Forum: Politik
Vorwürfe gegen G20-Polizisten: Tritte, Schläge, Pfefferspray
YouTube/Lower Class Magazine

Die Polizei habe keine Gewalt angewandt, versicherte der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz kurz nach dem G20-Gipfel. Aktivisten sammeln Videoaufnahmen, die daran Zweifel aufkommen lassen.

Seite 25 von 35
oloh 26.07.2017, 16:08
240. seltsame Logik

Zitat von Maler
"FRIEDLICHE DEMONSTRANTEN und PASSANTEN" marschieren nicht mit dem schwarzen Block und gaffen, wenn die Polizei gegen Steinewerfer vorgeht. Wer sich mit der Gewalt der Chaoten derart gemein macht, dem ist nicht zu helfen.
Wenn also in einem Demonstrationszug ein paar Chaoten sich schwarz vermummen, sind automatisch alle verbleibenden unvermummten Demonstranten unfriedlich und keine Passanten mehr. Die Handlung eines Einzelnen verwandelt mithin alle Tausende um ihn herum wie von Zauberhand... Was für ein Quatsch! Mit Logik hat das nix mehr zu tun.

Beitrag melden
ssissirou 26.07.2017, 16:09
241.

Zitat von ein-berliner
Was hat ein "Unbeteiligter" im Bereich von akuten Polizeimassnahmen verloren. Jedermann sollte nach Aufforderung umgehend aus diesen Zonen entfernen und nicht noch mit seinem Handy den Krawallmachern ein Lustgewinn ermöglichen. Dazu zählt auch die Presse. Es wird Zeit bei derartigen Situationen das Gewaltmonopol des Staates mit wirklich allen Mitteln konsequent und hart durchzusetzen und alle Personen vor Ort entsprechend zu behandeln. Solange auch nur ein Gaffer ohne Konseqenzen die Polizeibeamten behindert hat der Staat versagt.
Ich glaube, Sie und einige andere hier haben das Wort Gewaltmonopol nicht ganz verstanden. Das staatliche Gewaltmonopol bedeutet, dass ein Bürger, der Opfer eines Verbrechens wurde, sich nicht selbst Recht verschaffen darf, sondern dass dies der Staat übernimmt. Sonst würde Lynchjustiz gelten, das schafft nur Unordnung.
Gewaltmonopol heisst nicht, dass Staatsdiener wahllos auf alles einprügeln dürfen, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.
Sie dürfen also gerne gewalttätige Randalierer, ob von links oder rechts oder überhaupt nicht politisch motiviert, vermöbeln, aber auf gar keinen Fall friedliche Demonstranten oder Anwohner. Und Journalisten schon gar nicht, die machen dort ihre Arbeit. Das hat mit Pressefreiheut zu tun. Den Begriff kann ich Ihnen bei Bedarf auch gern erklären.

Beitrag melden
wahrsager26 26.07.2017, 16:10
242. An der durden. Nr217

Stichwort: Willkür.Ich bin sehr einverstanden mit Ihrem post , gebe aber trotzdem zu bedenken:Eine Seite reklamiert für sich die blanke Willkür und verhält sich dementsprechend! Egal wie Sie dann die Sache angehen :Derjenige, der für Ruhe und Ordnung sorgen soll und muss ,muss auch Gewalt einsetzen. In dem Fall die Polizei! Das passt aber nicht .Was ist zu tun ? Danke

Beitrag melden
schwaebischehausfrau 26.07.2017, 16:11
243. @rolf Sternberger: Überraschung???

Zitat von rolf sternberger
Haben Sie mal mit Menschen aus HH geredet? Die sind dort bei weitem nicht so hart in ihren Forderungen und "Konsequenzen ziehen" wie einige neunmalkluge Menschen aus München. Berlin und Düsseldorf - die jetzt alle z. B. das Ende der Roten Flora fordern.
Klar, gab es nach den Krawallen auch sofort einige "Manifeste", in denen die "Rote Flora" in Schutz genommen wurde und sogar der lächerliche Versuch unternommen wurde, die Gewalttaten + Plünderungen auf sog. jungendliches Party-Volk" abzuschieben (wie schnell aus "Schwarzvermummten" Gewalttätern innerhalb von Sekunden "harmlos ausschauendes Party-Volk in bunten Klamotten wurde" dank Wechselkleidung im Rucksack, konnte man u.a. bei SPIEGEL-TV sehr schön sehen - das nur dazu).
Man muß sich aber nur mal anschauen, wer diese Erklärung unterzeichnet hat. Die betroffenen geplünderten Geschäfte wie REWE, O2, Ikea etc. nämlich nicht. Sondern primär die linke Symphatisanten-Szene aus dem Viertel , u.a. diverse Bars + Cafes aus dem linken Spektrum. Repräsentativ ist deren Position für die Hamburger Bürger ganz sicher nicht. Wie wär's damit: Vorgezogene Neuwahlen ansetzen und dann mal sehen, wieviel Prozent der Stimmen die Parteien erhalten, die bei einem Wahlsieg die "Rote Flora" umgehend zumachen und an deren Stelle Sozialwohnungen oder einen Kindergarten bauen würden.

