Forum: Politik
Vor dem TV-Duell: Das Unglück des Martin Schulz
REUTERS

Martin Schulz hatte gegen Angela Merkel nie eine Chance. Die Umfragen, die ihn Anfang des Jahres noch Kopf an Kopf mit der Kanzlerin sahen, ließen einen entscheidenden Umstand außer Acht.

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smsderfflinger 01.09.2017, 00:03
160.

Zitat von TheBear
... Es ist mir einfach schleierhaft, wie die SPD diesen Kandidaten aufstellen konnte. Haben die denn wirklich keinen von Format? Hoffentlich gibt diese Partei einen Ruck, und nützt die nächsten vier Jahre sich zusammenzureissen und wieder eine anerkannte Kraft in unserem Staat zu werden, Hoffentlich, hoffentlich! ...
Hat diesen Kandidaten denn die SPD aufgestellt ? Ich denke es war ein perfider Coup des jetzigen Aussenministers. Der hat rechtzeitig erkannt, dass gegen Merkel kein Kraut gewachsen ist. Also hat er einen B- Promi auf den Schild gehoben, der jetzt gemütlich verbrannt wird. Spätestens nach der kommendem Legislaturperiode wird Merkel sich zurückziehen und Schulz hat dann ebenfalls ausgedient. Wenn Gabriel es dann versucht, sind seine Chancen ungleich besser.
Genial hat er allerdings die Nummer mit dem 100 % Wahlergebnis hingekriegt. Die ganze Partei war ja besoffen vor Euphorie.
Vielleicht ist Gabriel wirklich ein sehr guter Taktiker...
D

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Miere 01.09.2017, 00:17
161. Die SPD tut nichts gegen die Unbekanntheit.

Es gibt aktuell anscheinend gar keinen Wahlkampf. Alle Parteien setzen auf die üblichen Medien. Damit erreichen sie aber nur diejenigen, die sich aktiv zum Lesen/Zuschauen entschließen, um sich zu informieren. Niemand fährt eine Kampagne, um diejenigen zu erreichen, die tendenziell eher nicht wählen wollen, oder falls sie sich doch aufraffen, außer Merkel niemanden kennen. Selbst wenn Politiker Veranstaltungen in Städten und Dörfern abhalten, dann eher vor eigenen Parteimitgliedern. Wo sind die Trupps, die wie in den USA an den Haustüren klingeln? Welche Partei beschäftigt Teams von jungen Leuten, die in eher unpolitische Facebookgruppen reingehen? Totenstille.

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erdmann.rs 01.09.2017, 00:28
162. Frau Merkels Strategie

@Marie Winchester (31.08.17 um 15:09)
Sie schreiben, es sei Frau Merkels Strategie, sich nie festzulegen,
immer abzuwarten, wie die Dinge sich entwickeln .
Sie nennen Frau Merkel eine Opportunistin und wissen nicht,
wofür sie steht.
Das mag im Prinzip für ihre bisherige Regierungszeit zutreffen,
sie ist damit aber gar nicht mal so schlecht gefahren.
Zugegeben, ich habe Frau Merkel im Stillen immer dafür bewundert,
dass sie alles so scheinbar cool macht. Das tue ich jetzt nicht mehr.
Sie hat ihr Mäntelchen - scheinbar - immer nach dem Wind gedreht
und sie hat den anderen Parteien ganz grandios ihre Themen - eines
nach dem anderen - abgenommen.
Für mich ist selbst der Atomausstieg, den s i e nach Fukushima
beschlossen hatte, irgenwie noch nachvollziehbar.
Allerdings war der k e i n e lange und wohl überlegte, sondern
eine sehr spontane Entscheidung.
An den Folgen dieser Entscheidung wird Deutschland - werden die
Verbraucher - noch jahrzehntelang zu knabbern haben.
Es war eine weitere spontane Entscheidung, die in Ungarn fest
sitzenden Flüchtlinge nach Deutschland kommen zu lassen. Dummerweise hat sie - ohne das eigene Parlament oder die EU-Länder zu beteiligen - gleichzeitig über eine Million weiterer Menschen
nach Deutschland "eingeladen".
Sie hat sich vielfach über deutsches und EU-Recht hinweggesetzt.
Jetzt haben wir hier hunderttausende Ausreisepflichtige o h n e
Bleibeerlaubnis und werden sie nicht so schnell wieder los.
An den finanziellen und vor allem auch an den sozialen Folgen
wird Deutschland ebenfalls noch jahrzehntelang zu knabbern haben.
D i e werden dem Land vermutlich noch weitaus mehr schaden
als die Energiewende.
Mein Fazit ist daher:
Frau Merkel hat es viele Jahre immer wieder "hinbekommen", wenn
sie lange genug "abgewartet" (oder überlegt ?) hat.
Da, wo sie n i c h t abgewartet und überlegt hat, sondern aus
dem Bauch heraus und spontan entschieden hat, ist die Sache
ziemlich in die Hose gegangen.

