Forum: Politik
Von der Leyen zum Fall Skripal: "Schaurige Chemiewaffen auf europäischen Grund und Bo
Getty Images/ Ulrich Baumgarten

Deutliche Worte der Verteidigungsministerin: Ursula von der Leyen nennt den Anschlag auf Sergej Skripal "einen Bruch aller internationalen Abkommen" - und fordert eine Untersuchung durch die Uno.

Seite 1 von 6
Emderfriese 15.03.2018, 08:54
1. Nicht schlecht

"...Von der Leyen forderte die Aufklärung des Vorfalls durch unabhängige Chemiewaffenexperten der Vereinten Nationen. Im Anschluss daran müsse über Konsequenzen gesprochen werden. 'Von Russland erwarte ich, dass es seinen Teil zur Aufklärung beiträgt', sagte die Verteidigungsministerin. Aber die Aufklärung gehöre nicht allein in russische Hände. ..."

Durchaus kluge Sätze von Frau von der Leyen. Unabhängige (!) Chemiewaffenexperten sollten tatsächlich die Vorgänge untersuchen und ihre Ergebnisse dann vorstellen. Man könnte ihren Zusatz noch ergänzen: "... aber die Aufklärung gehört nicht allein in britische Hände..." Die Frage, die sich nunmehr stellt, ist schlicht die nach der Umsetzung ihrer Forderung. Warum handeln die Briten nicht entsprechend? Kommt da vielleicht Kritik von Frau vdL?

Beitrag melden
acitapple 15.03.2018, 09:10
2.

Wen sähen Sie denn als "unabhängig" an ? Und würden Sie deren Erkenntnisse anerkennen oder am Ende doch als kapitalistisch-imperialistische beeinflusste Propaganda abstempeln ?

Und die Briten "müssen" erst mal gar nichts. Auf deren Grund und Boden wurden von außen Chemiewaffen eingesetzt und sie haben das Recht nach eigenem Ermessen aufzuklären.

Beitrag melden
derhey 15.03.2018, 09:12
3. Von Rußland erwarte ich

NICHTS außer VETO, VETO!
Wird ausgehen wie das Hornberger Schießen und das war´s dann. Die Welt hat sich weitergedreht und Putin juckt es nicht. Warum auch? Der grinst sich nur eins über die Aufregung und macht weiter wie bisher und die Anderen auch.

Beitrag melden
Emderfriese 15.03.2018, 09:14
4. Experten

Zitat von buerger2013
Wer ist bei solchen Vorkommnissen schon wirklich unabhängig? Kann Niemand wirklich garantieren. Das sind Geschichten, da passiert das Wesentliche auf nicht öffentlichen, diplomatischen und geheimdienstlichen Wegen. Diesmal waren die Russen halt so .......?
Die "Unabhängigkeit" könnte sich erweisen durch die Vorlage aller Untersuchungsergebnisse. Ich denke schon, dass es möglich ist, relativ unparteiische Experten zu finden. Gegen diesen Vorschlag würden sicher auch die Russen nichts haben...

Beitrag melden
Fuinlhach 15.03.2018, 09:28
5. Oha

Das sind durchaus vernünftige Worte von Frau von der Leyn. Aber ob sich die Briten darauf einlassen würden? Die wollen ja aktuell nichtmal eine Probe des Giftes an Russland geben, damit der Russe zumindest auch offiziell weiß, was da für Zeug genutzt wurde. Weiß eigentlich wer, wie das Zeug nun genau appliziert wurde? Da kursieren ja auch wilde Gerüchte. Gibt es da was offizielles?

Beitrag melden
helmb 15.03.2018, 09:35
6. Wird hier erst geschossen und dann gefragt?

Bisher gibt es in diesem Fall nur Anschuldigungen ohne den geringsten Beweis. Gut, - Putin hat in den letzten Jahren zum Teil auch selbst dafür gesorgt dass er sich hervorragend zum internationalen Bösewicht eignet.
Aber was sich jetzt in Großbritannien und auf internationaler Ebene abspielt kann man wirklich nur als Kasperle-Theater bezeichnen. Sachliche Aufklärung scheint gar nicht das primäre Ziel der Protagonisten zu sein. Kommunikation mit Russland in Form von sachbezogenem Informationsaustausch zur Aufklärung wird durch hysterische Anschuldigungen und Reaktionen de facto unmöglich gemacht. Frau May hat Ihren Schuldigen längst gefunden, - kann Sie doch wenigstens für einige Zeit den Briten einen bösen Feind präsentieren, den es gemeinsam zu strafen gilt. So wird der Blick des Volkes weg von Mays europapolitischen Versagen gelenkt. Deutschland und auch der Rest der Welt sollten sich hier nicht in eine Eskalationsspirale herein ziehen lassen.
Gemeinsame Aufklärung mit Russland ist hier gefragt, wenn der Prozess dann unbefriedigend verläuft kann man immer noch schreien. Aber eins steht fest: Hysterisches Geschrei und Vorverurteilungen werden kein Licht in diese Angelegenheit bringen, sondern nur zur einer weiteren Verschlechterung der internationalen politischen Gemengelage führen.

