Forum: Politik
Volksentscheid: Berliner stimmen gegen Bebauung von Tempelhof
AP/dpa

Die Berliner haben ihrem Senat eine Schlappe erteilt: Eine deutliche Mehrheit stimmte laut Hochrechnungen beim Volksentscheid gegen eine Bebauung des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Das nötige Quorum wurde erreicht - die Politik muss sich an das Votum halten.

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Bondurant 26.05.2014, 12:14
170.

Zitat von sysop
Die Berliner haben ihrem Senat eine Schlappe erteilt: Eine deutliche Mehrheit stimmte laut Hochrechnungen beim Volksentscheid gegen eine Bebauung des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Das nötige Quorum wurde erreicht - die Politik muss sich an das Votum halten.
Gut so. Wenn sich hier auch der reaktionäre Kleinbürger mit seinem Wunsch, jede Veränderung zu verhindern, durchgesetzt hat: gut dass die Ideen des Senats nicht Gesetz wurden. Dieses alberne Geschwurbel mit dem "bezahlbaren Wohnraum" war ja ganz unerträglich. - Nachdem jetzt nach einer Zeit der Nutzung als überdimensionierter Grillplatz entsprechender Überdruss aufkommen wird, wird man am Ende zur einzig richtigen Lösung finden: einer Art Central Park mit umstehender hochwertiger Bebauung a la New York. Die dort zu errichtenden Appartements werden welteit ein Verkaufsschlager werden.

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retterdernation 26.05.2014, 12:14
171. Komisch - auf dem Tempelhofer Feld

gibt es keinen Müll. Und das in Berlin! Vorteil Bildungsbürger. Das ausgerechnet München - mit den versifften Isarwiesen und Stränden die Haupstadt überholt, dass hätte ich ja nie gedacht. Ansonsten ist das Votum der Berliner erstmal zu respektieren. Das diese Flughafenbrache auf dauer sich so darstellen wird, wie bisher, wage ich zu bezweifeln. Und das wäre auch nicht gut für die Stadt. Denn dann fehlt es an Dynamik. Wünschenswert wäre aber eine Planung, die alle Betroffenen einbezieht, die sozial ausgerichtet ist und gleichzeitig von der üblichen "Legostein-Architektur" in der Hauptstadt abweicht. Gleichzeitig muss auf der Freifläche auch etwas passieren, Wald/Park/Wassersport, etc. Eine Savanne mitten in der Stadt braucht kein Mensch. Eine Stiftung wäre doch eine fantastische Unterstützung für dieses Projekt. Naja - das wird jetzt erstmal ein bisserl dauern. Zu deutlich sind leider noch die Freudenschreie der "Körnchen-Fraktion," über den Erhalt also dem Status Quo für das Feld zu hören.

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schlachtzeile 26.05.2014, 12:14
172. 50% garantiert?

@Walker-Überholer
Mich würde interessieren wo die garantierten 50% bazahlbaren Wohnungen festgeschrieben sind.

100 Prozent sozial
Zur Sicherung dieses Anspruchs hat der Senat im ersten Baubereich am Tempelhofer Damm eine Vereinbarung mit zwei städtischen Wohnungsbaugesellschaften (degewo und Stadt & Land) und einer Genossenschaft (Ideal) getroffen. Sie garantiert, dass mindestens 50% der entstehenden bis zu 1.700 Wohnungen für einen Preis von 6-8 Euro/qm angeboten werden. Insgesamt sind am Rand des Tempelhofer Feldes bis zu 4.700 Wohnungen geplant. Diese wichtigen, bezahlbaren Innenstadt-Wohnungen können in dieser Größenordnung nicht an einem anderen Ort gebaut werden.
Quelle:http://www.tempelhoferfreiheit.de/aktuelles/volksentscheid/gesetzentwurf-des-abgeordnetenhauses/

Also langsam:
Gesamt geplant:4700 Wohnungen (100%)
Wohnungen im ersten Baubereich: 1700 (36,17%)
Davon (von 1700 bzw 36,17%) werden 50% für 6-8€/qm angeboten. Das sind etwas über 18%!

Wie lange dürften in diesen Wohnungen die Mieten nicht erhöht werden?