Beitrag melden
rolf sternberger 26.07.2017, 16:18
244.

Zitat von Tacitus73
Meine Güte. Preußen. Also erst mal gab es Zeiten, wo Preußen (vergleichsweise) liberal war. Nicht, dass sich den preußischen Militarismus hier verharmlosen will - aber immer wieder Preußen als die Ausgeburt des Bösen anzuführen, ist historisch nicht haltbar. Außerdem haben sich die Deutschen lange Zeit weniger über den Staat definiert als vielmehr über ihre Region - die Kleinstaaterei wirkt bis heute noch nach. Das Problem der ,verspäteten Nation´ hat mit zu der Entwicklung beigetragen, die 1933-45 zur Katastrophe führte. Letztendlich sollten Sie vorsichtig damit sein, Staatstreue grundsätzlich zu verteufeln. Wir reden hier nicht von Verhältnissen, wie sie Anfang der 30er Jahre in Deutschland herrschten, sondern das heutige Deutschland ist ein demokratischer Rechtsstaat, übrigens einer, der von allen Seiten durch Extremisten immer mehr bedroht wird (Rechtsextremismus, Linksextremismus, Islamismus). Wenn man das Gewaltmonopol allzu leichtfertig in Frage stellt und die Gewaltanwendung irgendwelcher politischen Aktivisten legitimiert, weil sie angeblich für eine "gerechte Sache" kämpfen, dann leistet man einer politischen Radikalisierung eher Vorschub, als dass man sie verhindert!
Tipp: Schauen Sie sich hintereinander einige deutsche und einige amerikanische Filme oder Serien an, in denen Polizei (oder besser noch Knast) eine tragende Rolle spielt - Sie werden sehen: IN deutschen Serien gibt es KEINE böse Polizei und staatlich legitimierte Hierarchie wird nie problematisiert - in den amerikanischen Produktionen dagegen begegnen Sie auf Schritt und Tritt übergriffigen Cops, gewalttätigen Gefängniswärtern und ähnlichen Dingen... In dieser Kultur manifestiert sich das bis heute ungebrochene obrigkeitsstaatliche Denken vieler Deutscher.
Zu Ihrem historischen Argument: Gerade die Kleinstaaten haben zu einer staatsfixierten Definition geführt, die staatliche Homogenisierung der Bevölkerung war in der deutschen Tradition immer wichtiger als in vielen anderen europäischen Staaten. Das deutsche Drama nimmt seinen Ausgang 1848/1871...

Beitrag melden
Tacitus73 26.07.2017, 16:20
245. naja

Zitat von oloh
Wenn also in einem Demonstrationszug ein paar Chaoten sich schwarz vermummen, sind automatisch alle verbleibenden unvermummten Demonstranten unfriedlich und keine Passanten mehr. Die Handlung eines Einzelnen verwandelt mithin alle Tausende um ihn herum wie von Zauberhand... Was für ein Quatsch! Mit Logik hat das nix mehr zu tun.
Die friedlich gesinnten Demonstranten hätten zwar in der direkten Situation (bei der Welcome to hell-Demo) nichts tun können. Man hätte sich aber vorher überlegen können, wo man da eigentlich mitläuft. Die Veranstalter hätten sich vorab klar und explizit vom Schwarzen Block und von jeglicher Gewaltanwendung distanzieren können. Das Verhältnis einiger linker Gruppen zur Gewalt ist eben nicht eindeutig. Die linke Szene muss das für sich und für andere ein für allemal klar machen, und zwar im Sinne des Rechtsstaats! Und genau das lässt weiter auf sich warten.

Beitrag melden
lalito 26.07.2017, 16:20
246. Wieso typisch deutsche Geschichte?

Zitat von wahrsager26
Diskussion.Ich gehe davon aus, das die Beamten der Polizei keine Schlägerbanden darstellen.Daher sei so gefragt: Warum mussten die Beamten überhaupt eingreifen? Warfen sie mit Steinen und Mollis? Es sei dringend angeraten ,die Tatsachen auf die Beine zu stellen und das auch genau so auszusprechen! Danke
Die Tatsachen stehen und werden ausgesprochen. Es geht nach diesen Vorkommnissen um Aktion - Reaktion - Aktion - Reaktion usw. und wie wer aus welchen Gründen und Resultaten agierte.

Um eine sachgerechte Diskussion einzufordern müssen Sie unbedingt polemisieren? Schwach.

