Forum: Politik
Verständnis für den Mord an Walter Lübcke: Die Extremisten aus Pegidistan
David W. Cerny / REUTERS

Der Mord am Kasseler CDU-Politiker Walter Lübcke sei "eigentlich bald eine menschliche Reaktion". Mit solchen Aussagen qualifizieren sich Pegida-Teilnehmer als Extremisten. Sie erinnern damit an Islamisten.

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locust 05.07.2019, 21:40
60. @gedu49 #44

Mit solch einer Argumentation muss jetzt ein für alle Mal Schluss sein. Sie hält es im Kern nämlich für möglich, dass ‚besorgte Bürger‘ keinerlei überschneidende systemische Beziehungen zu ‚Rechten‘, die einen Mord für irgendwie auch gerechtfertigt halten, führen. Das, sorry, ist Blödsinn. Wenn jemand Kritik an der Aufnahme von Flüchtlingen hegt, aber politisch nichts mit IB, AfD etc. zu tun hat, der kann sich nicht in deren Reihen stellen. Punkt. Dann müssen sich diese Personen ein eigenes neues Forum schaffen, in dem rechtsradikalen, völkischen, rassistischen, sexistischen, homophoben und antisemitischen Standpunkten widersprochen werden. Dann kann die Unmutsäußerung auch als Kritik artikuliert und verstanden und dementsprechend auch begegnet werden, in der Diskussion und dem Diskurs. Diese Leute von denen Sie reden und das habe ich mehrfach bei Dresdenbesuchen zu Pegida deutlich wahrnehmen können, bewegen sich in diesen Kreisen nicht ‚trotz‘, sondern ‚genau deswegen‘ bei Pegida. Spätestens Chemnitz stellte diesbezüglich eine Zäsur dar. Wir haben es mittlerweile mit einer ‚rechten Volksfront‘ zu tun, die sich gegenseitig und wissentlich bedingt. Daraus wird ja nun auch nicht mehr wirklich ein Hehl gemacht. Zu offensichtlich ist die, je nach intellektuellen Fähigkeiten, eingesetzte Strategie: Jeder und jede, die nicht die eigenen Standpunkte vertritt (hier scheint der Konsens Merkel und die angeblich durch sie initiierte Aufnahme massenhaft krimineller Flüchtlinge zu sein, und dies gilt gleichermaßen sowohl für die Zivilgesellschaft, die Medien und Politiker) ist ein ‚Linker‘ und gleichzeitig parallel dazu jemand, der andere Meinungen nicht akzeptiert. Über diese „Logik“ konstruiert sich dann auch das ewige ‚aber die Linken‘. Gemeint sind hier nämlich längst nicht mehr steineschmeissende und Autos-abfackelnde G20 Chaoten, sondern all diejenigen, die demokratische Werte vertreten. Frau Weidel brachte es hier bereits vor geraumer Zeit auf den Punkt, als sie verkündete, dass die ‚politische Korrektheit‘ auf die Müllhalde der Geschichte gehört. Und Leuten, die diesen Header und diese Sichtweise für sich an- und übernehmen, gehören Ihrer Meinung nach also mit ‚politischer Korrektheit‘ begegnet. Wohl kaum. Diesen Menschen und ihrer Ideologie hätte schon vor vielen Jahrzehnten konsequent entgegengetreten werden müssen, lange bevor sie vom ‚Bombenholocaust auf Dresden‘, ‚dem vollen Boot‘ und ‚dem israelischen Finanzkapital‘ sprachen.

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kaeptnkris 05.07.2019, 21:41
61. Die alleon seligmachende und vereinigenden Theorie

welche das ganze Universum erklärt, also meine, besagt, dass jeder siebte ein Schloch ist. Zählt nach. Jetzt. Siehste, passt. Also dürften AfD und FDP zusammen auf ca. 15% der Wählergunst kommen. Begünstigend würden die Doofen dazukommen. Da sind wir schon bei einem Drittel. Dem Führer hat das gereicht. Also, alle Europäer, Demokraten, Freunde der Freiheit: mit Faschisten reden wir nicht. Mit Rechtsradikalen, obwohl die nichts im Sinn haben, was rechtens ist und bleiben sollte, diskutieren wir nicht. Mit den Angsthasen verhandeln wir nicht. Wir stecken sie alle ins Café Viereck, wo sie hingehören. Wir stehen nicht auf, dass haben die ewig gestrigen nicht verdient. Wir holen die Keule raus. Hitlergruß? 10 Jahre. Leugnung der Shoah? 10 Jahre. Volksverhetzung? 10 Jahre. Schnellverfahren nach Videobeweis. Na, Björn? Jetzt darfst Du Angst haben. Wir, die Vielen, wir kommen um Euch alle zu kassieren. Der Rechtsstaat muss triumphieren und merkt Euch alle: Wählen ist wie Zähne putzen. Wenn man das nicht macjt wirds braun.

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HeisseLuft 05.07.2019, 21:44
62.

