Forum: Politik
Volksaufstand gegen Mubarak: Ägyptens Armee fordert Stopp der Proteste

Ägyptens Demonstranten verlieren den Rückhalt des Militärs. Nach der Rücktrittsankündigung von Husni Mubarak drängt die Armee nun auf ein Ende der Kundgebungen. Trotzdem sind wieder Tausende auf den Straßen Kairos und Alexandrias - diesmal aber auch viele Anhänger des Noch-Präsidenten.

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marquis_de_valmont 02.02.2011, 11:29
1. Ach ja....

Zitat von sysop
Die USA würden Ägypten dabei "weiterhin die Hand der Freundschaft und Partnerschaft reichen."
...da hat aber einer Angst ;-)

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jancker 02.02.2011, 11:38
2. Aufklärung

Dem Diktator könnte ein schnelles Ende bereitet werden, wenn dieser seinen Rückhalt nicht nur beim Volk sondern auch bei seinen internationalen Partnern verliert.

Warum sich sich demnach unser liberaler Außenminister als Mitglied der Partei der Aufklärung trotz aller diplomatischen Zwänge nicht klar gegen den Diktator und für das ägyptische Volk stellt, ist mir vollkommen schleierhaft.

Zur Erinnerung:

"Aufklärung ist der Weg des Menschen aus einer selbstverschuldeten Unmündigkeit." (Kant)

Genau diese Aufklärung findet jedoch gerade in Ägypten statt und muss als riesengroße Chance für die Zukunft Europas und des nahen Ostens gewertet werden.

Hier wird erneut die Vorlegenheit und Kurzsichtigkeit der westlichen Politik deutlich.

Daher trete ich heute nach 20 Jahren aus der FDP aus.

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Tunesier 02.02.2011, 11:38
3. Kluges Manöver

Was für ein Schachzug? Bisher ist alles in Ägypten fast genau so wie in Tunesien verlaufen, bis auf diesen Schritt! Damit verpasst das Militär die Change, als Liebling des Volkes zu zählen, und dennoch werden sie im besten Fall das aktuelle Regime nur wenige Monate oder wenige Jahre stützen können. Aus meiner Sicht sollte das ägyptische Volk trotzdem weiterkämpfen, denn auch Ben Ali hatte für uns einige Überraschungen im Koffer parat, so wollte er z.B. nach seiner Flucht wahrscheinlich zurückkehren, nachdem das Land von seinen Milizen ins Chaos gestürzt wird. Gegen diese Mafia-Regierungen hilft nur standhaft bleiben. Der Preis könnte allerdings viele Menschenopfer werden :(

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spiegel-hai 02.02.2011, 11:45
4. .

Zitat von sysop
Ägyptens Demonstranten verlieren den Rückhalt des Militärs. Nach der Rücktrittsankündigung von Husni Mubarak drängt die Armee nun auf ein Ende der Kundgebungen. Trotzdem sind wieder Tausende auf den Straßen Kairos und Alexandrias - diesmal aber auch viele Anhänger des Noch-Präsidenten.
tja, da droht wohl ein Staatsstreich des Militärs.

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Walther I. 02.02.2011, 11:50
5. Das Militär...

Zitat von spiegel-hai
tja, da droht wohl ein Staatsstreich des Militärs.
und die usa sind Fleisch von einem Fleisch.

Werden wir Bilder sehen, wie Abrams-Panzer das Volk niederwalzen?

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wwwwalter 02.02.2011, 11:51
6. Halbe Revolution

Jetzt passiert genau das, was zu befürchten war. Die große Masse an Menschen hätte noch etwas bewirken können, z.B. wenn sie das Gebäude des unsäglichen ägyptischen Fernsehens gestürmt hätte. Aber man sieht es ja jetzt: diese Armee ist nicht mit dem Volk, sondern garantiert letztendlich Mubarak und der herrschenden Elite das Überleben.

Und genau hier haben wir den großen Unterschied zur friedlichen Revolutuon in der DDR. In Ägypten sind nämlich Panzer auf den Straßen, und an jeder Ecke stehen Soldaten. Die haben natürlich tunlichst darauf geachtet, dass ja alles friedlich blieb. Denn eine friedliche Menge ist wie ein zahnloser Tiger, der früher oder später klein bei gibt. Den Demonstranten wird es jetzt die Sprache verschlagen, denn die Taktik der ägyptischen Führung ist wahrlich infam, aber sie geht auf.

