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Vermittlerrolle für Deutschland in Syrien: Westerwelle weist Assads Vorschlag zurück
REUTERS

Bashar al-Assad bringt im SPIEGEL-Interview Deutschland als möglichen Vermittler im Syrienkonflikt ins Gespräch. Außenminister Westerwelle lehnt den Vorschlag jedoch strikt ab - und rügt den Diktator dafür, dass er den Krieg in seinem Land herunterspielt.

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juerler@saxonia.net 06.10.2013, 10:02
1. Vermittler

Zitat von sysop
Bashar al-Assad bringt im SPIEGEL-Interview Deutschland als möglichen Vermittler im Syrienkonflikt ins Gespräch. Außenminister Westerwelle lehnt den Vorschlag jedoch strikt ab - und rügt den Diktator dafür, dass er den Krieg in seinem Land herunterspielt.
Das war ja logisch! Da kann man ja nicht mehr hetzen. Als Befehlsempfänger der Amerikaner wäre das ja auch nicht möglich gewesen außer Kommentare auch mal eine konstruktive Rolle in der Welt einzunehmen.
Gr0ße Worte aber kein Rückrat siehe NSA.
Ich bin Stolz auf Deutschland und ihrer Regierung!

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topodoro 06.10.2013, 10:16
2. Da meldet sich also die scheidende Regierung nochmals zur Wortmeldung

Und natürlich lehnt sie eine friedliche Vermittlerrolle Deutschlands ab.

Merkel und Westerwelle können ja mal sagen, wann und wo sie, Lakhdar Brahimi, den Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen, und dessen Vermittlungsbemühungen für eine politische Lösung wir mit "aller Kraft" unterstützt haben.
Wann und wo und mit was haben Merkel und Westerwelle den Lakhdar Brahimi unterstützt ?

Butter bei die Fische !

Westerwelle kann ja noch nicht einmal zutreffend die "Bürgerkriegsparteien" Syriens benennen.

Er sollte aber doch wissen, wem er da in Syrien die Millionen hat zukommen lassen, oder ?

Peinlich, peinlich Herr Westerwelle !

Und so einer redet in unserem Namen.

Dem hat ja der Wähler ein Ende gesetzt.

Zum Glück.

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Heike111 06.10.2013, 10:26
3. warum geht Herr Assad denn nicht einfach

zu seinen Freunden. Ach Baschar al Assad geh doch einfach zu denen, die dich unterstützen. Ach wie, sind kaum welche da? Na guckst du mal. Herr Westerwelle, gut gemacht. Und wenn uns auch Terror und sonstwas überrollt, die Nichtunterstützung eines Kriegstreibers wie Assad, ist das wichtigste zuerst. Und wir müssen hören was er sagt, und dieses der Westen ist al Qaida treuer als mir, erkennen als das was es ist, einfach nur dreckige Lüge. Und wir müssen sehen, dass Herr Assad Deutschland benutzen will. Ich weiss nicht was wir in Syrien machen sollen wirklich nicht, aber wir dürfen einem Assad nicht helfen.

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Europa! 06.10.2013, 10:27
4. Vermittler

Zitat von sysop
Bashar al-Assad bringt im SPIEGEL-Interview Deutschland als möglichen Vermittler im Syrienkonflikt ins Gespräch. Außenminister Westerwelle lehnt den Vorschlag jedoch strikt ab - und rügt den Diktator dafür, dass er den Krieg in seinem Land herunterspielt.
Dass es keinen Sinn hat sich - auch als "Vermittler" - in die Konflikte in der islamischen Welt einzumischen, hat wohl Afghanistan gezeigt. Bei der Installierung der dortigen Regierung hat Deutschland seinerzeit eine durchaus führende Rolle gespielt - und endet als kriegführende Partei, die nach dem umstrittenen Luftschlag auf die gestohlenen Tanklastzüge militärisch wie moralisch geschlagen das Feld räumen muss. Der Westen kann Assad nicht retten, selbst wenn er es wollte.

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h.kp 06.10.2013, 10:36
5. Wie kann man so etwas ablehnen