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hippie.jonny 01.09.2017, 00:30
163. Was sie messen...

Zitat von hjcatlaw
Gemessen an dem, wie Deutschland z.Zt. dasteht, hat sie bisher einen hervorragenden Job gemacht -
Ich wüßte jetzt nicht, was von Merkel's Job in diesen 12 Jahren dazu beigetragen hat, würden sie uns das bitte noch erläutern?

Ansonsten stehen Sie eher für die Gutgläubigkeit des deutschen Michels - merkel war ja da, also war sie es...

Sie steht noch immer auf den Schultern G. Schröders, die wirtschaftliche Lage verdangekn wir zu großen Teilen seiner Politik, die SPD-Anhänerschaft straft dafür die SPD, die der CDU ist wie immer gutgläubig und versteht es nicht.

Die Versäumnisse Merkel's werden wir erst nach Ihrer 4. Amtszeit erleben: Energiekosten aufgrund desaströser Atompolitik, Exporteinbußen aufgrund Diesel-Lobbypolitik, soziale- und Arbeitsmarkt-Unruhen aufgrund chaotischer Flüchtlingspolitik und fehlender Bildungspolitik, Auseinanderfallen Europas, wenn Macron das nicht besser schafft, Einflussverlust international aufgrund planloser Europa- und Verteidungspolitik.

Vielleicht war Martin einfach 4 jahre zu früh und die deutsche Wählerschaff zu besoffen, aber 2021 werden wir uns umgucken...

ich wähle M... wen sonst?

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Dio_genes 01.09.2017, 00:30
164. Politiker

Zitat von noalk
... dass er konkrete Absichten formuliert hat. Die Hosenanzug-Trägerin verbreitete dagegen immer nur ihre unangreifbaren Allgemeinplätzchen, so harmlos wie "gegen Krebs". Schulz hätte die Methode, mit der er den Krebs bekämpfen würde, benannt und sich damit angreifbar gemacht. Dieses Verhalten wurde von der Öffentlichkeit, namentlich der Presse, waidlich(sic!) zu seinem Nachteil ausgenutzt. ...
Gut beobachtet.

Ganz allgemein formuliert lässt sich seit 12 Jahren Merkelschaft folgendes beobachten:

Der Normalbürger interessiert sich nicht sonderlich für Politik und will seine Ruhe. Natürlich sind alle am meckern und wollen Ergebnisse.

Aber Politik/er*innen, die Politik machen (Vorschläge entwickeln, diskutieren, überzeugen, reden - auch streiten um die besten Lösungen) wollen sie nicht. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass sagt man dazu.

D. h. mit einer feigen Nichtpolitik (gelegentlich ein paar nichtssagende, unkonkrete Wohlfühlfloskeln und Geschwurbel wie dass die, die schon länger hier leben und die, die noch nicht lange hier leben hier gut und sicher leben wollen und dass alles supi ist, und Blumen auch schön sind und Pizza gut schmeckt...), mit einer rhetorischen Niete an der Regierungsspitze, die nichts tut und damit niemandem wehtut und die alles feige aussitzt sind alle happy und bescheren der faulen und feigen Nichtpolitikerin beste Beliebtheitswerte.

