Forum: Politik
Vorläufiges Endergebnis: Opposition gewinnt knapp Parlamentswahl im Irak

Das Kopf-an-Kopf-Rennen nach der Parlamentswahl im Irak ist entschieden: Das oppositionelle Wahlbündnis des Ex- Regierungschefs Ijad Allawi hat laut vorläufigem Endergebnis gewonnen. Kontrahent Nuri al-Maliki muss sich mit dem zweiten Platz begnügen - mit zwei Sitzen Rückstand.

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Gruber 26.03.2010, 19:41
1. Die Rechtsstaatschützer und -verbreiter aus dem Westen, insbesondere die USA, ...

...haben im Irak und in Afghanistan bewiesen, dass ihnen rechtskonforme Wahlen nicht wirklich am Herzen liegen. So sitzt in Afghanistan ein von den USA mitgebrachter Präsident an der Macht, dem der größte Wahlbetrug der letzten Jahre nachgewiesen wurde. Und??? Wie war denn da die Reaktion der USA und ihrer Vasallen? Außer den rechtswidrigen Akt anzuerkennen? Wobei man außerdem anführen muss, dass in Afghanistan große Teile der Bevölkerung nicht jene Leute wählen dürfen, die sie haben wollen. Teilweise besteht überhaupt nur die Möglichkeit, kriminelle Warlords oder Drogenbarone zu wählen.

Und im Irak haben die US-Besatzer sogar ein Meisterwerk der Wahl-Manipulation abgeliefert. Auch dort wurden erstens große Teile der Bevölkerung daran gehindert, jene Leute zu wählen, die sie haben wollten. Und zweitens haben die Amis auch nicht ihre Super-Verfassung eingeführt, bei der es sofort zu klaren politischen Verhältnissen gekommen wäre, sondern ein System, wo sich die Mächte gegenseitig paralysierten, damit sie leichteres Spiel hatten. Mit der Verfassung der USA hätte es nicht einmal andeutungsweise dazu kommen können, dass ein Kurde Präsident mit so einer Machtfülle geworden wäre.

Und man kann auch schon jetzt davon ausgehen, dass die USA (wobei da sicher nicht Leute aus Obamas Kreisen dahinterstecken) alles Mögliche tun werden, damit nicht die Stimmen, die ihr(!) beim Überfall auf den Irak mitgebrachter Präsident Allawi angeblich bekommen hat, nachgezählt werden. Man darf vielleicht auch daran erinnern, dass Allawi bei seinem ersten Antreten mit einem Kracher abgewählt wurde. Dass es auch Vorwürfe gibt, wonach er unter der US-Besatzung persönlich Gefangene ermordet hätte und schon früher zu Saddams Zeiten mit Anschlägen gegen zivile Einrichtungen zu tun gehabt hätte, sei auch erwähnt.

Und im Palästinensergebiet unterstützen die USA und Israel einen Präsidenten, dessen Amtszeit nach der Verfassung längst abgelaufen ist und der trotzdem nicht die geringsten Anstalten macht, eine neue Wahl durchführen zu lassen. Was Wahlen in den Palästinensergebieten anbelangt, zeigen übrigens die Rechtsstaatschützer und -verbreiter USA und Israel schon jahrelang kein Interesse, solche zu fordern. Und auch lupenrein gewählte Volksvertreter der Palästinenser werden von ihnen nicht anerkannt. Was sollen Wahlen in den Palästinensergebieten dann -bitte - überhaupt bringen?

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larsmach 27.03.2010, 00:17
2. Schwarz-weiß-Seherei

Zitat von Gruber
...haben im Irak und in Afghanistan bewiesen, dass ihnen rechtskonforme Wahlen nicht wirklich am Herzen liegen. (...)
Aha.

