Forum: Politik
Vertrauenskrise: Trau, schau, wem!
REUTERS

Die Deutschen werden wieder zum Problem in Europa. In der Eurokrise geht es um Vertrauen. Aber nicht um das Vertrauen in Griechenland oder den Euro - sondern in Deutschland.

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sduka 16.07.2015, 16:21
40. Bravo!

Toller Beitrag Herr Augstein! Man darf nicht alles Handeln aus der Logik des Geldes ableiten.

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kladderadatsch 16.07.2015, 16:22
41. Der Euro spaltet Europa

nicht die Deutschen. Der Euro hat nur Zwietracht und Unzufriedenheit für die Europäischen Völker gebracht, wenn man Augstein liest. Da hat er wohl recht. Auch hierzulande steigt Dank der ständigen Griechenlandrettungen und Aufforderungen den Soli zu erhöhen die Politikverdrossenheit und die Anhängerschaft von Parteien rechts von der CDU. Falls uns keiner mehr im Euro mag, sollten wir austreten, ehe es zu spät ist. Die Deutsche Bevölkerung wollte ihn eh nie, und wusste es - wie man nun sieht - besser als die Politiker.

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RPPK 16.07.2015, 16:24
42. Isolation

In diesen und aehnlichen Kommentaren wird doch versucht, Deutschland zu isolieren, indem zwanghaft ein Zusammenhang mit den trauigen Kapiteln deutscher Geschichte hergestellt wird.

Bei der Griechenlandkrise geht es um rationale Probleme die nur mit Reformen geloest werden koennen.
Wuerden sie jemanden ohne Hoffnung auf Rueckzahlung ihre eigenen Ersparnisse leihen?
Deutschland und die anderen EU Staaten verleihen das Geld ihrer Steuerzahler an Griechenland trotz des hohen Ausfallriskikos.

Ist es da nicht ein ganz normales und rationales Vorgehen, dass die groessten Geldgeber auf Reformen draengen, die sie fuer erforderlich halten, um das Risko zu minimieren? Warum sollen Laender wie Deutschland nur geben und andere Laender wie Griechenland keine Gegenleistung erbringen?

Der Zusammenhang mit Versailles und anderen historischen Anspielungen die immer wieder auftauchen ist mir unverstaendlich.

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anja-boettcher1 16.07.2015, 16:25
43. Zu wahr, Herr Augstein (-leider!),

doch ist die Frage: Wer kann, da in der CDU Hopfen und Malz verloren sind, jetzt noch etwas ändern? Eigentlich nur die SPD, wenn sie ein Misstrauensvotum abgibt & diese unselige Koalition beendet. Nur... mit Herrn Gabriel, dessen politische Substanz Volker Pispers trefflich charakterisierte, als er ihn als "Endglied der Nahrungskette" (=AbSahner) bezeichnete, wird das nicht gehen. Das braucht eben auch den Aufstand der Basis gegen die unwürdige Spitze (von der nur Steinmeier Substanz hat).

Jedoch ist das Tragische in der Geschichte der SPD, dass sie in den entscheidenden Momenten immer versagt und die verfluchte alte Frage "Wer hat uns verraten?" immer wieder gleich zur Antwort bringt.

Wie zu Wilhelms Zeiten: Da machen sie zugleich Front gegen Frankreich & Russland, liebdienern stattdessen vor den Angelsachsen, die ihnen - wie immer - kurz vor dem Showdown einen Tritt geben werden. Dabei wäre die Lösung so einfach gewesen: Wäre Deutschland bei der sozialintegrativen Antwort auf zwei Weltkriege geblieben, hätte kein "divide et impera" je gegriffen. Aber immer muss die sozialdemokratische Linke in den wirklich gefährlichen Situationen hinter einer unbeugsam=eisernen Rechten strammstehen.

Sieht so ein Fluch aus? Wer rettet uns noch vor dem neuen Desaster? Könnte Geschichte sich bitte diesmal nur als Farce wiederholen statt als Tragödie? Schließlich haben unsere armen Kinder doch niemandem etwas getan...

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brotherandrew 16.07.2015, 16:25
44. So ein ...

Zitat von bonngoldbaer
"Der Neoliberalismus ist eine Religion, und die Politik der Austerität ist ihr Ritus."
... Quark. Was der Papst benennt, sind nicht Ideologien oder irgendweche Wortschöpfungen wie "Neoliberalismus" oder "Austerität", sondern Todsünden wie Habgier, Geiz usw. usf. Damit hat er recht. Habgier ist aber auch bei denen zu verorten, die von Anderen etwas einfordern, wofür sie selbst aber nichts tun wollen.

