Forum: Politik
Votum gegen No-Deal-Brexit: House of Chaos
REUTERS

Theresa Mays Brexit-Deal wollen die britischen Abgeordneten nicht. Ohne Abkommen wollen sie die EU aber auch nicht verlassen. Jetzt könnte sich der Austritt um Monate verzögern.

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MatthiasPetersbach 14.03.2019, 11:55
200.

Zitat von frankcrx
Das der Mann von von einem Knebelvertrag spricht kann man doch total nachvollziehen. Schließlich hatte man doch versprochen das GB aus der EU austritt aber trotzdem im Binnenmarkt bleibt, das man keine Beiträge mehr bezahlt aber trotzdem alle Rechte weiterhin genießt. .......
Nun ja, SINNVOLL wäre das. Für andere incl. uns auch.
Freunde in gemeinsamem Handel - mehr brauchen wir auch nicht.

Die "EU" als EWG + Frieden hatte ja durchaus Vorteile.
Diese ganze Gedöns mit gemeinsamer Währung, gemeinsamer Regierung, gemeinsamer Politik ist doch nur Großmannssucht - und verspielt den entscheidenden Vorteil, den wir hier haben: Flexibilität und Vielfalt.

Mir würde schon reichen, daß meine Feinstaubplakette auch in Straßburg gilt und die blaue Parkscheibe auch in Dänemark. Und umgekehrt.

WEIT sind wir da noch nicht. Ich befürchte fast, nichtmal soweit wie in den 80ern.

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peter_tppp 14.03.2019, 11:55
201. Komplex, aber nicht chaotisch

Chaos ? Eher eine durch sie Spieltheorie beschriebene Situation, in der man eigene Aktionen von den vermuteten Aktionen anderer abhängig macht. Hochkomplex, aber am Ende nicht unlogisch. Chaotisch ist eher die EU, die innerhalb mehrerer Dekaden nicht entscheiden konnte, ob sie lediglich Wirtschaftsunion, Konföderation oder Föderation sein/werden will.

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doclondon 14.03.2019, 12:00
202. Surprise Surprise

Die Kritik an May halte ich für überzogen. Aus diesem Mandat konnte sie doch gar nichts herausholen. Da kommt ihr eine Verzögerung doch recht. Strategisch befindet sie sich in keiner schlechten Lage: Der Austritt wird vertagt, die Position der EU in den nächsten Monaten aufgeweicht ohne dass dann noch ein Hahn danach kräht (wer weiß schon was inzwischen noch so alles passiert). May´s Gegenspieler der Opposition im Unterhaus hat sich doch selbst diskreditiert mit seinem Eierkurs. So what? Alles wie gehabt.

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derjoey 14.03.2019, 12:00
203.

Zitat von Liudin69
Mal im Ernst: Die EU macht sich ja eh schon zum Affen. Aber was man da mit GB veranstaltet setzt dem Ganzen das Krönchen auf. Ich kann die ganze Aktion des EU-Wirtschaftsclubs nicht mehr ernst nehmen. Das hat weder mit Politik, noch mit vernünftigem Menschenverstand zu tun. Ein echtes Armutszeugnis, da braucht niemand über Trump und seine Schwachsinnspolitik lachen. EU kann das auch...
Die EU hat es mit 27 Ländern geschafft, eine klare Linie zu fahren, während ein einzelnes Land (GB) intern nix gebacken bekommt und scheinbar sogar von dem eigenen Nordirland-Problem komplett überrascht wurde. Und die Schwachsinnspolitik von Mr. Trump war nie zum lachen, sondern ist zum weinen.

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tucson58 14.03.2019, 12:16
204.

Zitat von schwester arno
Das war auch keine Kritik an Ihnen, ich habe nur gesagt, was ich davon halte, wenn anscheinend mündige Bürger, sich so verhalten, wie von Ihnen beschrieben. Und solche Leute gibt es zu hauf.
Habe es auch nicht als Kritik an mir verstanden, sondern einfach als ihre Meinung zu meiner Sichtweise gesehen , die ich auch im Kern mit ihnen teile . Alles OK !

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derjoey 14.03.2019, 12:21
205.

Zitat von Ruhrsteiner
Und wem soll ich als EU-Bürger und vor allem Wähler jetzt glauben? Juncker [...]? Oder einem Tory?
Das ist einfach zu beantworten: Keinem von beiden, sondern Unabhängigen. Alle anderen, Politiker Großbritanniens wie der Europäischen Gemeinschaft, vertreten und verteidigen selbstverständlich die eigene Position.

