Forum: Politik
Volkskongress in Peking: Parteichef Xi beschwört "chinesischen Traum"
AFP

Gibt es nach dem amerikanischen Traum jetzt auch einen "chinesischen Traum"? Diesen hat der neue Parteichef Xi zum Abschluss des Volkskongresses in Peking gefordert - die Haltung besteht aus: Patriotismus, Reform und Innovation.

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Grafsteiner 17.03.2013, 10:53
10. China, die gesunde und kräftige neue Weltmacht

"Hedonismus und einen großspurigen Lebensstil"

Na, die Bekämpfung solcher Einstellungen wäre doch auch mal was für die Bürger Europas. Wo die Politiker in der EU grossspurigen Träumen von der Weltmacht Europa anhängen und eine Vielzahl von Bürgern dem Hedonismus frönen, ohne zu merken, dass sie schon der Dekadenz anheim gefallen sind.

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Izmi 17.03.2013, 10:55
11. Modellbau

Zitat von Cpt.Willard
Die denken also wirklich, ihr "Modell" ist eine Alternative...wir werden alle hier in Europa auf unsere Lebensweise verzichten und die chinesische übernehmen: Enteignung, willkürliche Verhaftung, Verbot der freien Meinungsäusserung, Verbot der freien Religionsausübung, Verzicht auf Wahlen, zensierte Presse und und und ja, last but not least, Wiedereinführung der Todesstrafe. Und was bitteschön werden wir als Ersatz für Coca Cola einführen, Jasmin Tee? Danke, das hatten wir schon. War ein historischer Fehlschlag. Liebe KP Chinesen, träumt weiter...
Unser eigenes Lebensmodell der Freiheit wird uns gerade mit ökonomischen Zwangsmaßnahmen ausgetrieben. Wir dürfen uns duirchaus auch schon auf die von Ihnen erwähnten Druckmittel einstellen: "...Enteignung, willkürliche Verhaftung, Verbot der freien Meinungsäusserung..." usw.
Die Frage ist, wie wir letztlich darauf reagieren und welche Alternative wir anstreben. Mag das chinesische Modell auch ein chinesisches sein - um ein neues eigenes Modell kommen wir wohl nicht herum.

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suppenkoch 17.03.2013, 10:56
12. Cola ist Freiheit?

Zitat von Cpt.Willard
Die denken also wirklich, ihr "Modell" ist eine Alternative...wir werden alle hier in Europa auf unsere Lebensweise verzichten und die chinesische übernehmen: Enteignung, willkürliche Verhaftung, Verbot der freien Meinungsäusserung, Verbot der freien Religionsausübung, Verzicht auf Wahlen, zensierte Presse und und und ja, last but not least, Wiedereinführung der Todesstrafe. Und was bitteschön werden wir als Ersatz für Coca Cola einführen, Jasmin Tee? Danke, das hatten wir schon. War ein historischer Fehlschlag. Liebe KP Chinesen, träumt weiter...
Enteignung kann Ihnen hier auch passieren, siehe gerade Zypern. Von der Todesstrafe halte ich auch nichts, man findet sie aber in fast allen asiatischen Ländern, auch in Japan (weiß nur kaum jemand) und dem Hort der Gerechtigkeit, den USA. Ist also nichts, was auf China beschränkt ist. Und Coca Cola gibt es auch in China, war übrigens auch schon in Deutschland in unfreien Zeiten sehr beliebt (Coca Cola hat sogar Werbung bei der Hitlerjugend gemacht).

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Atheist_Crusader 17.03.2013, 11:06
13.

Zitat von gulo-gulo
Die Chinesen sind traditionell nicht an militärischer Expansion und "Weltpolizeigehabe" interressiert, sie haben aber grosse Sorgen wegen den traditionell sehr expansionistischen Nachbarn. Verständlich.
Wer von Chinas Nachbarn ist denn expanisonistisch? Der Bär im Norden hat mehr Angst vor ihnen als umgekehrt. Japan leidet noch am selben Post-WWII-Hangover wie Deutschland. Indien hat zu viele eigene Probleme um wegen eines Stücks unbewohnten Gebirges einen Krieg anzufangen... also wer expandiert denn da?