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gerd.leineune 26.05.2014, 12:42
173. optional

Zitat von
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kündigte an, nun an anderen Orten Wohnungen zu bauen. "Der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld hat ein klares Ergebnis, das akzeptiert werden muss", erklärte er am Sonntagabend. Der Bürgerwille gelte und dürfe nicht infrage gestellt werden. "Alle anderen Planungen sind einzustellen."
Wer das glaubt ist an Naivität kaum zu überbieten.
Die Vergangenheit hat doch regelmäßig gezeigt was im Falle eines unerwünschten Umfrageausgangs geschieht: Neuwahl so lange bis kommt was gewünscht ist.
Rot-Grün machen es doch immer wieder vor.

Ich gehe JEDE Wette ein, daß es lediglich eine Frage der (absehbaren) Zeit ist, bis das Thema wieder aufkommt.

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Das Pferd 26.05.2014, 12:58
174. 3456789

Zitat von carlitom
Selbst, wenn das stimmt, werden in Berlin auch diese 14 Prozent sehr fehlen.
Wieso fehlen Wohnungen, wenn sie statt auf dem Tempelhofer Feld an anderen Orten entstehen? Im Gegenteil, wenn Wohnungen an weniger "angesagten Locations" entstehen, sind sie in aller Regel billiger.

Man kann mit solchen Preisbremsen nämlich den Markt nicht völlig ausschalten. Illegale Weitervermietung zu Mondpreisen und Nutzung als Ferienwohnung kann man letztlich nicht verhindern. Wenn jemand, der Geld gut gebrauchen kann, eine Wohnung für 300€ zugewiesen (darauf läuft es hinaus) bekommt, ist es verlockend, die für 900 weiter zu vermieten. Und selbst in Reinickendorf von der Differenz in einer schönen großen freifinanzierten billigen Wohnung zu leben.

Es herrscht Mangel an Wohnungen, die der gutsituierte Schwabensproß total geil findet. Zugegeben. Und natürlich drückt das den allgemeinen Mietpreis nach oben. Aber Wohnungsnot ist einfach das falsche Wort. Damit verbindet man die Vorstellung von drei Kindern in einem Zimmer, Kommunalka oder Obdachlosigkeit. Es herrscht ein Mangel in attraktiven Lagen, Not ist etwas anderes.

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Das Pferd 26.05.2014, 13:10
175. 23456

Zitat von Korken
1 Jahr oder sogar 3 Jahre? Dann kann man wieder loslegen.
im Prinzip bis zum nächsten Gesetzesentwurf. Aber Wowereit hat erklärt, woanders zu bauen und den Volkswillen zu akzeptieren. Der kann nicht zurück. Und ein weiterer SPD-geführter Senat müsste sich auch daran halten rot/rot/grün oder rot/rot werden auf lange Zeit nicht daran rütteln.
Vielleicht irgendwann in ferner Zukunft ein "CDU-AFD"-Senat? Die würden sich sicher auch an die Abstimmung erinnern, und nur mit einem wirklich tollen Entwurf das nochmal versuchen, vermutlich auch nicht.

Die Zeit arbeitet für Tempelhof. Daß die Bebauung überhaupt diskutiert wird, liegt daran, daß die Brache als ehemaliger Flughafen gesehen wird. In 10 Jahren (Nutzung wie bisher) ist das ungefähr so populär, wie das Abholzen von 1/3 des Grunewalds für Bauprojekte.
Oder der Teufelsberg, die Gegend war noch vor 70 Jahren Großbaustelle, niemand würde das heute als ungenutzte Brache sehen.

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Das Pferd 26.05.2014, 13:18
176. 563453

Zitat von retterdernation
......................Eine Savanne mitten in der Stadt braucht kein Mensch. ...............................
warum eigentlich nicht? Ich finde diese "Savanne" sehr schön. OK, ein paar Bäume. Und die beim Flughafenbau versiegelten Kleinstgewässer (schlagenpfuhl) wieder öffnen.

Wissen Sie, die Savanne ist in uns. Es ist wirklich merkwürdig, wie ausgeprägt mich der Blick über das Feld beruhigt. Und andere offenbar auch, da gibt es freilaufende nette Berliner, sehr seltene Spezies.

Und mit den Erfahrungen renaturieren wir in 10 Jahren BER. Savanne für alle!

