Forum: Politik
Von der Leyen zum Fall Skripal: "Schaurige Chemiewaffen auf europäischen Grund und Bo
Getty Images/ Ulrich Baumgarten

Deutliche Worte der Verteidigungsministerin: Ursula von der Leyen nennt den Anschlag auf Sergej Skripal "einen Bruch aller internationalen Abkommen" - und fordert eine Untersuchung durch die Uno.

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filimou 15.03.2018, 10:14
20. Es spricht sicherlich eine Vermutung

dafür, dass Rußland hinter dem Anschlag steckt. Einen Beweis gibt es allerdings nicht. Aufgrund von Vermutungen
Strafen (Sanktionen) zu verhängen, geht aber doch etwas weit und erzeugt Spannungen, von denen ,man ja schon wahrlich genug hat. Man denke an den Irakkrieg. Erst gab es Vermutungen, dann "Beweise", die sich später als Lügen herausstellten. Das Ergebnis ist bekannt. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Was ist, wenn Andere hinter dem Anschlag stecken, nur um in Europa Zwietracht zu säen?

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Bananenschale 15.03.2018, 10:15
21. Aufklärung und Konsequenzen

Zitat von acitapple
Wen sähen Sie denn als "unabhängig" an ? Und würden Sie deren Erkenntnisse anerkennen oder am Ende doch als kapitalistisch-imperialistische .....
Sie haben natürlich Recht. Doch bevor jemand beschuldigt wird, müssen die Beweise hieb und stichfest sein und der Beschuldigte wäre damit zu konfrontieren. Denn die Konsequenzen sind, sehr milde ausgedrückt, äußerst harsch.

Wie verhielte sich Rußland, wenn ein vergleichbarer Vorfall sich auf seinem Gebiet ereignet hätte? ...

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3liter 15.03.2018, 10:17
22.

Zitat von Richtigstellung.
1) Nowitschok wurde in einem Labor im heutigen Uzbekistan entwickelt und produziert - DIESES Labor wurde 2005 in Absprache mit den Uzbeken von den Amerikanern und Briten dicht gemacht. 2) Wohin das Equipment verschwunden ist ist nicht nachzuvollziehen - allerdings steht 13km vom Tatort ein britisches Chemiewaffenlabor.......
Oh, sehr interessant, besonders Punkt 1. Passt ja gut zu meinem Beitrag, macht das Bild noch stimmiger.
Jetzt wird auch klar, warum im Zusammenhang mit der Produktion immer auf die ehemalige Sowjetunion verwiesen wird. Es soll eine Verantwortlichkeit der Russen suggerieren (denn an die denkt man ja bei den EX-Sowjets zuallererst), die es so gar nicht (mehr) geben kann. Usbekistan ist seit 1991 unabhängig.

Damit hat Russland - zumindest auf dem Papier - schon seit über 25 Jahren keinen verantwortlichen Zugriff mehr auf das Labor gehabt.

Insofern überraschen die patzigen Antworten Russlands auf die Vorwürfe in Verbindung mit dem Hinweis, erstmal vor der eigenen Türe zu kehren, überhaupt nicht.

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taglöhner 15.03.2018, 10:19
23. Die Nebelkanonen sind ein gutes Zeichen...

...dass man verdunkeln will.
Der Kreml wird keine Untersuchung akzeptieren, in der Russland schlecht weg kommt, egal wie erdrückend die Beweislage ist.
Kennen wir von MH17, Doping, Assad usw.
Man kann diesen Tagesordungspunkt getrost übergehen und sich entscheiden, ob man Pinocchio und Lisa Lavrov und dem Heer der Trolle hier folgen will, oder darauf vertraut, dass die Briten, inzwischen von den Amis bestätigt, wissen, was sie da haben.
Wenn zugewanderte Putinisten dem dortigen Geheimdienst-Regime mehr vertrauen schenkt, als unserer Demokratie, ist das ein Ergebnis misslungener Sozialisierung,. Totalitarismus vererbt sich. Wenn sie das Spiel der Geheimdienst-Trickser mitspielen und vermeintlich zum Wohle ihrer geistigen Heimat hier mit Doof Stellen, Lüge und Desinformation agitieren, machen sie sich zum Werkzeug von Verbrechern, das muss klar sein.

Im Prinzip lohnt eine Diskussion nur darüber, welche Sanktionen sinnvoll und effektiv sind.

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Herr_Jeh 15.03.2018, 10:20
24. Geschichte leugnen

Während des kalten Krieges sind auffällig viele Menschen, die nicht den Normen des jeweiligen Systems entsprachen an Krankheiten wie Krebs verstorben. Diese Verbrechen wurden auf beiden Seiten, von beiden Seiten begangen! Die Aussage, seit Ende des zweiten Weltkrieges habe es solche Sachen nicht mehr gegeben, zeugt von mangelndem Aufklärungswillen. Von der Leyen hält ihre schützende Hand über "altgediente Schlapphüte" und Politiker, egal was sie verbrochen haben.

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keine-#-ahnung 15.03.2018, 10:25
25. "Putin testet!"

