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Wagenknechts Sammlungsbewegung: Verstolpert
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Sammeln oder spalten? Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht will mit der Bewegung "Aufstehen" die Politik von SPD und Grünen ändern. Beim Auftakt zeigt sich, weshalb das schwer wird.

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Kiesch 04.09.2018, 18:38
60. Mich erstaunt

das mit Sarah Wagenknecht eine der Figuren die am stärksten dazu beigetragen haben, dass es keine Versuche einer linken Regierung gab, jetzt plötzlich meint man müsse sich sammeln. Ich kann das nur für einen schlechten Scherz halten.

Ja eine linke Sammelbewegung ist richtig und wichtig - die CDU / CSU hat lange davon profitiert alleine Mitte-rechts zu besetzen - aber mit diesem Personal kann ich mir beim besten Willen keinen Erfolg vorstellen.

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spon-facebook-10000012354 04.09.2018, 18:41
61. Die richtige Analyse

Da die CDU faktisch eine SPD-2 ist, existiert im Grunde keine Opposition mehr, sondern im Parlament eine breite Mehrheit von Grünen, FDP, CDU/CSU und SPD, die sich nur im Detail unterscheidet. Konkret verändern sich die Dinge aber nicht zum besseren, sondern der wirtschaftliche Druck real und subjektiv nimmt auf die untere Mittelschicht zu, die deshalb die AFD zum Teil wählt, damit im Parlament überhaupt kritische Fragen gestellt werden. Den Gewerkschaften ist dies durchaus bewusst, dass es eigentlich ihre Leute sind, die zum Teil als Wähler zur AFD wechseln. Diese 15 bis 17 % sind die Gruppe um die es eigentlich geht, denn sie können z.B. durch die Landtagswahlen die Gesetzgebung in der BRD endgültig blockieren, wenn im Bundesrat keine Mehrheiten mehr zu bekommen sind.
Hier ist Wagenknecht in der Analyse auf dem richtigen Weg, da sie auf die Motivation der AFD Wähler fokussiert und dies ist die (reale oder fiktive) Angst vor wirtschaftlichem und sozialem Abstieg.
Die Motivation der AFD Wähler ist m.E. inzwischen hinreichend erforscht worden: es ist die Reaktion auf strukturelle Veränderungen, die im wirtschaftlichen Bereich lokalisiert sind: "„Kontrollsorgen, Abstiegsangst, Angst vor Arbeitslosigkeit und Verunsicherung über die Zukunft fördern laut dieser Studie nachweislich den Zulauf zu Rechtspopulisten“, sagt Reiner Hoffmann, Vorsitzender des DGB und des Vorstands der Hans-Böckler-Stiftung. „Unsere Antwort kann nur lauten: Mehr Sicherheit im Betrieb mit Tarifverträgen und einer starken Mitbestimmung, und eine Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, die Gute Arbeit fördert und sichert, also prekäre Beschäftigung wie Leiharbeit eingrenzt und sachgrundlose Befristung abschafft. Wer noch mehr Zeitarbeit will, mehr Befristung oder die Arbeitszeit deregulieren will, wer nicht mal die Begriffe Tarifvertrag und Mitbestimmung im Wahlprogramm verankert hat, hat nicht verstanden, was auf dem Spiel steht.“ Es geht um konkrete Absicherung und Veränderung des wirtschaftlichen Rahmens. Nur dies kann die AFD Wähler erreichen. Eventuell erreicht ihre Bewegung ja einen ähnlichen Einfluss wie La République en Marche in Frankreich, deren Mitglieder auch gleichzeitig in anderen republikanischen Parteien Mitglied sein.
https://www.boeckler.de/106575_110284.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/La_République_en_Marche

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Efhawe 04.09.2018, 18:59
62. Verstolpert?

Verstolpert haben sich wohl nur die Autoren. Man kann sich ja mal im Internet die Pressekonferenz und das sehr polemische Phönix-Gespräch mit Johannes Kahrs zu diesem Thema ohne Vorurteile ansehen. Die überwältigende Mehrheit käme dann nicht auf die Idee, den Spiegel-Autoren mit ihrer Einschätzung zu folgen, sondern würde allenfalls das Verstolpern von Herrn Kahrs erkennen. Insbesondere haben auch Simone Lange und Ludger Volmer überzeugend argumentiert. Ob die Etablierten (Politiker, Journalisten) mit ihrer Diffamierung Erfolg haben?

Ich denke nicht. Frieden und soziale Gerechtigkeit, die Kernpunkte der Bewegung, sind da zu sehr in unserem Menschsein verankert.

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Mistkaefer 04.09.2018, 19:05
63. @st_baphonet Nr. 11

Sie haben eine stark verzerrte Wahrnehmung. In den GroKos ist die CDU mit Merkel sozialdemkratisch geworden. Da wurde gute SPD-Politik gemacht. Die Linke dagegen hat nur Deklarationen verfasst und in Talkshows den Dauerprotest geliefert, gestaltet hat sie n i c h t s ! Das wird sich auch mit dieser Bewegung, ein reiner Egotrip Wagenknechts, nicht ändern. Die Leute wollen kein linkes Deutschland. Sie wollen die Mitte, und die verkörpern Merkels CDU und die SPD.

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juttakristina 04.09.2018, 19:06
64.

