Forum: Politik
Volkskongress in China: Gelobt sei Xi Jinping
AP

Eine Partei, 3000 Abgeordnete und vier große Fragen: In Peking kommt das chinesische Parlament zusammen. Worum geht es beim Nationalen Volkskongress? Wer entscheidet? Und was bedeutet das für Deutschland und Europa?

Seite 1 von 3
general_failure 04.03.2017, 11:56
1. China erscheint zur Zeit berechenbarer

und das mit den Menschenrechten interessiert die deutsche Politik in anderen Ländern auch null. Also alles gut.

Beitrag melden
Kabuto 04.03.2017, 12:09
2. China wird Zurückhaltung wahren

bis sie eine überlegene Stärke besitzen. "The Chinese don't play for second place.", meinte Obama.

Den Chinesen ist die Stabilität ihres Landes ein Kernanliegen. Diese Stabilität brauchen europäische Kritiker nicht berücksichtigen. Sie können es nicht und sie dürfen es wohl nicht. Werte haben etwas Heiliges und man darf wohl nicht sehen, dass die Demokratie nur das bisher ausgereifteste Verfahren ist, um Stabilität zu garantieren. Insofern haben auch die Chinesen keine andere Chance als einen langsamen Übergang in Richtung Demokratie zu vollziehen. Warum sollte sie das politische System Hongkongs halbwegs unbehelligt lassen, wenn sie das nicht bereits wüssten?

Beitrag melden
Emderfriese 04.03.2017, 12:27
3. Interesse

Was mich viel mehr interessiert, ist die Frage der grundpolitischen Ausrichtung der Volksrepublik. Sicher ist die chinesische KP eine nach den alten "sozialistisch-kommunistischen" Doktrinen funktionierende Partei. Damit steht sie natürlich in Widerspruch zu den demokratischen Vorstellungen westlicher Regierungen.
Gleichzeitig hat sich die Volksrepublik "kapitalistisch" gewandelt, es gibt wie im Westen sehr reiche, superreiche, aber auch sehr arme Chinesen. Während die Einen ihr Geld mit der Ausbeutung der Arbeitskräfte der Anderen verdienen, muss ein "kleiner" Chinese weiter schuften - wie bei uns.
Wer aber hat nun wirklich die Macht? Ist es die Partei, der Partei"chef", sind es die Mitglieder der KP oder doch die neuen Kapitalisten im Land? Ich frage mich, wer inzwischen den Spagat zwischen Sozialismus und Kapitalismus für sich entschieden hat.
Glaubt man SPON, beherrscht die KP unter Xi Jinpeng alles, gleichzeitig wird immer wieder der Einfluss der Superreichen - die ihren Reichtum auch als Mitglieder der KP verdanken - hervorgehoben mit dem Hinweis, sie bestimmten inzwischen das ganze Land.
Mir fehlt es an einer klaren Analyse, was China mittlerweile politisch wirklich ist.

Beitrag melden
henry.miller 04.03.2017, 12:29
4.

Demokratie ist leider was anderes, wenn man Trump schon nicht so mag, kann man die Chinesen auch vergessen

Beitrag melden
politvogel 04.03.2017, 12:42
5. China

ist seit langem schon ein wichtiger Partner. Wenn auch in erster Linie auf wirtschaftlicher Ebene. Und allen Unwägbarkeiten zum Trotz,
die derzeit aus dem weißen Haus fließen wie die Wassermassen der Niagara-Fälle, muss in Erinnerung bleiben, wie aggressiv chinesische
Expansionspolitik im Pazifik vorangetrieben wird. Angesichts aber der globalen Chance, die der chinesische Markt Europa und Deutschland bietet, wäre es kurzsichtig, aus moralischer Sicht auf eine weitere Vertiefung der Beziehungen zu verzichten. Die Mühlen der Demokratie mahlen sehr langsam im Land der Mitte, aber die Öffnung von Märkten werden auch dauerhaft einen Wandel in den Köpfen der Mächtigen bewirken. Hoffen darf man ja...

