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Verteidigungsbündnis Nato: US-Denkfabrik kritisiert Merkels Außenpolitik
DPA

Die Bundesrepublik ist Europas Zugpferd in der Euro-Krise. Doch was ist mit seiner strategischen Rolle in der Welt? Vor dem Nato-Gipfel in Chicago geißelt eine prominente US-Denkfabrik die Deutschen als schwach und sieht darin eine Gefahr für das ganze Bündnis.

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celino 17.05.2012, 17:57
1. schon klar!

Sollte Deutschland wirklich eine Führungsrolle in der NATO einfordern, wir könnten nicht bis drei zählen, bis wir von unseren Verbündeten auf den Platz am Katzentisch zurückverwiesen würden. Den Amerikanern schwebt wohl nach britischem Vorbild ein zweiter Pudel in Europa vor. Statt einer "Special Relationship" winkt uns als Dank dann eine "Very Special Relationship", sofern Dtl. sich kritiklos und zahlungswillig den strategischen Interessen der USA unterordnet.
Die USA vermuten, m.E. nicht unberechtigt, ein langsames Abdriften Deutschlands in Richtung Osteuropa und eine de facto-Lockerung der Einbindung in EU, Euro und Nato. Die wirtschaftlich globale Aufstellung Deutschlands eröffnet hier Spielräume - eine Entwicklung, die so einige angelsächsische Think Tanks mit Argwohn betrachten.
http://www.stratfor.com/weekly/20100621_germany_and_russia_move_closer

Bald werden uns unsere Freunde - ganz diplomatisch versteht sich - daran erinnern, dass Deutschland weiterhin ein besiegter Feindstaat ist.

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wika 17.05.2012, 17:58
2. Warum sollte man dem Gewäsch folgen?

War es nicht lange Zeit gewünscht ein schwaches und militärisch enthaltsames Deutschland zu haben, so meine Geschichtskenntnis aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Als Deutscher muss man heute auch keine Begeisterung für die postmodernen und teils illegalen Raubzüge der „Guten“, die sich gerne mit dem Kürzel „NATO“ schmücken, entwickeln oder hofieren. Auch wenn Merkel ansonsten nichts taugt, dass sie in dieses Thema nicht auch noch Unsummen versenkt ist schon in Ordnung und schützt uns womöglich auch davor in irgendwelche sinnlosen Eskalationen verwickelt zu werden aus denen man sich besser heraushält.

Ginge es nach den Vorstellungen dieser Militär-Strategie-Knallköppe, dann wäre dies deren sehnlichste Antwort auf ihr Begehren: Bundeswehr wird an Blackwater verkauft.

Denn auch die Privatisierung von Kriegen und Eroberungsfeldzügen hat ja auch ihren Charme. Dazu fallen mit nur die 16.000 US Botschaftsangehörigen im Irak ein, die wohl auch noch bis unter die Zähne bewaffnet sind und unter bestimmten Dingen dort weiterhin Frieden stiften zu können.

Besser wäre es, man würde mehr andere Sachen für den Frieden tun als diesen ausgerechnet immer nur mit Waffengewalt verbreiten zu wollen, so meine bescheidene Meinung zu der im Artikel offerierten Verlogenheit dieser Denkfabrik. Auf derlei Gedankenergüsse sollte man echt verzichten, weil sie allenfalls kriegstreibend sind.

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bode1211 17.05.2012, 18:00
3. auch schon gemerkt

Deutschland saniert seinen Haushalt, indem es die Armee praktisch abschafft. Viele in Deutschland finden das richtig. Die Auslandseinsätze sind unbeliebt. Irgendwo muss man ja sparen. Sollen doch andere für unsere Sicherheit sorgen, oder? Kennen wir doch aus dem Kalten Krieg, war doch schön. Als die anderen das alles machen und zahlen mussten.

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FreieWelt 17.05.2012, 18:00
4. Libyen

Schauen wir uns doch Libyen an, ein Diktator wurde durch die NATO (allen voran die Franzosen) weggebombt und jetzt haben wir noch primitivere und aggressivere Nachfolger. Gut gemacht, NATO. Da bin ich glücklich, dass Deutschland nicht mitgemacht hat.