Wurde Adenauer nicht auch von den alliierten Besatzern "mitgebacht"? Richtig: Er wurde als Kölner OB "eingesetzt", um später die erste Wahl mit einer einzigen (seiner eigenen) Stimme zu gewinnen. Na, ja: Es waren turbulente Zeiten 1949... (immerhin mit "demokratischer Tradition" - ein oft gehörtes Stichtwort, mit dem man Demokratisierungsbemühungen des Irak von vornherein in Abrede zu stellen versucht, obwohl auch bei der ersten Bundestagswahl 1949 jene Zeitzeugen der noch friedlichen Weimarer Republik ohne Straßenkämpfe und Notstandsgesetze rar gewesen sein dürften).
...nicht vergleichbar mit dem Irak, in dem allerlei Gotteskrieger noch immer der irrsinnigen Idee nachhängen, ein Kalifat errichten zu wollen und die zu bestrafen, die sich für Demokratie einsetzen: Das irakische Volk. Das geht brav zur Wahl, und einzelne bezahlen diesen Mut mit dem Leben. Statt Respekt zu zollen, übt sich mancher Europäer diesen Opfern ehemaligen saddamschen Despotismus gegenüber in Arroganz.

Dabei sind Anschläge radikaler Muslime gar der Beweis dafür, dass jene die "Gefahr" einer Demokratisierung ernster nehmen als viele Europäer: Würden Anhänger eines Gottesstaates am Erfolg eines solchen Prozesses zweifeln, dann wären Anschläge auf das irakische Volk und die Institutionen seines Staates wohl obsolet. Es würden keine Bombenexplosion heimlich gefilmt mit "Gott ist groß"-Rufen im Hintergrund.

Und soll man Parteien zulassen, die eine Gesellschaft ohne Demokratie anstreben (eine Wahl, die zugleich die letzte wäre)? Gibt's nicht! Oder - hatten wir das nicht mal? Hierzulande würden diese heute verboten, anderswo mag man darüber den Kopf schütteln (Palästinensergebiete). Wollen wir die palästinensische Praxis hierzulande auch einführen, und eine Partei zulassen, die die Vernichtung eines benachbarten Landes und die Einrichtung eines Gottesstaates im Parteiprogramm propagiert - und natürlich eine Gesellschaft ohne Frauen? WIE BITTE!? Na - das wollte ich auch meinen: Besser nicht...

Wenn Demokratie eines lehrt, dann wie kunterbunt es in der Welt zugeht - und das manchmal mit nur einer Stimme Mehrheit.

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woscho 27.03.2010, 05:56
3. Ein bisschen Wahlbetrug geht immer

Zitat von sysop
Das Kopf-an-Kopf-Rennen nach der Parlamentswahl im Irak ist entschieden: Das oppositionelle Wahlbündnis des Ex- Regierungschefs Ijad Allawi hat laut vorläufigem Endergebnis gewonnen. Kontrahent Nuri al-Maliki muss sich mit dem zweiten Platz begnügen - mit zwei Sitzen Rückstand.
Oder ist die demokratische Wahl, nach US-Verständnis, nur eine abgewandelte Regierungsform in Mittlerer-Osten-Mentalität? Dabei haben die USA mit ihrem von der Buschregierung angezettelten Krieg, eigentlich in erster Linie ihre Gier nach den Ölresourcen des Irak befriedigen wollen. Der wiederkehrende Kolonialgeist einer ehemaligen, abtrünnigen Kolonie Englands. Deswegen waren beide Länder die Hauptakteure und Initiatoren. So nebenbei hat der amerikanische Eingriff einen Bürgerkrieg angezettelt, was die Sadam Diktatur verhinderte, weil sie ihre Pappenheimer kannten.

Ob der selbsternannte Erlöser USA mit Aufwand und Ergebnis im Irak zufrieden sein können? Ihre Waffenlobby hat gute Umsätze gemacht und sind ihr einziger Exportschlager.

Sollte sich nach der neuen eingeführten Regierungsform Wohlstand im Volk ausbreiten und keine durch die Religion missbrauchte Diktatur wie beim Nachbarn Iran entstehen, war es dennoch ein viel zu teuerer Sieg im Vorderen Orient.