Beitrag melden
Sumerer 04.03.2017, 12:50
6.

Zitat von Kabuto
bis sie eine überlegene Stärke besitzen. "The Chinese don't play for second place.", meinte Obama. Den Chinesen ist die Stabilität ihres Landes ein Kernanliegen. Diese Stabilität brauchen europäische Kritiker nicht berücksichtigen. Sie können es nicht und sie dürfen es wohl nicht. Werte haben etwas Heiliges und man darf wohl nicht sehen, dass die Demokratie nur das bisher ausgereifteste Verfahren ist, um Stabilität zu garantieren. Insofern haben auch die Chinesen keine andere Chance als einen langsamen Übergang in Richtung Demokratie zu vollziehen. Warum sollte sie das politische System Hongkongs halbwegs unbehelligt lassen, wenn sie das nicht bereits wüssten?
Man muss wohl nicht Nostradamus heißen, um zu erkennen, dass die globalen Führungsrollen neu verteilt werden. Und die werden, meiner Ansicht nach, in einigen Jahrzehnten von China und Indien eingenommen werden.

Daher auch die US-Theatervorstellung ihres neuen Präsidenten, der die Welt halt nicht auf den Kopf stellen wird. Die USA werden nicht "Great again", sondern schrittweise die Rolle einer lokal begrenzten Großmacht einnehmen.

Die neuen Weltmächte werden China und Indien heißen. Allerdings wird es bis zu diesem Punkt noch einige Zirkusveranstaltungen geben, was sich spätestens seit Januar diesen Jahres auch schon abzeichnet.

Was die Stabilität Chinas anbetrifft, mache ich mir weniger Gedanken. Schon das chinesische Kaiserreich hat um sich Satellitenstaaten geschart. Und das mehrere tausend Jahre lang.

Beitrag melden
Sumerer 04.03.2017, 13:02
7.

Zitat von henry.miller
Demokratie ist leider was anderes, wenn man Trump schon nicht so mag, kann man die Chinesen auch vergessen
Wieso? Fällt Ihnen die USA momentan als demokratisches Musterland ein? Da gibt es doch in Europa (Kontinent) besser funktionierende Beispiele!

Mit China und Indien lässt sich die Zukunft gestalten, mit einer protektionistischen USA wohl eher nicht. Obschon es viel zu sagen gäbe, halten die sich beide Ohren zu.

Beitrag melden
hanfiey 04.03.2017, 13:41
8.

Zitat von nn280
wird sich mit den Aufrüstungsankündigungen des neuen US-Präsidenten Trump und dessen Verkündungen, Kriege in Zukunft wieder gewinnen zu wollen beschäftigen. China wird und muß auch hochrüsten, so,wie Rußland auch, damit Trump erkennt, daß die USA beim nächsten Krieg vernichtet werden und zwar total, einschließlich Trump, oder, wie die Nachfolger auch immer heißen.
Leider wird der Rest der Welt ebenfalls unbewohnbar werden und alle gehen drauf.

Beitrag melden
tomrobert 04.03.2017, 13:46
9. China Konfliktpotential des 21Jahrhundert

China hat einen grossen Nachteil der zugleich auch Vorteil ist: seine geringe innenpolitische Flexibilität. Nach Aussen signalisiert das Ruhe und Besonnenheit, nach Innen bleibt vieles Rückständig. Mit China werden wir erhebliche innenpolitische Probleme erleben, denn dort ist lange nicht alles so harmonisch wie es scheint
Jede Kritik von außen ist ein Nadelstich in das Nervensystem der Führung die sich dieses Umstandes wohl bewusst ist. Mit viel nationalem Pathos werden die sozialen Diskrepanzen noch kompensiert. Aber wie lange noch?

Beitrag melden
Seite 1 von 3
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!