Diejenigen, die die ganze Arbeit machen im Parlament und in den Ministerien, die bekommen dafür von den Merkelmedien ständig auf die Fresse. Gut für unsere Fakedemokratie ist das zwar nicht, aber Hauptsache die schlüpfrige Kanzlette bleibt im Kanzleramt.

Da kann sich ein echter Politiker anstrengen wie er will. Faulheit und Feigheit siegt, selbst wenn die Infrastruktur verkommt, die Renten unsicher sind, Millionen Menschen am Monatsende kein Geld mehr haben und Merkel ständig die Verfassung bricht und undemokratisch in wichtigsten Fragen immer ohne Zuständigkeit am Parlament vorbei entscheidet.

Die Merkelmedien finden es supi.

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DMenakker 01.09.2017, 00:53
165.

Auch wenn es am Ergebnis nicht viel verändert. Ich muss Fleischhauer diesmal widersprechen. Schulz ist nicht so unbekannt ( bei denen, die nahher tatsächlich wählen ) wie er glaubt. im Gegenteil, als Europapolitiker hat er - inkl. seiner Wahlkampftour mit Juncker - so viel Staub aufgewirbelt, wie wohl wenige vor ihm.

Meine erste Reaktion war auch eher positiv. Ist ja auch ein sympathischer Jung, wenn auch Sozi. Wird schon. Blos: Gegen Merkel? Früher war es normal, dass man zuerst einmal viele viele Provinzkämpfe führen musste, bevor man sich von Klitschko Prügel abholen durfte. Und jetzt kommt Scholzi, wenn auch als Parlamentspräsident der EU und kriegts direkt mit der größten zu tun. gut, der EU Job, aber das ist doch auch nicht mehr als Landesmeister Süd bei den Amateuren.

Wenn ich mich dann frage, wer denn da draussen das komplizierte Deutschland vertreten soll, wer denn in Nachtsitzungen solchen Schnepfen wie der May aus GB die Locken langziehen soll, oder noch besser, warten bis die Trulla freiwillig, ganz ohne Aufforderung, das Glätteisen aus der Handtasche holt. Man stelle sich den armen Schulz vor. Der geht in Nachtsitzung mit May und kommt glattrasiert wieder raus. Blos nicht.

Beide, Kohl und Merkel haben zwei Sachen richtig gemacht. Einmal haben sie relativ unauffällig regiert, sich dabei aber dennoch allerhöchste Meriten unter ihren Weltweiten Kollegen verdient. Wenn es dann aber mal brenzlig wurde, haben sie so ziemlich alles richtig gemacht, was man richtig machen kann. Genau deswegen geht es D so gut, fühle ich mich mit Merkel so wohl und freue mich auf die nächsten 4 Jahre. Diesmal hoffentlich wieder mit ein bisschen mehr FDP Power im Hintern.

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spacemanbow 01.09.2017, 00:53
166. Bart hin oder her

Was hätten Sie vor Merkels Kanzleramt geschrieben? Unvorstellbar, dass eine Paffentochter, die jegliche Kritik an sich politikmüde weglächelt als hätte sie sich Minuten zuvor einen Joint reingepfiffen?

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Cochrane 01.09.2017, 01:14
167. Der Mann nennt sich selbst Chulz

und nicht Schulz. Der Artikel geht leider am Thema vorbei. Unser aktueller Außenminister hatte im Bundestag die Mehrheit, die Ihn zum Kanzler gemacht hätte, und bis zum Wahltag hat Chulz sie immer noch. Das Problem ist die SPD. Sie steht der Merkel-Partei, CDU erscheint nicht mehr ganz adäquat, wesentlich näher als der Partei "Die Linke". Aber nein, die Zugeständnisse, die die Linke abforderte wollte man nicht eingehen. Da verzichtete man lieber auf den Kanzlerposten. Braucht sich dann noch irgendwer bei der SPD zu wundern, daß zumindest knapp 25% aller Wahlberechtigten dann doch lieber gleich das Original wählen und zu der Meinung gekommen sind, daß man die SPD nicht mehr braucht?

