Forum: Politik
Vize-Parteichef zur Personaldebatte: Stegner regt sich über Disziplinlosigkeit der SP
REUTERS

Mit einer Attacke gegen die SPD-Spitze hatte Sigmar Gabriel den Personalstreit seiner Partei befeuert. Jetzt mahnt Vize Stegner zur Ruhe. Gabriel selbst soll die Wucht seiner Aussagen unterschätzt haben.

Seite 9 von 30
conocedor 12.02.2018, 11:41
80. ein frommer Wunsch

Der angekündigte Rückzug von Parteichef Martin Schulz von seinen Ämtern und die Personaldebatten seien eine "letzte Mahnung" an seine Partei gewesen, dass es so nicht weitergehen könne, sagte Stegner dem ZDF-"Morgenmagazin". Es dürfe nicht mehr um Einzelinteressen gehen, die Disziplinlosigkeit müsse aufhören.

Es wird genauso weitergehen. Alle wissen das. Auch Herr Stegner.

Die allgemeine Atmosphäre in Vorstand und Parteiführung wäre mit den Worten "hochgradig kontaminiert" wohl zutreffend beschrieben. Auch als unbeteiligter Beobachter kann man deshalb nur hoffen, dass der anstehende Mitgliederentscheid ein Ergebnis pro Große Koalition bringen möge.
Andernfalls steht die SPD-Butze wohl vor dem Auseinanderfliegen und das nächste Parlament mit einem sozialdemokratischen Trümmerhaufen auf niederländischem Niveau.

Es hat allerdings nicht den Eindruck, dass sich sämtliche SPD-Granden im klaren darüber sind, dass ihre Partei nicht mehr weit vom parlamentarischen Untergang entfernt ist.
Offenkundig ist man wohl immer noch der irrigen Ansicht, ein Schicksal wie bei sozialdemokratischen Schwesterparteien in Frankreich, Holland, Polen oder Italien sei hier nicht möglich.

Dabei ist die gesamtdeutsche Zukunft der SPD in süd- und ostdeutschen Ländern schon jetzt zu besichtigen.

Beitrag melden
olli0816 12.02.2018, 11:41
81. Im Grunde würde ich ihnen zustimmen

Zitat von mullertomas989
... jetzt wirklich mal mit Ruhe?? Einfach nichts mehr sagen, außer zu Inhalten. Nicht das die SPD-Parteimitglieder noch nervös werden. Und übrigens: Wenn 70% des Vertrags SPD-Programm ist und 3 Top-Ministerien an die SPD gehen, wie könnte man da mit "Nein" stimmen?? Wie sollte man Neuwahlen dem Wähler erklären - "Äh, wählt uns, denn wir wollen in die Opposition..."? Und wenn man zuerst ans Land (und an Europa) denkt, kann es sowieso nur Zustimmung geben. Ganz klar.
Was Sie schreiben klingt alles logisch und mit objektiver Betrachtung richtig. Was allerdings momentan fehlt, ist das Personal, dass die Posten ausfüllen kann. Auch mit dem unterdrücken der Personaldebatten ist es nicht getan, weil akuter Handlungsbedarf besteht. Die SPD muss sich ernsthaft fragen, ob sie mit einer Frau Nahles als Vorsitzende überlebensfähig ist? Zumindest öffentlich sind keine Überlegungen da, ob ein "Weiter so" überhaupt noch machbar ist. Wie reagieren die Mitglieder auf eine schnelle Bestimmung der falschen Person an der Spitze? Andererseits ist die Frage: Wer wäre denn überhaupt geeignet? Sicher nicht einfach zu beantworten.

Dann Herr Gabriel: Anscheinend möchte die gegenwärtige Spitze ihn nicht weiter als Minister sehen. Er war nie sonderlich beliebt, ist aber immerhin durch die ganzen Querelen trotzdem am beliebtesten. Sicher auch wegen dem Außenministeramt, da das für einen Politiker immer gute Reputation verspricht, wenn man nichts ganz grob fahrlässig falsch macht.

