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Vier Jahre Krieg in Syrien: Es begann mit einem Kinderstreich
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Mehr als 220.000 Tote, vier Millionen Flüchtlinge, Zehntausende ausländische Kämpfer: Vor vier Jahren begann der Krieg in Syrien. Wie kam es dazu? Warum gelingt keine Befriedung des Landes? Der Überblick.

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andreashirsch 15.03.2015, 20:05
10. Das Trauerspiel begann nicht in Syrien

Auf die in der Überschrift gestellte Frage "Wie kam es dazu?" gibt es zumindest eine Teilantwort: Weil sich alle westlichen Medien der Realität verweigerten und üble Propaganda über Syrien und Assad auskübelten. Beispiel gefällig? 2011 war Assad Präsident, 2012 Machthaber, 2013 Diktator und wahlweise Schlächter. Ich weiß nicht, wie man über Syrien soviel groben Unfug schreiben konnte, wie in allen sogenannten deutschen Qualitätsmedien geschehen. Menschen, die Syrien von innen kannten, schrieben schon 2012 in den Foren, dass man diese gegen die syrische Regierung gerichtete Berichterstattung und Politik noch bereuen und dass das Land auseinanderbrechen werde, dass die sogenannte Demokratisierungsbewegung getrieben ist von islamistischen Radikalen. Ach, was wurde man niedergeschrien, nicht nur hier bei Spon. Neueste Meldungen: USA wollen mit Assad verhandeln. Das Land liegt in Schutt und Asche. Traurig, diese Blindheit der Politiker und Medien. Wo ist der Wille zur Aufklärung und zum zur Unabhängigkeit verpflichteten Journalismus hin?

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yokiee 15.03.2015, 20:12
11. Die Geister die ich rief...

Leider verschweigt der Beitrag, dass Syrien vor dem Konflikt auch viele Feinde im sunnitisch geprägten nahem Osten sowie im Westen hatte, die zum Syrienkrieg beigetragen haben. Denn die von arabischen Ländern den USA und Westmächten massiv unterstützten Rebellengruppen haben das Land destabiliert und in ein Trümmerfeld verwandelt.

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HejAlterHastMalnEuro 15.03.2015, 20:12
12. Ein Kinderstreich?

Die Destabilisierung des gesamten Nahen Osten haben die Amerikaner mit dem Krieg gegen den Irak verursacht.

Durch den Bürgerkrieg in Syrien,
der zusätzlich noch durch die NATO-Staaten befeuert wurde,
ist natürlich ein zusätzlicher Freiraum geschaffen worden,
den der IS genutzt hat.

Aber gegründet hat sich der IS im Irak.

Ohne den IS hätte sich Assad der Opposition längst entledigt..

Wenn man allerdings weiß aus welchen Gruppen der harte Kern der IS besteht,
nämlich aus ehemaligen Saddam Hussein treuen Offizieren, Soldaten,
der Sunnitischen Minderheit im Irak und ein Paar Al-Qaida Resttruppen,
weiß man auch das der IS ohne den Irak-Krieg gar nicht entstanden wäre.

Der von den USA eingesetzte irakische Präsident Maliki hatte ja auch nichts Besseres zu tun,
als sofort die sunnitische Minderheit
und die ehemaligen Angehörigen der Barth-Partei zu verfolgen und zu massakrieren.

Einen Artikel über die Destabilisierung Syriens und des ganzen Nahen Ostens zu schreiben,
ohne auch nur einmal die USA als Hauptverursacher zu erwähnen,
ist wirklich eine Sternstunde des Journalismus.

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monolithos 15.03.2015, 20:15
13. Persien ist nicht Arabien

Zitat von KerKaraje
Sorry, der Iran ist sicher kein "Kunstprodukt" und viel älter als Deutschland nebenbei. Dort haben schon immer verschiedene Völker gelebt, aber nicht in Feindschaft.
Ich wollte es auch gerade anmerken. Aber danke, dass Sie es bereits getan haben! Es ist ein Fehler, den viele machen: Iran mit anderen Ländern der Region in einen Topf werfen. Vielleicht wird einem der Unterschied eher bewusst, wenn man sich auf das im Deutschen früher geläufigere Wort "Persien" zurückzieht (im Iran hieß der Iran aber auch schon vor der Revolution Iran). Mit Persien verbindet man eher die glorreiche Vergangenheit, die dieses Volk bereits erlebt hat mit großartigen Lyrikern, Philosophen, Astronomen, Medizinern ... noch heute (!) kommen Weltniveau-Ärzte aus Teheran. Persien ist halt nicht Arabien.

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irrenderstreiter 15.03.2015, 20:18
14. Gewohnte Kost

Inzwichen gibt es aber viele Hinweise darauf, dass die Eksalation in diesem Konflikt eben nicht so leinear verlief wie es hier wieder beschrieben wird.
Das es von Beginn an auch Bewaffnete Kräfte gab, die sich unter Demonstranten mischten, die Hinterhalte für die Sicherheitskräfte legten und das Scharfschützen, vergleichbar zu den Ereignissen in Kiew, auf beide Seiten schossen usw.

Dieser Krieg wird von vielen Beteiligten erbittert und ohne Rücksicht auf zivile Opfer geführt.
Ein seriöser Artikel zum Thema, kann z.B. nicht regelmäßige Anschläge auf zivile Ziele, Granatwerferangriffe auf bewohntes Geviet, die Sprengung von Gebäuden usw. durch die Rebellen unerwähnt lassen, der regelmäßig Zivilisten zum Opfer fallen.
Auch die Angriffe auf alawitische Dörfer in der Region Larakia und die Ermordung und Verschleppung von Zivilisten seitens Al-Nusra darf nicht unerwähnt bleiben.
Anders als im Fall Kobane, war z.B. der Angriff auf die hauptsächlich von Armeniern bewohnte Stadt Kesab und die Vetreibung der Bewohner - die Angreifer kamen hierbei von türkischem Gebiet - keine Meldung wert.