Logisch sind die sich ähnlich. Früher war alles besser, Sitte und Anstand, und vor allem viel überschaubarer. Man wusste woran man war. Einfache Wahrheiten, alles andere ist Verschwörung. Vorzugsweise des Establishments und irgendwelcher Weltverschwörer. Selbst ist man tapferer Widerstandskämpfer gegen eben diese.

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BoMo_UAE 05.07.2019, 21:45
63. Dunkeldeutschland

Da haben einige Gesellen aus Dunkeldeutschland das deutsche Rechtssystem nicht verstanden. Was da abgeht, ist mehr als ein Rechtsbruch. Das reicht von Unterstuetzung von terroristischer Gewalt (NSU) bis hin zu verfassungsfeindlichen Umtrieben und Hetze. Da muss der Staat ebenso hart durchgreifen, wie in den 70er Jahren gegen die linken Extremisten und in den vergangenen Jahren gegen die Islamisten. Steckt diese Undemokraten ins Gefaegnis, belegt sie mit Bussgeldern und verbietet endlich diese fremdenfeindlichen Vereinigungungen und Umtriebe.

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gedu49 05.07.2019, 21:46
64. Wenn ich höre...

Zitat von fsteinha
Oder interpretiere ich das falsch, dass die Herrschaften in Dresden alle Volksverräter für Schlachtvieh halten. Um Volksverräter zu sein, reicht es ja offenbar, einfach ihre Meinung nicht zu teilen. Merkt ihr was hier abgeht?
... dass ich Deutschland verlassen soll wenn mir die Anzahl der Flüchtlinge und Immigranten nicht gefällt würde ich dessen Partei auch nicht mehr wählen solange dieser Volksvertreter in Amt und Würden ist. Deshalb fühle ich mich aber nicht als Nazi..

Die traurigen Figuren , die alle Probleme mit Gewalt lösen wollen und Demokratie für ein alkoholisches Getränk halten sind aber nicht "die Herrschaften aus Dresden" sondern eine kriminelle Splittergruppe. Das sollte eigentlich angekommen sein.

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giantbaby 05.07.2019, 21:46
65. @ Nr.30 / TOKH1

Ich benachteilige niemanden, ich habe lediglich angemerkt das ich die Aufstockung des Feindbildes von Pegida nicht für die passende Antwort halte. Und ich bin auch nicht unterschwellig besorgt, sondern ernsthaft: traditionell nicht ansässige Religion habe ich mir abgerungen, denn als Atheist ist mir jedwede Religion suspekt. Das Christentum hierzulande war gezähmt, und die massive Aufstockung einer (der einzig wahren) weiteren oft auch antisemitischen Religion macht mir Angst. Ich bin ein Freund der Säkularität, die in D für mich nur einen unzureichenden Status hat. Und wenn dann mittlerweile gleiche Rechte wie die Kirchen gefordertwerden, dann läuft es mir kalt den Rücken runter. Religionen haben gar keine Rechte, außer das es jedem frei steht an das zu glauben was er will. Es ist reine Privatsache. Wenn gemeinschaftliches Leben und auch meins aber zunehmend von der Religiösität Anderer beeinflußt wird, dann fühle ich mich benachteiligt. Was nun? Wahrscheinlich wird ihre Antwort wieder PFUI sein. Ein weißer Nachkomme von Nazis fühlt sich benachteiligt, wie lächerlich. Wir haben in Demut alles zu tolerieren außer Rechtsextremismus. Wenn wir uns dann zu Tode toleriert haben oder das 4. Reich ausbricht, mit wem "feiere" ich dann das meine Ängste nicht unbegründet waren? Ich bin auch nicht fremdenfeindlich, mein Freundeskreis umfasst nicht wenige Migranten aus aller Herren Länder, nur komischerweise keinen Moslem. Beinahe hätte sich da mal was angebahnt, aber nach einer Eloge auf Erdogan hatte sich das erledigt. Wem es hier nicht passt, der kann ja auswandern! Aber wohin kann ein Atheist denn fliehen? Ich bin lediglich an der Aufrechterhaltung der freiheitlich demokratischen Grundordnung interessiert, damit das GG weiter bestehen kann. Asyl für jeden "Freiheitskämpfer", der über Tausende Kilometer in dieses unsere gottlose Land "flüchtet", und dann mit der hiesigen Freiheit nicht umgehen kann halte ich nicht für erstrebenswert.
Aber für sie erfüllt das wahrscheinlich nur ihre Definition eines rhetorisch gewandten Rechtssympatisanten.

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ichliebeeuchdochalle 05.07.2019, 21:49
66.

Zitat von howun
Sigmar Gabriel wurde einst heftigst kritisiert, weil er sächsische Bürger - aus gegebenem Anlaß und völlig zu Recht - als Pack bezeichnet hatte. Die Interviews aus "Kontraste" bestätigen das leider.
Wobei der Kontraste Bericht von gestern ausnahmslos Leute auf der Straße zeigte, deren IQ sehr übersichtlich war. Die vielen Schreibfehler auf den Demo-Schildern rechter Ausschreiter sagen da schon viel aus. Die ich da gestern und insgesamt seit rund fünf Jahren höre ... au backe ... haben eine Hirnleistung, die ich niemandem wünsche.

