Forum: Politik
Vietnam-Trauma: Nachts, wenn die Toten zurückkommen

In seinem Kopf hört der Krieg nie auf: Vietnam-Veteran Barry Romo sieht fast jede Nacht gefallene Kameraden und getötete Vietcong, hört Schreie und Schüsse aus dem Dschungel. Viele ehemalige US-Soldaten haben im Kampf gegen ihre Albträume kapituliert: Bereits 60.000 nahmen sich das Leben - mehr, als im Krieg gefallen sind.

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kempo66 05.04.2010, 19:03
10. Warum hilft diesen Veteranen niemand?

In meinen Augen ist es ein Skandal, dass die Traumatisierten offenbar keine oder zu wenig Hilfe bekommen.

Es gibt seit den 80er Jahren effektive Methoden der Traumabearbeitung, die den Betroffenen helfen könnten. Und zwar oft innerhalb weniger Sitzungen mit einem geschulten Therapeuten. Diese Methoden sind EMDR (Eye Movement Desensitizationan Reprocessing) und diverse Varianten der Klopfakupressur zB EFT oder Energy Psychologie nach Fred Gallo.

Hier wäre Aufklärungsarbeit vonnöten! Offenbar gibt es bei der US-Army auch zu wenige Behandler, dabei sind die entsprechenden Techniken schnell und leicht zu erlernen.

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onkel hape 05.04.2010, 19:07
11. Das stimmt!

Zitat von franziskus
Es gibt immer das Böse zu besiegen. Es sind immer ..isten. Nationalsozialisten, Kommunisten, Terroristen, Islamisten, Monarchisten. Alle hehren Ziele, mit denen Kriege gerechtfertigt werden, sind gelogen. Es gibt keine gerechten Kriege, jeder Krieg ist verbrecherisch. Die dafür Verantwortlichen wissen es.

Alle Kriege sind, wie Sie zu Recht schreiben, von ruhmsüchtigen, gewissenlosen, verblendeten, grausamen Despoten, Diktatoren, Kaisern, Königen, Päpsten, oft auch im Namen Gottes, aber auch von demokratisch gewählten Präsidenten als Kampf gegen den Kommunismus, des Machtzuwachses, der Eroberung und ähnlich fragwürdiger Begründungen geführt worden.- Alle(!) mit dem Zusatz "Der Große" gekennzeichneten Kaiser/Könige waren furchtbare Menschenschlächter, die Mill. "Untertanen" für ihre perversen machtpolitischen Ziele geopfert haben. Diese traurigen Figuren, die leider heute noch völlig unverdient von manchen Zeitgenossen verehrt werden, sind verachtenswerte Gestalten.
Zum Thema: Kennedy, Johnson und Nixon passen genau in diese Kategorie kurzsichtiger, verbrecherischer Politiker, die in Vietnam für den Tod von ca. 2,5 Mill. Vietnamesen, den Tod von 60 000 ihrer Landsleute und auch für die Traumata der Veteranen verantwortlich sind. Schande über sie und all die anderen "Großen", sie mögen in der Hölle, an die ich nicht glaube, schmoren.
Der einzige berechtigte Grund, sich militärisch zu wehren, ist die Verteidigung gegen einen Angriff. Gegen Verbrecher wie Napoleon, Hitler und Konsorten hilft nur entschiedenes militärisches Handeln.

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heinrichp 05.04.2010, 19:15
12. Bewusstseinsänderung

Zitat von gloriaD
Man sollte den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft daran messen, in welchem Maße sie sich mit dieser Kriegswirklichkeit befaßt oder sie verleugnet.
Kriege werden erst aufhören wenn sich unser Bewusstsein ändert. Immer noch sind Helden die Krieg führen und töten etwas besonderes. Starke Männer und Frauen die ganze Armeen besiegen und wild umsichschießen, jeden Abend vor der Glotze sehen wir all diese Filme und auch am PC.

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Neurovore 05.04.2010, 19:26
13. ...

Zitat von gloriaD
Darf ich mal fragen: Wie unterscheiden Sie sich von denen, die für politische Strategien im Krieg Menschenleben - eigene genau so wie fremde - opfern und die man deswegen nennt?
Ganz einfach: ich bin dafür, Kriege zu beenden, nicht weiterzuführen oder neue anzufangen. Nicht zuletzt die traumatisierten Vietnam-Veteranen haben mitgeholfen, die damalige öffentliche Meinung zu beeinflussen. Das ist auch der einzige Grund, warum eine US-Regierung einen Krieg beenden wird: wenn der Rückhalt in der Bevölkerung schwindet.

Deswegen werden Veteranen ja gerne von ihrer Regierung ignoriert und versteckt, sobald die nämlich zuviel Gehör finden, ist die kritische Masse schnell erreicht und die Stimmung kippt. Da gibt es einige eindrucksvolle Reportagen über ehemalige Marines, deren Selbstmorde, Ausraster, Persönlichkeitsveränderungen, Probleme mit Partnern&Angehörigen, dem Unverständnis innerhalb der Bevölkerung gegenüber den "Vaterlandsverrätern", der mangelnden finanziellen und psychologischen Betreuung seitens des Staates undundund.