Deswegen zocken und kloppen sich Israel und Palästinenser ungehindert weiter, als wäre nichts gewesen. Von Jordanien den Palästinensern überlassene Gebiete werden einfach dem neuen Besitzer weg genommen. Man bekommt den Kolonialgeist durch England und USA lehrreich und hautnah vorgespielt. Wie will dann der große Exerziermeister den Friedensrichter spielen.

Wir sind in der Region, wo mal Milch und Honig geflossen sein soll. Dort ist auch das erste eheähnliche Verhältnis der Menschheit aus dem Garten Eden (Garten der Selbstbedienung) verjagt worden. War es die Keimzelle des Egoismus und Freibeutertums - was die Kath. Kirche bis heute nicht zugeben will, weil sie selbst danach handelt.

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Babilynier 27.03.2010, 13:48
4. Vorläufiges Endergebnis: Opposition gewinnt knapp Parlamentswahl im Irak

An den lieben larsmach!0
zu erst moechte ich mich bedanken bei Ihnen fuer die richtige Woerte ueber Iraker, die trotz terror zum Wahlen gingen; ich kann es nie vergesse, wie C. C. Malzahn uber 2005-Wahlen geschrieben hat -leider finde ich nicht das Link im "spol"-: er behauptete, dass es erst mal in der Geschichte, das ein Volk zur Wahl geht trotz Terror und Drohungen.0
Gruben und woscho sind noch Anhaenger der Verschwoerung-Theorie. Wenn die Amerikaner an Besatzung Interesse an "andere laender" gehabt haben und noch haben, sie haetten Deutschland auch als Besaetzter-Gebiet erklaert, und die Russen -Entschludigung die Sowjet- haetten sich wie auch Franzosen und Englaender gefreut haben.0
Lass uns warten, was anbelang der neue Regierung in Irak ist; denn auch in Deutschland warten wir auf "eine Regierung", die regiert und streitet, oder!!??

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Gruber 27.03.2010, 15:35
5. Man kann nur zur Kenntnis nehmen, ...

Zitat von larsmach
Aha. Wurde Adenauer nicht auch von den alliierten Besatzern "mitgebacht"? ... ... Wenn Demokratie eines lehrt, dann wie kunterbunt es in der Welt zugeht - und das manchmal mit nur einer Stimme Mehrheit.
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...dass Sie selbst bei einem erwiesenen starken Wahlbetrug keine Nachzählung für erforderlich halten. Wie halt die USA und ihre Vasallen auch.

Auch dass die Afghanen teilweise nur kriminelle Warlords oder Drogenbarone wählen können, scheint sie nicht zu kratzen.

Es wird Sie wahrscheinlich auch nicht aufregen, dass die US-Truppen und ihre Vasallen nicht in den lange bekannten Hauptgebieten des Widerstandes tätig sind, z.B. Kandarhar, sondern sich hauptsächlich in den Drogenanbau- bzw. -produktionsgebiete aufhalten, und das ohne einen einzige großen Drogenbaron entmachtet oder auch nur ein einziges Gefecht gegen einen großen Drogenbarone geführt zu haben. Und das schon seit fast 10 Jahren.

Dass es auch keine Schulen für Mädchen und keine Marktplätze gibt, die von US-Truppen geschützt werden, wird Ihnen auch ziemlich wurscht sein. Wobei man komischerweise fest davon überzeugt sein kann, dass die Afghanen und Iraker schon seit fast 10 Jahren gerne wüssten, welche Marktplätze und Schulen von der US-Army vor Angriffen bzw. Anschlägen geschützt werden. Aber - wie gesagt - so etwas gibt es nicht. Auch nicht im Irak. Wenn Sie es besser wissen, teilen Sie uns die von der US-Army geschützten Marktplätze und Schulen doch bitte mit.

Merkwürdig ist auch, dass die Afghanen nach fast 10 Jahren US-geführter Besatzung nichts zum Essen und Anziehen haben. Auch der Irak liegt trotz teilweise dreifachen Erdölpreises so am Boden wie noch nie. Wobei man schon gerne wüsste, wie es möglich ist, dass die Afghanen (und ein großer Teil der Iraker) nichts zum Essen und Anziehen haben können, wenn nur 1/50 der Militärausgaben oder alle internationalen Hilfen tatsächlich bei den Bedürftigen ankämen.

