Forum: Politik
Vorstoß aus Moskau: Russland will Freihandel von EU und Ukraine ausbremsen
DPA

Im Streit um die geplante Freihandelszone von EU und Ukraine gibt Russland nicht auf. Nach SPIEGEL-Informationen hat Moskau den Europäern einen trilateralen Handelsvertrag angeboten.

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doofnuss 14.06.2015, 12:19
90. ja, das frage ich mich auch - schon lange!

Zitat von onsar.u
Wenn das mal keine journalistische Ente ist. Die Ukraine ist so gut wie bankrott und die Infrastruktur noch desolater als sie es je vorher war. Was sollte wohl Russland da noch ein wirtschaftliches Interesse an dem Land haben?
seltsam, welches interesse an der ukraine wohl die kreml-kamarilla um putin hat, wenn sie ständig russische männer zum sterben dorthin abkommandiert?
ach nein, das sind alles menschen auf urlaub, die ganz zufällig reguläre russische soldaten sind und nur ihrem merkwürdigen hobby, dem kriegspielen, nachgehen.

dass sie dabei umkommen, darf aber nicht in der sowjetunion, äh, 'tschuldigung, russland, publiziert geschweige denn diskutiert werden - die angehörigen sollen und dürfen nur leise trauern!

warum eigentlich - wo doch russland überhaupt kein (wirtschaftliches) interesse an der bereits am boden liegenden ukraine hat!?

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Thomas Schnitzer 14.06.2015, 12:27
91.

Zitat von iconoclasm
Es geht um Absatzmärkte, immer schon. Die Amerikaner verfolgen mit ihrer Weltpolitik das gleiche Ziel, Länder angliedern um dorthin Waren abzusetzen. Absatzmärkte heißen Arbeitsplätze heißt innenpolitisch Ruhe. Obama hat in einem aktuellen Interview zum Pazifikabkommen gesagt das es um amerikanische Arbeiter geht und das verhindert werden muss das die Chinesen mit ihren Arbeitern zum Zug gekommen. Wir sind, siehe TTIP auch nur ein Absatzmarkt für die Amerikaner, die Freundschaft zwischen Amerika und Europa, so es sie den mal gab, ist unter Obama endgültig zu einer wirtschaftlichen Beziehung geworden. Man könnte ja auch langsam sagen das man genug davon hat das der Onkel der weit weg hinter dem Ozean wohnt hier unser Zusammenleben mit unseren Nachbarn stört.
Sie sehen das wie immer nicht ganz im richtigen Licht. Das Zusammenleben in Europa haben unsere Nachbarn mit der Annexion der Krim selbst gestört, und jetzt ersparen sie uns die Litanei von der Rechtfertigung bzw. die Predigt über das Verhalten anderer, darum geht es nämlich nicht.

Es geht um Russland, und das benimmt sich wie die Wildsau, und ragiert jetzt wie immer, wie ein beleidigtes Kind, das man zu Recht in die stille Ecke geschickt hat.

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Aase 14.06.2015, 12:36
92. Geht ganz schnell.

Zitat von Beat Adler
Abbruch der Beziehungen zu den USA? Wie ist das zu verstehen? Keine Geschaefte mit den USA mehr? In SPON Blogs mitschreiben ohne Produkte und Dienstleistungen US amerikanischer Firmen ist unmoeglich. mfG Beat
EU baut eigenes Internet auf.
Und ich melde mich aus SPON als Diskutantin ab. Punkt.
Wenn ich mit der Teilnahme am Internet zwangsläufig und unfreiwillig Aggressor/innenkriege mit finanziere, dann ziehe ich (für mich) die Konsequenzen, um nicht Mitfinanzier der Aggressionen von über'm 'großen Teich' zu sein.

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Thomas Schnitzer 14.06.2015, 12:40
93.

