Forum: Politik
Völkermord an Herero: Polenz soll mit Namibia verhandeln
AFP/ National Archives of Namibia

Berlin hat einen Verhandlungsführer für die Aufarbeitung der brutalen deutschen Kolonialgeschichte in Namibia ernannt. CDU-Außenpolitiker Polenz soll die Gespräche über den Völkermord an den Herero leiten.

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vox veritas 04.11.2015, 12:50
1.

Wenn wir lange genug suchen, finden wir bestimmt noch was aus dem Mittelalter oder der Zeit davor.

Jetzt mal ganz im Ernst. Natürlich sollen die Taten aus der Vergangenheit nicht abgestritten werden, aber irgendwann muß doch mal Schluß sein, weil das alles nur noch Geschichte ist.

Man möchte meinen, es gibt eine deutsche Lust am Schuldsein - einen quasi intellektuellen Schuldmasochismus.

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Willi Wacker 04.11.2015, 12:58
2.

Zitat von vox veritas
Wenn wir lange genug suchen, finden wir bestimmt noch was aus dem Mittelalter oder der Zeit davor. Jetzt mal ganz im Ernst. Natürlich sollen die Taten aus der Vergangenheit nicht abgestritten werden, aber irgendwann muß doch mal Schluß sein, weil das alles nur noch Geschichte ist. Man möchte meinen, es gibt eine deutsche Lust am Schuldsein - einen quasi intellektuellen Schuldmasochismus.
Ja, ich hätte da was: mein Großvater wurde durch die Sowjetunion enteignet. Dagegen möchte ich jetzt klagen.
Ups, der 2+4 Vertrag schliesst alle derartigen "Altfälle" aus und erklärt die Ansprüche für erloschen. Komisch, eh.

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klauspeterstuder 04.11.2015, 12:59
3. Schlussstrich

Über 100 Jahre ist das her. Nun wollen auch deren Nachkommen Geld rausschinden. Wir sollten Italien wegen der Verbrechen der römischen Besatzungstruppen und Frankreich auf Grund der napoleonischen Unterdrückung verklagen.

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Kurt2.1 04.11.2015, 13:01
4. .

Dieses leidige Thema aufzuarbeiten, ist sicher richtig.
Ich würde es aber begrüßen, würde man mit den Herero direkt sprechen und dieses Volk unterstützen.
Man hat in der Vergangenheit schon reichlich Geld wegen der Verbrechen an den Herero nach Namibia geschickt. Wieviel davon mag wohl bei denen angekommen sein?

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fareast 04.11.2015, 13:06
5.

Das ist seit 100 Jahren ueberfaellig.

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guttmensch 04.11.2015, 13:07
6. Identitäre Lust

Im Jahr 1906 verlor die SPD den Wahlkampf, weil sie diesen Fall zum Wahlkampfthema machte. Es gab einen Aufstand der Herero, der niedergeschlagen wurde mit Toten auf beiden Seiten. Dabei sind zahlreiche Personen der Bürgerkriegsparteien umgekommen, als sie in die Wüste geflüchtet sind. Für die heutige Politik mischt hier vor allem der Edle Wilde mit und die Faszination für alles antikoloniale Identitäre.

Davon ungeachtet bleibt die Frage welche genauen Fehler bei der Niederschlagung des Aufstands gemacht wurden, und welche Funktion der Aufstand innenpolitisch im Kaiserreich erfüllte, denn wir wissen ja, dass Kaiser und Kanzler hier vergeblich einwirkten, eine Sache der Historikerzunft.

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ackergold 04.11.2015, 13:19
7.

Zitat von vox veritas
Wenn wir lange genug suchen, finden wir bestimmt noch was aus dem Mittelalter oder der Zeit davor. Jetzt mal ganz im Ernst. Natürlich sollen die Taten aus der Vergangenheit nicht abgestritten werden, aber irgendwann muß doch mal Schluß sein, weil das alles nur noch Geschichte ist. Man möchte meinen, es gibt eine deutsche Lust am Schuldsein - einen quasi intellektuellen Schuldmasochismus.
Ich frage mich auch, was das eigentlich soll. Selbst die letzten Überlebenden der Kolonialzeit sind seit 50 Jahren tot.

Wenn man jetzt mit Entschädigungsforderungen anfängt, die weit über 100 Jahre zurück liegen, wann will man da aufhören?

Sollten wir Schweden für die Gräuel im 30jährigen Krieg verantwortlich machen und für Abermillionen Tote, Not und Elend? Die Schweden würden Abermilliarden an Wiedergutmachung bezahlen müssen, um ihre Schuld zu tilgen. Von den britischen Gräueln in Indien, Australien, der Ausrottung der Tasmanier, oder gar dem Wüten der Spanier in Süd- und Mittelamerika, dem gigantischen Goldraub oder den Massakern der Amerikaner an den First Nations wollen wir gar nicht erst anfagen.

Buffalo Bill hat zur Zeit des Hererokriegs noch gelebt.

Außerdem kann man bei Durchsicht der Fachliteratur zum Hererokrieg nur sagen: historisch katastrophal. Da wird von Opferzahlen geredet, obwohl die nicht mal ansatzweise bekannt sind. Gräuel gab es auf beiden Seiten. Und natürlich wird auch vergessen, dass die Bundesrepublik Deutschland seit 1990 3,5 Milliarden Euro an Entwicklungshilfe nach Namibia bezahlt hat.

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ackergold 04.11.2015, 13:21
8.

Zitat von fareast
Das ist seit 100 Jahren ueberfaellig.
Seit 100 Jahren ist auch überfällig, diese Geschichte korrekt aufzuarbeiten und nicht den ideologisierten Tendenzhistorikern von rechts und links zu überlassen.

Fakt ist nämlich, dass man weder die Opferzahlen, noch den tatsächlichen Verlauf des Krieges überhaupt kennt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Krieg wie jeden anderen handelt, ist groß.

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ecbert 04.11.2015, 13:23
9. Unverständlich...

Wieso wir heute für die Niederschlagung eines Volksaufstandes zahlen sollen. Wer Krieg säht wird auch Krieg ernten. Mit den Folgen muss man dann eben leben. Schließlich lebt heute keiner mehr von denen die damals auf beiden Seiten in den Krieg zogen, also Thema erledigt !!!

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