Forum: Politik
Völkermord an Herero: Polenz soll mit Namibia verhandeln
AFP/ National Archives of Namibia

Berlin hat einen Verhandlungsführer für die Aufarbeitung der brutalen deutschen Kolonialgeschichte in Namibia ernannt. CDU-Außenpolitiker Polenz soll die Gespräche über den Völkermord an den Herero leiten.

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Kritikant 04.11.2015, 13:32
10. Richtig

dass man zu seiner Vergangenheit steht! Komisch nur, dass nur die Deutschen das tun oder haben sich z.B. die Belgien schon für die 5 Mio Opfer im Kongo entschuldigt, die unter König Leopold massakriert wurden als der Kongo sein Privateigentum war? Vielleicht sollten sich alle EU Länder mal zusammen in Afrika entschuldigen. an wen soll das Geld eigentlich gehen, wenn es zu Entschädigungen kommt?

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Lanek 04.11.2015, 13:43
11.

Entschuldigungen und Anerkennung aus Deutschland ließen auf sich warten. Es dauerte ziemlich passend 100(!) Jahre, bis man sich endlich herab ließ, sich etwas besser mit dem Herero-Völkermord zu befassen.
Erst seit Juli 2015 wird das von unserer Regierung überhaupt als Völkermord eingestanden.

Dass endlich der Völkermord an den Herero vernünftig aufgearbeitet werden soll, finde ich richtig.
Wer nicht versteht, was da vor sich ging, sollte sich etwas belesen.
Dieser Völkermord wurde meiner Meinung nach nicht genug thematisiert.

Ironischerweise gibt es sicher viele die sich über diese Entwicklung beim Herero-Völkermord beschweren, die bei der weiter andauernden Leugnung der Türkei des osmanischen Völkermords an den Armeniern den Kopf schütteln und kein Verständnis dafür haben.
Für uns gelten andere Maßstäbe, offensichtlich.

Natürlich gibt es dann die chronisch Geplagten, die sofort in Schnappatmung verfallen, wenn mal was über deutsche Verbrechen in der Vergangenheit kommt.
Da kommt gleich die Absurdführung mit Schadensersatzforderung für Antike, Mittelalter usw.
Die Kriegsführung und Wertschätzungen des Einzelnen heute darf nicht den Maßstab von damals haben.
Ich zumindest finde, dass wir ruhig höhere humanistische Ansprüche an uns selbst haben dürfen.

Ich fände es schön, wenn Deutschland fortschrittlich genug ist, um offen und ohne Ideologie über soetwas zu sprechen.
Die Vergangenheit lehrt uns, wie es nicht funktioniert.
Nicht ALLES war früher schlecht, aber man erniedrigt sich nicht selbst, wenn man die Vergangenheit achtet.

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nickleby 04.11.2015, 13:51
12. Deutscher Idealismus

Deutschland war auch 1900 an der Niederschlagung des Boxeraufstands in Peking beteiligt. Man muss von chinesischer Seite noch an uns herantreten, damit wir auch dort unsere Schuld abtragen. Hinzu kommt, dass Deutschland bis 1914 Kolonialmacht in China war ( Tsingtau).

Sicherlich gibt es Nachkommen der Menschen, die unter den Deutschen gelitten haben könnten
Wenn man schon dabei ist :

Wie hoch muss die Entschädigung für die deutsche Kolonialherrschaft in :

Togo, Kamerun, Deutsch - Ostafrika ( Tanzania), Bismarck-Archipel (Neu-Guinea) sein ?

Wir dürfen nicht vergessen, dass das DR durch sein Bündnis mit der Hohen Pforte 1915/16 ebenfalls Mitschuld am Völkermord an den Armeniern trägt

Deutschland sei ein reiches Land sagen die 'Gutmenschen' Dann kann man doch € 300 Milliarden über 10 Jahre verteilt an die Opfer bzw. deren Nachkommen zahlen.

Wenn das geregelt ist, können wir uns den deutschen Einigungskriegen 1864-1871 zuwenden, um dann in historischer Konsequenz schließlich bei den Kreuzzügen, unter Barbarossa zu landen. ist das nichts?