Denn würden die USA und ihre Vasallen tatsächlich die notwendigen Nahrungsmittel und Kleidungen ins Land bringen, könnten die ja nicht spurlos verschwinden. Denn selbst die korruptesten und gierigsten afghanischen und irakischen Politiker können nicht so viele Lebensmittel essen und so viele Bekleidungen anziehen, wie um die angeblich ausgegeben Summen gekauft werden könnten. Wobei man außerdem ergänzend sagen kann, dass die Korrupten und Gierigen in Afghanistan und im Irak sicher nicht die Kleidung der Normalbürger tragen würden und auch nicht das essen würden, was Normalbürger tragen und essen, sondern sich eher nach den westlichen Absahnern orientieren würden. Es wird daher von den USA und ihren Vasallen einfach nicht das geliefert, was das normale Volk in Afghanistan und im Irak so dringend zum Essen und Anziehen braucht. Wo sollte das hingekommen sein?

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pax 27.03.2010, 16:01
6. Entwicklungshilfe

Zitat von Gruber
...dass Sie selbst bei einem erwiesenen starken Wahlbetrug keine Nachzählung für erforderlich halten. Wie halt die USA und ihre Vasallen auch. Auch dass die Afghanen teilweise nur kriminelle Warlords oder Drogenbarone wählen können, scheint sie nicht zu kratzen.
Es ist etwas idealistisch zu glauben, dass jemand anderes als die Drogenbarone und Warlords überhaupt überlebenschancen hätte.

Ein Nachzählen würde die Lage wesentlich verschärfen.
Ihr Idealismus in allen Ehren, aber so einfach ist es eben nicht. Es ist ein Wunder, dass Karsai bis jetzt überhaupt überlebt hat.

Zitat von Gruber
Dass es auch keine Schulen für Mädchen und keine Marktplätze gibt, die von US-Truppen geschützt werden, wird Ihnen auch ziemlich wurscht sein. Wobei man komischerweise fest davon überzeugt sein kann, dass die Afghanen und Iraker schon seit fast 10 Jahren gerne wüssten, welche Marktplätze und Schulen von der US-Army vor Angriffen bzw. Anschlägen geschützt werden. Aber - wie gesagt - so etwas gibt es nicht. Auch nicht im Irak. Wenn Sie es besser wissen, teilen Sie uns die von der US-Army geschützten Marktplätze und Schulen doch bitte mit.
Um den von ihnen genannten Schutz auch nur ansatzweise gewährleisten zu können , müssten die USA bzw. die NATO ihre Truppenstärken verfielfachen und der militärische Druck würde erst recht von der Bevölkerung als Kolonialisierung verstanden werden.

Zitat von Gruber
Merkwürdig ist auch, dass die Afghanen nach fast 10 Jahren US-geführter Besatzung nichts zum Essen und Anziehen haben. Auch der Irak liegt trotz teilweise dreifachen Erdölpreises so am Boden wie noch nie. Wobei man schon gerne wüsste, wie es möglich ist, dass die Afghanen (und ein großer Teil der Iraker) nichts zum Essen und Anziehen haben können, wenn nur 1/50 der Militärausgaben oder alle internationalen Hilfen tatsächlich bei den Bedürftigen ankämen.
Afghanistan ist übrigens eines der Paradebeispiele für die zerstörerische Kraft von Nahrungsmittellieferungen.

Der innere Markt für Nahrungsmittel ist auf diese Weise komplett kolabiert und auf den verfügbaren Anbauflächen lohnt es sich für keinen Bauern mehr Nahrungspflanzen anzubauen.

Genauso wie die EU-Exportsubvebtionen und Entwicklungshilfen systematisch die afrikanische Landwirtschaft zerstört haben, ist in Afghanistran dank der UN Nahrungslieferungen die Nahrungsmittelproduktion (natürlich vor allem zugunsten vom Opiumanbau) gegen 0 gesunken.

