Forum: Politik
Vormarsch von Warlord Haftar: In Tripolis scheitert Europas Libyen-Politik
Esam Omran Al-Fetori/ REUTERS

Khalifa Haftar bläst zum Sturm auf Tripolis: Seine "Libysche Nationale Armee" ist ein Bündnis aus Gaddafi-Militärs, Salafisten und Söldnern. Der Zwei-Millionen-Metropole droht eine verheerende Schlacht.

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Khal Drogo 08.04.2019, 16:33
1. Es ist immer das gleiche mit dem "Westen"

Angeblich gut gemeint und humanitär mischt man sich überall ein, auch mit Waffengewalt, sucht irgendeinen Nativen aus, und erkennt seine Regierung an, lächerlich! Was machen denn US-Soldaten in Libyen? Die haben dort nichts zu suchen. Laßt das Land selber eine Lösung finden, wie auch immer!

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YvesBrunner 08.04.2019, 16:48
2.

Wir erinnern uns ja alle noch an die tolle "Flugverbotszone" die das komplette Land ins Mittelalter zurück gebombt hat...

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Crom 08.04.2019, 16:50
3.

Zitat von Khal Drogo
Angeblich gut gemeint und humanitär mischt man sich überall ein, auch mit Waffengewalt, sucht irgendeinen Nativen aus, und erkennt seine Regierung an, lächerlich! Was machen denn US-Soldaten in Libyen? Die haben dort nichts zu suchen. Laßt das Land selber eine Lösung finden, wie auch immer!
Und was machen die Russen in Libyen? Was haben die dort zu suchen? Warum unterstützen die mal wieder ein Schlächter und Verbrecher gegen die Menschlichkeit?

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bikerrolf 08.04.2019, 17:02
4. Kein Wunder

Der Nahe Osten ist seit dem Suez-Krieg ein Schlachtfeld für die Weltmächte und die, die es gerne wären. Nur zur Erinnerung: Es war die Nato, die Libyen in die Demokratie bomben und den Mord am gerade wieder hoffähig gewordenen Gaddafi verursacht hat. Deutschland und Westerwelle wurden verspottet, weil sie nicht mitbomben wollten. Jetzt hat Europa die Flüchtlinge, einen weiteren failed state - und nichts gelernt. Außer dass die Briten sich bei der Aufnahme von Flüchtlingen vornehm zurückhalten und die Franzosen sie gleich wieder massenhaft nach Italien und neuerdings Spanien zurückschicken. Vives l'Europe!

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dieter.zuckermann 08.04.2019, 17:04
5.

Zitat von Crom
Und was machen die Russen in Libyen? Was haben die dort zu suchen? Warum unterstützen die mal wieder ein Schlächter und Verbrecher gegen die Menschlichkeit?
Wer Wörter wie Schlächter benutzt, derjenige will schon mal jede Diskussion zerstören. Scheinbar weiß derjenige, dass die eigenen Argumente schwach sind.
Außerdem hat Libyen nicht sowas wie die Grünen bei uns. Dasselbe was sie den Russen vorwerfen, kann Russland auch dem Westen vorwerfen. Und beide hätten Recht.
Was Russland dort macht, da habe ich keine Ahnung. Aber Russland hat in Syrien Ordnung gebracht, was der Westen nicht geschafft hat. Russland hat allgemein mehr Freunde vor Ort als der Westen. Wenn man sich deren Pläne anschauen, wirken diese viel, viel logischer als westliche Pläne. Auch wenn ich deren Plan in Libyen jetzt nicht kenne. Man vertraut denen aber schon eher etwas auf die Beine zu stellen. Westliche Politik ist in Libyen gescheitert, weil die von Anfang an scheitern musste. Es war auch von Anfang an klar, dass man mit dieser Strategie niemals in Syrien Erfolg haben kann. Der Westen versteh nicht im Geringsten was dort vor sich geht. Es fehlt die Cleverness, es fehlt die Erfahrung, es fehlt logisches Denken. Russland hat meist eine auf dem Papier versprechende Strategie. Keine Ahnung, ob das immer klappt. Wenn man sich das Vorgehen der Russen aber anschaut, dann weiß man direkt, dass das Chance auf Erfolg hat. Sowas konnte man noch nie über den Westen sagen. Chance auf Erfolg hat es für den Westen in Syrien niemals gegeben. Das war vom ersten Tag an klar.