Zitat von schumbitrus
[...] Die Behauptungen, Russland sei der Aggressor, kommt ja aus Russland 1:1 zurück - und nur weil wir hier im Westen leben, sollten wir uns hüten(!) zu glauben, dass wir schon immer richtig informiert werden. [...] Was es braucht sind Dokumente, die belegen, wer denn die Ukraine gezwungen hat, entweder mit Russland (Zoll-Union), ODER mit der EU (Assoziierungs-Abkommen) ein Abkommen abzuschließen. Ich meine mal gelesen zu haben, dass es die Assoziierungs-Abkommen mit der EU war, das die Schließung der Grenze zu Russland erzwungen hat. [...]
Es mag sein, dass auch im Westen mitunter Falschmeldungen entstehen, aber traditionell ist es das Vorgehen der Russen, dass von Lug und Trug geprägt ist.

Entstanden durch den stalinistischen Kommunismus mit seinen drakonischen Strafen und paranoiden Verfolgungen ist es nämlich Tradition in Russland, nicht die Wahrheit zu sagen, und das aus schierem Überlebenswillen der Bevölkerung heraus, denn wer sagte, was er dachte, war tot.

Dieses Vorgehen hat sich natürlich auch in der Aussendarstellung und der medialen Information seitens russischer Medien eingebürgert, so dass es für Putin kein Problem war, die Medien schnell wieder unter staatliche Kontrolle zu bekommen - die alten Drohungen funktionieren noch.

Sie können und müssen daher davon ausgehen, dass russische Nachrichten grundsätzlich nicht der Wahrheit entsprechen, während es im Westen nicht ganz so einfach ist. Unabhängige Medien wie z.B. der Spiegel sind nämlich grundsätzlich nicht bereit, von der journalistischen Freiheit abzurücken und veröffentlichen auch härteste Regierungskritik, die sie in Russland niemals finden würden.

Ihre Frage ist daher auch schon beantwortet - Russland braucht an sich den freien Handel mit der Ukraine, aufgrund der Rohstoffe, die im Donezk-Becken liegen, kann dies aber nicht, wenn dadurch die Gefahr besteht, dass EU-Produkte über die Ukraine kommen. Weiterhin wäre die Ukraine durch eine Anbindung an die EU weniger abhängig von Moskau und damit nicht mehr erpressbar. Auch dass ist ein Zustand, den Putin nicht tolerieren kann, weil er nichts zu bieten hat. Wenn er nicht erpressen kann, handelt nämlich keinen mit ihm.

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Thomas Schnitzer 14.06.2015, 12:41
94.

Zitat von SanchosPanza
Dieser Versuch der Osterweiterung hat für keine der involvierten Parteien etwas gebracht. Für sehr viele Menschen aber Vertreibung, Armut, Zerstörung und sogar den Tod. Was am meisten schockiert: Diese Eskalation war von Anfang an abzusehen, als unsere aussenpolitischen Chefstrategen noch Kekse auf dem Maidan verteilten.
Es handelt sich um eine Westerweiterung Russlands, Krim schon vegessen?

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Thomas Schnitzer 14.06.2015, 12:47
95.

Zitat von iridium
Entschuldigung, aber das ist Quatsch. Russland hatte und hat eine Zollverwaltung mit ganz ganz vielen Zöllnern und eine gesicherte Grenze zur Ukraine. "Unkontrolliert" ging und geht da für Geld mal ein einzelner LKW, aber ganz bestimmt kein "Export von EU-Waren".
Unkontrolliert geht da vor allem nur eine Richtung, und zwar immer dann, wenn die Rebellen Nachschub brauchen. Man schreibt dann "humanitäre Hilfsgüter" drauf und liefert Munition und Verpflegung für die Kämpfer.

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Thomas Schnitzer 14.06.2015, 12:49
96.

Zitat von meinlieber
als ob Putin die Interessen der EU der Ukraine und zuvorderst Russlands wahren will. So das alle profitieren. Die EU und die Ukraine möchte Russland wirtschaftlich schaden. Variante A sieht eindeutig langfristig besser aus, einziges Problem dass sie von Putin kommt?!
Nein, das sieht so aus, dass Russland seine Interessen wahren will und auf unsere pfeift. Russland war und ist nicht freundlich gesonnen, vgl. die Unterdrückung der Satellitenstaaten im Warschauer Pakt und die Annexion der Krim.