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c++ 17.05.2012, 18:02
5.

Diese "Denkfabriken" sind dubiose Organisationen, bei denen man immer sehr vorsichtig danach fragen sollte, wer finanziert die, wessen Interessen vertreten die? Es sind Lobbyisten, auf deren Analysen wir gerne verzichten sollten. Das passt nicht zur politischen Kultur in diesem Lande.

Über die Außenpolitik Deutschlands sollten die deutschen Bürger entscheiden und unsere Politiker sollten stärker auf die eigenen Bürger hören. Ich denke, da ist die Bereitschaft zu internationalem Interventionismus eher gering

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gruenerfg 17.05.2012, 18:02
6. Neiderei

Zitat von sysop
Die Bundesrepublik ist Europas Zugpferd in der Euro-Krise. Doch was ist mit seiner strategischen Rolle in der Welt? Vor dem Nato-Gipfel in Chicago geißelt eine prominente US-Denkfabrik die Deutschen als schwach und sieht darin eine Gefahr für das ganze Bündnis.
Wie kann man eine US-Denkfabrik (schon diese Bezeichnung!) auch nur ansatzweise ernst nehmen, wenn sie Staaten beurteilen soll, die eindeutig besser wirtschaften als die USA?

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kittekatz 17.05.2012, 18:03
7. Alles richtig und schön und gut, aber...

... wie im Artikel gesagt gibt es eine "Zweiklassen-Gesellschaft". Aber nicht nur im Verteidigungsbündnis sondern auch politisch. Und dort spielt Deutschland gezwungenermaßen(!) in der zweiten Klasse.

Die Herren aus Amerika verkennen die politische und gesellschaftliche Brisanz eines in welcher Hinsicht auch immer starken Deutschlands. Wir werden konstant als Nazis beschimpft, wenn wir auch nur ansatzweise unsere nationalen Interessen vertreten oder es wagen irgendwo so selbstbewusst aufzutreten, wie alle anderen Nationen das regelmäßig tun. Ja sogar, wenn wir mal weniger kuschen als sonst um uns selbst zu demontieren und Europa dafür mit unserem Geld aus der Sch... zu ziehen.

Und in so einem Klima sollen wir dann auch noch Dominanz zeigen, eine größere Rolle spielen und endgültig als viertes Reich abgestempelt werden? Nein nein, my dear american friends. Wir lassen uns nicht einerseits von unseren Nachbarn als Nazis betiteln, uns Herrschaftsfantasien andichten und gleichzeitig dazu drängen mehr Knete herzugeben wann immer es euch dann doch mal passt.

Zumindest in Sachen Rüstung können wir endlich mal an einer Stelle sparen und lassen uns nicht von der internationalen Gemeinschaft wie Rindvieh an der Nase durch die Arena ziehen. Sie wissen ja gar nicht, my dear american friends, was das für Balsam auf der gequälten deutschen Seele ist.

Sincerely yours,
kein Pazifist und trotzdem zufrieden

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meging 17.05.2012, 18:04
8.

Zitat von sysop
Die Bundesrepublik ist Europas Zugpferd in der Euro-Krise. Doch was ist mit seiner strategischen Rolle in der Welt? Vor dem Nato-Gipfel in Chicago geißelt eine prominente US-Denkfabrik die Deutschen als schwach und sieht darin eine Gefahr für das ganze Bündnis.
Tja liebe Welt, wenn ihr ein militärisch starkes Deutschland wolltet, hättet ihr es vielleicht nicht mit der Erbschuld allen Übels des letzten Jahrhunderts belegen sollen. Selber Schuld, ich für meinen Teil mag die vermeintliche Friedfertigkeit unserer Gesellschaft.

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hagionpneuma 17.05.2012, 18:05
9.

Wer war es doch gleich, der einen staendigen deutschen Sitz im Weltsicherheitsrat verhindert hat, als Deutschland versucht hat, eine groessere Rolle zu spielen?

Von mir aus koennen die USA auch in Zukunft ihre Kriegsspiele allein spielen.

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