Forum: Politik
Vorstoß aus Moskau: Russland will Freihandel von EU und Ukraine ausbremsen
DPA

Im Streit um die geplante Freihandelszone von EU und Ukraine gibt Russland nicht auf. Nach SPIEGEL-Informationen hat Moskau den Europäern einen trilateralen Handelsvertrag angeboten.

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Lily-Berlin 13.06.2015, 22:06
10.

"Der Vertragsentwurf sieht strenge Ex- und Importkontrollen vor, ebenso wie Einfuhrquoten nach Russland für 52 Warenkategorien. Sie reichen von Hydraulikturbinen über Schiffe bis hin zu Rindfleisch und Eiscreme."
Also ist sämtlicher Handel betroffen von Schiffe, Rindfleisch bis Eiscreme. Die EU Politiker wagen sich tatsächlich, sich in Vertragsbeziehungen einzumischen, unfassbar. Wie kommen die Herren und Damen darauf, sich in langjährig bestehende Handelsabkommen einzumischen, ohne den davon betroffenen Vertragspartner - hier Russland auch nur in die Verhandlungen einzubeziehen. Gab es nicht den tollen Hinweis von unserem Herrn Schäuble, pacta sunt servanda? Verträge sind zu halten, Rückwirkungsverbot usw. das gilt wohl nicht für die EU Politiker?
Wie wird das wohl erst werden mit all den anderen Verträgen, die die EU-Mitgliedsländer bilateral mit anderen Ländern aus Lateinamerika oder China geschlossen haben, sind die dann alle nichts mehr wert, weil die EU mal eben jeden Vertrag für rückwirkend null und nichtig erklärt.

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Leser1000 13.06.2015, 22:07
11. Klarere Informationen bitte

Ihre Ausführungen sowhol in der Print Ausgabe wie auch dem online Artikel verstehe ich nicht ganz. Wenn UA sich der EU annähert (Assoziierung) , ist es aus meiner Sicht nachvollziehbar, dass RUS seine Wirtschaft schützen will (die sind nunmal nicht in der EU). Wenn RUS also als Drittland Zölle und Beschränkungen wünscht, so ist dies nicht annormal (auch wenn damit m.E. gleichzeitig eine interessante Selbsteinschätzung der eigenen Wirtschaftsstärke (Zivilwirtschaft) vermittelt wird. Also soll Ihrer Ansicht nach RUS die EU durch die Hintertür akzeptieren ohne Einflussmöglichkeiten zu haben oder verstehe ich da etwas falsch? Mithin ein "sinnvoller"Vertrag liegt m.E. nicht neben der Sache, wobei ich mir nicht annmaße zu bewerten, ob 70 Tonnen Büstenhalter (Print-Ausgabe;werden die nicht sowieso in China produziert?) eine logische Größe darstellen.

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Arnonymous 13.06.2015, 22:10
12. Letzte Chance für die Ukraine

Das, was Russland hier vorschlägt, könnte der EU viele Milliarden ersparen, weil die Ukraine von den Exporten nach Russland abhängig ist.
Wenn die jetzt gekappt werden, bleibt der Ukraine nichts mehr übrig, als ihr restliches Tafelsilber zu verscherbeln, danach sind sie pleite, weil sie im Westen keinen Absatzmarkt haben.
Während wir uns auf neue Milliardenzahlungen und Flüchtlinge freuen dürfen.

Das ist Geopolitik vom Feinsten!

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SanchosPanza 13.06.2015, 22:20
13. Osterweiterung

Dieser Versuch der Osterweiterung hat für keine der involvierten Parteien etwas gebracht. Für sehr viele Menschen aber Vertreibung, Armut, Zerstörung und sogar den Tod.

Was am meisten schockiert: Diese Eskalation war von Anfang an abzusehen, als unsere aussenpolitischen Chefstrategen noch Kekse auf dem Maidan verteilten.

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Darwins Affe 13.06.2015, 22:24
14. Armes russisches Seelchen

Zitat von Pegu
Dass Russland einfach seine Handelsgrenzen offen lässt und die EU munter über die Ukraine alles Zollfrei nach Russland bringen könnte? Blauäugig. Es war ziemlich klar, dass die Handelsgrenze dann geschlossen wird.
Russland ist es doch unbenommen, seine Grenze gegen die Ukraine dichtzumachen. Die Krim annektieren und die Ostukraine mit „Urlaubssoldaten“ zu destabilisieren, steht auf einem anderen Blatt. Im ganzen Konflikt wird viel zuwenig beachtet: Im Osten (in Sibirien) sieht die russische Bevölkerung das immense Wirtschaftswachstum Chinas. Hätte die Ukraine durch eine Assoziation mit der EU ebenfalls reüssiert, wären bei der russischen Bevölkerung vielleicht doch Zweifel am oligarchischen System ihrer Regierung aufgekommen. So macht man halt an der Moskwa auf Nationalismus, um das arme russische Seelchen abzulenken.

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emil_sinclair73 13.06.2015, 22:27
15. Alles zurück auf Null...

Exakt das war der Grund für Russlands Problem mit dem Assozierungsabkommen. Der unkontrollierte Export von EU-Waren nach Russland durch die Ukraine.

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nageleisen 13.06.2015, 22:32
16. Warum gibt die EU nicht nach

Und warum geben die Medien nicht nach.
Warum gibt Deutschland im Handelsstreit bezüglich des Exportüberschusses nicht nach?

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Americanet 13.06.2015, 22:34
17.

Zitat von andreas.spohr
geht man nicht auf Russland zu?
Ich habe lange über Ihre Frage nachgedacht und bin letztlich auf die Idee gekommen, dass es eventuell damit zusammenhängen könnte, dass Russland andere europäische Staaten überfällt, destabilisiert und die Einwohner mit Krieg überzieht. Wäre ja zumindest ein Indiz, oder?

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terminator_666 13.06.2015, 22:36
18. Russlands Einmischung

Was geht Russland ein Abkommen zwischen EU und der Ukraine an? Richtig: NICHTS !

Natürlich denkt Putin in anderen Kategorien, als wir im zivilisierten Europa. Für Putin ist die Ukraine kein souveräner Staat, sondern seine Einflusszone. Deswegen hat er die Krim annektiert und führt weiter einen Krieg im Donbass, den er von seiner Schattenarmee "Separatisten" führen lässt.

Und deswegen ist es aus Putins Sicht folgerichtig, auch zu versuchen zu verhindern, dass die Ukraine sich seinen Handelspartner aus eigenem freien Willen wählt.

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Americanet 13.06.2015, 22:37
19.

Zitat von onsar.u
Wenn das mal keine journalistische Ente ist. Die Ukraine ist so gut wie bankrott und die Infrastruktur noch desolater als sie es je vorher war. Was sollte wohl Russland da noch ein wirtschaftliches Interesse an dem Land haben?
Süss, diese Naivität. Lesen Sie doch mal, welches von ihrem Kriegsmaterial die Russen allein bauen können. Oder versuchen Sie mal rauszufinden, wer die russischen Produkte mit im Regelfall sehr bescheidener Qualität eigentlich kaufen will - mal ganz abgesehen von einer umfassenden Rechtsunsicherheit in einem totalitären, instabilen Staat. Was glauben Sie, wer von einem solchen Abkommen also am ehesten profitieren könnte?

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