Die Situation ist etwas irrwitzig. Da werden einem Topämter angeboten, aber es ist niemand da, der es gut machen kann. Wie Sie richtig schreiben, wäre eine Neuwahl für die SPD vordergründig ein Rückschritt. Aber wenn man in dieser Verfassung die GroKo mit dem schwach qualifizierten und z.T. von der Außenwirkung beschädigten Personal antritt, wird die SPD in 3,5 Jahren bei der nächsten Wahl - falls es überhaupt so lange dauert - ins bodenlose versinken. Die Verhandlung war ein Phyrrussieg.

Manchmal ist es besser, einen Schritt zurückzugehen, um in Zukunft zwei nach vorne machen zu können. Zumindest wäre es überlegenswert und wenn die SPD bei einer Wiederwahl auf 15 - 18% käme, ist der Schaden noch nicht so groß. Man muss viele Leute nicht mehr mitschleppen und könnte sich komplett der Neuausrichtung zuwenden mit Leuten, die es in Zukunft besser machen. Da hatte Schulz schon recht, dass eine Neuausrichtung notwendig ist.

Beitrag melden
sober 12.02.2018, 11:41
82.

Diese Meldung ist es nicht wert, so prominent platziert zu werden. Ein „Ende der Personaldebatten“ zu fordern ist die offizielle Sprachregelung der SPD-Spitze, das wird jetzt von allen nachgeplappert. Denn natürlich wissen die Obersozis, dass ihre Personalvorschläge nicht nach Neuanfang klingen sondern nach neuen Wein in alten Schläuchen.

Beitrag melden
gersco 12.02.2018, 11:42
83. Der Vorstand lebt es doch vor! Ähnlich wie sich hier und anderswo...

...das sinnfreie SPD-Bashing von Leuten bahnbricht, die sich offensichtlich nur noch über ihren prekär artikulierten Erregungszustand definieren können (hier wird Schwarmintelligenz mal ad absurdum geführt), verselbständigt sich natürlich auch die vom Vorstand vorgelebte Disziplinlosigkeit. Ähnlich wie jetzt bei der CDU neuerdings, war es bei der SPD schon immer so, daß sich alle zu allem gemeldet haben, wenn es medial nur möglich war.
Der neue Generalsekretär Klingbeil täte gut daran, die Außendarstellung der SPD grundlegend und dringend zu verbessern. Das ist zuzüglich der wirklich nicht einfachen Lage der Partei ein absolutes PR-Desaster. Der nächste, vorprogrammierte Witz ist, daß Personalfragen erst nach dem Mitgliedervotum geklärt werden sollen, Andrea Nahles aber am besten schon sofort als SPD-Chefin inthronisiert werden soll. Das kann man bei allem Verständnis nur als Untergangssehnsucht verstehen und ist sicherlich nicht dem gewünschten, positiven Mitgliedervotum zuträglich.

Beitrag melden
kizfonis 12.02.2018, 11:42
84.

Zitat von mullertomas989
... jetzt wirklich mal mit Ruhe?? Einfach nichts mehr sagen, außer zu Inhalten. Nicht das die SPD-Parteimitglieder noch nervös werden. Und übrigens: Wenn 70% des Vertrags SPD-Programm ist und 3 Top-Ministerien an die SPD gehen, wie könnte man da mit "Nein" stimmen?? Wie sollte man Neuwahlen dem Wähler erklären - "Äh, wählt uns, denn wir wollen in die Opposition..."? Und wenn man zuerst ans Land (und an Europa) denkt, kann es sowieso nur Zustimmung geben. Ganz klar.
Ganz so schlicht ist das m. E. nicht. Nur über Inhalte reden hört sich auf das erste Hören hin gut an. Wäre ich noch Parteimitglied, würde mich vor der Abstimmung schon sehr interessieren, wer die 70%-Ausbeute dann auch wirklich ausbeutet. Und wer die "Beute" Finanzministerium besetzt. Es ist schon ein Unterschied, ob das Ministerium "nur Beute" ist und von einem Schwarzen (mit rotem Parteibuch) besetzt wird. Scholz ist für mich ein Demokrat, aber kein sozialer. Wie das mit 'nem anderen Hanseaten, dessen Nachname auch mit SCH begann schon einmal war. Mit einem Überhang an Seeheimern im Kabinett wäre für mich die Zustimmung nicht möglich. Seeheimer würden die Beute nicht ausbeuten, sondern neoliberal ausbooten.