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tomy1971 01.09.2017, 02:09
168.

Das Problem von Martin Schulz ist doch, dass er seit dem ersten Tag völlig unglaubwürdig ist. Warum? Ganz einfach, es gibt schon heute eine linke Mehrheit im Bundestag. Um glaubwürdig zu sein hätte die SPD am ersten Tag ein konstruktives Misstrauensvotum stellen müssen und Martin Schulz mit den Stimmen von Rot-Rot-Grün zum Bundeskanzler wählen müssen. Wäre volles Risiko gewesen, hätte aber auch klar gemacht, ein weiter so gibt es mit Martin Schulz nicht. Aber so ist doch klar, dass die einzige Machtoption weitere vier Jahre als Juniorpartner einer großen Koalition ist und dass jeder der die SPD wählt weitere vier Jahre Merkel wählt. Was bleibt da noch? Wählt SPD damit es nicht zu Schwarz-Gelb kommt? Ist für eine Volkspartei erbärmlich.

Wie wäre es mit einer klaren linken Oposition:
Außenpolitik:
* Wir sind für die vereinigten Staaten von Europa mit einem echten Europaparlament und einer Europäischen Regierung
* Die größte außenpolitische Herausforderungen sind die instabile politische Lage im Nahen Osten sowie die Bevölkerungsexplosion in Afrika. Für beides braucht es Lösungen
Verteidigungspolitik:
*Wir sind für eine europäische Armee (siehe Außenpolitik) aber strikt gegen eine Ausweitung des Verteidigungshaushalts
Steuern:
* Senkung der Umsatzsteuer
* Erhöhung von Erbschafts- und Schenkungssteuer
* Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen
Staatshaushalt:
* Schwarze Null muss stehen
* Verwendung des Überschusses für Infrastrukturmaßnahmen (nicht für Steuersenkungen und nicht für Schuldentilgung)
Renten:
* Nur eine Rentenkasse in die alle (auch Selbständige) einzahlen müssen
* Abschaffung der Riesterrente
Krankenversicherung:
* Gesetzliche KV als Pflichtversicherung für alle.
Zuwanderung:
*legale Einwanderung möglich entsprechend dem kanadischen Modell
*Flüchtlinge: Registrierung und Entscheidung bereits in Afrika bzw. an den EU-Außengrenzen.

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bolonch 01.09.2017, 03:11
169. Schulz ist kein Alphatier

Ich erinnere mich an die Zeit vor der Kandidatur, als Herr Schulz noch bei der EU tätig war. Jedes mal, wenn ich ihn sprechen hörte dachte ich bei mir: "Warum schicken wir Deutschen immer nur die zweite und dritte Garde von Politikern nach Brüssel (bzw. Straßburg)? Kein Wunder, dass die Franzosen die EU mehr prägen als wir." Dabei dachte ich natürlich auch an Oettinger aber Schulz war für mich ein Paradebeispiel des uncharismatischen, rhetorisch unbeholfenen und uninspirierten Bürokraten.
Dann wurde er Kandidat und eine Weile gehypt und ich verstand gar nichts mehr.
Apropos Bart und Kanzler: Da gab es doch mal einen mit so einem kleinen Schnäuzer, oder? Der wurde zwar ernannt, hatte aber immerhin fast eine eigene Mehrheit.
Viel wichtiger ist meiner Meinung nach, dass alle Kanzler der BRD (mit Ausnahme von vielleicht Kiesinger und Ehrhardt) ausgeprägte Machtmenschen waren: Adenauer, Brandt, Schmidt, Kohl, Schröder, Merkel - alles kompromisslose Alphatiere und bereit über Leichen zu gehen. Ich persönlich glaube auch, dass das eine Schlüsselqualifikation für den Job ist, "die Richtlinien der Politik zu bestimmen".
Schulz und Scharping (Ha ha) hatten nie den nötigen Biss, sich gegen eiskalte Dauerkanzler durchzusetzen und sie in die Enge zu treiben.

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