Zitat von Europa!
Für mich verbindet sich der Name Lafontaine vor allem mit dem glänzenden Wahlsieg der SPD im Jahre 1998. Als ihn Schröder aus der Partei gedrängt hatte, ging es mit den Sozialdemokraten bergab. Es erscheint mir vollkommen logisch, wenn Lafontaine die Linken und einen Teil der Grünen jetzt wieder zurück in die SPD führt.
Europa!,

wo soll denn Lafontaine von Schröder aus der Partei gedrängt worden sein? Der Typ hatte einfach hingeschmissen, weil das Alphatierchen ein Problem damit hatte, nicht an erster Stelle zu stehen! Es war klar, dass die anstehenden Reformen hart werden würden. Statt zu versuchen, die Reformen mit zu gestalten, damit sie sozialverträglicher ausfallen, hat er gekniffen.

Der saarländische Möchtegern-Napoleon hat seine Anhänger schon damals mitgezogen. Dass er bei dieser von oben gesteuerten „Bewegung“ mitspielt, ist eher ein Hemmnis, falls ein SPDler oder Grüner darüber nachdenken sollte, ob er da mitspielen will.

Für mich ist der seit seinem Hinschmeißen indiskutabel und hat in den Jahren danach nichts geleistet, um denn damals gewonnenen miesen Eindruck zu revidieren.

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juttakristina 04.09.2018, 19:17
65. Merkwürdig

Merkwürdig, Sahra und ihr Oskar scheint die Idee erst gekommen zu sein, als sie ihre „Asylbeschränkung“ in der eigenen Partei nicht durchbrachte. Genau diese Begrenzung von Flüchtlingen ist doch DER Punkt, der sie von ihrer Partei unterscheidet. Genau DAS begrüßt ja auch die AfD und über die Schiene versucht sie doch die Leute von der AfD wegzulocken. Merkwürdig, dass sie da jetzt schwammig daherkommt.

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theoripp 04.09.2018, 19:28
66. Jetzt nicht wirklich überraschend

Wie müsste eine Partei oder eine politische Sammlungsbewegung oder eine politische Strömung links von Schröders Agenda-Agenten aussehen, damit außer Jakob Augstein irgendjemand bei Spiegel Online etwas positives darin erkennen kann...? …? Gut, hätten wir das auch geklärt.

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pygmy-twylyte 04.09.2018, 19:38
67. SPD bleibt stur

Zitat von karljosef
Zitat: " Der Vorwurf: Mit dem Aufbau der Linkspartei habe Lafontaine entscheidend zu 13 Jahren Kanzlerschaft von Angela Merkel beigetragen." Es war also nicht Basta-Schröder, der die ehemalige Arbeitnehmerpartei SPD demontiert hat, sondern Lafontaine? Gerne erinnere ich noch zusätzlich an die WasG, die als zweite Partei zur Gründung der LINKEN zur Verfügung stand. Wahlalternative soziale Gerechtigkeit, die ihre Mitglieder bei vielen ehemaligen Sozialdemokraten, ferner den mit der Politik der sogenannten SPD völlig unzufriedenenen Gewerktschaftlern fand. Herzliche Grüße an die 18-- Partei!
Nicht Lafontaine hat die Sozialdemokratie zugrunde gerichtet, obgleich ihm das bis heute angedichtet wird, sondern Schröder. Mit Lafontaine hat die SPD ihr Herz, das zweifelsfrei links zu schlagen hat, verloren. Erst dann, wenn Lafontaine sich aus der Politik zurückzieht, werden die Sturköpfe der SPD auf die Linkspartei zugehen, fürchte ich. Dann aber kann es für die Genossen und ihr politisches Überleben längst zu spät sein.

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Emderfriese 04.09.2018, 20:02
68. Bekenntnis

Eine erste Forderung aller Träger/Unterstützer der #Aufstehen-Bewegung sollte sein - egal in welchen Parteien sie auch sind oder nicht sind - in ihren Organisationen nur Politiker zu unterstützen, die die Ziele einer sozialen Umgestaltung teilen. Organisationslose sollten klar dazu stehen, ebenfalls nur Direktkandidaten zu wählen, die sich genauso bekennen. Es muss ein Ende sein mit der indifferenten Haltung von Parteigängern und vor allem Kandidaten, die ein sowohl als auch zulassen. Klare Kante, wer für was steht! Dann sieht man weiter.

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fortelkas 04.09.2018, 20:32
69. "Beim Auftakt zeigte sich,

....warum das schwierig wird." Eine Binsenweisheit: Neue politische Initiativen sind immer schwierig. Verstolpert? Ich konnte da nichts erkennen. Ich lese auch zwischen den politischen Zeilen und erkenne in großen Teilen der Presse und auch auf den Foren so mancher: Es geht doch die große Sorge um, mit einer linken Mehrheit könnte es in Deutschland doch in Zukunft mal etwas werden. Und da nimmt man sich zunächst einmal das Spitzenpersonal persönlich vor: Der hat es doch tatsächlich gewagt, sich von der SPD abzuwenden. Ich sehe, dass Oskar Lafontaine der Linken (gemeinsam mit Gregor Gysi) ein politisches Gesicht gegeben hat, eine Linke, die immer wieder solide Mehrheiten einfährt, aber dabei soll es natürlich nicht bleiben. Und dann Sahra Wagenknecht, die jetzt den Versuch wagt, nicht nur solide Mehrheiten zu erreichen, sondern mit einer Ausweitung des linken politischen Spektrums vielleicht eine linke Mehrheit in diesem unserem Lande zu gestalten. Sicher ist das mit Risiken verbunden, vielleicht stolpert man auch mal. Aber wie oft sind denn die etablierten Parteien schon gestolpert. Ich bin Mitglied der SPD, bin bereit, auch mal zu stolpern und unterstütze die Initiative von Sahra Wagenknecht.
Erwin Fortelka

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