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Waffenlobby-Kongress in Texas: "Eine sozialistische Welle will uns auslöschen"
AFP

Die Welt der amerikanischen Waffenlobby ist ein in sich geschlossener Kosmos. Bei der großen Waffenschau der "National Rifle Association" in Texas wird deutlich, was die Mitglieder der NRA wirklich denken.

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ambulans 06.05.2018, 17:10
1. bemerkenswert:

"... waffen gehören bei uns einfach schon einfach 'zum leben'(?) dazu" - wer sowas allen ernstes von sich gibt (remember school massacres all over the US?), gehört in gewahrsam, wie auch immer das aussehen mag ...

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hdemand 06.05.2018, 17:21
2. Der Reporter hat zu recht festgestellt, daß die NRA beim Thema...

...Pressefreiheit - vorsichtig gesagt - zurückhaltend mit Reportern umgeht. Insbesondere mit Reportern aus Ländern, in denen Waffen gern für etwas Unheimliches, in sich Böses gehalten werden und somit in jedem Fall verbotspflichtig sind. Und da kann ich der NRA, deren Fan ich ansonsten NICHT bin, nur zustimmen. Ein Passus sei hier herausgegriffen, um die beschriebene Geisteshaltung auch bei Herrn Nelles zu unterstreichen. Ich zitiere: "Der Hersteller nennt sich "Savage", was auf Deutsch so viel heißt wie "grausam"." Zu faul für eine einminütige Recherche war Herr Nelles also in jedem Falle. Die Firma gab sich also einen "bösen" Namen, das steht einem Hersteller "böser" Gegenstände ja schließlich gut zu Gesicht. Ein Blick in die Firmenhomepage z.B. hätte aufgezeigt, daß die Firma 1894 von einem gewissen Arthur Savage gegründet worden ist. Aber der Ton macht ja schließlich die Musik, und so passen auch die Details wunderbar zum Narrativ. Und dann wundern sich Reporter, warum sie als unwillkommen betrachtet werden.

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joachim.stiller 06.05.2018, 17:22
3. Sozialistische Welle will uns (die Waffenlobby) auslöschen

Nicht gnaz, eher will die "Koalition der Vernünfitgen" in Amerika den fast schon täglichen Amokläufen ein Ende bereiten... Vielleicht denke man auch mal in der Politik darüber nach...

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toll_er 06.05.2018, 17:23
4.

Zitat von ambulans
"... waffen gehören bei uns einfach schon einfach 'zum leben'(?) dazu" - wer sowas allen ernstes von sich gibt (remember school massacres all over the US?), gehört in gewahrsam, wie auch immer das aussehen mag ...
Ja, das ist mehr als traurig ... aber anscheinend kennen Sie die Realität in den USA nicht. Waffen gehören da (und ich wage zu sagen: für die Mehrheit!) tatsächlich zum täglichen Leben. Und die Waffenindustrie auch. Und die National Rifle Association auch. Da von "Gewahrsam" zu faseln zeigt, dass die law and order Mentalität auch bei Ihnen greift: Andersdenkende? Wegsperren...

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hdemand 06.05.2018, 17:24
5. Der Reporter hat zu recht festgestellt, daß die NRA beim Thema...

...Pressefreiheit - vorsichtig gesagt - zurückhaltend mit Reportern umgeht. Insbesondere mit Reportern aus Ländern, in denen Waffen gern für etwas Unheimliches, in sich Böses gehalten werden und somit in jedem Fall verbotspflichtig sind. Und da kann ich der NRA, deren Fan ich ansonsten NICHT bin, nur zustimmen. Ein Passus sei hier herausgegriffen, um die beschriebene Geisteshaltung auch bei Herrn Nelles zu unterstreichen. Ich zitiere: "Der Hersteller nennt sich "Savage", was auf Deutsch so viel heißt wie "grausam"." Zu faul für eine einminütige Recherche war Herr Nelles also in jedem Falle. Die Firma gab sich also einen "bösen" Namen, das steht einem Hersteller "böser" Gegenstände ja schließlich gut zu Gesicht. Ein Blick in die Firmenhomepage z.B. hätte aufgezeigt, daß die Firma 1894 von einem gewissen Arthur Savage gegründet worden ist. Aber der Ton macht ja schließlich die Musik, und so passen auch die Details wunderbar zum Narrativ. Und dann wundern sich Reporter, warum sie als unwillkommen betrachtet werden.

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Ein_denkender_Querulant 06.05.2018, 17:27
6. Restrisiko

In einem Land mit der Tradition, "Revolverhelden", besser gesagt Massenmörder, zu glorifizieren und Pferdediebe standrechtlich zu erhängen ist es nun einmal gaMz normal, andere menschen auf Basis von Kleinigkeiten zu erschießen, wie z.B. dem Betreten einer fremden Rasenfläche.

