Forum: Politik
Waffenruhe im Gaza-Konflikt: Israels Presse erklärt Hamas zum Sieger
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Israels Premier Netanjahu verkauft den Waffenstillstand in Nahost als persönlichen Erfolg. Die Medien im Land sehen das anders - die Ruhe im Süden des Landes sei zwar erst einmal wiederhergestellt, doch die wahren Gewinner seien andere: die Hamas und Ägyptens Präsident Mursi.

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adal_ 22.11.2012, 15:15
30. Background

Zitat von wahrsager11
Das Hauptproblem, dass die Raketen aus Iran kommen ist noch nicht einmal angegangen worden, Mursi ist ein Mann der Muslim Brotherhood, der sehr geschickt die USA und Frau Clinton ueber den Tisch gezogen hat. Die Hamas Verbrecher wurden dadurch legitimiert. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass dieser Konflikt weiter eskalieren wird.
Davon können Sie ausgehen. Zwar haben die iranischen Kriegshetzer letzthin in Khartoum eine herbe Niederlage erlitten, sie satteln aber drauf*.

Zur Vorgeschichte des letzten Waffengangs in Gaza gehört nämlich eine Kommandoaktion Israels am 23. Oktober gegen eine Waffenfabrik bei Khartoum, Sudan (von wo aus Waffen über den Sinai nach Gaza geschmuggelt wurden). Seither wissen die Israelis von einer [highlight]größeren Lieferung von iranischen Fajr-5-Raketen an die Hamas[highlight], die Tel Aviv und Jerusalem bedrohen können. Seither weiß auch die Hamas, dass Israel davon weiß und begann mit dem Raketenbeschuss. Man kann nur hoffen, dass das Arsenal von der israelischen Armee inzwischen neutralisiert wurde.

Zettels Raum: Marginalie: Die Vorgeschichte der jetzigen Eskalation in Gaza begann im Sudan. Eine Zusammenfassung der gestrigen Analysen von Stratfor

Iran's Agenda in the Gaza Offensive | Stratfor (leider kostenpflichtig).

Siehe auch:

Strike on Khartoum: October 23, 2012 - Foreign and Defense Policy - AEI

Explosions, fire at arms factory in Sudan's capital | Reuters



*Im Iran stehen angeblich 20.000 Basij-Kämpfer bereit, um in Gaza gegen Israel zu kämpfen.

Basij commander Naqdi: “Destruction of the Israeli regime is imminent” | Iran Briefing – Human Rights Violation by IRGC –

PressTV - Iran will not withhold support from Gazans: Iranian Cmdr.

BREAKING: 20,000 Basij forces(Iranian) are prepared to fight alongside the Hamas militants | InvestmentWatch

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phaeno 22.11.2012, 17:22
31. Etwas Irre

scheinen mir eine gro´ße Anzahl der Kommentare hier im Forum schon zu sein. Statt sich zu freuen, dass das Morden endlich ein Ende hat, tropft aus allen Poren das Bedauerbn, dass nicht noch mehr Palästinenser umgebracht wurden. Ob Sie es glauben oder nicht, liebe Mitforisten, auf beiden Seiten wurden richtige Menschen umgebracht, die gefühlt, geatmet und gelebt hatten. Mit Bomben und Raketen wurde ihnen die Zukunft geraubt. Wäre doch mal ein Ansatz, über den nachzudenken sich lohnen könnte.
Das Räsonieren über den Iran, der sich erlaubt, seine Verbündeten zu unterstützen sollte angesichts der massiven militärischen Hilfe, die Israel durch die BUndesrepublik erhält, eigentlich ausgeschlossen sein, wollte man sich nicht dem Vorwurf der Heuchelei aussetzen.
Und bevor Sie es vergessen: Die von Ihnen als "Terroristen" verleumdete Hamas ist immerhin in einem demokratischen Akt zur Regierung von Gaza gewählt worden. Auch wenn diese Gruppe nicht unseren Vorstellungen von Regierungspartei entspricht, so hat doch jeder Staat das Recht, nach seiner, statt nach unserer Version selig zu werden.

