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Vor Bundestagsabstimmung: Merkel nennt Streit über Ehe für alle traurig
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Angela Merkel hat sich hat sich in einem Interview verärgert über das Vorpreschen der SPD bei der Ehe für Homosexuelle geäußert. Die Kanzlerin übt sich in Schadensbegrenzung - und argumentiert mit dem Gewissen.

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nestor01 28.06.2017, 23:32
110. Trauriger Streit für alle?

Immer, wenn Merkel eine Lawine losgetreten hat, tut es ihr hinterher leid. Sie kann ja nicht wissen, welche Folgen ihre Interviews oder Selfies haben. Ist das glaubhaft?

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felisconcolor 28.06.2017, 23:35
111. Natürlich

Zitat von prozesskostenhilfe
ist was ganz anderes. Haben wir eigentlich keine anderen Probleme? Ist das so dringlich, dass das im Eiltempo durchgepeitscht werden muß? Andere Vorhaben sind schon vor Wochen mit Verweis auf die ablaufende Legislaturperiode eingestampft worden. Und dann die generöse Erlaubnis, dass jeder Abgeordnete frei entscheiden könne... Top-Demokratieverständnis der Kanzlerin, ein Blick in das Grundgesetz wäre hilfreich. Ich wähle meinen Abgeordneten gerade weil ich von ihm verlange, dass er nach eigenem Wissen und Gewissen abstimmt, selbst wenn ich in diesem konkreten Fall anderer Meinung sein sollte - das ist mir das freie Mandat wert. Und wenn das schon so ist, dann soll er das bitteschön gerade und auch als Legislative gegenüber der Exekutive, sprich Regierung, so handhaben. Ansonsten können wir auch gleich das imperative Mandat einführen. Da haben wir uns nicht umsonst schon vor beinahe hundert Jahren anders entschieden. Und ich möchte, dass auch die Kanzlerin das respektiert. Da ist auch die in fast 70 Jahren verlotterte Parlamentspraxis (Fraktions"disziplin") keine Entschuldigung.
musste man das jetzt durchpeitschen. Sonst hätte SPD Schulz das zum Wahlkampfthema gemacht. Das hat Frau Merkel gefickt eingeschädelt. Der SPD einfach das Zugpferd geklaut. Ohne Schulzes zu laut ausgesprochene Idee wäre auch die nächsten Jahre bei Frau Merkel in der Richtung nichts passiert.

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eryx 28.06.2017, 23:36
112.

Es ist traurig, dass die CDU/CSU sich seit Jahren vor diesem Thema wegduckt und lieber im Muff der 50er Jahre verweilt. Jetzt hat sich Frau Merkel leider verplappert und ihr politisches Kalkül in dieser Frage preisgegeben und beschwert sich nun darüber, dass die SPD beherzt zugreift. Man kann einfach nur hoffen, dass die Wähler langsam mal mitbekommen, dass die CDU/CSU keinerlei Inhalte mehr bietet und Merkel sich nur danach richtet, was gerade politisch opportun ist, was ihr den Machterhalt sichert.

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Annabelle_ 28.06.2017, 23:39
113. Hallo wach, die Mehrheit der Bevölkerung hat wahrlich andere Sorgen und Nöte

als wer wen heiraten darf. Was ist mit Ungleichheit bei den Einkommen, dem Niedriglohnsektor und mit prekärer Beschäftigung? Wo bleibt da eine große Abstimmung im Bundestag statt Ablenkungsmanövern?

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wahrscheinlichwahr3 28.06.2017, 23:39
114. Homo-Ehe

Je mehr man verallgemeinert, desto weniger Werte bleiben übrig bis nichts mehr vorhanden ist. Alles wegabstrahiert. Allerdings ist es bei Leibe nicht sinnvoll, jedes Prinzip zu verallgemeinern. So auch das der Ehe. Die Familienpolitik Deutschlands ist seit Jahren katastrophal und wird immer katastrophaler. Sollte die Ehe nicht den Aufbau von Familien und den eigenen Nachwuchs fördern und einen sicheren Rahmen geben? Oder bringen denn auch neuerdings Homosexuelle Meschen Kinder in die Welt?
Im Jahre 2017 habe ich das Gefühl, dass man weniger über Sinn und Unsinn nachdenkt als jemals zuvor. Irgendwelche hirnlosen Verallgemeinerungen in allen Bereichen. Hauptsache alles gleich behandeln. Im Jahr 2020 werden wir dann Kinderehen und Ehen von Menschengruppen im Gesetz verankern. Auch in Zeiten von Google und Co. sollten die Menschen ihr Hirn einschalten!

