Forum: Politik
Verzicht auf zweite Amtszeit: Gaucks fast perfekter Abgang
DPA

Joachim Gauck hat sich richtig entschieden: Eine zweite Amtszeit hätte ihn möglicherweise überfordert. Nun geht er auf dem Höhepunkt seiner Präsidentschaft - allein die Ankündigung kommt ein bisschen zu spät.

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Dengar 06.06.2016, 17:40
100. @ladosz

Gienger ist gut, der kann zumindest noch fallschirmspringen. Ich wäre für Rudolf Seiters. Zwar auch schon fast 80, aber Rückgrat hat er und ist lange genug raus aus dem Politzirkus.

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im_ernst_56 06.06.2016, 17:41
101. Ist Gauck an allem Schuld?

Zitat von uwelmeyer
In seinem Alter hat er sich den Ruhestand verdient. andere Ostdeutsche mussten viel früher in Ruhestand gehen, heute undenkbar. Erst war er sehr aktiv, besonders nach der der Wende, statt Wiedervereinigung, Beitritt. Erst die Abwicklung der Wirtschaft Ostdeutschlands, und damit Osteuropas, dann als rechte Hand Merkels, viele öffentliche Auftritte und politische Stellungnahmen, u.a. zum Deal mit Türkei. Willkommen in (Ost)Europa. Als Person ok, deswegen gewählt, aus Mangel an Alternativen, von Inhalten her. eher fraglich. Ich hoffe auf einen guten Nachfolger.
Dass Herr Gauck dem Neuen Forum in Rostock angehörte ist ebenso bekannt wie die Tatsache, dass er die DDR nicht für einen besonders tollen Staat hielt.
Aber wie kommen Sie darauf, dass Herr Gauck an der Abwicklung der Wirtschaft Ostdeutschlands, und damit Europas beteiligt war? Wieso war die Abwicklung der Staatswirtschaft Ostdeutschlands für die Abwicklung der Staatswirtschaft in den anderen RGW-Staaten ursächlich?
Die von Herrn Gauck geleitete Behörde hat ausschließlich die alten Stasi-Akten verwaltet. Sie ist nicht mit dem Amt zur Regelung offener Vermögensfragen identisch. Entweder verwechseln Sie was oder meinen Sie, dass die Existenz der Staasi-Akten zur Abwickling der Staatswirtschaft Ostdeutschland beigetragen hat?

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SK3112 06.06.2016, 17:49
102. Noch ein Vorschlag.

Zitat von zamparonio
Jetzt ist der Weg frei für Jan Böhmermann. ;-)
Verdaulicher als Käßmann oder Schwan, deren Namen ebenfalls bereits in den Ring geworfen wurden, wäre er allemal. Wie wäre es denn mit R.T.Erdogan? Sein Interesse an deutscher Politik ist überdeutlich zu spüren, unsere unerträgliche BK'in bekäme endlich einen ebenbürtigen Widerpart und die Kleinigkeit mit der fehlenden Staatsangehörigkeit lässt sich sicher unbürokratisch regeln. Bei Nationalmannschaftsaspiranten klappt das ja auch...

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hman2 06.06.2016, 17:52
103.

Zitat von Eliza
Entweder haben Sie nicht den Schimmer einer Ahnung von Gaucks Biografie oder das ist eine böswillige Verleumdeung.
Zur Gedächtnisauffrischung:

http://www.cicero.de/berliner-republ...rechtler/48447

Zitat:
Zitat von
Gauck habe sich im Oktober 1989 in Rostock dem Neuen Forum angeschlossen, schreibt Rein. Vorher sei „ein politisches Engagement gegen den repressiven Staat nicht auszumachen“. Im Kontext der Oppositionsgeschichte der DDR sei Gauck „ein Bürgerrechtler der letzten Stunde“. „In den systemkritischen Friedens- und Umweltgruppen im Umfeld der evangelischen Kirchen trat er nicht in Erscheinung. Im Netzwerk der Oppositionsgruppen war er nicht vertreten. An der Ökumenischen Versammlung, die 1988 und 1989 die wichtigsten Freiheitstexte gegen die SED und ihre Politik veröffentlichte, hat Gauck nicht teilgenommen. Es gibt keinen Text von Joachim Gauck, der in der DDR von Hand zu Hand gereicht wurde. In den Publikationen, die in der DDR von kritischen Gruppen illegal herausgegeben wurden, taucht der Name Gauck als Verfasser nicht auf“, schreibt Rein. Eine Antwort von Gauck hat der Journalist nie erhalten.

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hman2 06.06.2016, 18:09
104.

