Forum: Politik
Vertrag von Aachen: Schäuble unterzeichnet deutsch-französisches Abkommen
AFP

Deutsche und französische Abgeordnete tagen künftig in einer gemeinsamen Parlamentarischen Versammlung. Bundestagspräsident Schäuble sieht darin die Chance, auch "unbequeme Themen" zu diskutieren.

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toninotorino 25.03.2019, 14:12
1.

Wenn ich mir klar mache, dass sowohl mein Großvater und mein Vater als Soldaten gegen die Franzosen im Krieg waren, dann kann ich nur sagen: Top! Guter Vertrag.

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artep 25.03.2019, 14:40
2. Pioniergeist

Oder Besinnung auf Historie ? Das nationale Gedächtnis scheint nur bis ins 19. Jahrhundert zurückzureichen. Warum kann man sich nicht rückbesinnen auf das, was Europa einmal war und ohne Territiorialkriege das zusammenführen, was zusammen gehört. Welche Kraft hätte solch ein Kontinent !

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norgejenta 25.03.2019, 15:14
3. diese versammlung

oder wie man es auch immer bezeichnen will, ist halt symbolisch mehr auch nicht. Steht ja auch drin, dass die Souveränität beider Staaten nicht berührt wird. Frankreich wird seine nationale Souveränität nie abgeben. Allein schon wegen ihrer Atomwaffen. Churchill hat mal 1940 den Franzosen eine Personalunion mit Großbritannien angeboten. Da war Frankreich schon so gut wie besiegt und besetzt. Wollten Sie auch nicht. Was also wäre vonnöten um mal einen Schritt weiter zugehen? Von innen , also von der EU, aus wird so ein Schritt nie stattfinden. Der Druck müsste sich von außen so erhöhen, dass die EU endlich mal einen entscheidenden Schritt weitergeht. Zum Beispiel als eine deutschfranzösische Staatsbürgerschaft.

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artep 25.03.2019, 15:18
4. Aachen

Aachen und seine Kaiserpfalz ; die Franzosen beanspruchen Karl den Großen als Vorfahren für sich, die Deutschen ebenso. Wenn man also ins Jahr 800 zurückgehen will, haben Franzosen und Deutsche einen gemeinsamen Ur- Herrscher. Deshalb bietet sich Aachen für einen gemeinsamen Beschluss an.

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HevoHo 25.03.2019, 15:22
5. Abwarten, sicher wieder zu Gunsten Frankreichs...

Erstmal abwarten wie sich alles entwickelt. Die bisherigen "Französisch-Deutschen" Kooperationen hatten meistens (eigentlich immer) ein Ungleichgewicht zugunsten Frankreichs und auf Kosten Deutschlands (vl. weil Deutschland ja sooo schuldig ist und ja nicht zu sehr auf eigene Interessen bstehen sollte). Beispiele? Airbus, europäisches Unternehmen - Hauptquartier der zivilen Sparte in Toulouse, Frankreich. Institut Laue-Langevin, deutsch-französisches Instut - Sitz in Grenoble, Frankreich. Minderheitensprachen - In Deutschland wird darüber diskutiert ob im Grenzgebiet zweisprachig (D/F) ausgebildet werden soll, Frankreich dagegen hat noch nicht einmal die Minderheitencharta der EU von 1992 ratifiziert, geschweige denn inkraft gesetzt obwohl das Elsass bis vor 100 Jahren deutschsprachig war und mit Gewalt assimiliert wurde.
Man kann es drehen wie man will, am Ende hält Deutschland seine vertraglich vereinbarten Vorsätze wortwörtlich und mit sklavenartiger Hörigkeit ein während Frankreich schön die Vorteile daraus zieht. Die "Erbfeindschaft" war nie überwunden sondern wird nur versteckt hinter schönen Worten mit anderen Mitteln weitergeführt...

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Handschlag 25.03.2019, 15:24
6. Das ist wirklich ein großer Tag

Dass sich F und D, ehemals Erzfeide, ausgerechnet in Zeiten wiederaufflammender Nationalismen dazu durchringen konnten, ein Symbol plus X (ein Symbol, das praktische Vorschläge macht und damit letztlich nicht nur ein Symbol ist) zu setzen, ist bemerkenswert und macht mir Hoffnung.

Weiter so.

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Dr. Kilad 25.03.2019, 15:51
7. Und wo bleibt die Demokratie?

Oben wird immer mehr gekunkelt, was aber fehlt ist die Mitbestimmung von unten. So ist immer weniger an der repräsentativen Demokratie noch repräsentativ. Völlig ungeklärt scheint die Rolle der Opposition zu sein.

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b1964 25.03.2019, 16:37
8. Besonderes Verhältnis

Frankreich ist aus geschichtlichen Gründen an einem sehr guten freundschaftlichen Verhältnis zu uns interessiert. Das sind die gleichen Gründe, die uns seit 1866 vier mal zu Kriegsgegnern machten. Wir Deutschen haben nüchtern betrachtet die gleichen Gründe und Interessen für eine enge Freundschaft zu Frankreich. Wer geschichtliches Wissen hat, sollte erkennen, das beide brüderlich zusammenstehen müssen. Da braucht man gar nicht 1200 Jahre zurück ins Reich Karls des Großen zu schauen. Das Verhältnis Frankreich/UK hingegen ist geschichtlich eigentlich weit mehr belastet, denn UK war zwar in den beiden Weltkriegen Verbündeter, aber nicht infolge historischer Verbundenheit, sondern aus der Not heraus. Wir sollten es als großartiges Geschenk der Geschichte sehen, dass die Franzosen trotz vier Kriegen uns als Freunde wollen, weil sie verstanden gaben, dass wir in Freundschaft ungleich mehr erreichen als in Rivalität oder Feindschaft. Leider ist Geschichtswissen immer weniger verbreitet und zu viele Menschen haben nicht im Blick, was gerade wir Deutschen für ein unverdientes Glück haben, die Franzosen heute zu unseren größten Freunden zählen zu dürfen!

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artep 25.03.2019, 17:12
9.

Zitat von Dr. Kilad
Oben wird immer mehr gekunkelt, was aber fehlt ist die Mitbestimmung von unten. So ist immer weniger an der repräsentativen Demokratie noch repräsentativ. Völlig ungeklärt scheint die Rolle der Opposition zu sein.
Da stimme ich ihnen zu. Das ist heikel, aber da vertraue ich den Franzosen. Die lassen sich nicht die Demokratie vom nationalen Butterbrot nehmen.

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