So wie ich das sehe, liegen Chinas größten Bedrohungen im Inneren. Nicht, dass sie nicht trotzdem das gleiche Recht hätte, ein kolossal und jenseits aller Vernunft aufgeblähtes Militär zu unterhalten wie die USA... aber allein zum Zweck der Selbstverteidigung und Abschreckung reicht es mehr als aus.

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Grafsteiner 17.03.2013, 11:06
14. Erster erhabener Gottkaiser von Qin

Zitat von Layer_8
(..) China gehört halt schon historisch und kulturell gesehen in die Top Liga der Welt. Der Westen ist nun mal nicht das Maß aller Dinge. Und mit "Westen" meine ich hier den Kulturkreis, welcher ursprünglich, nicht zuletzt aus monotheistischer-"ethischer" Weltanschauung, in Westasien und Europa hervortrat.
Die Weltmacht China begann schon 259 v. Chr. durch Yíng Zhèng, der sowas wie Cäsar für die Römer war. Nur dass er ca. 200 Jahre vor dem lebte und wirkte. Es hielt sich 2000 Jahre lang, bis es dekadent geworden im Chaos und dann in der kommunistischen Revolution versank.

Die Vision des Xiansheng Xi sind gross, aber eben auf eine 2.250-jährige schriftlich festgehaltene Geschichte gestützt. Was sind dagegen schon die 226-jährige Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. Solange war auch mal Assyriens Weltmacht.

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xebudig 17.03.2013, 11:06
15. Gründerzeit ... schwierige Zeit

Wenn man China bewerten will hilft es zu bedenken daß das Land politisch, sozial und in der ökonomischen Entwicklung dort steht wo Deutschland um ~1900 war.
Ein aufstrebendes Land mit rascher Verstädterung, massiver sozialer Ungleichheit, einer autoritären Regierung, sehr innovativ in vielen sozialen und ökonomischen Belangen aber regiert von einer konservativen Elite die Demokratie und Liberalität verachtet. Man glaubt einen Sonderweg beschreiten zu können abseits der Pfade welche die entwickelten Ökonomien England und USA eingschlagen haben. Man sucht seinen "Platz an der Sonne" und das Militär ist vom Üverschwang des ökonomischen und gesellschaftlichen Aufschwungs und des Verfügbarkeit von Rüstungsgüterns fasziniert.
Wir wissen wo Deutschland 50 jahre später stand. Ich kenne China, Chinesen und Ihre Sprache und mache mir Sorgen.

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xebudig 17.03.2013, 11:14
16. Gründerzeit ... schwierige Zeit

Was Hoffnung macht ist allerdings daß die Elite nicht sehr monolitisch ist, ihre Kinder im Ausland studieren und dass man in China traditionell die Geschichtsbücher sehr genau ließt.
Er vor kurzem hat Xi Jinping der Partei die Lektüre von De Tocqueville's Analyse "L'ancien régime" zum Zustand Frankreich vor der Revolution empfohlen.

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Grafsteiner 17.03.2013, 11:28
17. Sie irren

Zitat von gulo-gulo
um 10 Prozent erhöht? Wie schrecklich. Damit ist das amerikanische Militär nur noch 7,5 mal so stark... Die Chinesen sind traditionell nicht an militärischer Expansion und "Weltpolizeigehabe" interressiert, sie haben aber grosse Sorgen wegen den traditionell sehr expansionistischen Nachbarn. Verständlich.
Die USA hat nur Atombomben und Flugzeugträger. Die Atombomben kann die USA nicht einsetzen, da es den Selbstmord bedeuten würde. Flugzeugträger sind heute durch die Drohnen-Technik obsolet geworden. Von einem Schwarm von 12 Drohnen kommt eine immer durch und versenkt den Stolz Amerikas.