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carlitom 14.03.2019, 12:21
206.

Zitat von Neustädter_02
So viel Unverstand und so viel Verachtung für das immerhin älteste Parlament der Welt... Ich nehme an, Sie sind des Englischen nicht mächtig, sonst hätte Sie sehr wohl bemerken müssen, dass es im britischen House of Commons nicht weniger geordnet zugeht als in anderen Parlamenten auch. Aber man kann ja mal schnell irgend einen Blödsinn raushauen, dann geht es einem vielleicht schon mal für den ganzen Tag ein wenig besser...
Das britische Parlament zu kritisieren ist durchaus berechtigt. Die Rituale dort sind lächlich und wenig hilfreich. Da wäre es höchste Zeit für ein bisschen 21. Jahrhundert. Es war alles nett, solange das Theater, das dort abläuft, wenigstens noch zu brauchbaren Ergebnissen führte (trotz und sicher nicht wegen der lächerlichen Spielchen und Rituale), aber das tuts ja offensichtlich nicht.

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MatthiasPetersbach 14.03.2019, 12:24
207.

Zitat von derjoey
Die EU hat es mit 27 Ländern geschafft, eine klare Linie zu fahren, während ein einzelnes Land (GB) intern nix gebacken bekommt.....
Nun ja, versuchen Sie mal, die Bürger jedes dieser 27 Länder über die EU bzw. den Verbleib darin abstimmen zu lassen - da wird sich im Vorfeld das selbe abspielen - und nachher auch.

Ich denke, das Chaos ist zu vielen Teilen auch dem Aspekt geschuldet, daß einfach niemand weiß, wie der Austritt geht, was für Auswirkungen der hat und wie man die auftretenden Lücken füllt bzw. bewältigt. Und zwar in Realo, in der Praxis, selbst bei bestem Willen.

Das wusste VOR der Abstimmung niemand - und heute auch nicht.

Deshalb war die Abstimmung idiotisch - oder besser: die Desinformationskampagnen vorher - und die Tatsache, daß das in den EU-Statuten anscheinend nicht wirklich beschrieben und detailliert ist, trägt noch dazu bei.

"Was ist, wenn wir rausgehen" - EIGENTLICH sollte so ein Lastenbuch griffbereit und -zumindest grundsätzlich- in den zu regelnden Themen belastbar durchgespielt in der Schublade jedes Landes liegen.

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Ruhrsteiner 14.03.2019, 12:30
208. an 174./ Verzeihen Sie bitte, wenn ich schlichtweg ....

versuche zu verstehen, was da eigentlich im britischen Unterhaus los ist - und warum. Es tut mir wirklich sehr leid, dass Ihnen als wohl absolutem EU-politischen Insider und Beteiligtem an den EU-britischen Verhandlungen meine Kommentare unsinnig erscheinen. Aber dann werden Sie besser als ich auch verstehen, dass es da wohl ein Informationsdefizit betr. die Presse aus Richtung Brüssel geben muss....

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derjoey 14.03.2019, 12:43
209.

Zitat von Ruhrsteiner
Der Backstop scheint nach dem DLF-Interview mit MP Greg Hands - nicht Hence, wie ein anderer Forist mich korrigierte - tatsächlich als das vorrangige Problem gesehen zu werden. Da prallen grundsätzliche Souveränitätsbedenken mit der Erfordernis ein erneutes Aufflammen des Nordirland-Konfliktes zu vermeiden aufeinander. Vielleicht wäre es klüger gewesen, dieses heikle Thema nicht in den Vertragsentwurf auf zu nehmen, sondern getrennt zu verhandeln, dabei vielleicht die Republik Irland EU-seits eine getrennte Verhandlung führen zu lassen(?).
Ich bin mir nicht vollkommen sicher, aber ich vermute stark, dass ein einzelner EU-Staat nicht eigenständig Verhandlungen über einen Teil der EU-Außengrenze führen kann.

Und da diese Grenzfrage direkt mit dem Brexit verbandelt ist, macht es auch Sinn, diese bei den Verhandlungen mit einzubeziehen. Ansonsten einigt man sich eventuell auf einen Brexit-Vertrag, und die separate Verhandlung über die inner-irische Grenze macht dann alles wieder zunichte.

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