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friedrich.grimm@gmx.de 08.04.2019, 17:09
6. Wer müsste noch sitzen?

"Eigentlich müsste Mahmoud al-Werfalli gerade vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag auf der Anklagebank sitzen."
Dort müssten genauso die US-Regierungen sitzen, die den Irak, Libyien und auch Syrien und weitere Länder in Brand gesteckt haben. Hier wird, wie zumeist, wieder einmal das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt. Venezuela steht zurzeit ganz oben auf der Liste. Dazu verbreiten die Medien die üblichen Lügen von angeblicher Hilfe für das geschundene Volk, ohne dabei die unmenschlichen Sanktionen zu erwähnen.

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spiegel-bildzeitung 08.04.2019, 17:11
7. Und jetzt?

Wir haben doch Gaddafi nicht gestürzt und umgebracht um jetzt mit anzusehen wie ein hergelaufener Strolch vielleicht wieder versucht uns unser Öl wegzunehmen. Na, er war ja in den USA und hat dort hoffentlich mit den richtigen Leuten gesprochen, so dass er nicht gegen uns und unsere Interessen handelt. Sonst Krieg, sage ich nur. Jeder der nicht begreift wie wichtig uns Im Westen Werte (Öl, Rohstoffe usw.) sind, kriegt eins übergebraten. Denn wir sind die Guten. Und es ist mal wieder wie immer. Die bösen Russen, die wollen mal wieder auch nicht mitspielen. Wie immer! Ich sag nur, wenn das der Führer wüsste, dann.... . Aber wartet nur, die NATO rüstet ja schon kräftig auf. Erst Irak, dann Lybien, dann Syrien, zwischendurch vielleicht noch Venezuela und Iran und dann irgendwann seid auch ihr dran, ihr bösen, bösen Russen. Wir verteidigen unsere Werte ( Kapitalistische Ausbeutung, Kolonialismus usw.) bis zum letzten Blutstropfen der fremden und einheimischen Bevölkerung. Darauf könnt ihr Gift nehmen!

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kleinsteminderheit 08.04.2019, 17:15
8. Ziellos

Nun gleitet Libyen offenbar, genau wie Syrien in einen Stellvertreterkrieg. Mit welchem Ziel hatte sich der Westen eigentlich dort eingemischt? Wen unterstützen wir dort? Und warum tun wir das?

Unsere Außenpolitik in Krisengebieten ist ein einziger Offenbarungseid. Wir rüsten libysche Piraten zu Küstenwächtern um, damit sie uns die Flüchtlinge vom Leib halten und die von uns anerkannte Regierung schaufelt das von uns geschickte Geld auf diskrete Konten, statt es in den Wiederaufbau des Landes zu stecken. Es gibt nur noch zwei Wirtschaftszweige. Raubbau an Bodenschätzen und erpresserischer Menschenhandel mit Flüchtlingen. Wenn es ganz mies läuft schicken wir demnächst auch noch eigene Soldaten in dieses Schlamassel.

Gut gemeint ist kein Kriterium der Außenpolitik. Wenn man sich derart einmischt, so braucht man klare, erreichbare Ziele und nicht solche Hirngespinste wie den Aufbau einer Demokratie, nebst Bürgergesellschaft und Mülltrennung, in einem Landstrich, der seit Jahrhunderten nur von Stammesstrukturen oder Diktatoren beherrscht wurde.

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Atheist_Crusader 08.04.2019, 17:15
9.

Zitat von Crom
Und was machen die Russen in Libyen? Was haben die dort zu suchen? Warum unterstützen die mal wieder ein Schlächter und Verbrecher gegen die Menschlichkeit?
Doppelter Standard halt. Wenn der Westen sich irgendwo einmischt, dann ist das eine Frechheit und ein Verstoß gegen das Recht eines Volkes auf Selbstbestimmung.
Wenn Russland oder China sich irgendwo einmischt, dann schützen die nur ihre Interessen - was sie ja auch müssen weil der böse Westen sie praktisch zwingt fremde Länder zu bedrohen. Und zu behaupten dass sie das aus eigener Entscheidung täten ist eine Frechheit und ein Verstoß gegen das Recht eines Volkes auf Selbstbestimmung.

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