Die USA hat 1.474.433 Soldaten unter Waffen, die man um 207.308 Soldatinnen mangels Kampfkraft verringern muss. China hat 2.285.000 Soldaten unter Waffen, hat also eine stehende, kampfbereite Armee, die fast doppelt so gross ist wie die der USA. Die Kampfkraft der chinesischen Armee hat sich im Korea- und im Vietnam-Krieg bewiesen. Die mangelnde Kampfkraft der Bodentruppen der US-Armee hat sich bisher in jedem Krieg nach dem 2. Weltkrieg gezeigt. Diese ist -wie die Bundeswehr- eine Paradearmee, die sich auf Technik verlässt. Wenn man ein Land besetzen will, braucht´s aber nun mal Bodentruppen oder man gewinnt den Krieg in der Luft und verliert ihn am Boden.

Die Volksrepublik China hat darüber hinaus noch 269.000.000 Wehrpflichtige als Reserve. Ungefähr soviel, wie die USA Einwohner hat.

Im Falle eines Krieges stünden der USA nur einige Mitglieder der Nato als Verbündete zur Verfügung, China hingegen fast die gesamte Welt.

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Ghanima22 17.03.2013, 11:39
18.

Zitat von freiheitsglocke
Das passt nicht ganz zu dieser kleinen Tibet-Sache da, meinen Sie nicht? Wenn die Chinesen könnten wie sie wollten, würden sie noch ganz andere Länder annektieren. Die rote Welt war ja schon immer das Heilsversprechen der Kommunisten.
Sie haben ja auch in einer Zeit, in der sie millitärisch unterlegen waren, uns sich jeder ein Stückchen China rausgeschnitten hat, einiges an Territorium verloren. Das wird ihnen erstens so schnell nicht wieder passieren und sorgt zweitens, für einiges an Zündstoff in der Zukunft.
Und zu Tibet, weit reisen müssen Sie nicht, um zu sehen wie sowas in einem demokratischen Staat abläuft. Letztlich können die Tibeter froh sein, das sie keine Kaschmiris sind.

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Promet 17.03.2013, 11:52
19. Was ist das denn?

""Sozialismus chinesischer Prägung" ", ist das etwa der Superkapitalismus, der den Manchesterkapitalismus wie eine Wohltätigkeitsveranstaltung erscheinen lässt. ""Patriotismus, Reform und Innovation"", wenn das Wort Reform fällt sollten alle kleinen Leute zurückzucken wie bei einem Stromschlag. Den kleinen Deutschen ging es seit Schröder von Reform zu Reform schlechter. Den arbeitenden Menschen im größten Teil des übrigen Euroraumes ebenfalls. Also Reform in einem Lande in dem seit etlichen Jahrhunderten das Menschenleben eines Kleinbauern, eines Besitzlosen, Arbeiters oder Kulis weniger als nichts zählt, der Chinesische Traum war für die vorgenannten Gesellschaftsschichten immer ein Albtraum und das wird auch immer so bleiben. Die Mentalitäten und Strukturen der Völker und Nationen ändern sich meist nur an der Oberfläche. Das trifft insbesondere die Einstellungen und Strukturen, die den Reichtum weniger Menschen begünstigen und die Demokratie verhindern oder auslöschen. Daran haben anscheinend auch die Revolutionen in China und Russland nichts ändern können. Wir Deutschen versuchen jetzt Europa mit der Hilfe struktureller Gewalt zu erobern. Wir können nicht anders. Wir Deutschen haben eben immer das beste Konzept und werden nie verstehen, warum andere Menschen das nicht haben wollen, aber unser Geld annehmen. Das steckt in unseren politischen Führungen eben drin und der Deutsche glaubt denen, wie er auch schon den politischen Führungen vorher vertraut hat. Der Teil der Deutschen, die den Führern nicht öffentlich vertraut hatte, endete ja bekanntlich in den KZ's. Also Chinesen, macht was ihr wollt, nur dass für den kleinen Bürger irgendetwas besser wird ist unwahrscheinlich. Was ist übrigens, wenn in China eine Marktsättigung eintritt. Chinesische Wachstumsraten in einem Land ungesättigter Märkte sind doch keine Kunst. Exporte unter totalitären Schinderbedingungen für Mensch und Umwelt doch auch nicht. Kann man an diesen Schrauben in einer chinesischen Wirtschaftskrise noch nach unten drehen. Ok, schlimmer geht immer heißt es. Es ist noch nicht so lange her, da mussten hungernde Chinesen ihre Kleidung verkaufen und nackt schuften.

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