Forum: Politik
Votum gegen No-Deal-Brexit: House of Chaos
REUTERS

Theresa Mays Brexit-Deal wollen die britischen Abgeordneten nicht. Ohne Abkommen wollen sie die EU aber auch nicht verlassen. Jetzt könnte sich der Austritt um Monate verzögern.

Seite 6 von 25
Europa-Realist 14.03.2019, 06:51
50. Andere Interpretation

Der Interpretation von Herrn Hagen vermag ich nicht zu folgen: Die erste Abstimmung beinhaltete die Frage, ob GB mit dem ausgehandelten Deal die EU verlassen soll. Hier gab es eine deutliche Mehrheit dagegen.
Die Nein-Stimmen resultieren dabei sowohl aus dem Lager, die gar keinen Brexit haben wollen, sowie von denen, die wirklich ohne diesen Deal die EU verlassen wolllen.
Bei der zweiten Abstimmung wurde danach gefragt, ob GB ohne Deal austreten solle. Nur mit einer hauchdünnen Mehrheit wurde auch diese - vermeintlich konträre - Frage negativ beschieden. Dafür waren alle, die den Brexit einfach wollen. Dagegen stimmten die, die entweder komplett gegen den Brexit sind oder nur geordnet mit dem Deal raus wollen.
Aus diesem Ergebnis kann man m.E. jedoch ableiten, dass eine große Mehrheit der Abgeordneten den Brexit wirklich möchte und zwischenzeitlich immer mehr auch bereit sind, ohne Deal auszutreten, damit dieses Theater endlich beendet ist.
Für die Masse an Unternehmen und Unternehmer ist diese Phase der Unklarheit das Schlimme, auf den Verbleib in der EU oder einen wie auch immer gearteten Brexit kann sich ein Unternehmer dann aber auch wieder einstellen. Statt einer nun wohl kommenden Verschiebung hätte man sich deshalb wohl gleich für den harten Brexit entscheiden sollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-1137426150 14.03.2019, 06:56
51. Werft sie raus

Es ist an der Zeit, den Briten zu zeigen, wer in der EU das Sagen hat. Nicht das britische Parlament sondern die EU bestimmt schlussendlich, ob es eine Fristverlängerung gibt oder nicht. Und der politische Schaden, der der EU durch eine Fristverlängerung entstünde ist schlussendlich grösser als der wirtschaftliche da die EU in der Zwischenzeit gut auf einen "No Deal" Brexit vorbereitet ist. Und die Vorstellung, durch eine Zustimmung zu einer eventuellen Fristverlängerung nicht als Spielverderber da zu stehen ist falsch, da die EU aus Sicht der Briten sowieso für alle Unannehmlichkeiten der nächsten 10 Jahre in England verantwortlich gemacht wird. Also raus mit den Briten am 29. März, ohne wenn und aber.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
1579 14.03.2019, 06:56
52. Oh Britannia

Oder, um es mit Asterix zu sagen: „ die spinnen, die Briten.“

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hotteasbest 14.03.2019, 06:57
53. Und täglich grüßt das Murmeltier

Wie jetzt, May legt ihren toten Fisch von Abkommen zum dritten mal zur Abstimmung vor? Mein Deal oder keinen Deal. Abstimmen bis das Ergebnis passt. Aber ein zweites Referendum über den Brexit wird es mit ihr nicht geben, weil der Wille des Volkes ja eindeutig war.(52 % für irgendwie raus aus der EU). No deal is better than a bad deal. Strong and stable Government. The will of the populus. Alles leere Phrasen.
Die Briten haben einen Namen für jemanden wie May: Hypocrite.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
neutralfanw 14.03.2019, 06:58
54. Ein eindeutiges „Jein“

Die Briten werden erst entscheiden, wenn sie in der Außendarstellung als Sieger auftreten können. Es ist eine typisch Britische Verhaltensweise. Wer mit Briten in Wirtschaftsunternehmen schon einmal zusammen gearbeitet hat, kennt dieses Verhalten. Wenn in einem Meeting eine Entscheidung bzw. Vorgehensweise festgelegt wurde, gilt diese Regelung für den britischen Meeting-Teilnehmer am nächsten Tag schon nicht mehr. Es war ja (obwohl er zugestimmt hatte) nicht seine Entscheidung bzw. sein Standpunkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Marinus_Ladegast 14.03.2019, 07:00
55. Brexit und gesunder Menschenverstand

Ein Mann geht zum Makler und sagt: "Ja, ich möchte ein Haus kaufen." Der Luxuspalast, den ihm der Makler versprochen hat, entpuppt sich als überteuerte Bruchbude mit schiefen Wänden und löchrigem Dach. Aber da der Kunde ja nun mal entschieden hat, ein Haus zu kaufen, ist er nun ohne Recht auf Widerspruch verpflichtet, die jämmerliche Hütte mit allen Kosten zu übernehmen.

Klingt idiotisch? Stimmt, kein Mensch, der halbwegs bei Verstand ist, würde so einen Immobiliendeal akzeptieren. Aber genau so läuft das gerade beim Brexit ab - zumindest, wenn es nach den Brexiteers und den üblichen AfD-Europahassern geht, die sich kreischend und strampelnd gegen ein zweites Referendum wehren. Was einmal beschlossen war, soll jetzt so bleiben, auch wenn jeder weiß, dass das Land auf den Abgrund zusteuert.

