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Wahlanalyse: SPD will nächsten Kanzlerkandidaten früh bestimmen
DPA

Die SPD zeigt sich selbstkritisch: Parteichefin Nahles hat eine ausführliche Analyse der jüngsten Wahlniederlage präsentiert - und zieht Konsequenzen.

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Neandiausdemtal 11.06.2018, 19:40
130. Genau

Zitat von mostly_harmless
Wieso, wenn Sie Union, FDP oder AfD gewählt haben, müssten Sie über die Entwicklung doch froh sein. Die bösen staatlichen Versuche, dem Markt ins Handwerk zu pfuschen, habe nicht funktioniert. Ist doch großartig, oder nicht?
Das ist auch so ein Hamner! Leute, die die SPD wegen der schlecht gemachten Mietpreisbremse ( Unionsverschulden ) anfeinden, wählen konservativ oder ganz rechts. Ich weiß nicht, ob das mit Schizophrenie zu bezeichnen ist.

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Neandiausdemtal 11.06.2018, 19:53
131. Wo ist der Sinn?

Zitat von evanildo
Ich will hier nun gar nicht beim SPD-Bashing mitmachen. Auch stehe ich weder der SPD nahe noch habe ich sie gewählt oder würde sie wählen. Ihr Niedergang allerdings besorgt mich als Demokrat schon sehr. Deshalb mein Gedanke, ob man nicht für einen Wiederaufbau einen anderen Weg wählen könnte. Der wäre länger angelegt, könnte sich aber als gangbar und erfolgreich erweisen. Warum verzichtet man nicht in weiser Voraussicht bei der nächsten Wahl auf einen Kanzlerkandidaten? Es ist doch erkennbar, dass ein solcher eine Luftnummer wäre. Schon die FDP hat sich vor Jahren mit einem Kanzlerkandidaten lächerlich gemacht. Und so bedauerlich es auch ist, die SPD ist nun bereits seit einiger Zeit in dieser Größenordnung angekommen. Warum will man es sich antun, sich unnötig zur Lachnummer zu machen? Ein Kanzlerkandidat würde ab dem ersten Tag nur Hohn und Spott ernten. Warum nicht ehrlich sagen: Ok, wir haben verstanden, wir befinden uns momentan nicht in der Lage und Größenordnung, den nächsten Kanzler/die nächste Kanzlerin zu stellen. Gleichwohl wollen wir den Wählern vor allem des eher linken bis mittigen Spektrums eine glaubwürdige Alternative zur Union anbieten, und so groß werden wie nur möglich. Das wäre eine realistische Einschätzung, die nach dem ersten erwartbaren Aufheulen der Medien ("Die SPD hat schon aufgegeben...blablabla") von vielen Wählern mit Sicherheit eher goutiert würde als ein aussichtsloser Kandidat. Dann müsste das Spitzenpersonal der SPD nicht bei jedem (!) Interview die Frage beantworten, ob sie tatsächlich ernsthaft glauben, die Wahl gewinnen zu können - sondern könnte sich auf Sachfragen konzentrieren und brächte somit sich selbst aus dieser Schusslinie und in die Lage, glaubhaft Alternativen formulieren zu können (die man natürlich noch entwickeln müsste).
Nicht die größte Partei stellt den Kanzler, sondern die die eine Mehrheit im Bundestag hinbekommt. 4 Parteien mit jeweils 12 % Wählerstimmen könnten das tun, wenn sie sich dazu verabreden.

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Fuscipes 11.06.2018, 20:15
132.

Zitat von ludwig49
Es waren nicht die Fehler im Wahlkampf, sondern die Fehler in der sozialdemokratischen Partei mit und nach Schröder. Wahlkampf ist etwas für Leute, die ein Zirkusplakat sehen und das gleiche dann real erleben wollen.
Möglich, auf die Frage, was sie besser könne als Schulz, sagte sie: "Stricken", Tekla oder eh klar.
Nahles war nach eigener Ankündigung selbst zur Kooperation mit der Linkspartei im Bundestag bereit, aber das war noch vor der neuen Position, jetzt ist etwas hin und her gerissen, weil die feschen Buam aus Bayern müssen ihr den Kopf verdreht haben.

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Proggy 12.06.2018, 11:50
133. Zahlen für linke Träumer

Zitat von Neandiausdemtal
Nicht die größte Partei stellt den Kanzler, sondern die die eine Mehrheit im Bundestag hinbekommt. 4 Parteien mit jeweils 12 % Wählerstimmen könnten das tun, wenn sie sich dazu verabreden.
Ist theoretisch so. Jedoch ohne die Linke, die sich jetzt erst mal noch zersplittert und den Rest zieht es zur Realpolitik... siehe die letzten Wahlen im europäischen Nachbarländern.

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latrodectus67 12.06.2018, 13:13
134. SPD Wähler

Zitat von mailconnect
Die SPD ist seit Jahren mit in der Regierungsverantwortung. Aber das spürt man so gut wie nicht. Sich vor Wahlen hinzustellen und zu lamentieren klingt für den Wähler unglaubwürdig. Schließlich regiert die SPD immer noch mit! Also sollte sie das tun, ....
Wieso spürt man das nicht? Warum dieses Insistieren darauf, dass die Politik, die die SPD seit 1998 mitgetragen hat, nicht der reine und tiefe und ehrliche Wille der SPD Abgeordneten ist?
Weil es im Widerspruch zu den Aussagen der SPD steht?
Wenn man mal gedanklich durchspielt, dass es einen Unterschied zwischen Versprechen und Aktionen gibt, dann gibt unsere Sprache dafür sehr wohl sehr eindeutige Beschreibungen ab.
Allerdings wirft das nach 20 Jahren auch ein Licht auf die Wähler.
Es ist mithin nicht schlüssig anzunehmen, dass nach 20 Jahren es "nun ganz anders" sein wird. Es wird nach aller Erfahrung haargenauso weitergehen wie seit 1998 und 2021 werden die gleichen Bürger wieder an der gleichen Stelle ein Kreuzchen machen. Denn in einer funktionierenden Demokratie hat jeder genau die Partei die er auch verdient.

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