Man sieht an diesem Beispiel, dass eine starke Armee immer eine Gefahr für die Demokratie darstellt, und wenn sie möchte, jede Revolution verhindern, oder kanalisieren kann.
Ein Massaker, wie es China auf dem Tiananmenplatz angerichtet hat, möchten die Generäle natürlich vermeiden, aber wenn es wirklich drauf ankommt, ist alles möglich. Wenn dasselbe in Saudi-Arabien oder in Libyen passieren würde, so würden die dortigen Diktatoren ganz gewiss vor einer Gewalteinwirkung nicht zurückschrecken. Wie es nun in Ägypten weitergeht, mal schauen.

Das Ganze ist jedenfalls nur eine halbe Revolution. Richtige Revolutionen haben zur Folge, dass der Despot das Land verlässt, oder das Zeitliche segnet.

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ACroonen 02.02.2011, 11:57
7. -

Zitat von jancker
... Warum sich sich demnach unser liberaler Außenminister als Mitglied der Partei der Aufklärung trotz aller diplomatischen Zwänge nicht klar gegen den Diktator und für das ägyptische Volk stellt, ist mir vollkommen schleierhaft. .....
Wenn wir damals die selben unfähigen Politiker beim Zusammenbruch des Kommunismus gehabt hätten wie heute, dann wäre alles ganz ganz schlimm gekommen. Wo sind die Politiker die den Menschen in der arabischen Welt ganz klar sagen: "Wir stehen in eurem Kampf für Freiheit hinter euch!"

Ich glaube die Jugend und damit die Bevölkerungsmehrheit in der arabischen Welt will Veränderung. Sie wollen keine Diktatur und schon gar keinen Gottesstaat, aber sie haben noch keine genaue Vorstellung wie genau ihre Zukunft aussehen könnte.

Wir, der Westen mit einer Teils 200 Jährigen Erfahrung in Sachen Demokratie sind aufgefordert den Leuten zu zeigen
wie Demokratie funktioniert.

Tun wir es nicht spielen wir mit unserer Untätigkeit genau jenen Elementen in die Hände die wir nicht an der Macht sehen wollen. Wenn wir weiter die Freiheitsbewegungen mit Ignoranz würdigt so profitieren am Ende nur die Islamisten. Denn die Enttäuschten und Alleingelassenen wenden sich früher oder später an jene.

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Thomas Kossatz 02.02.2011, 12:05
8. Tschüss

Zitat von jancker
Dem Diktator könnte ein schnelles Ende bereitet werden, wenn dieser seinen Rückhalt nicht nur beim Volk sondern auch bei seinen internationalen Partnern verliert. Warum sich sich demnach unser liberaler Außenminister als Mitglied der Partei der Aufklärung trotz aller diplomatischen Zwänge nicht klar gegen den Diktator und für das ägyptische Volk stellt, ist mir vollkommen schleierhaft. Zur Erinnerung: "Aufklärung ist der Weg des Menschen aus einer selbstverschuldeten Unmündigkeit." (Kant) Genau diese Aufklärung findet jedoch gerade in Ägypten statt und muss als riesengroße Chance für die Zukunft Europas und des nahen Ostens gewertet werden. Hier wird erneut die Vorlegenheit und Kurzsichtigkeit der westlichen Politik deutlich. Daher trete ich heute nach 20 Jahren aus der FDP aus.
Der Weg in die Hölle ist mit Idealismus gepflastert. Was bringt es den Demonstranten, wenn sich europäische Außenpolitiker hinter die Demonstranten stellen? Das ist leere Rhetorik. Müsste man dann nicht den Demonstranten Unterstützung gewähren, möglicherweise militärisch?
Erinnern sie sich, wie Bush 1 erst Minderheiten unter Saddam Husseinseine Sympathie versicherte, und als dieses das als Unterstützung deuteten, diese im Stich ließ, so dass sie vom irakischen Diktator abgeschlachtet wurden?

Solche populistische Rhetorik hilft niemand.

Die Rücktrittsforderung aus den USA ist eindeutig und wichtiger, als Fensterreden, die es zum Nulltarif gibt.

Ich habe mich deshalb heute entschlossen, diese Politik weiter zu unterstützen. Wer austritt, kann meckern. Wer mitmacht, nimmt Einfluss. Tschüss, Kollege.

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Akku 02.02.2011, 12:07
9. Yep

Zitat von spiegel-hai
tja, da droht wohl ein Staatsstreich des Militärs.
Welches mit viel Geld aus den USA unterstützt wird.

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