Klar war es populistischen Lügnern wie Boris Johnson und Nigel Farage lieber, dass die Briten die Katze im Sack kaufen. Aber dass gerade diejenigen, die der EU dauernd ein Demokratiedefizit vorwerfen, sich jetzt am lautesten gegen ein zweites Referendum sträuben, ist schon bizarr. Das zeigt aber nur, dass diese Leute selber genau wissen, dass ein Brexit in dieser Form keinerlei Rückhalt in der Bevölkerung hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tschoemitoe 14.03.2019, 07:00
56. Ui

also kein Mensch wird jetzt ernsthaft den Rücktritt von May verlangen. sie ist doch genauso wie Trump aktuell der beste Useful Idiot, den man dick wünschen kann. sobald der Karren vollends in der Wand hängt wird sie ersetzt werden. Wer tut sich denn jetzt dieses Chaos an??

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lathea 14.03.2019, 07:01
57. Die EU sollte ohne weitere Bedingungen ...

......GB eine Fristverlängerung bis zum 30.4.2019 geben, damit die EU-Wahlen ungestört ablaufen können. Zusätzlich sollte eine Übergangsfrist von 4-5 Jahren angeboten werden mit einer einmaligen Verlängerungsoption von 4-5 Jahren, in denen GB gegen gleiche Zahlungen im Binnenmarkt und in der Zollunion verbleiben kann, ohne weiter EU-Mitglied zu sein. Damit ließe sich der Backstopp umgehen und die Wirtschaft hätte eine kurz- bis mittelfristige Planungssicherheit. Es muss jetzt Ruhe und Zeit für Besinnung einkehren sowohl für GB als auch für die EU. Die EU könnte sich ohne britischem Bremsklotz am Bein besser oder neu formieren und mehr in Richtung der Vereinigten Staaten von Europa gehen und GB könnte sich sammeln und eigene Strategien entwickeln sowie erleben, was es heisst, nicht mehr zur EU dazuzugehören. Manchmal weiss man etwas erst zu schätzen, wenn man es verloren hat. Wirtschaftskriege in Europa führen lediglich dazu, dass Dritte (USA, China und Russland) lachen und sich die Hände reiben können. Den meisten Menschen ist ihr eigener Geldbeutel und ihr Nationalstolz wichtiger als übergeordnetes EU-Wohl. Daran muss die EU arbeiten. Sie muss den EU-Bürgern das Gefühl vermitteln, dass ihr alle EU-Bürger gleich wichtig sind. Sie muss sich um einen stärkeren Zusammenhalt innerhalb der EU bemühen und auch darum, optisch nach Aussen diesen Zusammenhalt erkennen lassen - wenigstens in kleinen und erkennbaren Schritten, wie z.B. in einer gleichen Verkehrspolitik mit optisch gleich beschilderten EU-Autobahnen, gleicher Kfz-Steuer über Steuerplakette u.a.m.. Die positiven Schritte, wie z.B. Angleichung der Roaminggebühren, bleiben den EU-Bürgern im Gedächtnis, weil für jeden der Vorteil der EU spürbar und erkennbar wird. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und die USA haben auch sehr lange gebraucht, bis sie einen funktionierenden Staatsapparat aufgebaut hatten. Staatspolitische und gesellschaftliche Veränderungen brauchen Zeit und gesellschaftlicher sowie medialer Einflussnahme. Wenn sie schneller wirken sollen, bedürfen sie grosser, visionärer Führung, wie der Handschlag, mit dem aus den Erzfeinden Deutschland und Frankreich Blutsfreunde wurden. Wir haben in der EU zumindest mit Macron einen charismatischen Visionär. Mit ihm sollten wir mehr und besser zusammenarbeiten, wenn wir schon nicht genug eigene Visionen und Ziele für die EU haben. Ich würde es gerne noch erleben, einen EU-Pass in den Händen zu halten und meinen künftigen Enkeln sagen können: "Ich war dabei, als wir Europäer wurden." Lasst uns das werden, was wir sind: Europäer und EU-Bürger. Und all diejenigen, die das nicht sein wollen, können doch wirtschaftlich assoziiert bleiben und ihr Fähnchen nach dem Wind richten, der ihnen am besten gefällt. Wir sollten in der EU ein politisches Klima schaffen, in dem sich jeder EU-Bürger sicher, angenommen und angekommen fühlt. Wir müssen jetzt die europäischen Grundsteine und Weichen für unsere Enkel und deren Kinder stellen. Dann wird eine EU-Mitgliedschaft noch attraktiver und begehrter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
trulala 14.03.2019, 07:02
58. LOL - und wir?

Die EU wird hoffentlich niemals einer Verlängerung über die EU Wahl hinaus zustimmen. Das wäre nicht nur absurd, sondern auch viel zu gefährluch für die EU selbst. Und welchen Plan legt GB für die Verlängerung vor? Keinen? Dann würde ich selbst den zwei Monaten extra nicht zustimmen.
Es war nun genug, die EU muss endlich an sich selbet denken. Schmeisst die Briten raus!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
equigen 14.03.2019, 07:05
59. Wünsch Dir was ohne Ende?

So kann das ewig weitergehen. Statt EINMAL etwas bindendes zwischen ALLEN Alternativen zu entscheiden, hangeln sich die lächerlichen britischen Politker von einem Votum zu nächsten wo immer nur über einen Aspekt des Austritts abgestimmt wird. Sehr praktisch, da muss man sich nie final festlegen. Solche Luschen!
EU bleibt hart! Es gibt genau 3 Gründe für eine Verschiebung: Neuwahl, Finales und bindendes neues Referendum oder mehr Zeit den Brexit OHNE Abkommen vorzubereiten (nachdem UK 2 Jahre verbummelt hat). Nachverhandlungen dürfen KEINE Option sein, sonst geht das wirtschaftsschädigende Gezerre einfach unendlich weiter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 25