Je mehr PSTDler es also gibt, desto schwieriger wird die Vertuschung, desto mehr öffentliche Aufmerksamkeit gibt es, desto schneller findet ein Umdenken statt. Und mir ist es allemal lieber, daß ein paar tausend Veteranen nachts nicht mehr schlafen können, als daß sich My Lai wiederholt. Wie z.B. neulich wieder...

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Meister Böck 05.04.2010, 19:27
14. Krieg ist immer ein Verbrechen!

Die einzige Frage, die ich mir immer wieder stelle, wie haben Millionen von Soldaten und Zivilisten auf beiden Seiten die Greuel des Zweiten Weltkriegs seelisch verarbeitet? Ich kann mir nicht vorstellen, das sich zehntausende Zivilisten, Rotarmisten oder Wehrmachtsangehörige das Leben genommen haben. Oder gibt es da verläßliche Zahlen?

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augu 05.04.2010, 19:32
15. ......

"Mehr als 60.000 Vietnam-Veteranen nahmen sich laut einer Studie das Leben. Barry Romo kennt die Zahl gut. Das sind mehr als die US-Streitkräfte an Gefallenen im -nie erklärten - Vietnam-Krieg vermeldeten: 58.193 von rund zwei Millionen Soldaten im Einsatz. "
Fast unglaublich diese Zahl der Nachkriegstoten. Bisher hatte ich angenommen, dass die US-militärische Führung sehr viel tut, um die Opferzahl in der eigenen Truppe im Krieg und danach niedrig zu halten. Aber offenbar gilt die Abgebrühtheit und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden der Zivilbevölkerung des Gegners auch für die eigenen Soldaten, wenn nicht der militärische Einsatz dadurch gefährdet wird. Die Zahlen waren vor dem Irakkrieg bekannt und die zu erwartenden Nachkriegsfolgen bei der eigenen Truppe ebenso. Sie werden ebenso in Kauf genommen, wie das Töten unbeteiligter Zivilisten und Brutalität und Folter gegen militärische Gegner.

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Gertrud Stamm-Holz 05.04.2010, 20:02
16. titel

Zitat von augu
Fast unglaublich diese Zahl der Nachkriegstoten. Bisher hatte ich angenommen, dass die US-militärische Führung sehr viel tut, um die Opferzahl in der eigenen Truppe im Krieg und danach niedrig zu halten. Aber offenbar gilt die Abgebrühtheit und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden der Zivilbevölkerung des Gegners auch für die eigenen Soldaten, wenn nicht der militärische Einsatz dadurch gefährdet wird.
Großbritannien hat nach dem Falklandkrieg nichts anderes veranstaltet. Abgewiegelt, nicht hingehört und abgestritten und keine Hilfe geleistet..

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h0l0fernes 05.04.2010, 20:37
17. Ob es die Multi-Milliardäre im militärisch-industriellen Komplex

der USA interessiert, wie es den ehemaligen Soldaten geht, die doch für Gottes eigenes Land gekämpft haben?

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rk10437 05.04.2010, 20:51
18. Bilder

Richtig

Nichts ist dem Militarismus so gefährlich, wie die Wirklichkeit des Krieges - und das sind auch die Opfer, die zu Soldaten ausgebildet wurden und Krieg dann nicht ertragen konnten. Die werden versteckt, alleine gelassen und verdrängt.

aber

es geht ja in allen Kriegen darum die Bilder zu fälschen. Nichts wird jemals während eines Krieges so gezeigt, wie man es 20, 50 oder 100 Jahre später wahrnimmt, wahrnehmen kann.

Gerade die Technisierung des Krieges dient ja dazu, nicht nur eigene Soldaten zu schützen, sondern eben auch dazu ihnen die Kriegsführung überhaupt zu ermöglichen.
Distanz, am besten durch ferngesteuerte Drohnen o.ä. , schafft erst die Möglichkeit unbeschwert zu morden, so wie das viele am PC in Spielen lernen.

Würden in Krimis oder dergleichen (PS Spiele), die Verletzten, Sterbenden so gezeigt und vor allem gehört werden, wie es der Realität entspricht, würde dieses Genre zum Aussterben verurteilt sein.

Der Krieg ebenso. Es ist eben alles nur eine Frage der Bilder, des Marketing etc. Deswegen ist es auch nicht richtig die Jungen zu verurteilen, nicht die, die jetzt in den Krieg ziehen und auch nicht die Grass' u.a..

Die, die es verantworten und zur Verantwortung gezogen werden sollten, sind die, die über 40 sind, die in den Machtpositionen sitzen und die genau wissen oder wissen können, was sie tun. Es sind nicht nur Despoten, sondern es ist die große Zahl des gesellschaftlichen Mittelstand/Managements - die Spiegel/ZEIT/FAZ/Süddeutsche/Handelsblatt/et-Leser.

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unterlinsen 05.04.2010, 21:20
19. titel

wie heißt denn die "eine" 60.000 studie?
wie heißt denn der vietnam krieg in vietnam? auch vietnam krieg?
nein, mich interessiert tatsächlich, welche studie das ist.

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