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ein anderer 22.11.2012, 17:42
32. selbstverschuldete Armut

Zitat von Rahvin
Es gibt zu wenig Geld für Medikamente und Verbandsmaterialien, einige Menschen sind mangelernährt, sauberes Trinkwasser ist auch nicht garantiert. Aber für Raketen ist Geld da. Was kostet ein Magazin mit Munition, das man sinnlos in die Luft ballert? Diese Menschen haben keine Ahnung, wie sie sich jemals selbständig aus der selbstverschuldeten Armut befreien können, ihre muslimischen Nachbarn haben außer Verachtung und Lippenbekenntnissen nichts für sie übrig und haben sich längst mit dem Status Quo arrangiert. Das ständige Beten ist eben kein Garant, dass es einem morgen besser geht. In diesem Fall ist Religion tatsächlich Opium für das darbende Volk.

Und wie erklären Sie die Armut in den Area C Gebieten im Westjordanland, die vollständig unter israelischer Kontrolle stehen? Wo sogar das Deutsche Technische Hilfswerk schon mit den israelischen Behörden Probleme kriegt nur wenn sie Solarzellen für palästinensische Dörfer spenden wollen, die Israel nicht ans Stromnetz anschliessen will.
Oder liegt die Schuld der heutigen Palästinenser darin, dass sie nicht das Land freiwillig den Israelis überlassen?

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witzelbrand 22.11.2012, 17:46
33. Gar nicht irre...

scheinen mir manche Artikel zu sein, denn - werter phaeno - wenn Sie meinen, dass die Seligkeit eines Staates darin besteht, seine Nachbarn mit Raketen und Bombenattentaten zu attackieren, dann haben Sie eine etwas seltsame Vorstellung von staatlicher Glückseligkeit.

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yael.schlichting 22.11.2012, 17:53
34. Dann schauen wir uns doch mal die politischen Realitäten an:

Wer ist denn so naiv zu glauben,daß Netanyahu alles in der Hand gehabt hätte?
Obama hat Netanyahu genau gesagt,wie er es zu haben wünscht und er hat Netanyahu auch sehr genau gesagt was passiert,wenn er nicht nach Obamas Pfeife tanzt.

Lassen wir den Hergang nochmal revue passieren:

Bis Ende Oktober hatte die Hamas mehr als 800 Raketen auf Israel abgefeuert.Jedesmal wenn Netanjahu kurz davor war, den Brüdern im Gaza eine zwischen die Hörner zu geben sprang Obama ein,weil bei ihm Wahlkampf ins Haus stand.

Die USA haben genügend Druckmittel gegen Israel und sie setzen sie auch ein. Israel benötigt die Waffenhilfe der USA dringend,...
Zitat von
In 2007, the Bush Administration and the Israeli government agreed to a 10-year, $30 billion military aid package that gradually will raise Israel’s annual Foreign Military Financing grant from a baseline of nearly $2.55 billion in FY2009 to approximately $3.1 billion for FY2013 through FY2018. For FY2013, the Obama Administration is requesting $3.1 billion in FMF toIsrael.
.... doch im Westen nimmt man nicht war, daß die Hilfen für feindselige Nachbarstaaten deutlich größer ausfällt.
Zitat von
Egypt gets the most U.S. foreign aid of any country except for Israel. (This doesn't include the money spent on the Iraq and Afghanistan wars.) The exact amount varies from year to year and there are many different funding streams, but U.S. foreign assistance to Egypt has averaged about $2 billion a year since 1979, when Egypt struck a peace treaty with Israel following the Camp David accords, according to the Congressional Research Service.
Und Jordanien?
Zitat von
On September 22, 2008, the U.S. and Jordanian governments reached an agreement whereby the United States will provide a total of $660 million in annual foreign assistance to Jordan over a 5- year period.
Und Libanon?
Zitat von
For FY2011, the Obama Administration is seeking $246.3 million in total aid for Lebanon. According to the U.S. State Department, the FY2011 request, among other things, “will build critical institutions, particularly Lebanon’s security services - the Lebanese Armed Forces (LAF) and Internal Security Forces (ISF) - to address border security, counter negative extremist elements, and curb the influence of Syria and Iran.”
Das ist halt ein Satz der für das Haushaltsjahr 2011 steht, aber früher war es nicht anders und so mußte sich Israel 2006 von der Hezbollah mit Javelin-Raketen aus US-Produktion beschießen lassen.