Beitrag melden
Christ 32 15.03.2018, 09:38
7. nüchtern betrachtet

ist May die Person die am meisten von dieser Konfrontation profitiert. Vor 14 Tagen wegen der Brexit- Verhandlungen noch innen und außenpolitisch schwer angeschlagen, fliegen ihr nun von überall Sympathien zu.
Vor kurzem noch von allen kritisch beäugt, versammeln sich nun alle Widersacher hinter ihr wenn sie sich mit Russland anlegt.

Es ist ganz und gar nicht abwegig wenn man ihr unterstellen würden selbst den Mi6 mit der Vergiftung beauftragt zu haben. Die russische Regierung würde ich eher ausschließen, der Anschlag wurde zu diletantisch ausgeführt und anders als May profitiert sie gar nicht davon.

Beitrag melden
Richtigstellung. 15.03.2018, 09:38
8. Informationen die ich von Journalisten erwarten würde:

1) Nowitschok wurde in einem Labor im heutigen Uzbekistan entwickelt und produziert - DIESES Labor wurde 2005 in Absprache mit den Uzbeken von den Amerikanern und Briten dicht gemacht.
2) Wohin das Equipment verschwunden ist ist nicht nachzuvollziehen - allerdings steht 13km vom Tatort ein britisches Chemiewaffenlabor.
3) Die Formel und der Herstellungsweg sind im Internet zu finden!! Da die irakische Armee 2013 (zwei Wochen vor dem Chemiewaffeneinsatz in der Ghouta von Damaskus/Syrien) ein Sarin-Labor des IS hochgenommen hat, sollte auch die Herstellung anderer chemischer Kampfstoffe von vermeintlichen Laien möglich sein (Chemiestudenten/Chemikanten sollten ausreichen)

Beitrag melden
3liter 15.03.2018, 09:41
9. Alles andere als klar

Das ist eine reichlich komische Geschichte. Leider beschränkt sich auch der Spiegel auch hier mal wieder auf das übliche Politikergeschwurbel, oberflächliche Schuldzuweisungen etc. anstatt mal ein wenig zu recherchieren. Dann hätte er nämlich mit ein paar Fakten aufwarten können und in Folge dessen zumindest kritisch hinterfragen können. Beispiel gefällig?

Skripal hat - im Gegensatz zu anderen russischen Ex-Agenten, die Anschlägen zum Opfer fielen - unter seinem echten Namen in Großbritannien gelebt. Ein Indiz dafür, dass weder er noch der britische Geheimdienst Angst vor den Russen hatte. Dazu passt auch die unbewiesene Aussage, dass Skripal für die Russen nicht von sonderlich großem Interesse gewesen sei.

Hätte Putin Skripal gern tot gesehen, so hätte er 2006 nach russischem Recht ganz legal die Möglichkeit gehabt, ihn hinrichten zu lassen. Hat er aber nicht getan. Außerdem: Warum hätte Russland ausgerechnet DIESEN Weg, Skripal umzubringen wählen sollen, wenn die Spur danach SO offensichtlich und ausschließlich nach Russland führt? So dumm sind selbst die Russen nicht.

Skripal hat sich ein Haus in GB in der Gegend von Salisbury gekauft. 200.000 Pfund hat er in bar bezahlt. Das ist auch in GB zumindest sehr ungewöhnlich. In Deutschland hätte das schnellstens das Finanzamt auf den Plan gerufen mit dem Verdacht auf Geldwäsche.

Ein weiteres delikates Detail: Nur 5km vom Wohnort entfernt befindet sich eines von zwei ABC-Abwehrzentren Großbritanniens. Auch in der Nähe des zweiten ABC-Abwehrzentrums hat Skripal bereits gelebt.

Hat Skripal etwa weiter für die Russen gearbeitet? Oder gar für den MI6? War er weiter Doppelagent? Ist er Opfer ehemaliger russischer KGBler geworden, die Verräter jagen? Wurde er von britischen Spionen als immer noch aktiver russischer Spion enttarnt und mit vergiftet, um eine falsche Spur zu legen? Oder waren die Russen einfach nur so doof und haben gesagt: "Der muss weg, nehmt das Gift, das offiziell nur wir haben, damit auch alle wissen, wer es war".?

Da gibt es so viele Feinheiten, die überhaupt nicht zusammen passen. Werden hier verschaukelt ohne Ende und der Spiegel macht mit oder fällt zumindest drauf herein.

Die Wahrheit werden wir wohl nie erfahren, aber die billige Geschichte, die uns hier präsentiert wird, ist nichts als Stimmungsmache, die jeglicher Grundlage entbehrt.

Beitrag melden
Seite 1 von 6
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!