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Gruber 27.03.2010, 16:59
7. Träume ich?

Zitat von pax
Es ist etwas idealistisch zu glauben, dass jemand anderes als die Drogenbarone und Warlords überhaupt überlebenschancen hätte. ... ... Genauso wie die EU-Exportsubvebtionen und Entwicklungshilfen systematisch die afrikanische Landwirtschaft zerstört haben, ist in Afghanistran dank der UN Nahrungslieferungen die Nahrungsmittelproduktion (natürlich vor allem zugunsten vom Opiumanbau) gegen 0 gesunken.
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Afghanistan braucht Ihrer Meinung nach die kriminellen Warlords und Drogenbarone? Und es gibt keine Alternativen? Müßten demnach nicht alle armen Länder sofort eine Rauschgiftproduktion auf die Beine stellen? Insbesondere dann, wenn sie 10 Jahre von US-Truppen und Vasallen der USA besetzt wären? Aber wo sollte man dann das ganze Rauschgift verkaufen? Afghanistan versorgt ja unter der US-GB-Besatzung (in den fraglichen Rauschgiftgebieten) ja praktisch schon die ganze Welt.
Abgesehen davon, dass die USA und ihre Vasallen dauernd das Gegenteil behaupten, nämlich die Rauschgiftproduktion zu bekämpfen.

Zum Schutz der Marktplätze und Mädchenschulen: Wer verlangt, dass alle Marktplätze und Mädchenschulen geschützt werden müssen? Aber die US-Truppen könnten doch zumindest ein paar Schulen und Marktplätze schützen und diese der Bevölkerung bekannt geben. Null Marktplätze zu schützen und Null Mädchenschulen zu schützen ist jedenfalls sehr dürftig und steht auch im Gegensatz zu den Angebereien der USA und ihrer Vasallen, sie würden in Afghanistan solche Tätigkeiten durchführen. Jeder, der in Afghanistan oder im Irak Marktplätze oder Schule angreifen möchte, könnte das tun, ohne US-Beschützer bekämpfen zu müssen.

Zusammenfassung: Sie halten Warlords und Drogenbarone für notwendig und wählbar. Auch der Tatsache, dass die USA und ihre Vasallen die Rauschgiftproduktion nicht bekämpfen, können Sie etwas abgewinnen. Schutz von Marktplätzen und Mädchenschulen wäre Ihrer Meinung nach auch nicht möglich und dürfen daher auch nicht verlangt werden. Und die Lieferung von Nahrungsmitteln und Kleidung an die Not leidenden Afghanen wäre auch kontraproduktiv.

Und dass die USA und ihre Vasallen ununterbrochen das Gegenteil behaupten, stört Sie auch nicht.

Damit haben Sie die Aufnahmeprüfung in die Partei der Republikaner mit Auszeichnung bestanden. Die Urkunde wird von George W. Bush oder Rumsfeld persönlich überreicht werden.

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pax 27.03.2010, 18:33
8. Realität

Zitat von Gruber
Afghanistan braucht Ihrer Meinung nach die kriminellen Warlords und Drogenbarone?
Nein, das ist das was sie haben.
Und es ist alles was sie bekommen können.
Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass der Westen daran etwas ändern könnte ohne einen Krieg hinauf zu beschwören, der große Teile der Bevölkerung töten würde, abgesehen von den eigenen Verlusten ?

Zitat von Gruber
Und es gibt keine Alternativen?
Tja genau das ist das Problem. Es gibt keine Alternativen, außer man baut sie erst von außen auf. Da aber alles was von außen aufgebaut wird, als Vasall der USA aufgefasst wird, müsste man die Alternativen mit militärischer Gewalt durchsetzen.