Das wäre doch eine Forschungsaufgabe für unsere Gutmenschen aller Couleur

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konstrukteur 04.11.2015, 13:52
13. ob es sinnvoll ist jetzt historische

über 100 jahre alt Themen auftzwärmen halte ich für nicht sinnvoll, solange frischere Eingeständnisse anderer Staaten (Türkei, USA ) zu größeren Menschenrechtsverletzungen (Armenien, USA - allgemein in den letzten 50 Jahren! !!) nicht eingefordert werden. Bezüglich Entschädigung - die Leidtragenden könne nicht mehr entschädigt werden nur die Nachkommen, dann sollten auch due Nachkommen der Profiteure dafür aufkommen und nicht wieder gewinne privatisieren und Verluste / Kosten sozialisieren - das schürt nämlich den sozialen Unfrieden in Deutschland! !!!

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karambesi 04.11.2015, 13:54
14. Mit Verlaub

Seien wir froh allen Kolonien am Ende des Krieges 14-18 verloren zu haben.
Wer weiss was für Dinge die Herrenmenschen da noch angestellt hätten.
Ich hoffe das es zu einer vernünftigen Einigung mit den Hereros und den Namas kommt.

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Queeny 04.11.2015, 14:06
15. Entschädigung gerne

...aber sollte das Geld nicht gleich an die San gegeben werden? Denn die wurden ja, als Ureinwohner dieser Landesteile, von den Herrero fast vernichtet.

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max-mustermann 04.11.2015, 14:10
16. Absurd

Von den damals auf beiden Seiten Beteiligten lebt heute keiner mehr was soll also der Unsinn mit den Entschädigungszahlungen.
Die Geschichte aufzuarbeiten ist absolut richtig aber das nur wegen Geldschneiderei zu machen ist peinlich. Wir können mögliche Forderungen aber gerne gegen bereits Geleistetet Entwicklungshife Milliarden verrechnen, da wird fürchtig dann aber nix übrig bleiben ganz im Gegenteil.

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ruhepuls 04.11.2015, 14:11
17. Aufarbeitung oder

Klar, eine offizielle Anerkennung und Entschuldigung ist angebracht. Nur beschleicht mich inzwischen (siehe Griechenland) so langsam das Gefühl, dass es nicht um Gesten geht, sondern um handfeste finanzielle Interessen.
Geht das so weiter, dann brauchen wir bald eine "Wiedergutmachungsbank" und ein "Wiedergutmachungsgericht", das die gegenseitig verübten Greultaten finanziell bewertet und gegenbucht...
Die Vergangenheit war voller Gewalt. Die meisten Sklaven wurden beispielsweise von der eigenen Rasse bei Stammeskriegen gefangen und verkauft.
(Die Herero und die Nama haben gegenseitig Massaker verübt, nur so nebenbei bemerkt).
In Amerika gingen sich die Stämme gegenseitig im Rahmen von Verdrängungskriegen an die Gurgel. Und in Europa? Da war es mit der Zivilisation auch nicht so weit her, wenn es nicht gerade um Waffen ging.
Will man das nun alles "aufarbeiten"?

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Willi Wacker 04.11.2015, 14:12
18.

Zitat von karambesi
Seien wir froh allen Kolonien am Ende des Krieges 14-18 verloren zu haben. Wer weiss was für Dinge die Herrenmenschen da noch angestellt hätten. Ich hoffe das es zu einer vernünftigen Einigung mit den Hereros und den Namas kommt.
Ich kann jeder Entschädigung zustimmen, die ausdrücklich Zahlungen an Regierungs- oder Partei- oder sonst. Organisationsationen ausschliesst. Anwälte sind bitte auch unter keinen Umständen Zahlungsempfänger!

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ruhepuls 04.11.2015, 14:15
19. Stimmt leider...

Zitat von Queeny
...aber sollte das Geld nicht gleich an die San gegeben werden? Denn die wurden ja, als Ureinwohner dieser Landesteile, von den Herrero fast vernichtet.
Das Problem ist einfach, dass die Welt nicht so funktioniert, wie wir das uns so vorstellen: Hier die Bösen, dort die Guten.
Fast alle Kulturen - auch heute noch - bekriegen das "Fremde".
In Afrika kam und kommt es immer wieder zu Massaker - auch ohne Beteiligung von Weißen.
Ob wir da mit dem Aufarbeiten hinterher kommen? Oder wird nur da aufgearbeitet, wo es was zu holen gibt?

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