jahrzehnten konnte dies noch durch diverseste Kriege - analog zu Ihrer Indianergeschichte - kompensiert werden; heute jedoch hat man dazu weder die finanziellen Möglichkeiten, sondern auch noch die zusätzliche aufstrebende Ordnungsmacht China, die ein künftiges weltpolitisches Agieren der USA sicherlich zu verhindern weiß.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mhwse 07.08.2011, 13:13
66. nicht ganz

Zitat von pragmat
Amerika d.h. die USA werden sich schon selber retten. Aber nicht dadurch, dass sie ihren Gläubigern erzählen, diese sollten auf einen Teil ihres Geldes verzichten = Schuldenschnitt. Die USA werden weiter fröhlich Geld drucken und Schulden machen bis zum Sankt Nimmerleinstag. Und wenn die Beurteilungsfirmen die Noten verschlechtern und die Anleger höhere Zinsen verlangen, werden eben nochmals ein paar Scheinchen mehr gedruckt. Man hat ja schließlich eine Weltwährung, deren Wert man selbst bestimmt, im Gegensatz zum Euro. Man hat auch Erfahrung mit fremden Währungen. Schließlich hat man den Indianern einstmals das Land mit Glasperlen und Schnaps abgeluchst, schon vergessen?
global mag das stimmen .. im Lande (USA) nicht, denn dazu müssten Löhne und Steuern erhöht werden.

Wenn die Geldmenge erhöht wird, ohne gleichzeitig weitere Gegenleistungen zu bieten sinkt der Zahlwert des Geldes.

Selbst wenn wenn man zu Grunde legt, dass der $ Weltwährung bleibt, verteuert sich der Energiepreis (Schere zwischen Einkommen und tatsächlichen Kosten in USD) und damit Alles bis zum Hamburger in USA.

Ggf. sterben 40 - 50 Mio. US Amerikaner Sang und klanglos und ohne aufzusprechen, den Hungertod auf der Strasse.

Sicher bin ich mir da nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fritzyoski 07.08.2011, 13:14
67. Handelsbilanz

Zitat von pragmat
. Die USA werden weiter fröhlich Geld drucken und Schulden machen bis zum Sankt Nimmerleinstag. Und wenn die Beurteilungsfirmen die Noten verschlechtern und die Anleger höhere Zinsen verlangen, werden eben nochmals ein paar Scheinchen mehr gedruckt.
Solange es Laender gibt wie Japan, China und Deutschland die darauf bestehen einen Handelsueberschuss zu haben wird
diese Strategie auch funktionieren. Wer nicht genuegend Waren importiert der muss eben Schuldscheine seiner Handelspartner importieren oder sein Zeug einfach verschenken (Stichwort Griechenland). Die USA koennen also getrosten weiterhin Geld drucken solange es genuegend Dumme auf dieser Welt gibt die dieses Geld als Gegenleistung fuer ihre Waren akzeptieren.
Das witzige an diesem Sachverhalt ist das die Dummen auch noch stolz darauf sind einen Handeksueberschuss zu haben und sich dann beschweren das die Handelspartner Geld drucken oder Rettungsschirme benoetigen. Nein, die USA werden erst aufhoeren Geld zu drucken wenn der $$ nicht mehr von den Handlespartnern akzeptiert wird und das kann noch sehr lange dauern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kalaharry 07.08.2011, 13:33
68. Rüstungsbillionen

Zitat von lynx2
Die Rüstungsindustrie ist zu stark, bzw. die brauchen keine Lobby. Die Reps und weite Teile der Demokraten machen die Lobby für die, weil sie Wahlkampfspenden bekommen. Legale Form der Korruption.
Wer Rüstung will, soll sie bezahlen. Also Steuern rauf für die Rüstungsindustrie, was sonst?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mistermambo 07.08.2011, 14:07
69. ...

[QUOTE=Spiegelkritikus;8449475] Politiker, Finanz- und Wirtschaftsbosse sprechen in diesem Zusammenhang gern von "alternativlosen" Sachzwängen, in Wahrheit handelt es sich um eine gigantische Umverteilungsmaschinerie von Unten nach "Oben". Politiker verstehen entweder die tatsächlichen Zusammenhänge nicht, oder aber sie sind ebenso wie einschlägige Medien von den Kapitaleliten gekauft. Demokratie verkommt unter diesen Umständen immer mehr zur Fassade, hinter der die Finanzoligarchen ihr Akkumulierungsspiel betreiben.[QUOTE]

-----------------------------------------------------------

Es wird Zeit, sich endlich mit neuen Regeln an das Thema "Westliche Zivilisation" heranzuwagen. Die alten Regeln waren für die Zeit gedacht, in der die "Herrschaft des Rechts" die Herrschaft der Könige abgelöst hatte. Wir befinden uns allerdings seit geraumer Zeit - leider will das niemand wissen - in einer Phase, die man als "Herrschaft des Geldes" bezeichnen muss. Anders gesprochen - wir leben nicht mehr in einer Demokratie, sondern im Kapitalismus. Daher ist es auch nur folgerichtig und ehrlich, wenn die Herren (und Damen) in der Funkionärsebene von "Alternativlosigkeit" sprechen.

Die Alternative zu Geld wäre nämlich entweder "mehr Geld" oder "kein Geld". Das ist aber eigentlich keine Alternative sondern ein Zustand wie an oder aus, 1 oder 0 usw.

Vielleicht sollten die Politiker das Feld räumen und den Ratingagenturen bzw. den großen Geldinstitute die Geschicke ihrer Länder komplett anvertrauen - und nicht nur die Finanzierung.

Es wäre zumindest mal ein interessanter Gedanke, was danach wohl passieren würde. Man stelle sich Ackermann als König der Euroländer vor. Ob dann feudale Erbmonarchie oder einfache Cliquenwirtschaft bei der Weitergabe des Zepters praktiziert werden sollten, können dann ja die Ratingagenturen bestimmen. Vor denen sind die Unternehmen bzw. deren Herrscher nämlich auch nicht sicher.

Gruß
Mistermambo

P. S.
Ich glaube nicht, dass die US-Ratingagenturen es gewagt hätten, zu George W. Bushs Zeiten die Bonität der USA herabzustufen.

Na ja - der "W" sitzt vermutlich auf seiner Ranch in Texas, hat wahrscheinlich immer noch nicht begriffen, was er da angerichtet hat und schießt höchstwahrscheinlich aus dem Küchenfenster illiegale Einwanderer nieder...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 8