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Wahl 2017: Größer und männlicher - das ist der neue Bundestag
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709 Abgeordnete: Der neue Bundestag wird größer als je zuvor. Ein repräsentatives Abbild der deutschen Bevölkerung ist das Parlament aber nicht. Männer und Frauen, Junge und Alte - der Überblick.

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marty_gi 26.09.2017, 15:35
20. Null Repraesentanz

Da aus meinem Wahlbezirk nun kein einziger meinen Ansichten und Anliegen auch nur halbwegs entsprechender Vertreter in Berlin sitzen wird, bin ich faktisch dort nicht mehr repraesentiert. Hat an der Stelle merklich wenig mit Eigenengagement zu tun, lieber Acitapple.
Und - zumindest haben wir 13,x% Leute mit fragwuerdiger Bildung im Parlament ab sofort.

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observerlbg 26.09.2017, 15:35
21. Frage: welche Qualifizierung hat ein Parlamentarier?

Zitat von Gmorker
Ich sage es immer wieder gerne. Solange es sich nicht um eine rein repräsentative Aufgabe handelt, MUSS die Qualifikation klar Vorrang vor einer Quote haben. Es darf niemals sein, das eine Person eine Aufgabe nur deshalb bekommt, weil eine Quote erfüllt werden muss, obewohl es eine andere Person gäbe, die besser für die Aufgabe geeignet ist. Das gilt in der Politik genauso wie in der Wirtschaft. Es ist mir vollkommen egal, ob die politischen Entscheidungen von Männern oder Frauen getroffen werden (sowohl biologisch als auch nach persönlicher Entscheidung). Zu keinem Zeitpunkt ist der Inhalt einer Debatte dadurch besser oder schlechter, weil er von X% Männern und Y% Frauen geführt wurde. Die Qualifikation MUSS die einzige Basis für jedwede Personalentscheidung sein.
Muss ich als Abgeordneter ein begnadeter Retoriker sein? Oder besonders trinkfest sein? Oder einem Berufsstand angehören, wo ich ohne Probleme nach vier, acht oder zwölf Jahren wieder einsteigen kann?

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von Hinnen 26.09.2017, 15:37
22. 160 Abgeordnete reichen.

De erste Bundestag hatte 402 Mitglieder. Wenn ich den Erfolg dieses Parlaments mit den Ergebnissen des heutigen "Reichstages" vergleiche, stelle ich ein erhebliches Missverhältnis fest. Kaum noch ein Gesetz, dass von der Bevölkerung als nützlich erkannt wurde. Die Hauptaufgabe nun ist offenbar -typisch für verfestigte Bürokratien-, Stellen zu vermehren. Jetzt will der 19. Bundestag im Plenarbereich des Reichstages sogar sein eigentliches Recht, das Recht über den Haushalt zu bestimmen, an die EU abgeben. Denn Sacharbeit stört bei der Vermehrungsarbeit.

Diese ständige -offenbar automatisierte- Ausdehnung des Bundestages ist Betrug am Volk, weil sie keinerlei Nutzen bringt, sondern nur Pöstchen und Pensionen. Die Überhangmandate, die diese sinnlose Vergrösserung ermöglichen, sollten gestrichen werden, da sie keineswegs den Willen des Volkes besser abbilden. Wer sich diesen bürokratischen Automatismus zur sinnbefreiten Vermehrung der Bundestagsmandate am Willen des Volkes vorbei hat einfallen lassen, sollte zur Rechenschaft gezogen werden: Untreue.

Die festgelegte Grösse des Deutschen Bundestages nach GG ist (nachdem die ehemalige DDR dazugekommen) präzise 598 Sitze. Die Überhangmandate und Ausgleichsmandate haben sich die beherrschenden Parteien als Schummelei am GG vorbei ausgedacht, um noch einige Sinekuren für ihre Funktionäre zu bekommen, die versorgt werden müssen. Mit dem Bürger und einem gerechteren Ablauf der Demokratie hat das nicht das Geringste zu tun. Im Gegenteil je mehr, desto kontraproduktiver. Es ist einfach unverschämt, wie die Parteibonzen sich bedient haben und bedienen.

In dem Nationale Volkskongress der Volksrepublik China vertreten 3000 Repräsentanten ein Volk von 1.4 Mrd.. In Deutschland komme nun ca. auf 100.000 Bürger ein Abgeordneter. In China vertritt ein Abgeordneter ca. 500.000 Bürger.