Zitat von Adlatus
Und er zeigte Charakter!
Leider einen ziemlich miesen. Wer deutsche Mütter, die nicht mehr hinnehmen wollen, dass ihre Söhne im Krieg "fallen" öffentlich (!) diffamiert, sie wären in Wahrheit doch nur "glückssüchtig", der hat einen wahrlich schlechten Charakter.

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Scum 06.06.2016, 18:15
105.

Zitat von muellerthomas
Weshalb sind Sie als Volkswirt, der 5-6 Sprachen spricht denn bereit, für 2.500 Euro im Monat zu arbeiten?
Na, weil ich eben Volkswirt bin. Und ich das genannte Gehalt recht gut finde angesichts der Möglichkeiten in Deutschland.

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Adlatus 06.06.2016, 18:15
106.

Zitat von hman2
Dass Gauck ein Bürgerrechtler sein soll, wird von anderen Bürgerrechtlern bestritten! http://www.taz.de/!5099928/ "Hans-Jochen Tschiche, 82 Jahre alter Pfarrer und Grünen-Politiker aus Sachsen-Anhalt, schreibt im Freitag, Gauck habe "niemals zur DDR-Opposition gehört". Der künftige Bundespräsident "verließ erst Ende 1989 die schützenden Mauern der Kirche" und reise heute "ohne Skrupel" auf dem Ticket des Bürgerrechtlers. Gauck als Teil der konservativen westlichen Gesellschaft sei "die falsche Person"."
Na ja, das mußte ja von Ihnen kommen, dazu ein Titel aus der taz, die von der SED Nachfolgepartei die Linke über Wasser gehalten wird.
Aber Sie können sich ja weiter laaben z.B. an diesem Artikel des "Freitag", ist das nicht das Blättchen von Herrn Augstein?

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/auf-wiedersehen-herr-gauck

Man sollte sich freundlicherweise daran erinnern:
Zitat aus der Süddeutschen Zeitung:
Joachim Gauck wird überall als ehemaliger DDR-Bürgerrechtler herumgereicht. Er fährt ganz ungeniert auf diesem Ticket durch die politische Landschaft. Er war, das muss man ihm zugestehen, ein integrer Pfarrer der Mecklenburgischen Landeskirche. Er hat sich nie auf fragwürdige Weise mit den Sicherheitsbehörden eingelassen. Und er hat sich auch nicht gescheut, in seinen kirchlichen Ämtern ein offenes Wort zu wagen. Die Sicherheitsbehörden haben ihn überwacht. Aber in der entstehenden Opposition unter dem Dach der Kirche ist er mir nie begegnet.
Zitatende

Und nun meine Erwiderung:
Aber FDJ Jugendsektretär war er nie und in Moskau durfte er auch nicht studieren!

Eine lächerliche Diskussion zu seiner heutigen Bekanntgabe der Beendigung seines Dienstes nach einer Amtszeit.

Sind wir denn immer noch so weit auseinander?

Aber Kipping hat ja schon für ihr schneller Vorpreschen eine Absage bekommen, vielleicht dachte sie ja an Herrn Gysi als neuen BP?

Ach nee, die hat ja von ihm eins auf die Mütze bekommen-

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wahrsager26 06.06.2016, 18:37
107. Bundespräsident

Ein schöner und guter Kommentar der der Situation auch einmal gerecht wird!Danke

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messwert 06.06.2016, 19:04
108. Kein Grund zum Bedauern!

Für alle die, im Gegensatz zu mir, Gaucks Abtritt als Bundespräsident bedauern, lässt sich unschwer garantieren, er wird auch fürderhin die öffentliche Aufmerksamkeit suchen und seine politisch konformen Predigten in die Medien lenken.

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Korf 06.06.2016, 19:07
109.

Joachim Gauck war ein guter Bundespräsident? Nein. Gauck war einer, der den Eliten nach dem Munde geredet und stets die Linie offizieller westlicher Politik vertreten hat. Er hat kritisiert, aber nie in Richtung derer, die die Leitlinie in Politik und Wirtschaft vorgaben und -geben. Fatal war, dass er den Freiheits- vom Gerechtigkeitsbegriff entkoppelt hat. Den allmächtigen Wirtschaftslenkern wird's gefallen haben. Schließlich ist Freiheit auch ihr Mantra und Gerechtigkeit ihr größter Feind. Und Gerechtigkeit war für Gauck nie ein Thema. Insofern war er nur eines: ein Bilderbuch-Opportunist.
Im wird hoch angerechnet, dass er sich gegen Putin positioniert hat. Das wird hierzulande als "mutig" beschrieben. Aber, mal davon abgesehen, dass es viell. richtig war, was ist mutig daran, sich im Mainstream der offiziellen westlichen Lesart zu platzieren? Nichts. Es ist vor allem eines: opportunistisch.

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