Bitteschön.

Beitrag melden
GyrosPita 26.07.2017, 16:24
247.

Was erwartet eigentlich jemand der auf einen Panzerwagen der Polizei klettert und von da oben irgendwelche Parolen krakeelt? Es ist ja nicht so das das Ding geparkt gewesen wäre weil die Polizisten gerade Döner für die ganze Wache holen waren. Solange da einer drauf rumsteht ist das Fahrzeug quasi "außer Betrieb" und kann nicht für den eigentlich vorgesehenen Zweck verwendet werden. Oder anders ausgedrückt: die im Einsatz befindliche Truppe war in diesem Moment geschwächt weil ein Teil ihrer Ausrüstung nicht zur Verfügung stand.

Eine Ladung Pfefferspray finde ich da noch vergleichsweise human, insbesondere wenn man bedenkt wie es anderswo zugeht. Wie wir jüngst erfahren haben reicht es in Amiland ja jetzt bereits überhaupt den Notruf zu wählen um von der Polizei erschossen zu werden.

Sicher, schön ist anders, das Pfefferspray ein fieses Zeug ist glaube ich gerne, das muß man sich aber vorher überlegen, und über einen freundlichen Appell doch bitteschön von dem Fahrzeug runterzusteigen und die Angelegenheit später mit den Beamten bei einem leckeren Täßchen Matetee im Stuhlkreis auszudiskutieren lacht sich dieses Klientel ja bekanntlich scheckig...

Beitrag melden
schwaebischehausfrau 26.07.2017, 16:27
248. @oloh: Stringente Logik

Zitat von oloh
Wenn also in einem Demonstrationszug ein paar Chaoten sich schwarz vermummen, sind automatisch alle verbleibenden unvermummten Demonstranten unfriedlich und keine Passanten mehr. Die Handlung eines Einzelnen verwandelt mithin alle Tausende um ihn herum wie von Zauberhand... Was für ein Quatsch! Mit Logik hat das nix mehr zu tun.
Ja, leider waren es aber nicht nur "ein paar" schwarz vermummte Chaoten, die sich unter friedliche Demonstranten gemischt haben. Es war ein schwarzer Mob von weit über 1.000 Personen, der sich von den Veranstaltern der Demo geduldet in aller Ruhe schön formieren und an der Spitze des Demo-Zugs aufstellen durfte. Man hatte sogar den Eindruck, dass die Veranstalter den Demo-Zug nicht hätten loslaufen lassen, bevor der Schwarze Block vollständig ist. Und das, obwohl diese Gruppierungen lange im Vorfeld angekündigt hatten, dass sie null Interesse an einer friedlichen Demo haben und bei allen Demos vorher auch schon unter Beweis gestellt haben, was von ihnen zu erwarten ist. Wenn ich als Demo-Veranstalter wirklich an einer friedlichen Demo interessiert bin (und auch an der Sicherheit der friedlichen Demonstranten), dann fordere ich diese Leute auf, den Demo-Zug zu verlassen und gehe nicht los, bevor dies passiert.
Und wenn ich als Passant , Tourist oder "friedlicher Demonstrant" abends "zufällig" im Schanzenviertel bin und sehe, dass dort brennende Barrikaden aufgetürmt werden, Geschäfte geplündert werden und Polizisten mit Pflastersteinen beworfen werden, dann wäre meine "Logik", mich möglichst schnell möglichst weit von diesen Gewalttätern zu entfernen. Und wenn die Polizei dann mehrfach dazu auffordert, diesen Platz zu räumen, dann gilt das auch für "normale Passanten" und jeder, der sich dem trotz mehrfacher Aufforderung widersetzt , darf sich nicht wundern, wenn er in den Strahl eines Wasserwerfers gerät. Wenn wir von Gaffern reden, die Rettungseinsätze und Polizei-Einsätze blockieren, gibt's diese Diskussion auch nicht.

Beitrag melden
Normaler Wutbürger 26.07.2017, 16:27
249. Sehe keine Polizeigewalt

In besagten Video auf Liveleak sehe ich keine einzige Szene die bedenklih wäre, im Zusammenhang worum es eigentlich ging.
Das ist nicht Vergleichbar mit einer Verkehrskontrolle, wo ein Streifenbeamter auf einmal zuschlägt. Das waren gewaltangekündigte "Demonstrationen". Ausnahmesituationen wo Gewaltanwendung nicht nur möglich, sondern teilweise zwingend erforderlich ist, um handlungsfähig zu bleiben.
Die Polizei an sich verdient keinen Orden für G20, bei weitem nicht. Die einzelnen Polizisten jetzt zu verunglimpfen, ist aber schäbig. Am Ende haben sie ihren Job gemacht.

Beitrag melden
Seite 25 von 35
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!