Zitat von Gruber
Müßten demnach nicht alle armen Länder sofort eine Rauschgiftproduktion auf die Beine stellen? Insbesondere dann, wenn sie 10 Jahre von US-Truppen und Vasallen der USA besetzt wären? Aber wo sollte man dann das ganze Rauschgift verkaufen?
Es gibt sehr viel mehr Verbrechen als nur den Rauschgifthandel.
Zum anderen ist es bei vielen anderen armen Ländern wenigstens so, dass es eine funktionierende Zentralregierung gibt, die die Überschüsse aus der Entwicklungshilfe direkt in die Rüstung fließen lassen kann.

Gehen sie mal vor allem den afrikanischen Kontinent durch.

Vor allem die Nahrungsmittelhilfen haben dort eine extreme Abhängigkeit vom Weltmarkt gebracht, dass selbst kleinste Preisschwankungen für Reis oder Getreide Hungersnöte verursachen können, weil keine eigene Landwirtschaftsproduktion aufgebaut wurde, auf die man zurück greifen kann.


Zitat von Gruber
Jeder, der in Afghanistan oder im Irak Marktplätze oder Schule angreifen möchte, könnte das tun, ohne US-Beschützer bekämpfen zu müssen.
Kann er doch schon jetzt.
Wenn nur wenige geschützt werden, das hat man im Irak relativ gut sehen können, gelten alle Menschen, die diese geschützten Bereiche benutzen als Kollaborateure der USA und stehen daher im besonderen Fadenkreuz der "Verteidiger".


Zitat von Gruber
Zusammenfassung: Sie halten Warlords und Drogenbarone für notwendig und wählbar[....]
Nicht alles was real existiert ist auch so wünschenswert.
Es ist etwas albern ihrerseits nur aus der Tatsache, dass man darauf hinweist, was real möglich ist und was nicht, shcon herauslesen, dass man gleich großer Befürworter der Zustände ist.
Natürlich fände ich es auch nett, wenn alle Menschen sich ganz doll lieb haben , es keinerlei Kriminalität oder auch nur Meinungsverschiedenenheite gäbe und man nur mit dem Zauberstab zu schwingen bräuchte und alle Probleme der Welt wären gelöst.

Aber die Welt ist nicht so einfach.

Zitat von Gruber
Damit haben Sie die Aufnahmeprüfung in die Partei der Republikaner mit Auszeichnung bestanden. Die Urkunde wird von George W. Bush oder Rumsfeld persönlich überreicht werden.
ich bin ein großer Bewunderer der USA und ich würde es als Ehre empfinden Mitglied in der republikanischen Partei sein zu dürfen.
Aber der Test reicht leider nicht aus und das Erlangen der amerikanischen Staatsbürgerschaft ist auch nicht so einfach.
Auch hier tun sie so als könnte man einfach den Zauberstab schwingen und man könnte Bürger des großartigsten Landes der Welt werden.

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Diomedes 27.03.2010, 19:08
9. Religion als politische Form...

Fast zwangläufig fühlt man sich bei solchen Berichten an Oswald Spenglers Konzept der magischen Nationalität des Orients erinnert: „Eine Nation magischen Stils ist die Gemeinschaft der Bekenner, der Verband aller, welche den rechten Weg zum Heil kennen und durch das idjma dieses Glaubens innerlich verbunden sind. Einer antiken Nation gehört man durch den Besitz des Bürgerrechts an, einer magischen durch einen sakramentalen Akt, der jüdischen durch die Beschneidung, der mandäischen oder christlichen durch eine ganz bestimmte Art der Taufe. Was für ein antikes Volk der Bürger einer fremden Stadt, ist für ein magisches der Ungläubige. Mit ihm gibt es keinen Verkehr und keine Ehegemeinschaft, und diese nationale Abgeschlossenheit geht so weit, daß sich in Palästina ein jüdisch-aramäischer und ein christlich-aramäischer Dialekt nebeneinander ausgebildet haben.“ – denn nicht nur das Mohammedanertum sieht seine Religion derart an, auch die anderen orientalischen Kulte neigen selbst noch in der Verfolgung, Verborgenheit und Unterdrückung zu einer derart kollektivistischen Glaubenspraxis, die eine Trennung Politik und Religion unmöglich macht.

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