Bitte doch erst mal höflich anhören und dann für eine eigene Position werben.
Die könnte so aussehen:
Was , wie auch sonst im arabischen Frühling als bürgerliche Revolution begann, wird von islamistischen Kräften ausgenutzt und dank tumpen Wahlvolkes ( Tunesien und Ägypten) oder per Waffenlieferung aus Saudi-Arabien "demokratisch" oder militärisch übernommen.
Die Situation hat sich also grundlegend geändert und erfordert eine Neubewertung.
Es müssen endlich DARÜBER Verhandlungen her und evt. hat Assad dies auch inzwischen verstanden.
Es muß eine Allianz geschmiedet aus Assad’s Militär und en laizistischen Aufständischen, auch wenn da beide Seiten Kröten fressen müssen.
Diese Allianz sollte von einer Regierung geführt werden, die das Ergebnis der Verhandlungen ausmacht. Er, Assad selbst sollte nicht mehr an dieser neuen Allianz mitwirken können, weil er zu Anfang der Kämpfe zu viel auf die demokratische Revolution hat schießen lassen, aber ein moderater Nachfolger für seine Alawiten-Fraktion muß auch legitimerweise dabei sein.
Es wäre nicht verkehrt, wenn dieser neue Kampf von anderen (auch, wenn sie nicht demokratisch sind) arabischen Staaten ( Marokko, Algerien, jetzt Ägypten, vielleicht sogar Iran als counterpart) aktiv mit ausgefochten würde, vielleicht sogar militärisch geführt würde, denn Amerikaner und NATO fordern nur neue Feindbilder herauf.
So könnte der Krieg und das Leider der Bevölkerung schneller beendet werden.
Zur Vermeidung von den üblichen Fehlern nach einem Sieg sollten danach -besser als Demokratie und schnelle Wahlen - integrierende Persönlichkeiten mit der Regierung beauftragt werden, die einer Demokratie langfristig ( 10 bis 15 Jahre) den Weg ebnen können. Eine schnelle Einführung von Demokratie hat in Tunesien oder Ägypten oder Deutschland nach 1918 auch zunächst nur Chaos produziert.
Eine Bevölkerung, die nur Macht von oben kennt, wird sich nicht nach Ende dieser Epoche, sofort demokratisch ( friedliche Akzeptanz einer anderen Meinung, Schutz ethn. und religiöser Minderheiten etc.) verhalten, sondern das Vorbild in anderer Weise kopieren. Siehe franz. Revolution-Napoleon, Deutschland-Hitler, Iran-Aytollahs, Ägypten-Mursi etc.
Nur so kann dieses Land vor dem schlimmsten bewahrt werden und das muß Assad deutlichst klar gemacht werden.......

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lezel 06.10.2013, 10:52
6. Gut so!

Die Ablehnung ist völlig richtig.

Maßgeblich ist die Position der UN. Assad will den Eindruck erwecken, diese Position stehe zur Verhandlung und es gelte, zwischen der UN und ihm einen Kompromiß zu finden. Letztlich will er damit nur die UN schwächen.

Es ist richtig, daß Deutschland einen solchen Versuch ablehnt.

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tvinnefossen 06.10.2013, 11:03
7. Von vorgestern?

Zitat von Heike111
..... Herr Westerwelle, gut gemacht. ...
Bin ich von vorgestern, wenn ich es befremdlich finde, daß ein deutscher Außenminister auf einen Vorschlag reagiert, den irgendwer in irgendeinem Zeitungsinterview äußert?

Stört sich wirklich niemand sonst daran, daß Medien offensichtlich nicht mehr über Politik berichten, sondern Politik machen, bzw. daß unsere gewählten Vertreter den zum demokratische System gehörenden aber dennoch nicht demokratisch legitimierten und von niemanden mit einem Mandat ausgestatteten Medien diese Rolle zubilligen?

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Gerdtrader50 06.10.2013, 11:08
8. Was erwartet Assad ?

Glaubt der, ein Aussenminister der BRD, noch dazu Westerwelle, würde sich in sein Kriegsgebiet begeben ? Oder wäre interressiert, sich vor Ort ein unvoreingenommenes Urteil zu bilden ? Der hält es lieber mit den Amis, die sich mit Al Quaida halten, der Organisation, welche ihnen 9/11 beschert hat und beliefern diese mit Waffen und Munition. Da kann doch Westerwelle nicht dagegen sprechen.

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ermanerich 06.10.2013, 11:09
9. Beifall Herr Westerwelle,

Zitat von sysop
Bashar al-Assad bringt im SPIEGEL-Interview Deutschland als möglichen Vermittler im Syrienkonflikt ins Gespräch. Außenminister Westerwelle lehnt den Vorschlag jedoch strikt ab - und rügt den Diktator dafür, dass er den Krieg in seinem Land herunterspielt.
da gibt es wenigstens keinen Rüffel beim wöchentliche Rapport in der US-Botschaft.

Dass jedoch verhandeln besser ist als schiessen und Krieg, scheint ihnen doch eher entfallen zu sein.

Jemanden zurückzuweisen, der Verhandlungen wünscht und sucht, und dabei Hilfe bei seinem Feind sucht, einem "Freund Syriens", grenzt schon an ein Verbrechen. Hat doch dieser Herr alle Möglichkeiten die verhandlungsunwilligen Gegner des Despoten an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Wenigstens bleibt uns dieser bisher schlechteste aller Aussenminister in Zukunft erspart, der das Erbe von Herrn Genscher verschleudert hat.

Die Deutschen waren in Nahost immer willkommene Vermittler, und erzielten dabei beachtliche Erfolge. Das ist dank dieses spätrömisch Dekadenten nun vorbei.

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