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rammbock 26.05.2014, 13:24
177. Tempelhof ist 100% Berlin

Die Thematik betrifft ja nur Berliner die in Berlin leben. Daher wäre logisch wenn sich auch lediglich Betroffene zum Thema positionieren.
Als Berliner würde ich mich auch nicht zur Bebauung in München oder HH äußern.
In Berlin wird wie irre gebaut, bei mir im PBerg sind sämtliche Freiflächen und Wiesen bebaut worden.
Es gibt keinen Zusammenhang wischen Bauaktivität und Wohnraum für Bürger mit durchschnittlichen Einkommen.
Das Phänomen gibt es ja nicht nur in deutschen Großstädten sondern ja weltweit.
In Berlin findet man jederzeit Wohnungen, bloss eben nur noch im hochpreiesigen oder Premiumbereich.
Das Babauen des Tempelhofer Feld hätte lediglich die Gentrifizierung in Neukölln und Tempehof angetrieben
Das Problem ist nicht Wohnraum als solches sondern bezahlbarer Wohnraum.
Sie müssen Mieterschutzrechte stärken, und klar auch in dem Segment bauen wo leute unter 5T€/Monat bezahlen können.
Sie bauen im Innenstadtbereich alles zu, alle Freiflächen. Man sieht vor lauter Häusern kaum noch die Stadt. alle Sichtachsen werden zugebaut.
Tempelhof wird massivst genutzt von Berlinern. teilweise sind mehrere hundertausende Menschen am WE.

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vrdeutschland 26.05.2014, 13:24
178. Sind ja auch gerade mal

Zitat von retterdernation
gibt es keinen Müll. Und das in Berlin! Vorteil Bildungsbürger. Das ausgerechnet München - mit den versifften Isarwiesen und Stränden die Haupstadt überholt, dass hätte ich ja nie gedacht. Ansonsten ist das Votum der Berliner erstmal zu respektieren. Das diese Flughafenbrache auf dauer sich so darstellen wird, wie bisher, wage ich zu bezweifeln. Und das wäre auch nicht gut für die Stadt. Denn dann fehlt es an Dynamik. Wünschenswert wäre aber eine Planung, die alle Betroffenen einbezieht, die sozial ausgerichtet ist und gleichzeitig von der üblichen "Legostein-Architektur" in der Hauptstadt abweicht. Gleichzeitig muss auf der Freifläche auch etwas passieren, Wald/Park/Wassersport, etc. Eine Savanne mitten in der Stadt braucht kein Mensch. Eine Stiftung wäre doch eine fantastische Unterstützung für dieses Projekt. Naja - das wird jetzt erstmal ein bisserl dauern. Zu deutlich sind leider noch die Freudenschreie der "Körnchen-Fraktion," über den Erhalt also dem Status Quo für das Feld zu hören.
4 Jahre her, daß das Flugfeld der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Abwarten, der Müll kommt schon von allein. Und ob gerade die Bildungsbürger (wieviel gibt´s da denn in der Pleitestadt Berlin ?) dazu beitragen, daß alles schön und sauber bleibt...wer´s glaubt...
Ihr könnt ja die Schwaben vom Prenzlauer Berg aussiedeln, die sind ganz geil darauf jeden Tag das Flugfeld zu kehren... ;-).
Aber Vorsicht: bestimmt ist das Feld von Fliegerbomben verseucht. Auf der Theresienwiese wird es sicherlich auch die eine oder andere Überraschung geben...

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Das Pferd 26.05.2014, 13:25
179. 234567

Zitat von brux
Peinlich in seiner Kleingeistigkeit. Berlin ist nun wirklich keine Stadt mit Platzmangel und riesige Freiflächen gibt es etliche.....................
Und genau das macht die Stadt aus. Riesige Freiflächen! Das ist typisch. Und das bleibt.

Möglich, daß es in China Dreimillionenstädte mit 25% des Platzbedarfs gibt. Will ich nicht.

Und dieses Zersiedelte war seit der Gründung von Groß-Berlin gut durch die S-Bahn erschlossen. Teilweise besser als heute. Man sollte lieber mit der Terrorverkehrspolitik und den Erziehungsstaus aufhören. Und die S-Bahn ordentlich warten. Dann sind auch Lagen ausserhalb des S-Bahn-Rings attraktiv.

Berllin bleibt locker (besiedelt).

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