"Eine Uno-Untersuchungskommission legte nahe, dass das syrische Regime für die Tat verantwortlich war."

- diese Aussage ist falsch, die Untersuchungskommision hat keine Aussagen zum Verursacher gemacht, lediglich bestätigt, dass es eine Saringas eingesetzt wurde.
Im Gegenteil, es gibt starke Indizien dafür, dass Teile der Rebellen für den Giftgaseinsatz verabtwortlich waren.

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egoneiermann 15.03.2015, 20:25
15.

Zitat von _Flyn_
Konfessionen und Religionen müssen dort Länder-Grenzen bilden und nicht diese kolonialen Kunstprodukte. Solange dies nicht in die Köpfe geht, wird dieser Krieg weitergehen. Aber das setzt voraus, dass sich endlich mal Iran, Saudi-Arabien, Katar und vorallem und besonders Russland und USA sich mal aus dieser Region raushalten würden.
Etwas mehr Geschichte sollte man schon kennen. Syrien war nie eine Kolonie sondern gehörte 400 Jahre zum Osmanischen Reich. Die Grenzen wurden nach dem 1. WK nach desen Zusammenbruch festgelegt, die Frage war damals aber nur, ob Syrien mit dem Libanon vereint wird oder nicht. Wie Palestina stand das Land zwischen den Kriegen durch ein Völkerbundsmandat unter Verwaltung, war aber keine Kolonie.
Und nein Religionen müssen keine Ländergrenzen bilden.

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Jan Do 15.03.2015, 20:26
16. Doppeltes Spiel

Entscheidende Information werden in diesem Artikel unterschlagen: USA, Saudi-Arabien und Katar heizen den Konflikt in Syrien nach wie vor an. Ganz offiziell werden Kämpfer ausgebildet - sogenannte moderate Rebellen. In Wirklichkeit schließen sich die meisten dieser Kämpfer dann dem IS an. Es ist ein doppeltes Spiel der USA und der verbündeten Golfmonarchien, in dem der IS verdeckt gefördert andererseits mit großer Show bekämpft wird. Darunter leidet vor allem die Bevölkerung. Würde diese ausländische Einmischung aufhören, wäre der Krieg rasch zu Ende. Es ist auch einseitig, wenn immer wieder die syrische Armee die Hauptursache des Blutvergießens gebrandmarkt wird. Es ist eine Wehrpflichtigen-Armee, die einen großen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Nur so war es möglich, dass die Regierung die Kontrolle über die bevölkerungsreichen Regionen des Landes wieder zurückgewonnen hat. Viele Flüchtlinge ziehen gerade in die Gebiete, die von der syrischen Armee sicher gehalten werden.

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_Flyn_ 15.03.2015, 20:33
17. In der Logik des kleinen Mannes...

Zitat von andreashirsch
Auf die in der Überschrift gestellte Frage "Wie kam es dazu?" gibt es zumindest eine Teilantwort: Weil sich alle westlichen Medien der Realität verweigerten und üble Propaganda über Syrien und Assad auskübelten. Beispiel gefällig? 2011 war Assad Präsident, 2012 Machthaber, 2013 Diktator und wahlweise Schlächter. Ich weiß nicht, wie man über Syrien soviel groben Unfug schreiben konnte, wie in allen sogenannten deutschen Qualitätsmedien geschehen. Menschen, die Syrien von innen kannten, schrieben schon 2012 in den Foren, dass man diese gegen die syrische Regierung gerichtete Berichterstattung und Politik noch bereuen und dass das Land auseinanderbrechen werde, dass die sogenannte Demokratisierungsbewegung getrieben ist von islamistischen Radikalen. Ach, was wurde man niedergeschrien, nicht nur hier bei Spon. Neueste Meldungen: USA wollen mit Assad verhandeln. Das Land liegt in Schutt und Asche. Traurig, diese Blindheit der Politiker und Medien. Wo ist der Wille zur Aufklärung und zum zur Unabhängigkeit verpflichteten Journalismus hin?
...muss die Welt immer in schwarz und weiß einteilbar sein. Auf der einen Seite der sogenannte syrische Präsident Assad (die Wahl war ja schließlich eine Propaganda-Farce), der nicht-öffentlich und heimlich eine große Folterindustrie betreibt, ganze Wohnviertel mit Fassbomben und Raketen niederwälzt und auf der anderen Seite sind ALLE böse, sind schwarz vermummt und grausame Henker.

Glückwunsch! Sie sind voll und ganz auf die Propaganda Assads reingefallen:
http://www.huffingtonpost.de/torsten-heinrich/is-irak-assads-meisterwerk_b_5722038.html

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wohin 15.03.2015, 20:42
18. Na, wo....

....bleiben die schlicht gestrickten "Gut/Böse"- Kommentare? Ist wohl doch für manche etwas zu kompliziert, gell?

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arrache-coeur 15.03.2015, 20:42
19.

'Es war ein Kinderstreich mit Folgen, die den ganzen Nahen Osten erschüttern. Im März 2011 sprühten 15 Teenager im südsyrischen Deraa Graffiti an die Wand: "Das Volk will den Sturz des Regimes." Diesen Slogan hatten sie im Fernsehen gehört' - Na klar, ein "Kinderstreich". Das klingt eher nach urbaner Legende, um von der nachweisbar seit mindestens 2005 stattfindenden Unterstützung der syrischen Opposition durch die USA abzulenken;-)

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