Dazu kommt freilich, daß die USA größere Truppenkontingente im Zuge des Abzugs aus dem Irak nach Jordanien verlegt haben. Wenn man daran denkt, was der Abzug Amerikanscher Truppen in Deutschland für Löcher reißt, kann man erkennen, was das für einen Staat wie Jordanien als Wirtschaftshilfe bedeutet.

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adal_ 22.11.2012, 17:57
35. Ein Fan von Denkverboten

Zitat von phaeno
Das Räsonieren über den Iran, der sich erlaubt, seine Verbündeten zu unterstützen sollte angesichts der massiven militärischen Hilfe, die Israel durch die BUndesrepublik erhält, eigentlich ausgeschlossen sein
Aha.

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derandersdenkende 22.11.2012, 18:04
36. Es gibt keinen Sieger!

Zitat von sysop
Israels Premier Netanjahu verkauft den Waffenstillstand in Nahost als persönlichen Erfolg. Die Medien im Land sehen das anders - die Ruhe im Süden des Landes sei zwar erst einmal wiederhergestellt, doch die wahren Gewinner seien andere: die Hamas und Ägyptens Präsident Mursi.
Es gibt nur Verlierer!
Gewinner auf beiden Seiten wird es nur geben, wenn man das Nahostproblem einer akzeptablen Lösung zuführt, bei der sich beide Seiten wirklich als Gewinner fühlen können.
Es geht nicht darum den anderen zu dominieren, sondern gleichberechtigt miteinander zu leben.
Es gibt mächtige Interessenten, die das Nahostproblem offen halten wollen!
Warum eigentlich? Ich selbst finde es sehr schade, weil damit die Ursachen aller Feindseligkeiten bestehen bleiben und ein Funke genügt, daß neue Brände entstehen.

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luegenspiegel 22.11.2012, 18:05
37.

Mit etwas mehr Bibelfestigkeit wuessten Sie den Begriff "Amud Ha'anan" mit "Wolkensaeule" besser und richtiger zu uebersetzen.

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drehrumbum 22.11.2012, 18:10
38.

Zitat von Kalaschnikowa
Na, dann ist ja alles gut! Der Sieg der Hamas wird der Bevölkerung von Gaza sehr gut tun und ab jetzt wird in die Hände gespuckt um das Sozialprodukt zu verzehnfachen!
Jetzt nach dem großartigen Sieg der Hamasiter im Kampf darum, niemals einen eigenen Staat erhalten zu müssen, können wir uns ja wieder den wirklichen Problemen in der Welt widmen:
Africa For Norway - New charity single out now! Official christmas video - YouTube

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adal_ 22.11.2012, 18:12
39.

Zitat von phaeno
Die von Ihnen als "Terroristen" verleumdete Hamas ist immerhin in einem demokratischen Akt zur Regierung von Gaza gewählt worden.
Nö, dazu ist sie nie gewählt worden. Vielmehr ist die Hamas zur stärksten Partei des palästinensischen Parlaments der Autonomiegebiete gewählt worden und stellte den Ministerpräsidenten.

Als sie 2007 wieder Terroranschläge in Israel verübte, zerbrach die Zusammenarbeit mit der Fatah und die Hamas putschte sich in Gaza an die Macht. Seit 6 Jahren hat sie sich keiner Wahl mehr gestellt und wird dies sicher auch in Zukunft nicht tun. Wozu auch? In Gaza gibt es eh nur eine politische Partei.

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