Oder anders, wenn die gleiche Funktionalität des prosperierenden Landes China sich in der Zahl der Abgeordneten widerspiegelt, dürfte es in Deutschland nur 160 Abgeordnete geben, um die gleiche Prosperität zu erreichen. Je mehr Abgeordnete, desto mehr wird das Land ausgeplündert. Das war übrigens im alten China auch so. Die Zahl der Hofschranzen überstieg jedes Mass.

Den USA mit 320 Mio. Einw. reichen 435 Repräsentanten. Demgemäss dürfte Deutschland in gleicher Proportionalität nur 110 Abgeordnete haben, um ein ähnlich geordnetes demokratisches System wie die USA zu erreichen.

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skater73 26.09.2017, 15:42
23. 709 Abgeordnete

Es ist unerträglich, wie sich der Bundestag immer weiter aufbläht und unnötige Kosten verursacht. Ein so kleines Land wie Deutschland braucht im Leben keine 709 Abgeordneten.
Woher kommt es? Ganz einfach: Wenn die Anzahl Direktmandate einer Partei größer ist als ihr nach dem Anteil der Zweitstimmen zustehen, bekommen Sie trotzdem alle Sitze und zum Ausgleich bekommen die anderen Parteien proportional auch nochmal mehr.
Hier muss das Gesetz über den Bundestag zwingend geändert werden: 400 Wahlkreise und damit Abgeordnete reichen völlig aus. Jeder Wahlkreis sollte ungefähr die gleiche Anzahl an Wahlberechtigten aufweisen. Dann können 200 Abgeordnete über Liste gewählt werden und 200 über Direktmandat. Damit hätten auch kleine Parteien die Chance, mit einem Direktkandidaten in den Bundestag mit ein paar Abgeordneten einzuziehen und zugleich die Parteien als Wirkungsinstrument der politischen Willensbildung die Möglichkeit, ihnen wichtige Politiker auf einen der über die Zweitstimme ergatterten Plätze zu hieven.

Als Mann hoffe ich im Übrigen darauf, dass der größere Anteil an männlichen Abgeordneten nicht dazu führt, dass Politik härter und schroffer wird.

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muellerthomas 26.09.2017, 15:42
24.

Zitat von von Hinnen
De erste Bundestag hatte 402 Mitglieder. In dem Nationale Volkskongress der Volksrepublik China vertreten 3000 Repräsentanten ein Volk von 1.4 Mrd.. In Deutschland komme nun ca. auf 100.000 Bürger ein Abgeordneter. In China vertritt ein Abgeordneter ca. 500.000 Bürger. Oder anders, wenn die gleiche Funktionalität des prosperierenden Landes China sich in der Zahl der Abgeordneten widerspiegelt, dürfte es in Deutschland nur 160 Abgeordnete geben, um die gleiche Prosperität zu erreichen. Je mehr Abgeordnete, desto mehr wird das Land ausgeplündert. Das war übrigens im alten China auch so. Die Zahl der Hofschranzen überstieg jedes Mass. Den USA mit 320 Mio. Einw. reichen 435 Repräsentanten. Demgemäss dürfte Deutschland in gleicher Proportionalität nur 110 Abgeordnete haben, um ein ähnlich geordnetes demokratisches System wie die USA zu erreichen.
Bei der ersten Bundestagswahl hatte Westdeutschland knapp 50 Mio. Einwohner. Auf die heutige Einwohnerzahl hochgerechnet wären das 672 Abgeordnete - passt doch also ganz gut.

Halten Sie China wirklich für eine Demokratie?

In den USA haben die Bundesstaaten ungleich mehr Kompetenzen als die deutschen Bundesländer und der Präsident mehr Macht als der deutsche Kanzler. Auch der Vergleich hinkt daher.

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mocodelpavo 26.09.2017, 15:47
25. *Ironie on*

Ja, stimmt. Schade, dass wir keine senilen Greise von 85+ und auch keine Kleinkinder im Parlament haben.
Da hat der Wähler wohl mal wieder falsch gewählt. Zu dumm auch, wenn am Ende politische Präferenz oder sogar fachliche Kompetenz die Wahlentscheidung beeinflusst und darunter die armen unterdrückten Frauen, Homo- und Transsexuelle, Migranten oder sonstige gesellschaftlichen Minderheiten leiden.

Der Bundestag sollte hier sofort analog zur Frauenquote in Aufsichtsräten mit einer Quotenregelung eingreifen. Wo kommen wir denn hin, wenn der demokratische Souverän am Ende seine Parlamentsrepräsentanten noch frei bestimmt...?

