Forum: Politik
Verständnis für den Mord an Walter Lübcke: Die Extremisten aus Pegidistan
David W. Cerny / REUTERS

Der Mord am Kasseler CDU-Politiker Walter Lübcke sei "eigentlich bald eine menschliche Reaktion". Mit solchen Aussagen qualifizieren sich Pegida-Teilnehmer als Extremisten. Sie erinnern damit an Islamisten.

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Spoon783 05.07.2019, 20:45
50. Recht hat er! Danke!!

Dieser schlimmen Form von Intoleranz und Hass muss man sich gegenüber stellen. Und jetzt muss er wahrscheinlich traurigerweise auch mit morddrohungen rechnen. Diese Nazis wissen gar nicht was unser Land ist: Nämlich frei, tolerant und offen!!

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erdlingleser 05.07.2019, 20:53
51. Zeit sich zu bewegen

Danke, Haznain Kazim, für diesen Kommentar. Genauso sehe ich das auch. Erfreulich auch die vielen zustimmenden Posts. Ich hoffe mich nicht zu irren, wenn ich glaube, dass wir in der Mehrheit sind und es auch bleiben werden. Dafür müssen wir uns allerdings vermehrt anstrengen und für unsere Ideale, die zum Wohle ALLER im Grundgesetz verankert sind, wirklich kämpfen - und sei es nur im Familien- und Freundeskreis. Das ist ohnehin oft schwieriger und schmerzhafter als mit Fremden zu debattieren. Ich verstehe mittlerweile meinen 68er Vater viel besser als früher, der es nicht ertragen und unkommentiert lassen konnte, wenn sein (ex-SS-Offizier-) Schwiegervater bei Familienzusammenkünften revanchistisches Gejammer und faschistische Anspielungen von sich gab. Als Kind schmerzte mich die Streiterei und Disharmonie, aber sein Widerspruch war richtig und wichtig.

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neue_mitte 05.07.2019, 20:58
52.

Man sagt ja immer landläufig, dass die Entnazifizierung in der BRD nicht wirklich konsequent durchgeführt wurde und die Nazis sich bloß reinwuschen. Das aber scheint nichts gegen die schiefgelaufene Entnazifizierung in der DDR. Und ja, ich meine den Osten als gesamtes Gebilde. Denn wie kann es sonst sein, dass bei der Europawahl im fränkisch geprägten Süden von Thüringen die AfD mit 25% aus dem Wahlsonntag ging und in Franken jenseits der Grenze nur 10% erzielt wurden. Von der Wirtschaft, Kultur und Infrastruktur unterscheiden sich die Gebiete kaum, es gibt landesübergreifende Bünde, der LK Sonneberg ist gar Mitglied der "Metropolregion Nürnberg".

Es muss also irgendwas historisch belastetes sein, dass auf der einen Seite 25% und auf der anderen Seite 10% die AfD wählen. Es kann ja nicht nur die CSU in Bayern sein, die als Alternative zur Verfügung stand, welche die fränkischen Südthüringer nicht hatten.

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fsteinha 05.07.2019, 21:06
53. Sie wollen uns tot sehen

Oder interpretiere ich das falsch, dass die Herrschaften in Dresden alle Volksverräter für Schlachtvieh halten. Um Volksverräter zu sein, reicht es ja offenbar, einfach ihre Meinung nicht zu teilen.
Merkt ihr was hier abgeht?

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kassandra21 05.07.2019, 21:26
54. Hätte man wissen können

Tja. Hätte uns doch nur einer rechtzeitig gewarnt. Dabei haben es Hunderte getan. Auch schriftlich. Als ich die Pegidioten(TM) bei einem anderen Hamburger Blatt als die Faschisten bezeichnet habe, die sie sind, wurde das wegredigiert vor ein paar Jahren.
"Bitte pauschalisieren Sie nicht"
Tue ich gar nicht. Ich hatte schlicht recht.

,, Alle Welt sucht das Gespräch mit Rechtsradikalen. Warum? Haben sie einem etwas zu sagen? Ist nicht hinlänglich bekannt, was sie denken, fordern und propagieren? Wo liegt der beschworene aufklärerische Wert, wenn Henryk Broder in der `tageszeitung' Franz Schönhuber interviewt?

Muß man an jeder Mülltonne schnuppern? Niemand wählt Nazis oder wird einer, weil er sich über deren Ziele täuscht, - das Gegenteil ist der Fall; Nazis sind Nazis, weil sie welche sein wollen. Eine der unangenehmsten deutschen Eigenschaften, das triefende Mitleid mit sich selbst und den eigenen Landsleuten, aber macht aus solchen Irrläufern der Evolution arme Verführte, ihrem Wesen nach gut, nur eben ein bißchen labil etc., "Menschen" jedenfalls, so Heinz Eggert, "um die wir kämpfen müssen".

Warum? Das Schicksal von Nazis ist mir komplett gleichgültig; ob sie hungern, frieren, bettnässen, schlecht träumen usw. geht mich nichts an. Was mich an ihnen interessiert, ist nur eins: daß man sie hindert, das zu tun, was sie eben tun, wenn man sie nicht hindert: die bedrohen und nach Möglichkeit umbringen, die nicht in ihre Zigarettenschachtelwelt passen. Ob man sie dafür einsperrt oder sie dafür auf den Obduktionstisch gelegt werden müssen, ist mir gleich, und wer vom Lager (für andere) träumt, kann gerne selbst hinein."