Norbert Sinofzik, Rheinstadt Uerdingen

Beitrag melden
jowitt 12.02.2018, 11:42
85. @fallobst24 heute, 10:53

Zitat von fallobst24
Stegner ist mit seiner sinnentleerten Ideologie einer der Letzten, die andere zu irgendwas ermahnen sollten. Dieser verbohrte Mann hat die SPD einen guten Batzen an Stimmen gekostet und ich verstehe ernsthaft nicht, wieso man den in der SPD-Führung behält. Aber dann wiederum könnte es schlimmer kommen, denn schlimmer als eine Nahles wäre ein Stegner als SPD-Chef. Dann könnte man die Partei gleich in den gelben Sack stecken und zum Müll runter bringen.
Der (die) eine mag Stegner, der/die andere nicht. Es gibt sicher auch Fans von Stegner. Immerhin einer der wenigen Politiker mit Ecken und Kanten.

Beitrag melden
Neandiausdemtal 12.02.2018, 11:43
86. Das stimmt auch nicht!

Zitat von freddygrant
... die Diszipinlosigkeit, sondern die Kurzsichtigkeit und der Mangel an Voraussicht und Strategie, welche der SPD schon seit Generationen abgeht (Ausnahme Helmut Schmidt!). Diese Banalität ist genau der "Rote Faden" welcher der SPD anhaftet und den sie scheinbar nicht ausziehen kann. Wenn diese spontanen SPD-Führer hier künftig nicht professioneller auftreten, innen- und außenpolitisch die Visionen aufzeichnen die ein selbstbewußtes Deutschland und Europa benötigen, werden sie nochmals fünfzig Jahre nur ihre Leidenfähigkeit vor sich hertragen und Deutschland in einem konsevativen christ- abendländischen Dilema begleiten, daß doch auf eine moderne, leistungsfähige und sozial homogene und friedliche Gesellschaft so dringend angewiesen ist. Mann oh Mann!
Gerade Schmidt ist ein schlechtes Beispiel. Er hat die Partei gespalten. Wenn man Schmidts vorbildliches Kurshalten im Deutschen Herbst abzieht und bedenkt, dass Mogadischu auch hätte schief gehen können, dann bleibt von seiner Kanzlerschaft nichts übrig. Adenauer hatte einen Plan: Kapitalismus um jeden Preis und möglichst viele Nazis in Amt und Würden lassen. Widerlich aber erfolgreich!
Brandt hatte einen: Mehr Demokratie wagen und Wandel durch Annäherung. Der einzige mit Anstand.
Schröder hatte auch einen: Adenauers Werk zu Ende bringen und den Kapitalisten die Bahn endgültig frei machen.
Der Rest der Kanzler ist bestenfalls Dreingabe.

Beitrag melden
nestor01 12.02.2018, 11:44
87. "Gabriel selbst hat die Wucht seiner Aussagen unterschätzt?"

Tut mir leid. Gabriel ist die Sprunghaftigkeit in Person. Mal will er mit Pegida ins Gespräch kommen. Dann wieder setzt er sich mit einem "refugees welcome-Button" auf die Regierungsbank. Mal Hü und mal Hott, immer getrieben von persönlicher Eitelkeit und persönlichen Ehrgeiz. Jetzt hat er sich völlig aus dem Spiel gebracht.

Beitrag melden
lasalette13 12.02.2018, 11:44
88. Nahles als SPD-Chefin weitere Fehlentscheidung !

Unglaublich ! Diese Frau, die sich nicht korrekt benehmen kann und schon merhmals plump und dumm aufgetreten ist, soll Chefin werden ? Na, denn Mahlzeit ! Die Chance, dass SPD die 5% Hürde in absehbarer Zeit, nicht merhe erreicht , vergrößert sich immer mehr !

Beitrag melden
fischerg1 12.02.2018, 11:45
89. Maulhelden

Wie wäre es denn wenn nun mal alle, die vom ersten Tag an (100% über No zur Koalition und kein Regierungseintritt) sich nicht nah genug auf jedes Bild drängen konnten,auf dem Herrn Schulz abgelichtet wurde,die Klappe hielten.
Vor allem auch ein Stegner. Wenn die Menschen den sehen oder hören meinen diese doch, wir wären alle in der SPD so

Beitrag melden
Seite 9 von 30
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!