Und die vielgeschmähte "Austerität" bedeutet nichts Anderes als die schlichte Feststellung, daß man auf Dauer nicht mehr Geld ausgeben kann wie man einnimmt.

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guillermo_emmark 16.07.2015, 16:26
45. Volltreffer

Wenn man die Kommentare hier liest, jedenfalls die meisten, dann bleibt einem das Darüber-Lachen im Halse stecken. Augstein hat sehr, sehr Recht - aber die Deutschen in ihrer Oberlehrerhaftigkeit sehen das völlig anders, und viele halten ihn anscheinend für irgendwie durchgeknallt. Sie glauben, siebzig Jahre nach Kriegsende jetzt endlich da weitermachen zu können, wo sie damals aufhören MUSSTEN. Ganz schlecht für Europa. Katastrophal für Deutschland.

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toskana2 16.07.2015, 16:26
46. lärmende Äußerungen

Vielen Dank, Herr Augstein, für die Worte,
die Sie zu diesem Thema fanden!

Unser Finanzminister,
der den Aachener Europapreis bekam, erklärte in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Preises feierlich, ich zitiere:

"…SCHÖPFEND aus dem kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas,
aus dem sich die unverletzlichen und unveräußerlichen Rechte des Menschen sowie Freiheit, Demokratie, Gleichheit
(...)
in dem WUNSCH,
die Solidarität zwischen ihren Völkern unter Achtung ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihrer Traditionen zu stärken…"
Inzwischen hat sich der Herr der Zahlen dermaßen in seinem Zahlenwerk vertieft,
dass er darob seine hehren Ziele (siehe Zitat) aus den Augen verlor.

Mögen seine Zahlen auch stimmenund die Griechen das letzte "Betrügervolk" Europas sein,
selbst dann, Herr Minister,dürfen Sie nicht vergessen,
dass das Europa-Projekt nicht ausschließlich der Ratio der europäischen Technokraten dewren Wortführer Sie sind, entspringen kann und darf, sondern auch den Herzen von Europas-Bürgern.

Ich weiß mich einig mit Herrn Augstein,wenn er meint,Sie, Herr Minister, hätten durch Ihre lärmenden Äußerungen und Ihre Verbohrtheit der europäischen Idee immensen Schaden zugefügt.
Heute sehen Sie über diesen Schaden hinweg.

Spätestens jedoch wenn sich die Folgenschäden manifestiert haben
- nicht nur in Hellas -
werden Sie hinschauen müssen.
Und sich fragen,
ob Sie dem Europa-Preis samt der eigenen feierlichen Worten gerecht geworden sind!

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prioris 16.07.2015, 16:27
47.

Es ist so tragisch. Die Massen und die Medien sind so blind wie 1939 - es ist alles schwarz oder weiss. Niemand begreift mehr dass dier EU-Integration sehr viel mehr ist als nur eine Finanzfrage ...

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angelobonn 16.07.2015, 16:28
48. Beängstigend

Mit ist ja bewusst, dass Herr Augstein und ich politisch sehr weit auseinander liegen. Allmählich finde ich es aber schon beängstigend, wie weit man bei der Wahrnehmung der Realität differieren kann. Einer von uns beiden muss an krankhaften Wahrnehmungsstörungen leiden. Ich hatte doch glatt gedacht, dass Deutschland in nicht mehr nachvollziehbarer Großzügigkeit weitere Milliarden zur Verfügung stellen will, obwohl Griechenland nur durch einen Betrug in die Eurogruppe gekommen ist und seitdem so ziemlich jedes Versprechen gebrochen hat. Ich hatte auch wahrgenommen, dass griechische Spitzenpolitiker deutsche Politiker diffamiert und beleidigt hatten, und die Beleidigten dennoch mit den Beleidigern weiterverhandelt hatten. Aber da muss ich mich wohl getäuscht haben...

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spon-facebook-564528459 16.07.2015, 16:32
49. Mit vereinfachenden Darstellungen...

... kann man die Situation nicht beschreiben, geschweige denn ihr Herr werden. Das schafft auch Herr Augstein nicht. Die Rhetorik und Vorgehensweise von Frau Merkel und Herrn Schäuble sind unerträglich und, wenn der zitierte Hinterbänkler das so gesagt hat, dann sollte er sein Mandat niederlegen, aber was recht ist, muss auch recht bleiben. Man kann auch nicht zulassen, dass Griechenland eine Währungsunion ins Verderben stürzt, weil es weder Haushaltsdisziplin besitzt, noch sich an Verträge hält. Menschlich muss man halt dabei bleiben und an die kleinen Leute denken, die es dort wie hier immer am härtesten trifft. Aber das kann man auch anders erreichen.

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