Wiglaf Droste - MIt Nazis reden

https://www.youtube.com/watch?v=nupzSsJ43m8

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Mertrager 05.07.2019, 21:27
55. Interessant

sind bei diesem Vorgang besonders auch die verordneten Denk- und Redeverbote. Dabei könnte die Einsicht beschädigt werden, dasz Mord als politisches Mittel nun einmal gar nicht geht.

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murimar 05.07.2019, 21:30
56. Freiheit muss verteidigt werden.

Diese enthemmten Menschen in unserer Gesellschaft können, je nach Umständen, ganz plötzlich als Handlanger nach oben gespült werden. Und schon ist es geduldet sich, mit deren Hilfe, seiner (jüdischen, linken, christlichen etc.) Nachbarn zu entledigen. Die Analogie zum Islamismus trifft es genau. Hier sind wir als Bürger gefragt. Hier gibt es die Biedermänner (in den Foren) und die Brandstifter (wie in 'Kontraste' zu sehen). Vielleicht etwas pathetisch, aber, "Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit".

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mucschwabe 05.07.2019, 21:33
57. @ fsteinha Nr. 53

Genau so verstehe ich das auch. Ausländer, Flüchtlinge und Migranten gehören nicht zum Volk. Liberale, linke, grüne oder auch bürgerliche Konservative und Sozialdemokraten, also alle, die nicht die Meinung der AfD, Pegida, Identitären usw. teilen, sind Volksverräter. Und Volksverräter können erschossen werden. So ticken einige von denen. Nur die Rechten gehören zum Volk. So eine Denke gab es ja schonmal in Deutschland. Ich kann übrigens nur allen das Buch: Das Netzwerk der neuen Rechten von Christian Fuchs und Paul Middelhoff empfehlen. Das öffnet einem die Augen und macht klar, dass auch die AfD tief mit diesem brauen Sumpf verstrickt ist.

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langowicz 05.07.2019, 21:38
58.

Ich hab regelmäßig mit Leuten zu tun die zu Pegida oder ähnlichen Veranstaltungen gehen. Sicher sind nicht alle so krass unterwegs, dass sie nen Mord gutheißen oder relativieren würden. Aber eines fällt bei ihnen allen auf. Sie lehnen ab was sie nur aus Erzählungen oder Berichten kennen. Migranten. Und zwar alle. Meine Erfahrung zeigt, dass sich ihre Einstellung relativiert, sobald diese Menschen persönliche Kontakte zu Migranten haben. Und noch eine Gemeinsamkeit verbindet sie. Ihre Nachrichtenquellen und ihr blindes Vertrauen zu diesen. Während sie die "Mainstreammedien" permanent hinterfragen, machen sie sich keine Gedanken darüber welche Interessen die von ihnen bevorzugten Quellen verfolgen. Sie glauben denen alles und teilen diese vermeintlichen Nachrichten sehr emsig.
Ich denke man muss mit diesen Leuten diskutieren. Ihnen den Meinungsbildungsprozess mit Pro&Contra aufzwingen. Und man muss sie mit Migranten an einen Tisch bekommen und Erfahrungen austauschen lassen. So kaltblütig das ihnen die Geschichte eines Geflüchteten nicht unter die Haut gehen würde, sind die auch nicht.
Gleichzeitig muss der Staat gegen Extremismus jeder Art vorgehen und mittels mehr Polizei und Justiz Straftäter aller Couleur schneller verurteilen.

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ichliebeeuchdochalle 05.07.2019, 21:40
59.

Zitat von widower+2
Ich stelle mir gerade vor, wie eine "unbarmherzige Eliteeinheit" der Polizei wohl zusammengesetzt sein und wie sie mit rechtsstaatlichen Grundsätzen zu vereinbaren sein wird. Man bekämpft die Rechten nicht, indem man sich auf ihr Niveau herab begibt. In Bezug auf die Justiz stimme ich Ihnen zu. Da müssten die bestehenden Gesetze endlich mit aller Konsequenz angewendet werden. In Bezug auf die Polizei habe ich allerdings die Befürchtung, dass diese Einheit selbst schwer rechtslastig wäre wie jetzt schon nicht kleine Teile der Polizei und ihre Unbarmherzigkeit mit Vergnügen an vermeintlich Linken ausüben und die Rechten - wie bisher auch - schon äußerst sanft behandeln würde.
Wurde ich mißverstanden? Die Aufgabe der "Eliteeinheit" wäre einzig, die Leute aus einer Demo herauszuholen, die die von mir skizzierten "Nazi-Straftaten" bzw. rassistische Straftaten begehen. In Abgrenzung zur bisherigen Praxis:

1. Ist die Menge groß genug, gehen Polizisten mit den abstrusesten Ausreden nicht rein. Das ermuntert diese Täter.
2. Alles nicht so wild ... sind ja nur Worte = gehen wir nicht rein
3. Nazis sind alle doof ... die wissen gar nicht was sie reden = gehen wir nicht rein
4. Wir Polizisten riskieren doch nicht für einen Hungerlohn die Auseinandersetzung, wenn wir wissen, daß die Justizverfolgung kaum stattfindet
... und so weiter

So weit hat es die Politik kommen lassen: Breite Schichten der Bevölkerung verachten mittlerweile Polizisten, aber auch Sanitäter und Feuerwehrleute.

Ein Polizist der Die Eliteeinheit sollte zum Beispiel 1.000 Euro MONATLICH mehr bekommen als ein einfacher Polizist.

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