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Thomas Schnitzer 14.06.2015, 12:54
97.

Zitat von rainer_humbug
Mh, also der Westen hat etwa 1 Mrd. Einwohner. Alleine China und Indien haben jeweils knapp 1,3 Mrd. Einwohner. Die BRICS Staaten machen zusammen etwa die Hälfte der Weltbervölkerung aus. Die USA haben nun etwa 20 Billiarden Dollar Schulden, während China und Russland jeweils Reserven in Dollar haben. Also anhand dieser Zahlen meine ich, sollte einem doch mal langsam dämmern, wer hier seit mindestens 30 Jahren stark abdriftet...
Nette Taschenspielerrhetorik. Es kommt weder auf die Anzahl der Menschen an, noch auf die Schulden. Es kommt auf die Wirtschaftskraft an.

Und da ist Italien knapp etwas stärker als Russland. Die anderen Mitglieder der BRICS sind froh, mit uns Handel treiben zu können. Eine Nation wie Brasilien lässt Russland im Konfliktfall ganz schnell fallen.

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erdmann.rs 14.06.2015, 13:29
98. Wer soll nachgeben?

@nageleisen (13.06.15 um 22:32)

Das sind drei gute Fragen auf einmal.
Hier der Versuch einer Antwort darauf:

1.) die EU-Politiker geben nicht nach, weil sie
möglicherweise noch gar nicht bemerkt haben, dass sie
in die falsche Richtung gefahren sind und sich zudem noch so richtig festgefahren haben.
2.) die Medien geben nicht nach, weil für sie (jedenfalls die meisten) die Q u o t e mehr zählt als die Qualität
ihrer Berichterstattung.
3.) die Antwort auf die dritte Frage ist schwieriger.
Der Idealfall wäre ja eine ausgeglichene Handelsbilanz.
Eine negative Handelsbilanz (mehr Importe als Exporte)
wäre für Deutschland (und jedes andere Land) schlecht.
Der Exportüberschuss Deutschlands hat verschiedene
Gründe: entsprechende Produktionskapazitäten, z.T.
sehr gute Produkte zu Preisen, welche die Abnehmer
bereit sind zu zahlen, um die wichtigsten zu nennen.
Wollte man den Exportüberschuss verringern, würde das bedeuten, dass man in sehr vielen Bereichen die
Produktion zurückfahren müsste.
Die Abnehmerländer dieser deutschen Produkte stünden
zunächst mal "im Regen", vielleicht nur vorübergehend,
bis sie diese Waren - die sie selber nicht herstellen können - anderswoher beziehen könnten.

Der große Haken an der Sache ist aber, dass es hier
in Deutschland viele Arbeitsplätze kosten würde,
würde man eigene Kapazitäten derart reduzieren.
Vielen anderen Ländern würde das egal sein, denen ist nämlich das Hemd auch näher als die Jacke. Uns sollte es aber genau deshalb n i c h t egal sein,
dann doch lieber "Exportweltmeister" bleiben.

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MatthiasSchweiz 14.06.2015, 13:38
99.

Zitat von Thomas Schnitzer
Nein, das sieht so aus, dass Russland seine Interessen wahren will und auf unsere pfeift. Russland war und ist nicht freundlich gesonnen, vgl. die Unterdrückung der Satellitenstaaten im Warschauer Pakt und die Annexion der Krim.
1. Wenn Sie es noch nicht mitbekommen haben, die UdSSR gibt es seit ein paar Jahren nicht mehr 2. Ob es wirklich eine Annexion gewesen ist, ist auch mehr als strittig, Fakt ist aber, dass sicher die überwältigende Mehrheit der Krimbewohner nicht zur Ukraine gehören will.

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