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mocodelpavo 26.09.2017, 15:50
26. Skandal

Zitat von observerlbg
Ja, weniger Frauen als zuvor. Problematischer finde ich aber die Zusammensetzung bezüglich des Berufstandes. Irgendwie sind Juristen deutlich überrepräsentiert. Was will uns das sagen?
Das stimmt, in anderen Berufsfeldern sieht es aber genauso miserabel aus mit der Diversität. In deutschen OP-Sälen stehen fast nur Mediziner und deutsche Gerichtssäle sind von Juristen und Schulen von Pädagogen geradezu durchseucht. Da sollte man dringend mit einer Quotenregelung gegensteuern...

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schwerpunkt 26.09.2017, 15:50
27.

Zitat von skater73
Es ist unerträglich, wie sich der Bundestag immer weiter aufbläht und unnötige Kosten verursacht. Ein so kleines Land wie Deutschland braucht im Leben keine 709 Abgeordneten. Woher kommt es? Ganz einfach: Wenn die Anzahl Direktmandate einer Partei größer ist als ihr nach dem Anteil der Zweitstimmen zustehen, bekommen Sie trotzdem alle Sitze und zum Ausgleich bekommen die anderen Parteien proportional auch nochmal mehr. Hier muss das Gesetz über den Bundestag zwingend geändert werden: 400 Wahlkreise und damit Abgeordnete reichen völlig aus. Jeder Wahlkreis sollte ungefähr die gleiche Anzahl an Wahlberechtigten aufweisen. Dann können 200 Abgeordnete über Liste gewählt werden und 200 über Direktmandat. Damit hätten auch kleine Parteien die Chance, mit einem Direktkandidaten in den Bundestag mit ein paar Abgeordneten einzuziehen und zugleich die Parteien als Wirkungsinstrument der politischen Willensbildung die Möglichkeit, ihnen wichtige Politiker auf einen der über die Zweitstimme ergatterten Plätze zu hieven. Als Mann hoffe ich im Übrigen darauf, dass der größere Anteil an männlichen Abgeordneten nicht dazu führt, dass Politik härter und schroffer wird.
Und was machen Sie, wenn in den 400 Wahlkreisen überall der Direktkandidat EINER Partei gewählt wird? (Extrembeispiel)
Man kann dann ja schlecht "Reise nach Jerusalem" spielen, bis nur noch 200 übrig sind .. und der die anderen 200 Plätze bekommen dann Leute die NICHT direkt gewählt wurden. Da wäre ich als Wähler auch stinkig, wenn der Direktkandidat meines Wahlkreise den ich und die Mehrheit der Wähler "meines" Kreises gewählt haben weil wir ihn klasse finden, draußen bleiben muss .. aber dafür irgend hochgespülter Parteisoldat Platz nimmt.

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Höhe 26.09.2017, 15:51
28. Überhangmandate sind Pöstchengenerierer

Es gäbe keine Überhangmandate, wenn die Erststimme über den Direktkandidaten die erste Hälfte des Bundestages und die Zweitstimme über die Liste die zweite Hälfte des Bundestages bestimmt. Also getrennt voneinander.
Die aktuelle Regelung ist dringend reformbedürftig und dient nur dazu, Listenkandidaten noch nachträglich reinzuhieven. Also Pöstchengeschacher.

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mpigerl 26.09.2017, 15:52
29. Lächerliche Argumentation

Zitat von von Hinnen
In dem Nationale Volkskongress der Volksrepublik China vertreten 3000 Repräsentanten ein Volk von 1.4 Mrd.. In Deutschland komme nun ca. auf 100.000 Bürger ein Abgeordneter. In China vertritt ein Abgeordneter ca. 500.000 Bürger. Oder anders, wenn die gleiche Funktionalität des prosperierenden Landes China sich in der Zahl der Abgeordneten widerspiegelt, dürfte es in Deutschland nur 160 Abgeordnete geben, um die gleiche Prosperität zu erreichen. Je mehr Abgeordnete, desto mehr wird das Land ausgeplündert. Das war übrigens im alten China auch so. Die Zahl der Hofschranzen überstieg jedes Mass. Den USA mit 320 Mio. Einw. reichen 435 Repräsentanten. Demgemäss dürfte Deutschland in gleicher Proportionalität nur 110 Abgeordnete haben, um ein ähnlich geordnetes demokratisches System wie die USA zu erreichen.
Man kann auch leicht Beispiele für die andere Richtung finden. So gibt es in der Schweiz (trotz der vielen Abstimmungen) auch 200 Abgeordnete für gerade einmal 8.4 Millionen Bürger. Wird die Schweiz nun ausgeplündert?

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