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dieter_huber 05.07.2019, 21:50
67. deutsche Tradition

mich wundert eigentlich nur, dass dieses Schema solange hingenommen wird. Im Gegenteil, unsere populistisch geprägte Politeska von Seehofer, Söder, Scheuer bis Kretschmer haben lange genug versucht, auf dieser Welle zu reiten und den Pöbel damit erst hoffähig gemacht. Das Perfide an dieser mit angeblichen Besorgnissen kaschierten Hetze ist, dass sie viel besser funktioniert als offene Aufrufe zur Gewalt. Das wussten bereits Hitler, Goebbels und Rosenberg. Sie haben nicht gerufen "geht raus und schlagt die Juden tot". Nein, sie haben nach und nach Ängste und Vorurteile geschürt, bis sämtliche Hemmschwellen gefallen waren. So gesehen greift der Paragraph zur Volksberhetzung viel zu kurz. Die Seehofers und Scheuers mit ihrem Obergrenzen- und Sozialschmarotzef-Gefasel sind keine Mitläufer sondern kraft ihres Einflusses Anstifter.

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cobaea 05.07.2019, 21:59
68.

Zitat von gedu49
Die größte Demo der Pegida umfasste ca 25 000 Teilnehmer. Wie viele davon sind wohl so radikalisiert, dass sie einen Mord ----und es war ein MORD der durch nichts zu rechtfertigen ist---- noch begründen wollen ? Wie sollen sich die " normalen" Teilnehmer der Demos von diesen Elementen fernhalten wenn die sich einreihen ? Nach hause gehen ? Da könnte man jede Demo auf diese Weise unterbinden. Sie pauschalisieren indem sie alle Teilnehmer der Demos in einen Topf werfen. Das ist kein Weg. Man sollte besser prüfen ob die Verherrlichung eines Mordes eine Straftat ist und entsprechend handeln.
Bei Pegida reiht man sich nicht ein, wenn man nicht mit deren Zielen einverstanden ist. Es ist so, dass man da mitläuft, weil die genau so sind, wie sie (auch in diesem TV-Beitrag) auftreten. Und das ist keine Pauschalisierung. Schon die "Leipziger Mitte-Studie 2016" - die sich unter dem Titel "Die enthemmte Mitte" mit autoritären und rechtsextremen Einstellungen in Deutschland befasste, kam zum Schluss, dass die bei Pegida Mitmarschierenden gewaltbereit und antidemokratisch waren, bevor sie sich einreihten. ZItat (Seite 151): "Die Gewaltbereitschaft (auch gegen Fremde) und die Ablehnung von demokratischen Elementen (insbesondere der Aushandlung verschiedener Interessen durch mehrere Parteien) stehen in engem Zusammenhang der Befürwortung der Ziele von Pegida." Die Bereitschaft gegenüber Andersdenkenden und Fremden Gewalt anzuwenden war also schon damals ein Kennzeichen von Pegida.

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locust 05.07.2019, 22:00
69. @ vorwärtsundnievergessen #47

Jetzt machen Sie mal bitte einen Punkt. Sie scheinen nach wie vor nicht sehen zu wollen, welche Grundlage die (vollkommen zurecht von vielen Seiten kritisierte) ‚Extremismustheorie‘, die Sie in Ihrem Post ja eindrücklich wiedergeben, hatte. Sie verschleiert wissentlich den Marktextremismus, in dem sie vorgibt, die vorgegebenen Ränder einer wie auch immer gearteten ‚Mitte‘ als das einzige Übel einer (angeblich) demokratisch ausgerichteten Mehrheitsgesellschaft darzustellen, mit dem Ziel, dass jegliche Kritik an kapitalistischer und neoliberaler Praxis per se als quasi staatsfeindlich gebrandmarkt gehört. Der Zusammenhang von Kapitalismus und Faschismus ist hinreichend beschrieben und analysiert, warum auch die Frage, warum der kapitalistische Staat wohl auf dem ‚rechten Auge‘ blind sein könnte, beantwortet ist. Hombacher Forst und dergleichen in den Kontext von mordenden Rassisten und deren Applaudierern zu stellen, ist infam und meines Erachtens mehr als gefährlich, weil (systemimmanente) Gewalt eben immer mehr umfasst, als das alleinige gewalttätige Handeln. Trotz eines ‚internationalen linken Events‘ wie dem G20, geht vom linken Spektrum trotz der Krise des kapitalistischen Systems kaum Gefahr aus. Auch wirken ‚linke Kreise‘ nicht annähernd aufeinander ein, wie die sich zur Zeit mobilisierende ‚rechte Volksfront‘ mit Unterstützung parteienpolitischer Interessen (siehe u.a. Seehofer etc.).

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