Aufgeklärte Europäer mögen mit dem Kopf schütteln, aber so ist es nun einmal in fundamentalistischen Staaten, die noch vor einer Generation eine weitgehende Rassentrennung hatten und die heute noch jeden Menschen in Schwarz oder Weiß einteilen. Unerträglich diese "Kultur", aber festgefahren in einer Tradition des ausgehenden Mittelalters.

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derHamlet 06.05.2018, 17:30
7.

Zitat von ambulans
"... waffen gehören bei uns einfach schon einfach 'zum leben'(?) dazu" - wer sowas allen ernstes von sich gibt (remember school massacres all over the US?), gehört in gewahrsam, wie auch immer das aussehen mag ...
Guten Tag ambulant,

warum nur wollen nach wie vor Menschen andere Menschen, die eine andere Wertvorstellung haben, in einen Gewahrsam bringen und ihnen somit Gewalt antun?

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ganzeinfach 06.05.2018, 17:31
8. Second Amendment - Sektenhaftes Mantra

Die ständige Berieselung von Mantren durch die bestens vermarktende NRA und die Waffenhersteller kommt bei den "Waffen-Gläubigen" bestens an. Gehirnwäsche vom Feinsten. ganzeinfach

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Atheist_Crusader 06.05.2018, 17:36
9.

Ich werd das nicht verstehen. Ich meine, ein paar der Ideen dahinter verstehe ich: in ruralen Gegenden kann es einfach mal nötig sein eine Waffe im Haus zu haben falls sich ein Bär oder dergleichen blicken lässt. Jagd- und Schießsport kann ich nichts abgewinnen, aber auch das kann ich verstehen. Ebenso den Wunsch nach Heimverteidigung.

Was ich hingegen nicht verstehen kann ist, wie sich diese Ideen zu einem derartigen Kult entwickeln konnten. Denn es ist ein Kult, das kann man gar nicht anders nennen. Audersdenkende werden zu überzeugen versucht und bei Weigerung ausgesperrt, die NRA unterhält einen eigenen Propagandasender (hat John Oliver mal schön zusammengefasst: https://www.youtube.com/watch?v=LEcbagW4O-s) und jeder der nicht laut genug seine Unterstützung kundtut ist ein potentieller Feind.

Und der Gedanke, dass sich ein paar bewaffnete Bürger gegen einen Staat durchsetzen könnten der SWAT-Teams, Kampfpanzer, Stealthbomber und Atomraketen auf seiner Seite hat, ist absolut lächerlich. Und wer jetzt mit dem Vietcong kommt: der hatte nicht nur die Unterstützung zweier Supermächte, sondern auch einen Großteil des vietnamesischen Volkes hinter sich. Aber die USA sind derart gespalten, dass wenn die eine Hälfte den Aufstand proben würde, die andere sofort der Regierung zur Seite eilen und ihnen helfen würde, eben diesen niederzuschalgen - und sei es nur um zu verhindern dass die Leute die sie hassen an die Macht kommen. Würde also ein ziemlich kurzer Aufstand werden. Blutig, aber kurz.
Mal ganz abgesehen, dass ich keinem dieser selbsternannten Superpatrioten auch nur die Leitung eines Baumarktes zutrauen würde, geschweige denn einer Nation. Bei der Rhetorik und dem konzentrierten Hass muss man da ja schon in der ersten Woche mit Todeslagern rechnen.

Überhaupt, Waffen zu einem integralen Teil einer Kultur zu erklären ist schon barbarisch. Und schädlich. In den USA wird etwa ein Mensch pro Woche von einem Kleinkind mit einer Schusswaffe verletzt oder getötet. Das ist das Kernproblem das mit dem Waffenkult einhergeht: verlorener Respekt vor der Zerstörungskraft einer Waffe.
Die Waffenfanatiker erklären Waffen gerne zu allem möglichen - Freiheitssymbol, Selbstverteidgungsinstrument, Sportgerät, Freizeitspaß - aber dabei vergisst man gerne mal, dass es eben auch ein Tötungsinstrument ist. Denn genau so kommen diese Dinger in die Hände von Kleikindern: weil irgendein Erwachsener seine Waffe als derart normal und alltäglich empfindet, dass er sie an der gleichen Stelle ablegt wie sein Handy oder seine Schlüssel. Und das ist mit die größte Gefahr: wer nicht versteht welche Macht er da in Händen hälte (und ich meine wirklich begreifen, nicht bloß so Grundlagen der "gun safety", wie den Lauf nicht auf Andere zu richten), der ist fundamental ungeeignet, eine Waffe zu besitzen, geschweige dann zu führen.
Und wenn weder moralische Eignung noch tatsächliche Fähigkeit spielen - ja nach Wunsch der NRA nicht einmal Strafakte und geistiger Zustand - eine Rolle spielen bei der Frage ob Jemand eine Waffe besitzen darf, dann kann das nur im Desaster enden.

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