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Annabelle_ 28.06.2017, 23:41
115. Hallo wach, die Mehrheit der Bevölkerung hat wahrlich andere Sorgen und Nöte

als wer wen heiraten darf. Was ist mit Ungleichheit bei den Einkommen, dem Niedriglohnsektor und mit prekärer Beschäftigung? Wo bleibt da eine große Abstimmung im Bundestag statt Ablenkungsmanövern?

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hugahuga 28.06.2017, 23:49
116.

Zitat von Baalsebul
Was SIE eben für normal halten. Das ist subjektiv. Und wenn Mann und Mann bzw. Frau und Frau dann heiraten können (wurde auch Zeit), dann ist das eine EHE! Auch wenn es Ihnen nicht gefallen mag. Ich denke auch eher, dass SIE sich in der Minderheit befinden, wenn 83% der Deutschen die EHE (!) für alle wollen. Spätestens in ein paar wenigen Jahrzehnten ist die "traditionelle" Sicht des Ehebegriffs (M/F) auch nicht mehr wirklich existent. Prima.
Sie und auch nicht die angeblichen 83% (lt Antidiskriminierungsstelle des Bundes - also in eigener Sache und damit nicht objektiv) werden die Natur (das Natürliche) nicht umorientieren können. Und dann gibt es noch das BVerfGer welches sich klar positionieren wird. Sie werden's erleben. Wo kämen wir denn hin, wenn Gleichmacherei und Beliebigkeit mit unabsehbaren Folgen für die Nachgeborenen die Regel würden.

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allesblabla 28.06.2017, 23:50
117. Populismus

Dieser Schuss der SPD ist sehr einfallslos und wird nach hinten losgehen. Wieder einmal verkennen die Politiker die Anliegen der Bevoelkerung, in Verkennung der Realitaten im Umfeld der Privilegierten. Aus welcher PR-Agentur stammt eigentlich diese Idee? Die Menschen sind die Facebook und Twitter-Debatten leid. Sie wollen Inhalte. Da wirft man Merkel vor keine zu haben, und dann das. Punktsieg fuer Merkel.

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leiendeu 28.06.2017, 23:52
118. Guter Job, Frau Merkel

Durch ihre Art nimmt sie St. Martin den Wind aus den Segeln. Dieser populistische Demagoge hat einmal mehr versucht, mit einem unwichtigen Thema die Aufmerksamkeit von wichtigen Themen abzulenken. Wir haben nun wirklich wichtigere Aufgaben zu bewältigen: Sicherheit, Infrastruktur, Bildung, Flüchtlungsstrom etc. Gut gemacht, Frau Merkel.

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solongcharly 28.06.2017, 23:56
119. Es ist eben nicht das Gleiche

Zitat von vici1
Wenn es doch das Gleiche ist, mit gleichen Rechten usw. ... Warum darf es dann nicht so heißen wie das Original? Will man nicht doch wieder stigmatisieren? Insofern: Ja, es reicht nicht. Wer als Paar (egal ob wm, mm, ww) füreinander eintritt und dies vor dem Staat erklärt, führt eine Ehe. Und nicht eine irgendwie verschwurbelte eingetragene Irgendwas. Punkt.
Es ist eben nicht das Gleiche, denn die traditionelle Ehe wurde eben nicht zur blossen gegeneinader Absicherung zweier Erwachsener gegründet, sondern um eine Familie zu gründen, also gemeinsam Kinder zu zeugen und dann grosszuziehen. Sie dient also der Arterhaltung und nicht bloss den Sicherheits- und Geborgenheitsbedürfnissen Erwachsener. Letzteres stellt eine unzulässige Verengung des Ehebegriffes dar und einen despektierlichen Umgang mit dem höheren Zweck und Nutzen. Um diesen traditionellen Ansatz zu Verstehen muss man wissen, dass Frauen früher ja nicht wie heute die Kontrolle über Schwangerschaft hatten und daher vor dem Verkehr das Ehegelübde der Männer brauchten um nacher nicht mit Balg ohne Männer als Flittchen dazustehen. Diese Absicherungsrolle der Ehe braucht die moderne Frau heute nicht mehr. Es ist auch wahr, dass viele Ehegründungen inzwischen nur aus steuerlichen oder sonstigen Gründen eingegangen werden und eben ohne Absicht, eine Familie zu gründen. Vielleicht wird man der Sache gerecht, wenn man die Ehe alleine denjenigen Partnerschaften vorbehält, die gemeinsam tatsächlich für Kinder Verantwortung übernehmen. Also dass generell Kinderloses erwachsenes Zusammenleben einfach nur Partnerschaft ist, egal ob hetero oder homo, und der Ehebegriff dann der Partnerschaftlichen Familienfürsorge mit Kindern vorbehalten ist. Mal ein ganz neuer Gedanke, wie ich finde, bin auf Reaktionen gespannt.

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