Zitat von barrakuda64
Der erste Test war der "Polonium Test". Jetzt geht er einen Schritt weiter und legt absichtlich die nächste Spur, um festzustellen, wie "robust" Großbritannien, die EU, die NATO reagieren. Wie immer wird nach etwas Getöse die Aufregung.....
Es ist immer wieder schön zu wissen, dass es Experten mit ausgezeichneten Informationen gibt.
Es scheint heutzutage nicht mehr möglich zu sein, sich in der Bewertung völlig unklarer Ereignisse zumindest solange zurückzuhalten, bis zumindest einigermassen beurteilbare und objektiv verwertbare Untersuchungsergebnisse erzielt wurden.
An dieser Stelle darf auch daran erinnert werden, dass u.a. die Marsianer ein nicht unerhebliches Interesse an der Destabilisierung Europas haben - warum nicht auch unter Einsatz irdischer Mittel?

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pragmat 15.03.2018, 10:25
26. Russische Propagandalüge

Zitat von Richtigstellung.
1) Nowitschok wurde in einem Labor im heutigen Uzbekistan entwickelt und produziert - DIESES Labor wurde 2005 in Absprache mit den Uzbeken von den Amerikanern und Briten dicht gemacht. 2) Wohin das Equipment verschwunden ist ist nicht nachzuvollziehen - allerdings steht 13km vom Tatort ein britisches Chemiewaffenlabor.......
Das ist genau die russische Propagandalüge, die jetzt dem UNO-Sicherheitsrat vorgetragen wurde, als der britische Vertreter Moskau zur Rede stellte, nach dem Motto, die Briten wären es gewesen.

Dabei hatte der Brite die Vorwürfe vorgetragen, dass Russland als Nachfolger der Sowjetunion wissentlich den Besitz des Nervengases verschwiegen hat und auch nach Aufforderung durch Ms May keine Auskunft gegeben hat.
Der Russe hatte dann wie der Forist hier geantwortet und unterstellt, die Briten wären es gewesen, denn wie könne man etwas nachweisen, was man nicht kenne.
Natürlich haben alle Geheimdienste der Welt schon lange gewußt, was für ein Zeug die Sowjetunion da herstellte und wie man dem begegnen muss.

Die Russen sind diesmal auf frischer Tat ertappt worden, im Zentrum einer englischen Kleinstadt. Diesmal helfen keine Ausflüchte und Verzögerungen. Die OPCW wird zur Aufklärung herbei gezogen werden und die Forderung steht im Raum, dass auch vor Ort in Russland untersucht wird.
Dagegen wehren sich Herr Putin und seine Genossen mit aller Kraft und drohen der Weltgemeinschaft, sie solle es erst garnicht versuchen.

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Meconopsis 15.03.2018, 10:41
27. peinlich

Die Frage, wer vin diesem Vorgang profitiert, die muss schon gestellt werden dürfen. Es ist nichzt zu erkennen, welchen Sinn das für die russische Regierung oder für den Geheimdienst haben sollte. Und das noch kurz vor den Wahlen. Mit Sicherheit ist hier grobe Fahrlässigkeit im Spiel. Dass solche Substanzen in Umlauf kommen ist in der Tat peinlich für Russland.

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ben.der 15.03.2018, 10:44
28.

"Auf deren Grund und Boden wurden von außen Chemiewaffen eingesetzt und sie haben das Recht nach eigenem Ermessen aufzuklären."
Es ist noch zu beweisen, dass sie von außen eingesetzt wurden!

Bei der Frage nach qui bono ist Russland leider nur im Nachteil. Wer verrübt 3 wochen vor seiner Präsidentschaftswahl und 3 Monate vor einer Prestigeträchtigen Fußball WM einen Anschlag auf offener Straße um damit einen Agenten aus dem Weg zu räumen, den man vor 10 Jahren auf eingenem Boden hätte bequem und unaufällig ausknipsen können. Die Beweiskette ist derartig löchrig. Die Formel für das Gift ist in den 90er jahren an die Öffenltichkeit. Jeder der ein Labor hat kann dieses zeug nachproduzieren. Das reicht denke ich nicht ganz um sanktionen oder ähliches gegen irgendwen zu rechtfertigen. Man muss sich also die Frage neu stellen: Wer profitiert dann von diesem Anschlag. Wer hat ein Motiv.

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horstenporst 15.03.2018, 10:45
29.

Zitat von ernstullrichschultz
Welcher Geheimdienst ist so blöde, mit einer Chemiewaffe aus dem eigenen Land jemanend im Ausland umbringen zu wollen? Ich trau den Russen einiges zu, aber so blöde sind die nicht. Jeder andere Geheimdienst kann sich das Nervengift besorgen.
Blöd wäre es nur wenn man nicht erwischt werden will. Wer ein so spezielles Gift einsetzt, möchte vielleicht auch eine Nachricht oder Warnung damit senden, an wen auch immer. Womit Sie Recht haben ist, dass auch jeder andere Geheimdienst dieses Nervengift herstellen kann. Und das haben diese wohl auch schon getan. Für den eindeutigen Nachweis müssten die Briten nämlich einen analytischen Standard haben.

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